Hi, es heißt ja, man solle nach dem Löten die Händewaschen, keine Nahrungsmittel am Arbeitsplatz haben usw. Als ich vor kurzem einen Verstärker repariert habe, habe ich mir überlegt, dass man ja während der Arbeit alles mögliche anfasst (Schraubenzieher, Zange, z.B. Regler & Knöpfe am Verstärker...) ohne sich während der Arbeit permanent die Hände zu waschen (was ja praktisch auch unmöglich wäre). Die meisten Hobbybastler werden auch eher am Schreibtisch arbeiten als einen eigenen Raum dafür zu haben. An diesem Schreibtisch sitzen sie dann vielleicht am nächsten Tag und trinken ihren Kaffee... Nun frage ich mich, ob man nicht letztendlich Spuren von Zinn, Blei... an verschiedenen Gegenständen während der Arbeit verteilt und sie später wieder aufnimmt (trotz Händewaschen)? Oder ist diese Menge vernachlässigbar und es geht eher um das was man während der Arbeit direkt an die Haut bekommt und potentiell in den Körper wandert? Besten Dank!
Ein_Martin schrieb: > Nun frage ich mich, ob man nicht letztendlich Spuren von Zinn, Blei... > an verschiedenen Gegenständen während der Arbeit verteilt und sie später > wieder aufnimmt (trotz Händewaschen)? Vermutlich. Seit Einführung des bleifreien Zinns ist die Lebens- erwartung der Menschheit schon wieder um ein paar Monate gestiegen. Meint Harald
Ein_Martin schrieb: > es heißt ja, man solle nach dem Löten die Händewaschen Nicht nur nach dem Löten MfG Klaus
Früher (tm) hab ich mir die Hände nicht gewaschen, bin jetzt trotzdem fast 50. Früher (tm) gab's auch nicht so viel Sagrotan, und wir waren alle ständig krank. Oder auch nicht. Mach Dir nicht in die Hose, das bischen was Du im Hobbybereich abkriegst, das überlebst Du. Falls Du rauchst: Das ist allemal gefährlicher. Gruß Ralf
Händewaschen soll vor allem die direkte Kontamination mit Blei durch Anfassen von Lötdraht bekämpfen. Indirekte Kontamination, d.h. Blei-Abrieb auf Werkzeuge, ist ein in der Praxis wenig berücksichtigtes Phänomen, daher vermute ich, daß die Mengen gesundheitlich eher unbedeutend sind. Problematisch ist es höchstens, wenn sich Bleizinnreste vom Lötkolbenabstreifen auf dem Arbeitsplatz verteilen. In der Firma benutzen wir vor der Arbeit eine Hautschutzlotion. Diese soll unter Umständen der Aufnahme schädlicher Arbeitsstoffe vorbeugen, oder deren Entfernung nach der Arbeit erleichtern. In Zeiten von RoHS / "bleifrei" ist die Problematik allerdings geringer als früher, obwohl man sagt, die Flußmittel wären aggressiver geworden.
Als Kind mußte ich immer das Bastelzeugs vom Eßtisch räumen, wenns Essen gab. Und als 3. Hand habe ich manchmal die Zinnrolle in den Mund genommen. Und Drähte habe ich mit den Zähnen abisoliert. Auto fahren ist viel gefährlicher. Peter
Was uns nicht umbringt, macht uns härter! Chuck Norris lötet nicht -er speit flüssiges Zinn. ;-) MfG Paul
Ich sag mal so: Wenn ich in der einen Hand den Lötkoblen habe und mit der anderen das Bauteil festhalten muss, so wird das Lötzinn auch mal mit den Lippen gehalten. Ich sage das mit dem Blei ist Panikmache. Mein Vergleich: Damals hat man mit Blei-Besteck gegessen und ist auch nicht sofort gestorben.
Prinzipiell können viele Stoffe auch über die Haut aufgenommen werden. Wie das bei Schwermetallen ist, ist mir allerdings nicht bekannt. Allerdings ist es so, das Zinn und Blei beim Löten zum allergrößten Teil als nicht ionische Stoffe vorliegen (also "null-wertig" sind). In der Hauptsache ist es wohl so, dass besonders Schwermetallionen vom Körper gut aufgenommen werden (also entsprechende Elemente mit positiven Oxidationszahlen). Bei Buchdruckern, die ihr Leben lang intensiv mit metallischem Blei umgegangen sind, ist mir nichts von negativen Effekten bekannt (im Gegensatz zu Menschen, die in Bleiminen längere Zeit Stäube von Bleioxiden eingeatmet haben, was relativ schnell zu chronischen Bleivergiftungen führt). Eine Absaugung für Lötzinn- und Flußmitteldämpfe ist meiner Meinung nach auf jeden Fall empfehlenswert.
Michael D. schrieb: > Mein Vergleich: Damals hat man mit Blei-Besteck gegessen und ist auch > nicht sofort gestorben. Mit Bleibesteck hat man recht sicher nie gegessen, das ist viel zu weich. Man hat aus Bleigefäßen getrunken und von Bleitellern gegessen -- und daran ist man verfrüht gestorben. Allerdings ist die so zugeführte Bleimenge auch um etliches größer als die beim Bleilöten und in-die-Hand nehmen von Lötzinn. Die Verwendung von Bleirohren für die Wasserversorgung hat bei neuverlegten Bleirohren auch für nette Nebeneffekte gesorgt, in Gegenden mit normal kalkhaltigem Wasser waren aber die Bleirohre rech schnell von innen mit einer Kalkschicht bedeckt, die die Abgabe von Blei an das durchlaufende Wasser deutlich reduzierte.
Daniel C. schrieb: > Eine Absaugung für Lötzinn- und Flußmitteldämpfe ist meiner Meinung nach > auf jeden Fall empfehlenswert. ...und wo entstehen Lötzinndämpfe? Fragt sich Harald
>...und wo entstehen Lötzinndämpfe?
Naja. Bei Schmelztemperaturen ist der Dampfdruck ungleich Null.
Wenn sich dann die Schichten gleichmaessig in der Lunge ablagern...
Elf von Dreizehn schrieb: > Wenn sich dann die Schichten gleichmaessig in der Lunge ablagern... Du meinst, irgendwann ist der Oberkörperr dann so schwer, das man einfach tot umfällt? Meint Harald
Peter Dannegger schrieb: > Und Drähte habe ich mit den Zähnen abisoliert. Darüber habe ich auch schon Milchzähne verloren.
Daniel C. schrieb: > Bei Buchdruckern, die ihr Leben lang intensiv mit metallischem Blei > umgegangen sind, ist mir nichts von negativen Effekten bekannt http://de.wikipedia.org/wiki/Schriftsetzer#Das_Setzen Bleivergiftung war auch bei den alten Römern bekannt, die Reichen konnten sich Bleiwasserleitungen leisten, die Armen blieben davon verschont.
Paul Baumann schrieb: > Chuck Norris lötet nicht -er speit flüssiges Zinn. Chuck Norris kaut Stangenlot als Kaugummi. ;-) Michael D. schrieb: > Ich sage das mit dem Blei ist Panikmache. Bleivergiftung war ein wichtiges Thema bei Erdkabellötern. Sie hatten aber auch mit reinem Blei und Loten mit 60% Bleianteil zu tun. Heute dürfte das weitgehend verschwunden sein, da die Kabel inzwischen andere Materialien haben.
Wilhelm schrob:
>Chuck Norris kaut Stangenlot als Kaugummi. ;-)
Ach, Du kennst ihn auch, den alten Zausel!
;-)
MfG Paul
Nachdem mir mal ein Lötzinnspritzer meinen frisch vom Becker geholten Streuselkuchen versaut hat, der ca 1/2m neben dem Arbeitsplatz stand, halte ich das mit dem Nicht-dabei-essen auch ein. Ansosnten sehe ich es wie die anderen Schreiber - die Lotreste direkt auf Deinen Flunken und in den Rilen an den Fingern wandern im Zweifelsfall direkt auf die Wurstscheibe Deiner Semmel. daher vorab Finger waschen.Die indirekt abgeriebenn Reste auf irgendwelchen weiteren Werkzeugen.. würde ich als gering einschätzen. Die Krümelage die beim Entlöten oder Musteraufbauen auf dem Arbeitsplatz entsteht, sollte meiner Meinung nach aber schnellstesn weggemacht werden, damit man sie nicht verteilt und in die Haut einmassiert. Ich habe mir jedoch einen guten industriellen Lötdampfabsorber gegönnt. Viel Spaß beim sorgenfreien Basten wünscht Maik
Maik schrub: >Nachdem mir mal ein Lötzinnspritzer meinen frisch vom Becker geholten >Streuselkuchen versaut hat..... Es gibt auch Streusel mit Aluminium: http://www.talkteria.de/forum/topic-177170.html Da ist es völlig Brust, womit man sich die Gesundheit verdirbt. :-( MfG Paul
Paul Baumann schrieb: > Es gibt auch Streusel mit Aluminium: > http://www.talkteria.de/forum/topic-177170.html In den Streuseln scheint laut dem Beitrag das Aluminium sogar zum bösen Schwermetall zu werden. Da esse ich doch lieber eine Rolle verbleites Lötzinn ;-)
Leben ist lebensgefährlich... und es endet immer tödlich. Wer sich über Globoli erhitzt darf seinen Lötzingebauch nicht ernsthaft als Gefahr ansehen. Die Dämpfe der Flussmittel beinträchtigen imho die Gesundheit in wesentlich stärkerem Maße. Bleisalze hingegen wie sie in Farben verwendet wurden waren die eigentliche Gefahr, nicht der metallische Bleiabrieb. Der ist für Bleivergiftungen eher sekundär. Namaste
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