Forum: Offtopic Lötzinn - "Hygiene" am Arbeitsplatz?


von Ein_Martin (Gast)


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Hi,
es heißt ja, man solle nach dem Löten die Händewaschen, keine 
Nahrungsmittel am Arbeitsplatz haben usw.

Als ich vor kurzem einen Verstärker repariert habe, habe ich mir 
überlegt, dass man ja während der Arbeit alles mögliche anfasst 
(Schraubenzieher, Zange, z.B. Regler & Knöpfe am Verstärker...) ohne 
sich während der Arbeit  permanent die Hände zu waschen (was ja 
praktisch auch unmöglich wäre).
Die meisten Hobbybastler werden auch eher am Schreibtisch arbeiten als 
einen eigenen Raum dafür zu haben. An diesem Schreibtisch sitzen sie 
dann vielleicht am nächsten Tag und trinken ihren Kaffee...

Nun frage ich mich, ob man nicht letztendlich Spuren von Zinn, Blei... 
an verschiedenen Gegenständen während der Arbeit verteilt und sie später 
wieder aufnimmt (trotz Händewaschen)?
Oder ist diese Menge vernachlässigbar und es geht eher um das was man 
während der Arbeit direkt an die Haut bekommt und potentiell in den 
Körper wandert?

Besten Dank!

von Michi (Gast)


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Vorstufe eines Waschzwangs.

von Harald W. (wilhelms)


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Ein_Martin schrieb:

> Nun frage ich mich, ob man nicht letztendlich Spuren von Zinn, Blei...
> an verschiedenen Gegenständen während der Arbeit verteilt und sie später
> wieder aufnimmt (trotz Händewaschen)?

Vermutlich. Seit Einführung des bleifreien Zinns ist die Lebens-
erwartung der Menschheit schon wieder um ein paar Monate gestiegen.
Meint
Harald

von Klaus (Gast)


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Ein_Martin schrieb:
> es heißt ja, man solle nach dem Löten die Händewaschen

Nicht nur nach dem Löten

MfG Klaus

von Ralf D. (dreilira)


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Früher (tm) hab ich mir die Hände nicht gewaschen, bin jetzt trotzdem 
fast 50. Früher (tm) gab's auch nicht so viel Sagrotan, und wir waren 
alle ständig krank. Oder auch nicht.

Mach Dir nicht in die Hose, das bischen was Du im Hobbybereich 
abkriegst, das überlebst Du. Falls Du rauchst: Das ist allemal 
gefährlicher.

Gruß
Ralf

von Sebastian (Gast)


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Händewaschen soll vor allem die direkte Kontamination mit Blei durch 
Anfassen von Lötdraht bekämpfen. Indirekte Kontamination, d.h. 
Blei-Abrieb auf Werkzeuge, ist ein in der Praxis wenig berücksichtigtes 
Phänomen, daher vermute ich, daß die Mengen gesundheitlich eher 
unbedeutend sind.
Problematisch ist es höchstens, wenn sich Bleizinnreste vom 
Lötkolbenabstreifen auf dem Arbeitsplatz verteilen.
In der Firma benutzen wir vor der Arbeit eine Hautschutzlotion. Diese 
soll unter Umständen der Aufnahme schädlicher Arbeitsstoffe vorbeugen, 
oder deren Entfernung nach der Arbeit erleichtern. In Zeiten von RoHS / 
"bleifrei" ist die Problematik allerdings geringer als früher, obwohl 
man sagt, die Flußmittel wären aggressiver geworden.

von Peter D. (peda)


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Als Kind mußte ich immer das Bastelzeugs vom Eßtisch räumen, wenns Essen 
gab. Und als 3. Hand habe ich manchmal die Zinnrolle in den Mund 
genommen.
Und Drähte habe ich mit den Zähnen abisoliert.

Auto fahren ist viel gefährlicher.


Peter

von Paul B. (paul_baumann)


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Was uns nicht umbringt, macht uns härter!

Chuck Norris lötet nicht -er speit flüssiges Zinn.

;-)

MfG Paul

von Michael D. (etzen_michi)


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Ich sag mal so:

Wenn ich in der einen Hand den Lötkoblen habe und mit der anderen das 
Bauteil festhalten muss, so wird das Lötzinn auch mal mit den Lippen 
gehalten.

Ich sage das mit dem Blei ist Panikmache.
Mein Vergleich: Damals hat man mit Blei-Besteck gegessen und ist auch 
nicht sofort gestorben.

von Daniel C. (Gast)


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Prinzipiell können viele Stoffe auch über die Haut aufgenommen werden.

Wie das bei Schwermetallen ist, ist mir allerdings nicht bekannt.

Allerdings ist es so, das Zinn und Blei beim Löten zum allergrößten Teil 
als nicht ionische Stoffe vorliegen (also "null-wertig" sind).

In der Hauptsache ist es wohl so, dass besonders Schwermetallionen vom 
Körper gut aufgenommen werden (also entsprechende Elemente mit positiven 
Oxidationszahlen).

Bei Buchdruckern, die ihr Leben lang intensiv mit metallischem Blei 
umgegangen sind, ist mir nichts von negativen Effekten bekannt
(im Gegensatz zu Menschen, die in Bleiminen längere Zeit Stäube von 
Bleioxiden eingeatmet haben, was relativ schnell zu chronischen 
Bleivergiftungen führt).

Eine Absaugung für Lötzinn- und Flußmitteldämpfe ist meiner Meinung nach 
auf jeden Fall empfehlenswert.

von Rufus Τ. F. (rufus) Benutzerseite


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Michael D. schrieb:
> Mein Vergleich: Damals hat man mit Blei-Besteck gegessen und ist auch
> nicht sofort gestorben.

Mit Bleibesteck hat man recht sicher nie gegessen, das ist viel zu 
weich. Man hat aus Bleigefäßen getrunken und von Bleitellern gegessen -- 
und daran ist man verfrüht gestorben.

Allerdings ist die so zugeführte Bleimenge auch um etliches größer als 
die beim Bleilöten und in-die-Hand nehmen von Lötzinn.


Die Verwendung von Bleirohren für die Wasserversorgung hat bei 
neuverlegten Bleirohren auch für nette Nebeneffekte gesorgt, in Gegenden 
mit normal kalkhaltigem Wasser waren aber die Bleirohre rech schnell von 
innen mit einer Kalkschicht bedeckt, die die Abgabe von Blei an das 
durchlaufende Wasser deutlich reduzierte.

von Harald W. (wilhelms)


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Daniel C. schrieb:

> Eine Absaugung für Lötzinn- und Flußmitteldämpfe ist meiner Meinung nach
> auf jeden Fall empfehlenswert.

...und wo entstehen Lötzinndämpfe?
Fragt sich
Harald

von Purzel H. (hacky)


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>...und wo entstehen Lötzinndämpfe?

Naja. Bei Schmelztemperaturen ist der Dampfdruck ungleich Null.
Wenn sich dann die Schichten gleichmaessig in der Lunge ablagern...

von Harald W. (wilhelms)


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Elf von Dreizehn schrieb:

> Wenn sich dann die Schichten gleichmaessig in der Lunge ablagern...

Du meinst, irgendwann ist der Oberkörperr dann so schwer, das man
einfach tot umfällt?
Meint
Harald

von Sven P. (Gast)


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Peter Dannegger schrieb:
> Und Drähte habe ich mit den Zähnen abisoliert.
Darüber habe ich auch schon Milchzähne verloren.

von Timm T. (Gast)


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Daniel C. schrieb:
> Bei Buchdruckern, die ihr Leben lang intensiv mit metallischem Blei
> umgegangen sind, ist mir nichts von negativen Effekten bekannt

http://de.wikipedia.org/wiki/Schriftsetzer#Das_Setzen

Bleivergiftung war auch bei den alten Römern bekannt, die Reichen 
konnten sich Bleiwasserleitungen leisten, die Armen blieben davon 
verschont.

von Wilhelm F. (Gast)


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Paul Baumann schrieb:

> Chuck Norris lötet nicht -er speit flüssiges Zinn.

Chuck Norris kaut Stangenlot als Kaugummi. ;-)



Michael D. schrieb:

> Ich sage das mit dem Blei ist Panikmache.

Bleivergiftung war ein wichtiges Thema bei Erdkabellötern. Sie hatten 
aber auch mit reinem Blei und Loten mit 60% Bleianteil zu tun.

Heute dürfte das weitgehend verschwunden sein, da die Kabel inzwischen 
andere Materialien haben.

von Paul B. (paul_baumann)


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Wilhelm schrob:
>Chuck Norris kaut Stangenlot als Kaugummi. ;-)

Ach, Du kennst ihn auch, den alten Zausel!
;-)

MfG Paul

von Maik H. (Gast)


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Nachdem mir mal ein Lötzinnspritzer meinen frisch vom Becker geholten 
Streuselkuchen versaut hat, der ca 1/2m neben dem Arbeitsplatz stand, 
halte ich das mit dem Nicht-dabei-essen auch ein.
Ansosnten sehe ich es wie die anderen Schreiber - die Lotreste direkt 
auf Deinen Flunken und in den Rilen an den Fingern wandern im 
Zweifelsfall direkt auf die Wurstscheibe Deiner Semmel. daher vorab 
Finger waschen.Die indirekt abgeriebenn Reste auf irgendwelchen weiteren 
Werkzeugen.. würde ich als gering einschätzen.
Die Krümelage die beim Entlöten oder Musteraufbauen auf dem Arbeitsplatz 
entsteht, sollte meiner Meinung nach aber schnellstesn weggemacht 
werden, damit man sie nicht verteilt und in die Haut einmassiert.
Ich habe mir jedoch einen guten industriellen Lötdampfabsorber gegönnt.

Viel Spaß beim sorgenfreien Basten wünscht

Maik

von Paul B. (paul_baumann)


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Maik schrub:
>Nachdem mir mal ein Lötzinnspritzer meinen frisch vom Becker geholten
>Streuselkuchen versaut hat.....

Es gibt auch Streusel mit Aluminium:
http://www.talkteria.de/forum/topic-177170.html

Da ist es völlig Brust, womit man sich die Gesundheit verdirbt.
:-(

MfG Paul

von Yalu X. (yalu) (Moderator)


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Paul Baumann schrieb:
> Es gibt auch Streusel mit Aluminium:
> http://www.talkteria.de/forum/topic-177170.html

In den Streuseln scheint laut dem Beitrag das Aluminium sogar zum bösen
Schwermetall zu werden. Da esse ich doch lieber eine Rolle verbleites
Lötzinn ;-)

von Joachim .. (joachim_01)


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Chuck Norris - Plum... Bumm!

von Winfried J. (Firma: Nisch-Aufzüge) (winne) Benutzerseite


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Leben ist lebensgefährlich... und es endet immer tödlich.

Wer sich über Globoli erhitzt darf seinen Lötzingebauch nicht ernsthaft 
als Gefahr ansehen. Die Dämpfe der Flussmittel beinträchtigen imho die 
Gesundheit in wesentlich stärkerem Maße. Bleisalze hingegen wie sie in 
Farben verwendet wurden waren die eigentliche Gefahr, nicht der 
metallische Bleiabrieb. Der ist für Bleivergiftungen eher sekundär.

Namaste

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