Forum: Offtopic Stombörse 25.12.2012- oder wie man Geld bekommt, wenn man Strom verbrauchtPreis für 1MWh


von X. Y. (bastler_0815)


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Alle Jahre wieder, es ist Weihnachten, der Wind weht, und der 
Stromverbrauch geht drastisch zurück. Die Folge man verdient viel Geld 
wenn man Strom abnimmt.

http://www.eex.com/de/Marktdaten/Handelsdaten/Strom/Stundenkontrakte%20|%20Spotmarkt%20Stundenauktion/Stundenkontrakte%20Chart%20|%20Spotmarkt%20Stundenauktion/spot-hours-chart/2012-12-25/EU/-/1d

max. Preis um 19-20 Uhr:  +12,67 EUR/MWh  =  +1,267ct/kWh
min: Preis um   7-8 Uhr: -473,78 EUR/MWh  = -47,378 ct/kWh

Anders ausgedrückt: Wenn ich morgen um 19-20 Uhr Strom abnehme zahlen 
mir die Stromändler rund 47ct/KWh (mindestabnahme 1MWh - Day a head 
Order).

Der meiste Strom wird jetzt ins Ausland verkauft, über unsere "schwachen 
Leitungen".

von James M. (james2622)


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Interessant, aber bei 380 Volt sind 1 MW doch etwa 2631 Ampere. (falls 
man das bei Drehstrom nicht anders rechnet.

Leider wird mein Hausanschluss das wohl nicht hergeben...

von Ben _. (burning_silicon)


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Ist vielleicht eine interessante Option für mich. Ich hab 50 Meter 
Luftlinie eine Doppelleitung 110kV direkt vom UW Neuenhagen. Hat jemand 
noch ein Trafo-Paket 110/10kV und 10/0,4kV rumstehen?

von Timm T. (Gast)


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Toll, jetzt ist der Baumarkt zu, sonst könnte man noch schnell paar 
Baustrahler holen...

von Ben _. (burning_silicon)


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Hmm stimmt - 480 davon in Reihe und man braucht die Trafos gar nicht. 
Bräuchte man aber drei Ketten von, sonst schafft man das angepeilte 
Megawatt nicht. Ob man mit der Stromvernichtung soooo viel verdienen 
kann, daß man die Kosten dafür wieder drin hat? Und welcher Baumarkt hat 
1500 1kW-Baustrahler auf Lager??

von Uwe R. (aisnmann)


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Hmm, im Prinzip könnte man ja nachts um 3 schon anfangen mit 
verbrauchen.

Schade eigentlich das man den strom wirklich nicht gescheit speichern 
kann.

bye uwe

von Timm T. (Gast)


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Uwe R. schrieb:
> Schade eigentlich das man den strom wirklich nicht gescheit speichern
> kann.

Die Pumpspeicherkraftwerke in D haben eine Kapazität von 40GWh.

Das Erdgasverbundnetz hat Speicherkavernen für 20 Mrd.m³ Erdgas (etwa 
dem Verbrauch von 3 Monaten). Das entspricht einer Energiemenge von 
220.000GWh. Würde man mit dem Windstrom elektrolytisch Wasserstoff 
erzeugen, könnte man 2.200GWh (netto, wegen der Elektrolyseverluste) 
speichern und dabei nur 1% der Speicher nutzen. Dieses eine Prozent 
entspricht bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 50-60GW (morgen 
prognostiziert sind 40GW relativ gleichbleibend) x 24h dem Verbrauch an 
elektrischer Energie von 2 Tagen.

Man könnte also für 2 Tage Strom komplett in den Erdgasspeichern bei 
einer Nutzung von 1% der Kapazität puffern. Die Rückwandlung könnte über 
(bestehende) Gaskraftwerke mit KWK erfolgen. Bei einem 
durchschnittlichen Wirkungsgrad von 40% eines Kohlekraftwerkes wäre der 
Wirkungsgrad der Zwischenspeicherung wahrscheinlich sogar besser als 
dieses.

Da Windstrom momentan maximal 1/4 des Stromaufkommens ausmacht, würde 
sich reiner Windstrom bei 1% Auslastung über 6-8 Tage speichern lassen. 
Bei 5% Auslastung über 30-40 Tage.

Erzähl nicht, es gäbe keine Speichermöglichkeiten. Es gibt nur einen 
Engpass: Die Elektrolyse des Wasserstoffs, dafür sind keine Anlagen da. 
Speicher und Transport können über das bestehende System erfolgen, das 
funktioniert sogar von Nord nach Süd, oder wie bekommen die Bayern ihr 
Gas von der Nordsee ran...

von Purzel H. (hacky)


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Man kann auch Wasser als potentielle Energie Speichern, zB mit einem 
Speichersee. Wenn man keine Berge hat, sollte man's mal mit einem Loch 
probieren.

von Uwe R. (aisnmann)


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Timm Thaler schrieb:
> Uwe R. schrieb:
>> Schade eigentlich das man den strom wirklich nicht gescheit speichern
>> kann.
>
> Die Pumpspeicherkraftwerke in D haben eine Kapazität von 40GWh.

Meinst du die werden nicht genutzt? Insbesondere wenn man 500 EUR für 
eine MWh bekommt?

...
> Da Windstrom momentan maximal 1/4 des Stromaufkommens ausmacht, würde
> sich reiner Windstrom bei 1% Auslastung über 6-8 Tage speichern lassen.
> Bei 5% Auslastung über 30-40 Tage.

Ich verstehe nicht ganz. 1% von dem Viertel speichern reicht für 6-8 
Tage?

> Erzähl nicht, es gäbe keine Speichermöglichkeiten. Es gibt nur einen
> Engpass: Die Elektrolyse des Wasserstoffs, dafür sind keine Anlagen da.

Natürlich liegts an der Umwandlung. Ideal wäre eine Umwandlung in Öl 
(was im Labormassstab funktioniert). Selbst Wasserstoff könnte man paar 
Tage in ner Druckflasche zuhause aufheben.
Ich meine, eben weil man es so schlecht umwandeln kann, lässt sich der 
Strom so schlecht speichern.

bye uwe

von Timm T. (Gast)


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Uwe R. schrieb:
> Ich verstehe nicht ganz. 1% von dem Viertel speichern reicht für 6-8
> Tage?

Nö, das Viertel Windstrom am Gesamtstromanteil (heute 12GW 
durchschnittlich bei 40GW Gesamtstrom durchschnittlich), das in 6-8 
windreichen Tagen zusammenkommt in Wasserstoff gewandelt würde 1% der 
Gaskavernen füllen, und rückgewandelt dann wieder einige Tage Windstille 
abdecken. Es stimmt also nicht, dass es für den Windstrom keine 
mittelfristigen (einige Tage) Zwischenspeicher gäbe.

Uwe R. schrieb:
> Selbst Wasserstoff könnte man paar
> Tage in ner Druckflasche zuhause aufheben.

Musst Du nicht, den Wasserstoff kannst Du prima im Gasverbundnetz 
speichern. Das Gasverbundnetz ist auch ein flexiblerer Speicher als das 
Stromnetz, weil sich Gas besser komprimieren läßt als Strom.

von Uwe R. (aisnmann)


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Timm Thaler schrieb:
> Uwe R. schrieb:
>> Ich verstehe nicht ganz. 1% von dem Viertel speichern reicht für 6-8
>> Tage?
>
> Nö, das Viertel Windstrom am Gesamtstromanteil...

Achso, verstanden.

> abdecken. Es stimmt also nicht, dass es für den Windstrom keine
> mittelfristigen (einige Tage) Zwischenspeicher gäbe.

Naja, blos wenn man es nicht umwandeln kann, kann man es eben auch nicht 
speichern.
Ich meine, wenn man sich ne grössere Batterie hinstellt, hypotetisch, 
und nicht genug Ladegeräte bzw. Anschlussleistung hat um das Ding in 
einer Stunde zu laden, dann kann man den Strom nicht speichern, trotz 
vorhandener Kapazität.
Ich würde hier Wandlung und Speicherung garnicht so sehr trennen, da das 
eine das andere zwingend vorraussetzt.

bye uwe

von Matthias L. (Gast)


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>Interessant, aber bei 380 Volt sind 1 MW doch etwa 2631 Ampere. (falls
>man das bei Drehstrom nicht anders rechnet.

Das wären 1519Ampere.

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