Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Maximale Leistung einer Gleichstromversorgung


von Sibei (Gast)


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Ich habe eine Gleichstromversorgung mit der Kennlinie:

U0 = 120V
Ik = 8.6A

Wie groß muss R gewählt werden, damit die Ausgangsleistung maximal ist?

Also ersteres verstehe ich die Kennlinie nichr. Wie komme ich auf die 
FOrmel?
Wenn ich U0 rübermultiplizier, dann habe ich:

Ist U0 die Leerlaufspannung?
Ist Ik der Kurzschlussstrom?
Wenn ja dann vertehe ich nicht wie ich auf den Zusammenhang komme?

Und wenn ich die Fragestellung überlege dann kann die maximale 
AUsgangsleistung nur bei R = 0 sein oder?
Weil dann der Strom theoretisch unendlich wäre.

Und auch wenn ich P(R) = I² * R  differenziere, dann fällt das R weg.

von Hans F. (hans_f83)


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Erschlagt mich nicht, aber soweit ich mich noch erinnere hab ich die 
größte Ausgangsleistung wenn der Innenwiderstand der Quelle gleich dem 
Widerstand des Verbrauchers ist.

von Sibei (Gast)


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Aber wieso?

von A. S. (rava)


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langsam, das gilt nur für Quellen, die sich als
Idealle Spannungsquelle + Innenwiderstand
modellieren lassen.

Für deine Aufgabe gilt, dass man das per Hand rechnen muss

U = R * I
und
P = U * I

P(R) maximieren kannste auch, oder?

von Hans F. (hans_f83)


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Weil die größte Leistung am größten Widerstand abfällt.
Für die Leistungsbetrachtung mußt du aber die Summe aller Widerstände 
betrachten.

von Sibei (Gast)


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A. S. schrieb:
> P(R) maximieren kannste auch, oder?

Habe ich auch, dann kommt: P(R) = I² * R raus.
Und wenn ich mir Pmax ausrechnen will, dann fällt das R weg, eh klar 
weil R konstant ist.

von A. S. (rava)


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okay, ich habe es gerechnet. Meine erste Aussage war falsch.

Also du hast eine Spannungsquelle, die eine Beziehung zwischen U und I 
aufweist.
Dadurch dass du einen bestimmten Widerstand einbaust, stellst du einen 
Arbeitspunkt ein. Also U und I werden dadurch festgelegt.

Du kannst dir das so vorstellen, dass du das UI-Diagramm der Quelle 
zeichnest und dann das UI-Diagramm des Widerstand zeichnest. Wo sich die 
Linien schneiden ist dein Arbeitspunkt.

Also die Reihenfolge der Vorgehensweise ist


P(I) = U * I
hier setzt du die Beziehung der Quelle ein, um U loszuwerden.
Dann maximierst du den Ausdruck und erhältst dafür ein I im Arbeitspunkt
Über die Beziehung erhältst du das U im Arbeitspunkt

jetzt hast du U und I und R = U/I muss verbaut werden

Meine Ergebnisse
I² = 1/2 Ik²
U = 1/2 U0

R = U / I = sqrt(2)/2 * U0 / Ik = 9.87 Ohm

ich hoff, ich hab mich nicht vertan

von Sibei (Gast)


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Ok, also ich versteh deine Vorgangsweise noch nicht.

Der Widerstand ist im Schaltbild ja schon drinnen.
Wenn er draußen wäre, dann hätte ich doch keine abgegebene Leistung?

Ich versteh nicht was ich da genau machen muss wenn diese Gleichung da 
vorgegeben ist.

von H.Joachim S. (crazyhorse)


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Hm, 120 oder 140V?

Weiss nicht, wofür man die Kennlinie der Spannungsquelle braucht.
Aus U0 und Ik ergibt sich Ri zu 13,95R.

Maximale Leistung heisst Ri=Ra, Leistungsanpassung.
Also Ra=13,95R, damit I=4,3A, P=I²*R=258W.

von A. S. (rava)


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ich bin mir nicht ganz sicher, wie ich das anders erklären soll.

Ohne Widerstand ( R = unendlich ) gibt es keine abgegebene Leistung. Das 
ist soweit richtig. Dann ist I = 0 und U = U0. So wie bei jeder 
Spannungsquelle.

Bei einem Kurzschluss ( R = 0) gibt es auch keine abgegebene Leistung. 
Dann ist I = Ik und U = 0.

Beide Arbeitspunkte sind mit der gegebenen Kennlinie kompatibel. Dein 
gesuchter Arbeitspunkt liegt irgendwo dazwischen. Um ihn zu erreichen, 
setzt du einen geeigneten Widerstand ein

du willst die leistung maximieren. Die abgegebene Leistung ist
P = U*I
da U und I aber bei der Quelle IMMER nach der gegebenen Formel 
zusammenhängen, kannst du U durch I ausdrücken. Oder I durch U.
Dann hast du eine Gleichung für P in Abhängigkeit von einer Variablen, 
z.B. I.
Jetzt ist es leicht, P zu maximieren. Dafür erhältst du den Wert für den 
Strom I*, den die Spannungsquelle in diesem Punkt liefert. Über die 
gegebene Kennlinie kannst du jetzt die dabei anliegende Spannung U* 
ausrechnen.
die Maximale Leistung ist also wieder im Umkehrschluss P* = U* I*

Wenn du jetzt von außen diesen Arbeitspunkt U* und I* einstellen willst, 
brauchst du einen geeigneten Widerstand R* = U* / I*.

machst du R größer, fließt VIEL weniger Strom. Gleichzeitig gibt's ETWAS 
mehr Spannung von der Quelle (weil sie sich eben so verhält --> Angabe). 
Andersrum würde ein kleinerer Widerstand ETWAS mehr Strom fließen 
lassen. Aber viel extremer bricht die Quelle ein: sie liefert VIEL 
weniger Spannung. Daher ist beim eingesetzten R* das Maximum.


Wenn es jetzt noch nicht klar ist, solltest du doch zumindest mal etwas 
konkretere Fragen stellen können: Wo hängt's noch?


€dit:
crazyhorse, nochmal. Die Formel R = Ri gilt nur bei linearen 
Spannungsquellen. Da hier der U/I-Zusammenhang angegeben ist, weiß man, 
dass die Quelle nicht linear ist. Eine Lineare Quelle würde sich so 
verhalten:

U/U_0 = 1 - I/I_k
ohne das Quadrat.

von Michael L. (eagle87)


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@A. S.
hab ein anderes Ergebnis.

@Sibei
1. Formel für die Leistung aufstellen

2. Differenzieren, nullsetzen und nach Stromstärke umformen

3. In die Gleichung für den Widerstand einsetzen

  

von A. S. (rava)


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oh ja richtig, ich habe mich mit den zahlen vertan. Das hatte ich 
befürchtet. Trotzdem passt die erklärung.

von Sibei (Gast)


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H.joachim Seifert schrieb:
> Maximale Leistung heisst Ri=Ra, Leistungsanpassung.

Kann mir hier vielleicht irgend jemand erklären wie man zu diesem 
Schluss kommt?
Ich bin erst im ersten Semester und hab noch keine gute Vorstellung vom 
ganzen.
Also ich weiß, dass die Spannungswuelle einen Innenwiderstand Ri hat.
Jetzt weiß ich von dieser Spannungsquelle, dass wenn ich sie 
kurzschließe ich den Kurzschlussstrom Ik = 8.6A messe.
Weiters weiß ich, dass meine Leerlaufspannung (gemessen mit Voltmeter an 
den offenen Klemmen) U0 = 140V ist.

Wie kann ich nur ansatzweise darauf schließen, dass Pmax bei R = Ri ist, 
wenn doch meine Spannungsstromkennlinie wie im Bid aussieht?

von Sibei (Gast)


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A. S. schrieb:
> du willst die leistung maximieren. Die abgegebene Leistung ist
> P = U*I
> da U und I aber bei der Quelle IMMER nach der gegebenen Formel
> zusammenhängen, kannst du U durch I ausdrücken. Oder I durch U.
> Dann hast du eine Gleichung für P in Abhängigkeit von einer Variablen,
> z.B. I.
> Jetzt ist es leicht, P zu maximieren. Dafür erhältst du den Wert für den
> Strom I*, den die Spannungsquelle in diesem Punkt liefert. Über die
> gegebene Kennlinie kannst du jetzt die dabei anliegende Spannung U*
> ausrechnen.
> die Maximale Leistung ist also wieder im Umkehrschluss P* = U* I*
>
> Wenn du jetzt von außen diesen Arbeitspunkt U* und I* einstellen willst,
> brauchst du einen geeigneten Widerstand R* = U* / I*.
>
> machst du R größer, fließt VIEL weniger Strom. Gleichzeitig gibt's ETWAS
> mehr Spannung von der Quelle (weil sie sich eben so verhält --> Angabe).
> Andersrum würde ein kleinerer Widerstand ETWAS mehr Strom fließen
> lassen. Aber viel extremer bricht die Quelle ein: sie liefert VIEL
> weniger Spannung. Daher ist beim eingesetzten R* das Maximum.

Das ist schon sehr sehr gut erklärt danke!!!

Michael L. schrieb:
> @Sibei
> 1. Formel für die Leistung aufstellen
> 2. Differenzieren, nullsetzen und nach Stromstärke umformen
> 3. In die Gleichung für den Widerstand einsetzen

Danke dir! Sehr nett!!

Eine Frage noch: dieser nichtlineare Zusammenhang zwischen Strom und 
Spannung, wie ergibt sich so etwas eigentlich?
Ich dachte das I/Ik^2 hängt irgendwie mit einer Leistung zusammen, aber 
dem ist anscheinend nicht so...

von Michael L. (eagle87)


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> Wie kann ich nur ansatzweise darauf schließen, dass Pmax bei R = Ri ist
Bei einer linearen Spannungsquelle kannst genauso vorgehen wie in der 
Beschreibung vin A. S. oder in meiner Rechnung. Nur dass dann eben eine 
andere Gleichung hast.
Stell doch mal die Gleichung für die Leistung auf und such dann das 
Maximum.

von lüsterklemme (Gast)


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von Michael L. (eagle87)


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> Eine Frage noch: dieser nichtlineare Zusammenhang zwischen Strom und
Spannung, wie ergibt sich so etwas eigentlich?

Lässt sich nicht so einfach sagen. Hängt vom Aufbau der Spannungsquelle 
ab und da nicht einmal bekannt ist um was für eine Spannungsquelle es 
sich handelt...

von Sibei (Gast)


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Michael L. schrieb:
> In die Gleichung für den Widerstand einsetzen

Kanns sein, dass du da das quadrat beim Ik vergessen hast?
Dann kommt nämlich raus: 18,7 Ohm

von Sibei (Gast)


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Nein nen passt schon

von Sibei (Gast)


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Rauskommen tut aber trotzdem 18.8 Ohm. Auch wenn ich es in deiner Formel 
einsetze.

von A. S. (rava)


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das liegt daran, dass mit 120V gerechnet wurde, was deinem 
ursprünglichen post entspricht...

von Sibei (Gast)


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oh ja sorry. Danke nochmal!

von Walter S. (avatar)


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Sibei schrieb:
> Wie kann ich nur ansatzweise darauf schließen, dass Pmax bei R = Ri ist,
> wenn doch meine Spannungsstromkennlinie wie im Bid aussieht?

anschaulich ist die Leistung die Fläche eines Rechtecks (U*I) dessen 
eine Ecke im Nullpunkt, die andere auf der Kennlinie liegt.
Die Fläche dieses Rechtecks ist maximal groß wenn die eine Ecke in der 
Mitte der Kennlinie liegt

von A. S. (rava)


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nope.
Als du P(I) differenziert hast, ist das vor der Klammer stehende I 
verschwunden.

ich würde sagen Sibei hat mit 18.8 bereits das korrekte Ergebnis 
gefunden und auch verstanden, was viel wichtiger ist.

gute nacht.

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