Hi,
Dennis schrieb:
> Alex Bürgel schrieb:
>> Ein bisschen Googlen führt dazu, dass diese Batterien in den 1960'er
>> Jahren für Flugzeuge und Hubschrauber eingesetzt wurden*.
>
> Wo hast du das denn gefunden, bzw. nach was hast du gesucht? Ich finde
> das nicht.
Das mit den Flugzeugen usw. hat er wohl aus diversen Veröffentlichungen
zu dem Thema wo es um Tests für den Einsatz von "Sealed NiCd Batterys"
für Luftfahrtanwendungen geht wo explizit auch gulton genannt ist.
Beispielsweise:
http://www.davi.ws/avionics/TheAvionicsHandbook_Cap_10.
Speziell hier Seite 2 oben
ZITAT:
> In the late 1960s and early 1970s, an extensive development program was
> conducted by the U.S. Air Force and Gulton Industries to qualify sealed
> nickel-cadmium (SNC) aircraft batteries for military and commercial
> applications [McWhorter and Bishop, 1972].
> This battery technology was successfully demonstrated
> on a Boeing KC-135, a Boeing 727, and a UH-1F helicopter. Before the
> technology could be transitioned into production, however, Gulton
> Industries was taken over by SAFT and a decision was
> made to terminate the program.
Oder auch hier:
http://naca.larc.nasa.gov/search.jsp?R=19640006189&qs=Ns%3DPublication-Date|0%26N%3D4294914913
Ich denke aber nicht das dies hier in der Form zutrifft, denn für eine
Bordbatterie(Akku?) ist das Ding einfach zu klein. Ausserdem gibt es
noch einen anderen starkten Gegenhinweis (siehe unten)
Wobei aber grundsätzlich zu sagen ist das 28,8 V keine so ungewöhnliche
Spannung sind. Es ist beispielsweise einfach die Ladeschlussspannung von
2 in reihe Geschalteten 12V Autobatterien - und damit beispielsweise
auch in jedem größeren LKW anzutreffen.
(Tatsächlich scheint in der Typenangabe ja auch von eine 24V
Nominalspannung im Betriebsfall ausgegangen worden zu sein...)
Was nun aber tatsächlich zutrifft und wie das realisiert wurde ist aber
nicht eindeutig, alleine schon weil Blei-Säure Batterien und NiCd ja
andere Spannungswerte haben... Man müsste öffnen und die Zellen zählen!
Zur Vertragsnummer:
Speziell zu dieser Nummer mag nichts zu finden sein, allerdings kann man
einige Dinge daraus ableiten, da diese ja nich tWillkürlich sind.
Allerdings ist das eine sehr alte Form!
DA-29-040-AMC-625(R)
Das DA stejt für Defense Agency und ist im Sinne der alten Bezeichnung
eher als Synonmym für DoD (=Verteidigungsministerium) zu verstehen und
meint keine der heutigen dem DOD untergeordneten Defence Agencies mit
ihren jeweils speziellen Aufgaben.
Die Nummern mit DA wurden in der zweiten häfte der 50er Jahre bis Anfang
der 1960er JAhre verwendet und dann durch andere Prefixe ersetzt - Aber
auch das Schema hat sich geändert.
Die 29-040-AMC stellt dann die Kennung der Unterzeichnenden Dienststelle
(also des Auftraggebers) da. "29-040-AMC" ist hierbei -in genau dieser
Kombination (mit gewisser unsicherheit) wohl die Purchasing and
Contracting Division, ("ausenstelle") White Sands Missile Range, New
Mexico. (Also Army)
Mit diesem Anfang, also DA-29-040-AMC sind eine Menge verträge -auch
Forschungsaufträge- dieses Armeestützpunktes verbunden. (White Sands
ist ja ein Millitärisches Raketenforschungs- und Testgelände. Als dieses
aber auch viel mit Wetterbeobachtung und Telemetry beschäftigt - auch
deren Erfoschung/Erprobungs usw.) In White Sands haben ja bereits "von
Braun &Co. mit der V2 nach Ihrer Ausreise in die USA ihre ersten
Arbeiten im Dienste der USA verrichtet. (Nicht weit davon ist auch die
Hollomon Air Force Base wo "unsere" Luftwaffe einen, mittlerweile sogar
eigenständigen, Ausbildungsstandort betreibt)
Wenn man diese Infos nun verknüpft so ist mir am wahrscheinlichsten die
Verwendung als Stromquelle in einer Wettersonde. Für die verwendung ist
Flugzeugen ist es einfach zu früh - mal ganz davon abgesehen das die ja
zu klein ist. Ausserdem gab es davon ja nur wenige Muster.
Für die Verwendung in (ballistischen) Raketen würde ich mal behaupten
das dort wohl auch nichts benutzt wurde was gerade erst am Anfang der
Entwicklung stand - 1961 wurden ja gerade erst die Versuchsvorhaben für
die Millitärische und zivile Luftfahrt konkretisiert. (Auch spricht
dagegen das dann so ein Ding hier in DL im Keller auftaucht...)
Natürlich ist auch die Verwendung als Hilfsstromquelle beispielsweise in
Rettungsausrüstung denkbar... Aber diese wurden in der Regel ja nicht in
White Sands getestet bzw. unter dessen Federführung in dienst gestellt.
Und für die Nachrichtenübermittlung (Funkgeräte im tgl. dienst) waren zu
der Zeit "normale" Zellentypen einerseits sinvoller und andererseits
währe a eher das "us army signal corps" Federführender Vertragspartner,
dieses hat aber wiederrum eine andere - eigene - registriernummer
Beispielsweise das US Army Signal Research and development Laboratory in
Ft.Monmouth mit der Nr. DA 36-39-SC-xxxx die mir als Funksammler schon
öfter mal über die Füße gelaufen ist...
Die Verwendung als WEttersonde würde auch eine gute ERklärung liefern
wieso diese Battery bzw. Akku in einem Keller liegt ohne das noch jemand
weiß was es damit auf sich hat...
Einerseits haben die Stromquellen aus Wettersonden generell nur einen
kurzen Nutzungszyklus - selbst wenn die Sonde geborgen wird und die
Quelle wiederaufladbar ist.
Andererseits werden lange nicht alle Sonden wieder geborgen (teilweise
ist das bereits beim Start so beasichtigt, teilweise kommt man einfach
nicht mehr dran) so das es passieren kann das beim Waldspaziergang ein
unbeteiligter so ein Ding findet... manchmal erst nach Jahren, manchmal
noich am Tag des Runterkommens.
Da selbst heute noch das starten von Wetterballons absolute Routine ist
und dies ja nicht nur eine Stelle durchführt sondern sowohl zivile wie
auch die verschiedenen Millitärischen UND es zu zeiten des Kalten
Krieges UND gleichzeitig vor der Verfügbarkeit hochauflösender
Satelliten und Wetterradartechnik noch vielfach häufiger war - dürfte es
den einen oder anderen zivilen Fund gegeben haben. Auch von US-Ballons,
denn diese wurden damals sicher mehrmals pro Tag von den großen US Basen
in Süddeutschland gestartet.
(Wobei der "Vertragspartner ARMY" ja nicht zwingend bedeutet das diese
Batterie mal Army eigentum war - es kann auch AirForce oder gar Marine
sein, lediglich der Rahmenvertrag wurde von der Army-Dienststelle
ausgehandelt in der Regel weil es sich dabei um die Dienststelle mit dem
höchsten Bedarf und/Oder der fachlich besten Eignung handelte...)
Ein Mitbringsel aus dem Dienst hingegen könnte es aber nur sein wenn der
"Opa" entweder Zivilangestellter bei den US Streitkräften war - oder
aber in einer Truppe dienst tat die mit den US Jungs zusammen dienst
tat.
Aber wie gesagt - alles nur Vermutungen, wenn auch schon mit erhärtenden
Fakten!
Gruß
Carsten