Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Frage nach besseren NPN-Transistoren


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von Dave N. (Firma: Geknechteter Pennäler) (schueler-bubi)


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Hallo rundherum,

ich habe heute ein richtiges Power-Labornetzteil (1440W) bekommen. Das 
Teil liefert 0-36V bei max. 40A, linear geregelt und natürlich defekt, 
dafür ordentlich schwer :-).

Da die LCD-Spannungsanzeige unveränderlich ca. 57V anzeigte, fiel mein 
Verdacht sofort auf die Längstransistoren. Hiervon sind auf zwei 
belüfteten Kühlkörpern jeweils 5 Stück 2N3773 parallel mit 
Ausgleichswiderständen von je 0.47R 5W im Emitterzweig verbaut.

Beide Kühlblöcke sind parallel geschaltet um den hohen Strom zu 
erreichen.
Einen Block habe ich eben ausgebaut um messen zu können und auch den 
defekten erwischt, Emitter/Kollektor-Schluss, wie vermutet, zumindest 
einer von den fünf 2N3773.

Der andere Block scheint noch funktionsfähig, da ich jetzt die Spannung 
einstellen kann. Was zum Ausfall des Netzteils führte konnte ich nicht 
erfahren.

So, nun endlich meine Frage: Ich würde gerne alle zehn Längstransistoren 
gegen neue tauschen. Gibt es vielleicht noch leistungsfähigere im TO-3 
Gehäuse als die 2N3773 mit mehr Reserven, damit die 
Ausfallwahrscheinlichkeit des NT zukünftig geringer würde?

Ich danke für eure Hilfe,
Dave

von hinz (Gast)


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Dave Trescher schrieb:
> Gibt es vielleicht noch leistungsfähigere im TO-3
> Gehäuse als die 2N3773

Gibts schon, aber der begrenzende Faktor wird wohl der Kühlkörper sein.

Und von wegen Ursache des Defekts: da wird doch sicherlich die 
Trafospannung umgeschaltet, also Relais und deren Ansteuerung prüfen.

von Dave N. (Firma: Geknechteter Pennäler) (schueler-bubi)


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hinz schrieb:
> Gibts schon, aber der begrenzende Faktor wird wohl der Kühlkörper sein.

Kann ich nicht sagen. Die KK sind etwa 28 x 8 x 4cm und werden jeweils 
mit einem Lüfter durchgeblasen. Zusätzlich sind noch je zwei 
Thermofühler angebracht.

hinz schrieb:
> da wird doch sicherlich die
> Trafospannung umgeschaltet, also Relais und deren Ansteuerung prüfen.

Guter Tipp, danke. Habe ich eben gemacht, funktioniert.

von Christoph Z. (rayelec)


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Die 2N3773 sind extrem robust! 10 davon parallel durch Überstrom zu 
killen, ist fast nicht möglich. Laut Spezifikation müssten die beiden 
Blocks für 5ms 300A aushalten. Mit Sicherheitsmarge wahrscheinlich 
einmalig sogar 500A.
Viel eher wurden die 2N3773 durch Spannungsspitzen gekillt, 
hervorgerufen durch induktive Lasten.

Gegen neue tauschen ist auch nicht ohne Risiko, denn ausgerechnet von 
diesen Typen 2N3771,2,3 und 2N3055 werden auf ebay tonnenweise 
Fälschungen angeboten. (z.B. alle Toshiba Angebote obengenannter Typen, 
denn Toshiba hat diese 2N Transistoren nie hergestellt).

Tausche die defekten gegen Originale von einem richtigen Distributor 
(z.B. Digikey) und gut ist!
Die 2N3773 sind entweder kaputt oder dann i.O. Etwas dazwischen habe ich 
bei Transistoren dieses Kalibers noch nie erlebt.

von Dave N. (Firma: Geknechteter Pennäler) (schueler-bubi)


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Christoph Z. schrieb:
> Viel eher wurden die 2N3773 durch Spannungsspitzen gekillt,
> hervorgerufen durch induktive Lasten.

Prima, gut zu wissen, danke. Sollte ich vielleicht über eine 
Suppressordiode am Ausgang nachdenken?

Christoph Z. schrieb:
> werden auf ebay tonnenweise
> Fälschungen angeboten.

Klasse, da werden wohl mal wieder unsere chinesischen Freunde die Finger 
im Spiel haben.
Auf den hier eingebauten Transistoren steht als Hersteller ON in einem 
Kreis mit dem Hinweis MEXICO. Das sagt mir leider nichts.

Christoph Z. schrieb:
> Tausche die defekten

Ok., ich kann also die, die noch ok. sind drinlassen. Prima, das spart 
Taschengeld! Jetzt muss ich aber erst mal die einzelnen aus dem defekten 
KK auslöten. Eingebaut ist schlecht wegen der Parallelschaltung zu 
messen. Theoretisch könnte ich ja Riesenglück haben und nur einer ist 
kaputt. Na mal sehen...

Dave

von Magnus M. (magnetus) Benutzerseite


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Dave Trescher schrieb:
> Auf den hier eingebauten Transistoren steht als Hersteller ON in einem
> Kreis mit dem Hinweis MEXICO. Das sagt mir leider nichts.

ON Semiconductor:   http://www.onsemi.com/

von A. K. (prx)


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Dave Trescher schrieb:
> KK auslöten. Eingebaut ist schlecht wegen der Parallelschaltung zu
> messen.

Doch. Immerhin sind die Emitter mit Ausgleichswiderständen bewaffnet.

Die guten Transistoren müssten 2xR = ~1 Ohm liefern, der schlechte einen 
Kurzen. Oder eine mässige Last ans Netzteil hängen und die Spannung über 
den Emitterwiderständen messen. Dort wo du etwas misst ist der 
Transistor durchlegiert.

von Dave N. (Firma: Geknechteter Pennäler) (schueler-bubi)


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So, es ist vollbracht.
Das Teil läuft im Prinzip schon wieder. Hatte die Transis nicht 
ausgebaut, sondern nur an den Emittern das Zinn abgesaugt und dann 
gemessen.

Und das Glück war mir hold: Nur einer ist defekt.

Deswegen sollte das NT verschrottet werden!  Ich glaube, manchmal haben 
die Leute zu viel Geld, dieses NT kostet neu fast 800 Euro und das jetzt 
meinige ist äusserlich im Neuzustand.

Ja, ich freue mich darüber.
Dave


P.S. Magnetus: Danke für Semicoductor. Nun muss ich gucken wo ich einen 
einzigen (echten) 2N3773 herbekomme. Vermutl. wird der Versand wieder 
teurer als das Teil werden.

von Georg A. (georga)


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> Sollte ich vielleicht über eine Suppressordiode am Ausgang nachdenken?

Einfacher wäre eine schnelle+dicke Diode in Sperrichtung über dem 
Transistorblock. Wird auch gern bei den 78xx benutzt, die mögen auch 
keine Rückwärtsströme... Lieber Elko aufladen als in einer 
Suppressordiode verheizen ;)

von Dave N. (Firma: Geknechteter Pennäler) (schueler-bubi)


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Georg A. schrieb:
> Lieber Elko aufladen als in einer
> Suppressordiode verheizen ;)

Ja, stimmt, genial, danke..

Wieso fällt mir so etwas einfaches nicht ein? Oder anders herum, warum 
macht dies nicht gleich der Hersteller?

von Matthias L. (lippy)


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>Wieso fällt mir so etwas einfaches nicht ein? Oder anders herum, warum
>macht dies nicht gleich der Hersteller?

Die Diode kostet Geld und wird für die Funktion nicht benötigt.

Leider.

von THaala (Gast)


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Ich kann Dir wärmstens die BD318 ,BD317 Transitoren empfehlen.
Die angegebenes Safe operating area stimmt und PTot von 200 Watt stimmt 
auch.

Ich hatte auch zunächst einen 2N3055 drin und war ganz überracht, dass 
ich den BD317 praktisch nich zerstört bekam....


Gruß Thilo

von Osche R. (ompf)


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Dave Trescher schrieb:

> P.S. Magnetus: Danke für Semicoductor. Nun muss ich gucken wo ich einen
> einzigen (echten) 2N3773 herbekomme.

Wenn Du mit 36 A Ausgangsstrom zufrieden bist, kannst Du den fehlenden 
Transistor auch erstmal weglassen. Die Abwärme verteilt sich dann auf 9 
statt 10 Stück.

von Dave N. (Firma: Geknechteter Pennäler) (schueler-bubi)


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om pf schrieb:
> Wenn Du mit 36 A Ausgangsstrom zufrieden bist

Na ja, das könnte knapp werden. Schliesslich möchte ich zwei SMD-LEDs 
endlich mal gleichzeitig betreiben können  ;-)

Nee, Quatsch, ich denke nur dass das Teil auch das leisten sollte, was 
auf der Frontplatte draufsteht. Anders betrachtet, wozu ich jemals 1440 
Watt aus sauberer und stabiler Gleichspannung benötigen könnte, ist mir 
völlig unklar.

THaala schrieb:
> Ich kann Dir wärmstens die BD318 ,BD317 Transitoren empfehlen.

Vielen Dank. Ich werde mir gleich die Datenblätter ansehen.

Dave

von Kai K. (klaas)


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>Deswegen sollte das NT verschrottet werden!  Ich glaube, manchmal haben
>die Leute zu viel Geld, dieses NT kostet neu fast 800 Euro und das jetzt
>meinige ist äusserlich im Neuzustand.

Oder die Leute wissen, was sie mit dem Teil gemacht haben und wollen es 
deshalb aus gutem Grund nicht mehr...

>So, nun endlich meine Frage: Ich würde gerne alle zehn Längstransistoren
>gegen neue tauschen. Gibt es vielleicht noch leistungsfähigere im TO-3
>Gehäuse als die 2N3773 mit mehr Reserven, damit die
>Ausfallwahrscheinlichkeit des NT zukünftig geringer würde?

So etwas ist nicht empfehlenswert, da die Transistoren ja wohl Teil 
einer Regelkreisschleife sind. Andere Transistoren können den Regelkreis 
instabil machen.

von Dave N. (Firma: Geknechteter Pennäler) (schueler-bubi)


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Kai Klaas schrieb:
> Oder die Leute wissen, was sie mit dem Teil gemacht haben und wollen es
> deshalb aus gutem Grund nicht mehr...

Das verstehe ich jetzt nicht wirklich !?!

von Helmut L. (helmi1)


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Dave Trescher schrieb:
> Deswegen sollte das NT verschrottet werden!  Ich glaube, manchmal haben
> die Leute zu viel Geld, dieses NT kostet neu fast 800 Euro und das jetzt
> meinige ist äusserlich im Neuzustand.

Das siehst du falsch. In einer Firma wird das Teil schon längst 
abgeschrieben sein. Wenn das Teil jetzt repariert wird kostet das der 
Firma auch einige 100 Euro. Das lohnt sich für eine Firma dann nicht 
mehr. Da ist der Neukauf aus betriebswirtschaftlichen Gründen einfacher. 
Du kannst das nicht aus der Sicht eines Privatbastlers sehen.

von Dave N. (Firma: Geknechteter Pennäler) (schueler-bubi)


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Helmut Lenzen schrieb:
> In einer Firma wird das Teil schon längst
> abgeschrieben sein.

Aha, so ist das also. Von Wirtschaft verstehe ich noch nichts.

Aber wenn das so ist, dann bitte, wer etwas abzuschreiben hat, sofort 
eine PN an mich, ja?  ;)


Hatte eben mal nach BD317 geguckt.
Merkwürdig ist, bei Ebay will einer 8€/Stück. Reichelt verlangt 57Ct. 
für einen. Werden die auch gefälscht und verkauft R. evtl. Fakes?

von Helmut L. (helmi1)


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Dave Trescher schrieb:
> Aber wenn das so ist, dann bitte, wer etwas abzuschreiben hat, sofort
> eine PN an mich, ja?  ;)

Abschreiben heist noch lange nicht verschrotten. Es heist lediglich das 
der Buchwert für das Teil beim Finanzamt 0 Euro hat. Man kann es also 
bei der Steuererklärung nicht mehr angeben zur Steuerminderung.

von Bernd K. (bmk)


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Vergiss ebay / Reichelt. Besser hier das Original mitbestellen:

Beitrag "[Sammelbestellung] Digikey bis 05.12"

von Kai K. (klaas)


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>Merkwürdig ist, bei Ebay* will einer 8€/Stück.

Wer Halbleiter bei ebay bestellt, ist wirklich selbst Schuld...

von Stefan (Gast)


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So einfach ist das nicht. Wenn eine Firma Dir abgeschriebene Ware gibt, 
muss sie dafür Steuern zahlen. Deswegen können Mitarbeiter in der Regel 
nicht einfach so die alte Hardware geschenkt bekommen oder kaufen.

von Matthias L. (lippy)


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>Abschreiben heist noch lange nicht verschrotten. Es heist lediglich das
>der Buchwert für das Teil beim Finanzamt 0 Euro hat. Man kann es also
>bei der Steuererklärung nicht mehr angeben zur Steuerminderung.

Ja. Soweit die Theorie.

Versuche mal, einen abgeschriebenen fünf Jahre alten Firmenwagen für 
Null oder ein Euro rauszukaufen...

Wer macht nicht mit: Das Finanzamt

von Helmut L. (helmi1)


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Matthias Lipinsky schrieb:
> Wer macht nicht mit: Das Finanzamt

Dann sehen die wieder $$$$.

von Wolle R. (Gast)


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Also erstmal Glückwunsch zum Netzteil!

Kann man sowas (linear aufgebaut) noch bekommen, weil du schreibst ja 
man müsse 800.- rechnen?

Mit den Transistoren BD317 / 318 von Rei... habe ich schon einen HiFi- 
Verstärker aufgebaut. Geliefert werden NoNames mit rotem Aufdruck.

Bisher haben sie bei mir immer gehalten ( max. 4 Ampere bei 40 Volt ).

Es gibt diese Transis auch bei Bür.... so um 3.- Euro das Stück. Was die 
liefern weiss ich allerdings nicht.


Gruß, Wolle

von H.Joachim S. (crazyhorse)


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Jo, abgeschriebenes darf nicht einfach verschenkt/für einen symbolischen 
Preis verkauft werden. Da zählt dann wieder der Marktwert (der ja bei 
abgeschriebenen Sachen natürlich nicht Null ist)
Allerdings - wäre dem so, wäre es eine Einladung, Geld zum eigenen 
Vorteil aus den Unternehmen zu schaffen...

Die Kehrseite der Medaille: meine Cousine macht gerade bei einem grossen 
deutschen Lebensmittelkonzern eine Managmentausbildung und musste da 
auch mal in den Märkten in allen möglichen Abteilungen für ein paar 
Wochen arbeiten. Da wird weggeschmissen, was das Zeug hält. Nicht 
abgelaufenens oder überlagertes, sondern das, wo der Termin langsam 
näher rückt. Abgeben an z.B. die Tafel ist nicht möglich, ohne den 
fiktiven Verkaufspreis als Einnahme zu verbuchen. Das muss man sich mal 
vorstellen. Es hungern wirklich Leute in Deutschland. Und die 
Lebensmittel bester Qualität werden entsorgt, weil durchs Spenden 
weitere fiskalische Kosten entstehen würden. Krank. Aber als Kaufmann - 
ich würde es auch wegwerfen. Da müsste von politischer Seite dringend 
nachgebessert werden.

von Dave N. (Firma: Geknechteter Pennäler) (schueler-bubi)


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Wolle R. schrieb:
> Kann man sowas (linear aufgebaut) noch bekommen, weil du schreibst ja
> man müsse 800.- rechnen?

Wolle, guckst du z.B. hier:
http://www.conrad.de/ce/de/product/511840/VOLTCRAFT-PS-1440-Lineares-regelbares-Labornetzgeraet-1440-W-483-mm-19-Rack-Einbau-Labornetzteil-einstellbar-0-

und leider müsstest du dann dein Sparschwein schlachten...
Das arme Tierchen...

von Matthias L. (lippy)


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>Da müsste von politischer Seite dringend nachgebessert werden.


Wozu? So ist es doch am Besten. Es zwingt doch niemand den Markt zu 
Wegschmeissen. Der Markt kann es gern der Tafel überlassen. Muss nur so 
tun, als obs bezahlt wurde und die Steuern entrichten.

von Helmut L. (helmi1)


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Matthias Lipinsky schrieb:
> Der Markt kann es gern der Tafel überlassen. Muss nur so
> tun, als obs bezahlt wurde und die Steuern entrichten.

Oder wie die Griechen es machen. "Der Staat bekommt nix der gibt es nur 
unnütz aus" :=)

von Klaus (Gast)


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Matthias Lipinsky schrieb:
> Wozu? So ist es doch am Besten. Es zwingt doch niemand den Markt zu
> Wegschmeissen.

Neues Etikett und zurück in Regal, alles klar.

MfG Klaus

von Rolf S. (miromac)


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H.joachim Seifert schrieb:
> Und die
> Lebensmittel bester Qualität werden entsorgt, weil durchs Spenden
> weitere fiskalische Kosten entstehen würden. Krank.

SEHR krank!

von Osche R. (ompf)


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Dave Trescher schrieb:

> Hatte eben mal nach BD317 geguckt.
> Merkwürdig ist, bei Ebay will einer 8€/Stück. Reichelt verlangt 57Ct.
> für einen. Werden die auch gefälscht und verkauft R. evtl. Fakes?

Wer Halbleiter bei Reichelt bestellt ist selber schuld.


Aber auch bei den ebay-Typen solltest Du auf den Hersteller achten, und 
darauf, dass der die Teile wirklich hergestellt hat. Sonst besser bei 
einem namhaften Distributor bestellen, oder bei einem Chipbroker, der 
wenigstens die Echtheit garantiert.

Für (Bipolar-)Transistoren gilt: alt ist besser!

von Andrew T. (marsufant)


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om pf schrieb:
> Für (Bipolar-)Transistoren gilt: alt ist besser!

Das ist leider nur allzu wahr.

von Wilhelm F. (Gast)


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om pf schrieb:

> Für (Bipolar-)Transistoren gilt: alt ist besser!

Wie ist das zu verstehen?

1.) Alte Typen?
2.) Altes Neuteil aus dem Lager?
3.) Altes Recycling-Teil?

von Osche R. (ompf)


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Alte Fertigung, keine optimierten (kleinen) Dies. Das heisst in der 
Praxis NOS.

von Magnus M. (magnetus) Benutzerseite


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Wilhelm Ferkes schrieb:
>> Für (Bipolar-)Transistoren gilt: alt ist besser!
>
> Wie ist das zu verstehen?

Damals gab es noch keine Fälschungen (Fakes).

von Wilhelm F. (Gast)


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om pf schrieb:

> Alte Fertigung, keine optimierten (kleinen) Dies. Das heisst in der
> Praxis NOS.

Magnus M. schrieb:

> Damals gab es noch keine Fälschungen (Fakes).

Danke, Ihr beiden.

An den älteren Diskussionen hier im Forum zu Fakes war ich gelegentlich 
auch beteiligt, die Dinge sind mir völlig klar und bekannt.

Die Sache mit den zu kleinen Dies las ich zum Thema Fake-Transistoren. 
Dort wurde dann allerdings auch richtig gepfuscht. Da ist es 
einleuchtend, daß die Teile bei Nennlast oder bereits Teillast platzen. 
Aber nicht doch von seriösen Herstellern, wo man sich auf das Datenblatt 
verlassen können sollte. Jedenfalls ist mir in dieser Richtung nichts 
bekannt.

OK, ich kaufte auch schon lange keine Transistoren mehr, habe hier sogar 
noch ungebrauchte 2N3055 von Siemens aus dem Jahr 1978 herum liegen, mit 
dem alten Logo Siemens & Halske. Nur mal kurz durchgemessen. Die 
veralten ja auch nicht besonders, kann ich heute noch genau so einsetzen 
wie neu gekaufte.

von Osche R. (ompf)


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Wilhelm Ferkes schrieb:

> OK, ich kaufte auch schon lange keine Transistoren mehr, habe hier sogar
> noch ungebrauchte 2N3055 von Siemens aus dem Jahr 1978 herum liegen, mit
> dem alten Logo Siemens & Halske. Nur mal kurz durchgemessen. Die
> veralten ja auch nicht besonders, kann ich heute noch genau so einsetzen
> wie neu gekaufte.


Korrekt. Wobei gerade der (klassische) 2N3055 ein Sonderfall ist. Das 
ist ein Mesa-Transistor, heutzutage haben wir 
Epitaxial-Planartransistoren. Mesatransistoren braucht man heutzutage 
vor allem für das Halbleiterpraktikum an der Uni, denn an denen kann man 
ein paar parasitäre Effekte ganz gut zeigen.

Es gab allerdings später auch "2N3055" in Planartechnik, so z.B. von 
RCA. Da war dann der Chip vom BD249 drin, und die waren richtig gut.

von Wilhelm F. (Gast)


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om pf schrieb:

> Wilhelm Ferkes schrieb:
>
>> OK, ich kaufte auch schon lange keine Transistoren mehr, habe hier sogar
>> noch ungebrauchte 2N3055 von Siemens aus dem Jahr 1978 herum liegen, mit
>> dem alten Logo Siemens & Halske. Nur mal kurz durchgemessen. Die
>> veralten ja auch nicht besonders, kann ich heute noch genau so einsetzen
>> wie neu gekaufte.
>
>
> Korrekt. Wobei gerade der (klassische) 2N3055 ein Sonderfall ist. Das
> ist ein Mesa-Transistor, heutzutage haben wir
> Epitaxial-Planartransistoren. Mesatransistoren braucht man heutzutage
> vor allem für das Halbleiterpraktikum an der Uni, denn an denen kann man
> ein paar parasitäre Effekte ganz gut zeigen.
>
> Es gab allerdings später auch "2N3055" in Planartechnik, so z.B. von
> RCA. Da war dann der Chip vom BD249 drin, und die waren richtig gut.

Ich befürchte auch, daß sich der 2N3055 besonders zum Zeigen von 
Effekten eignet, die Transitfrequenz alleine ist mit 2 MHz schon nicht 
besonders hoch. Das bekommt man ja mit Standard-Laborgeräten und ohne 
besonderes Design hin. Im Laufe der Jahre werden sich aber 
Herstellverfahren ohnehin mal etwas geändert haben, z.B. das 
Dotierungsverfahren von thermisch zur Ionenimplantation, und ähnliches.

Oben sah ich, daß vom 2N3773 die Rede war. Ich habe hier noch ein 
Recycling-Exemplar bei mir gefunden, allerdings der 2N3771 mit kleinerer 
U_CE. Er hat nur noch eine Transitfrequenz von 200 kHz, wäre 
möglicherweise noch besser fürs Hochschullabor geeignet.

Den 2N3055 habe ich auch noch von RCA. Die Motorola sollen mal gut 
gewesen sein, hatten teils Alu-Gehäuse, bessere Wärmeableitung. Aber das 
kann schon wiederum Glatteis sein, daß man deswegen am Die sparte. Dann 
hab ich auch noch welche von unbekannten Herstellern. Das gab es vor 30 
Jahren auch schon. Sie haben nur die Bauteilbezeichnung, keinen 
Hersteller im Stempel. Allerdings waren sie in Markengeräten drinne.

von Rolf S. (miromac)


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Wilhelm Ferkes schrieb:
> Die Motorola sollen mal gut
> gewesen sein, hatten teils Alu-Gehäuse

Die sehen edel aus und wiegen nur 7g versus 14g bei den anderen.

von Wilhelm F. (Gast)


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Rolf Schneider schrieb:

> Die sehen edel aus und wiegen nur 7g versus 14g bei den anderen.

Leider fallen die paar Gramm angesichts des meist benötigten Kühlkörpers 
aber kaum ins Gewicht.

Mein größter Kühlkörper hier für 4 mal TO-3 wiegt gut 5kg.

von Rolf S. (miromac)


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Wilhelm Ferkes schrieb:
> wiegen nur 7g

Ist irritierend, zumal das Alu an den Flanschen 3mm dick ist.

von Wilhelm F. (Gast)


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Rolf Schneider schrieb:

> Ist irritierend, zumal das Alu an den Flanschen 3mm dick ist.

Aber wie sieht es innen aus? Dort wo die Kappe aufgesetzt ist, befindet 
sich ja schon eine starke Verschmälerung.

von Rolf S. (miromac)


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Wilhelm Ferkes schrieb:
> Dort wo die Kappe aufgesetzt ist, befindet
> sich ja schon eine starke Verschmälerung.

Ist tiefergelegt, das Teil.
Höhe nur 7mm
(Rennschlappen hat es aber noch keine)
;-)

von Dieter W. (dds5)


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Ich habe vor einiger Zeit mal so ein Teil geköpft und reingeschaut.

Da ist sogar im Aluboden noch ein kleiner runder Kupferklotz eingelötet 
auf dem dann der Kristall sitzt.

Auch die Glasdurchführungen für die Basis- und Emitter-Pinne sind 
eingelötet.

von Wilhelm F. (Gast)


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Rolf Schneider schrieb:

> Höhe nur 7mm

Wozu war die Bauhöhe wichtig? Ich hab gerade mal die Siemens-Teile 
gemessen, haben mit 8mm auch nur 1mm mehr.



Dieter Werner schrieb:

> Ich habe vor einiger Zeit mal so ein Teil geköpft und reingeschaut.

Selbst köpfen, oder im Internet suchen:

http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:PowerTransistor_2N3055_1.jpg&filetimestamp=20070518202902

Also sie sind schon unterschiedlich im Innenleben. Einen, den ich mal 
köpfte, der hatte einen richtigen quaderförmigen Kristall, und die 
Anschlußdrähte auch verschweißt anstatt geklemmt.

Es kam diesem hier schon etwas näher:

http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Power_Darlington_1.jpg&filetimestamp=20070518204219

Man staune über die Anschlußdrähte, die viel dünner sind, als die 
Bauteilpins.

von Rolf S. (miromac)


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Dieter Werner schrieb:
> Da ist sogar im Aluboden noch ein kleiner runder Kupferklotz eingelötet
> auf dem dann der Kristall sitzt.

Hier
http://www.groupdiy.com/index.php?topic=42602.0
gibt's einige Bilder

Es geht da um
Motorola 2N3055 info and counterfeit watch

von Dieter W. (dds5)


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Sehr schöne Bilder vom Innenleben - da erkennt man gut die Kupferpille 
unter dem Kristall.

In meiner Sammlung treibt sich übrigens auch noch ein 2N3771 in diesem 
Alugehäuse herum, der hat aber den Hut noch auf.

von Gonzo (Gast)


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Dieter Werner schrieb:
> Sehr schöne Bilder vom Innenleben - da erkennt man gut die Kupferpille
> unter dem Kristall.
>
> In meiner Sammlung treibt sich übrigens auch noch ein 2N3771 in diesem
> Alugehäuse herum, der hat aber den Hut noch auf.

Da geht einem ja der Hut hoch. :)))) Vor einigen Jahren hatte ich ein 
paar MJ 15024/25 vom R mit riesig dicken Anschlusspins. Damit Reparierte 
Endstufen kamen nach kürzester Zeit zurück. Wieder putt,eindeutig Fakes 
grrrr... Merke: Leistungshalbleiter nur mit garantierter 
Herkunft,niemals "Hersteller diverse"!  (genau wie Babys)

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