Forum: Offtopic Strom kaufen/verkaufen?


von Tassilo A. (tiras)


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moin moin

sorry erst mal für die etwas komische überschrift, wusste nicht was 
passt.

mein "nachbar" hat mehrere windräder für dessen strom die er so ca 5 
cent/kwh bekommt. ich bezahle so ca 25 cent (ja es geht wohl billiger 
aber jedenfalls ist man in diesem bereich recht gut dabei)

wir unterhielten uns die tage und da meinte er, das er nicht mal immer 
die 5 cent bekommt denn bei "überlast" nimmt ihm der "stromversorger" 
(in diesem falle ja eher "einkäufer") den strom nicht mal ab.
eher aus spass meinte ich das ich für 5 cent den strom auch gerne haben 
würde, was ihm auch gefiel.

nun die frage: darf der gute mann mir den strom eigentlich verkaufen? 
und darf ich den einfach kaufen? in de-land gibts doch da bestimmt 
wieder 1000 auflagen, genemigungen und steuern/auflagen oder?

das grundstück grenzt direkt an meinem, man könnte "milchmädchenhaft" 
doch einfach ein kabel von ihm zu mir ziehen?
nat. muss das auf beiden seiten vom fachmann angeschlossen werden und 
kostet wohl auch einiges, aber z.b. den graben könnte man selber buddeln 
(nachbar hätte sogar n kleinen bagger)
muesste ich auf diesen "privat gekauften" strom dann auch abgaben zahlen 
wie diese abgaben nach eeg und sachen wie kosten für strommasten etc pp 
muesste ich doch auch nicht zahlen oder?

wen frägt man da am besten?

grüße

von Peter F. (toto)


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Tassilo Angus schrieb:
> ...muesste ich auf diesen "privat gekauften" strom dann auch abgaben
> zahlen...

Aber Hallo, was ist denn das überhaupt für eine Häresie, wo kämen wir 
denn da hin, wenn jeder versuchen würde eine gewisse Subsistenz 
herzustellen?

von Purzel H. (hacky)


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>muesste ich auf diesen "privat gekauften" strom dann auch abgaben zahlen
wie diese abgaben nach eeg und sachen wie kosten für strommasten etc pp
muesste ich doch auch nicht zahlen oder?

So was daemliches ... Ware gegen Geld.

von H.Joachim S. (crazyhorse)


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Da gibts sicher irgendein Verbot, denk alleine mal an die Steuern, die 
dann "verloren" gehen würden....
Prinzipiell wäre es für alle die beste Lösung, der Erzeuger bekommt 
mehr, du zahlst weniger, Netz entlastet (wenn auch nur in einem nicht 
messbaren Wert)
Am Ende gilt das als Steuerhinterziehung..., also wahrscheinlich 
schliesst dir das keiner offiziell an.

Technisch ist die Sache auch nicht einfach, ich wüsste im Moment keinen 
Weg, wie sowas zu realisieren sei. Der Wechselrichter des Nachbarn muss 
am Netz hängen, sonst funktioniert der nicht (das können nur welche für 
Inselbetrieb).
Falls das doch irgendwie funktioniert, kommt ein sicherheitstechnisches 
Problem. Du hast dann 2 Einspeisungen in dein Haus/Wohnung. Nicht 
witzig, wenn z.B. die Feuerwehr anrückt, um den Keller bei Starkregen 
abzupumpen. Ordnungsgemäss die Hauptsicherungen gezogen, und trotzdem 
steht alles unter Strom...

von X. Y. (bastler_0815)


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Um was für Windräder handelt es sich? Um Kleinwindkraftanlage, die nicht 
dem EEG unterliegen?
Nur so kann der geschieldete Sachverhalt real sein. Bei anderen (großen) 
WEA ist das geschielderte Nonsens.

von Michael S. (technicans)


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H.joachim Seifert schrieb:
> Ordnungsgemäss die Hauptsicherungen gezogen, und trotzdem
> steht alles unter Strom...

Die Hauptsicherungen eines abgesoffenen Hausanschlusskastens
zu ziehen, bringt gar nichts. Da muss der Netzbetreiber das Ortsnetz
still legen.

H.joachim Seifert schrieb:
> Der Wechselrichter des Nachbarn muss
> am Netz hängen, sonst funktioniert der nicht (das können nur welche für
> Inselbetrieb).

Ja, bei Solaranlagen. Bei Windanlagen ist das wohl anders, oder?

@ Tassilo Angus
Frag doch mal, ob dein Nachbar den Strom seiner Windanlagen selbst bei
sich einspeist und verbraucht oder ob das über das Netz der EVU 
passiert?
Die EVU werden eine Direktversorgung Erzeuger->Abnehmer gar nicht gern
sehen, obwohl das technisch sicherlich lösbar wäre. Bleibt die Frage
ob es auch versicherbar ist, denn da sehe ich den Schwachpunkt.

von Tim S. (Firma: tsx89) (freak_ts) Benutzerseite


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Peter Funke schrieb:
> Aber Hallo, was ist denn das überhaupt für eine Häresie, wo kämen wir
> denn da hin, wenn jeder versuchen würde eine gewisse Subsistenz
> herzustellen?

...

> Aber Hallo,
Hi

> was ist denn das überhaupt für eine Häresie,
Fakten und Tatsachen

> wo kämen wir denn da hin,
Ins reale Leben

> wenn jeder versuchen würde eine gewisse Subsistenz herzustellen?
Existieren können, überleben wollen, und sich nicht durch irgendwelche 
komplett verpolten "Auflagen" für dumm verkaufen zu lassen.

> Verbot, Steuern, Steuerhinterziehung, offiziell, EVU
Alles maßloser Blödsinn, total unfair. ^^


Michael S. schrieb:
> Bleibt die Frage ob es auch versicherbar ist, denn da sehe ich den
> Schwachpunkt.
...
> obwohl das technisch sicherlich lösbar wäre.

---> Ganz bestimmt sogar.

Tassilo Angus schrieb:
> wieder 1000 auflagen, genemigungen und steuern/auflagen oder?

Wo stehen wir in 20 Jahren? Ich brauch erst eine Genehmigung, fürs 
Pupsen in der eigenen Wohnung, da ein Pups ja Methan enthält, und man 
dass effektiv "einspeisen" hätte können! Aber weil man lieber "selber" 
seine Wohnung damit aufheizt, und dass nicht "offiziell" irgendwo 
genehmigt wurde, gibt es eine Anklage wegen Steuerhinterziehung, und 
Verdacht auf grobe Fahrlässigkeit, wegen ausströmenden Gasen in 
geschlossenen Räumen.

Die momentanen "Zustände" über diese Themen gehen ja leider wirklich in 
diese Richtung.... Dass die Natur nicht dafür bezahlt wird, nur damit 
draußen der Wind weht, sieht wieder mal niemand. Lächerliches Geld - 
noch bescheuerter gehts ja wohl echt nicht mehr. Verpolt wo es nur geht. 
Und das nennt sich dann Wirtschaft, und so sieht es dann jeder als 
"vollig normal" und "offiziell" an. Hauptsache immer schön Zahlen, nur 
durch Freiheit. Wo soll das nur enden ?

Gruß, TS

von David .. (volatile)


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Das Problem ist wohl die Einspeisung bei dir. Sie muss netzsyncron 
erfolgen, bei fehlendem Netz ab- oder in den Inselbetrieb schalten und 
bei wiederkehrendem Netz beide Netze wieder syncronisieren. Technisch 
loesbar, preislich muss das durchgerechnet werden.
Ansonsten wuerd ich das einfach machen - wo kein Klaeger, da kein 
Richter.

von David .. (volatile)


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David ... schrieb:
> Das Problem ist wohl die Einspeisung bei dir. Sie muss netzsyncron
> erfolgen, bei fehlendem Netz ab- oder in den Inselbetrieb schalten und
> bei wiederkehrendem Netz beide Netze wieder syncronisieren. Technisch
> loesbar, preislich muss das durchgerechnet werden.
> Ansonsten wuerd ich das einfach machen - wo kein Klaeger, da kein
> Richter.

Hm, andererseits passiert das ja auch schon jetzt, beim Nachbarn?

von Patrick N. (patrick_n)


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H.joachim Seifert schrieb:
> Falls das doch irgendwie funktioniert, kommt ein sicherheitstechnisches
> Problem. Du hast dann 2 Einspeisungen in dein Haus/Wohnung. Nicht
> witzig, wenn z.B. die Feuerwehr anrückt, um den Keller bei Starkregen
> abzupumpen. Ordnungsgemäss die Hauptsicherungen gezogen, und trotzdem
> steht alles unter Strom...

Tja, gute Frage... Gegenfrage: Wie ist das bei den heutzutage zahlreich 
anzutreffenden Photovoltaikanlagen gelöst? Richtig: Gar nicht. 
Tatsächlich kann man in schöner Regelmäßigkeit in diversen 
Fachzeitschriften von den Problemen lesen, die z. B. PV-Anlagen auf 
brennenden Einfamilienhäusern bei den Löschversuchen der Feuerwehren 
generieren - dennoch scheint das Problem nicht so gravierend zu sein, da 
sonst schon entsprechende Sicherheitseinrichtungen seit längerer Zeit 
vorgeschrieben wären. Aber das  beißt sich natürlich mit der 
Lieblingsbeschäftigung der Deutschen, sich noch durch Aneinanderreihung 
mehrerer Ausnahmesituationen bei gleichzeitig vollkommener 
Vernachlässigung aller potentiellen Schutz- bzw. Vorsichtsmaßnahmen 
künstlich zusätzliche Probleme zu schaffen bzw. einzureden...

von J. A. (gajk)


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Das Windrad wurde sicherlich nach dem EEG unter irgendwelchen 
Vertragsbedingungen aufgebaut, angeschlossen und betrieben.

Hier müsste man mal nachlesen, ob da was drinsteht, dass man den Strom 
nur dem örtlichen Versorger anbieten darf.

Das einfachste wäre doch, wenn es einfach eine Leitung gäbe.

Doch wie abrechnen?

Den billigen Selbermachstrom will dir dein Nachbar ja nur geben, wenn 
sein Windstrom momentan ÜBER dem Eigenverbrauch liegt. Sonst müsste er 
ja in diesem Moment den teueren EVU-Strom bezahlen.

Man muss also messen: erzeugter Windstrom, Eigenbedarf Nachbar, 
Verbrauch bei dir.

Technisch sicherlich machbar, wenngleich deine Geräte so beschaffen sein 
müssten, dass sie mit dem sporadischen Angebot des Nachbars auch umgehen 
können. Es kommt also noch ne Art Auswahlschalter (automatisch und 
elektronisch) dazu, welches deiner Hausgeräte den Windstrom denn nun 
nutzen soll. Das einfachste wäre sicherlich eine Heizung fürs 
Warmwasser, da ist es nicht tragisch, wenn es mal länger oder kürzer 
heizt.

von X. Y. (bastler_0815)


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>>>mein "nachbar" hat mehrere windräder für dessen strom die er so ca 5
>>>cent/kwh bekommt. ich bezahle so ca 25 cent

>>Um was für Windräder handelt es sich? Um Kleinwindkraftanlage, die nicht
>>dem EEG unterliegen?
>>Nur so kann der geschildete Sachverhalt real sein. Bei anderen (großen)
>>WEA ist das geschielderte Nonsens.

>Das Windrad wurde sicherlich nach dem EEG unter irgendwelchen
>Vertragsbedingungen aufgebaut, angeschlossen und betrieben.

Also, die Auskunft deines Nachbarn ist für mich nicht nachvollziebar. 
Nach EEG liegt die Vergütung bei min. 8ct/kWh. Wenn es sich um eine 
"große" Windenergieanlage (WEA) handelt erfolgt die Einspeisung über 
einen Trafo ins 10 bzw 20KV-Netz. Was bedeutet, dass der dir die 400VAC 
(Drehstrom) gar nicht anbieten kann. Prinzipiell werden ca. 2/3 aller 
WEA nicht über das EEG vergütet sondern direkt vermarktet. Theoretisch 
kann er auch dir den Strom verkaufen, wenn du eine entsprechende 
Infrastruktur hast  - was sicherlich nicht der Fall ist (eigenes Netz, 
direkte Einspeisung etc.). Natürlich muss dann dieser Strom auch 
versteuert werden, aber es entfallen Netzentgelte etc.
Was machst du, wenn der Wind mal nicht weht?

von Läubi .. (laeubi) Benutzerseite


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X. Y. schrieb:
> Was machst du, wenn der Wind mal nicht weht?

Man könnte ein zweites Netz für WaMa/Trockner und Kühlgeräte oder 
Wärmeerzeugung aufbauen, mit Batterien puffern und bei Bedarf können 
viele Geräte dann ja einfach umgesteckt werden... Möglichkeiten gibt es 
viele.

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