Mikroinformatik - es gibt sie wirklich

#3003250
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Als ich neulich jemaden getroffen habe der meine er wäre 
Mikroinformatiker habe ich erst gedacht er wolle mich verarschen oder 
hat sein Diplom selber ausgedruckt und mit Kartoffelstempel versehen.

Aber es scheint sie wirklich zu geben:

http://www.fh-bielefeld.de/fb3/labore/mikroinformatik


Wie sinnlos ist denn bitte diese Bezeichnung? Informatik als 
Wissenschaft der systematischen Verarbeitung von Informationen, was ist 
dann Mikroinformatik, die Verarbeitung kleiner Informationen?

Für mich ein weiterer Studiengang den die Welt nicht braucht, es wird 
immer bunter.
Gast #3003267
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Hast du dir mal die Inhalte angesehen? Das ist durchaus sinnvoll. Der 
allgemeine Informatiker hat mit Mikrocontrollern/Mikrorechnern praktisch 
nichts zu tun. Und was die Elektroniker in diesem Bereich anrichten, 
kann man hier im Forum taeglich sehen :-/
Gast #3003305
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Marwin schrieb:
> Und was die Elektroniker in diesem Bereich anrichten,
>
> kann man hier im Forum taeglich sehen :-/

Unsinn, wir haben seit üer 20 Jahren ein Fach Mikroelektronik an der Uni 
im Studiengang Elektrotechnik, der die Themen Mikrocontroller, Aufbau 
und Programmierung, Realzeitsysteme speziell im embedded Bereich 
beinhaltet.

Das geht über das, was die FH Bielefeld hier anbietet, weit hinaus.

Das istnur ein Versuch, die Informatik "praxisnäher" zu machen, weil 
kein vernüftiger Chef Informatiker für diese Bereich einstellt.

Diesen steten Kampf hat man bei uns schon vor 12 Jahren behoben, indem 
man die Fachbereiche Elekrotechnik und Informatik zusammengelegt hat.

Die Profs stehen damit beiden Bereichen zur Verfügung und davon wird 
auch Gebrauch gemacht: Damit haben Elektrotechniker, die auch nur 
annähernd etwas mit Programmierung machen, immer eine gute Ausbildung in 
Datenstrukturen und Verrarbeitung und auch die elektronikfremdesden 
Inforamtiker kommen um zumindest das Grundlagenlabor Elektrotechnik 
nicht herum.
Gast #3003327
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Der Name ist total sinnlos. Im Gegensatz zur Elektronik oder Biologie 
ist Hardware in der Informatik ja sowieso immer "Mikro". Wenn der Fokus 
auf eingebettete Systeme liegt, dann nennt das Kind doch beim Namen. 
Mikroinformatik hingegen könnte sich auf das informatische Gegenstück 
zur Mikroelektronik beziehen, der Entwicklung von integrierten 
Schaltungen. Oder auf das Gegenstück der Mikrobiologie: Erkundung der 
kleinsten, "grundlegendsten" Bauteilen der Informatik.
Gast #3003328
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Elektroniker schrieb:
> Unsinn, wir haben seit üer 20 Jahren ein Fach Mikroelektronik an der Uni
> im Studiengang Elektrotechnik, der die Themen Mikrocontroller, Aufbau
> und Programmierung, Realzeitsysteme speziell im embedded Bereich
> beinhaltet.

Das ist aber auch nicht Thema der Mikroelektronik. Mikroelektronik 
befasst sich primär mit der Entwicklung integrierter Schaltungen, 
nicht mit deren Anwendung.
Gast #3003383
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Andreas Schwarz schrieb:
> Neue Studiengänge werden nicht eingeführt, um eine inhaltliche
> Abgrenzung zu den bestehenden zu schaffen, sondern um mehr Studenten
> anzusprechen.

Leider wahr. An unserer Uni wurde aus diesem Grund "Ingenieurinformatik" 
eingeführt, weil die Informatiker kaum noch Zugang hatten.

Wohlgemerkt: Abschluss != Dipl.-Ing. sondern Dipl.-Inf. (bzw. neuerdings 
die entsprechende Bachelor/Master-Gedöns Variante)

Aber die Informatiker halten sich ja selbst für "Soetwas wie Ingenieure" 
(O-Ton) und können sich nicht erklären, weshalb echte Ingenieure darüber 
nur lächeln können :-)
Gast #3003540
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Dennis schrieb:
> weshalb echte Ingenieure darüber
> nur lächeln können :-)

Informatiker sind auch Ingenieure und daneben wie Mathematiker 
Strukturwissenschaftler. Dipl.-Ing. kann ja alles sein vom Bauing zum 
Elektroing oder Agraring. Bei Dipl.-Inf. ist glasklar was gemeint ist 
und was drin steckt (oder drin stecken sollte).
Gast #3003622
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§ 1
Die Berufsbezeichnung »Ingenieur oder Ingenieurin« allein oder in einer 
Wortverbindung darf führen,
wer

a)
das Studium einer technischen oder naturwissenschaftlichen Fachrichtung 
an einer deutschen wissenschaftlichen Hochschule oder an einer deutschen 
Fachhochschule oder an einer deutschen Berufsakademie, deren Abschlüsse 
den Abschlüssen an einer staatlichen Fachhochschule gleichstehen, oder
[...]


Ich gehe mal davon aus das Infs auch Ings sind.
Gast #3003948
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Claus M. schrieb:
> Wie sinnlos ist denn bitte diese Bezeichnung?
Microinformatik wie die die Labore darstellen, könnte man auch 
technische Informatik schreiben.
Aber "klangvolle" Namen der Studiengänge oder "Ruf" der Hochschule haben 
auf die Studis die gleiche Wirkung wie Licht auf die Motten!
Also alles kein Versehen, sondern volle Absicht!
Gast #3004000
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Claus M. schrieb:
> Marwin schrieb:
>> Hast du dir mal die Inhalte angesehen? Das ist durchaus sinnvoll.
>
> Ich bestreite nirgendwo, dass das sinnvoll ist von Inhalt her. Aber der
> Name ist doch wohl absolut Banane. Warum nicht "Informatiker für
> eingebettete Systeme".

Aber ist das nicht Sch*ißegal?  Ob der Name überflüssig ist oder nicht, 
es lohnt sich doch nicht, darüber zu diskutieren. Es sei denn, Du bist 
Sprachwissenschaftler und machst Dir Sorgen um die deutsche Sprache :=)
Gast #3004217
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Claus M. schrieb:
> Marwin schrieb:
>> Hast du dir mal die Inhalte angesehen? Das ist durchaus sinnvoll.
>
> Ich bestreite nirgendwo, dass das sinnvoll ist von Inhalt her. Aber der
> Name ist doch wohl absolut Banane. Warum nicht "Informatiker für
> eingebettete Systeme".

Und wo siehst du dort den Studiengang Mikroinformatik?
Was du da oben verlinkt hast, ist der Laborbereich für Mikrocomputer. 
Ein Bachelor "Mikroinformatik BSc" gibt es dort nicht. Augenroll
#3008881
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yannik schrieb:
> § 1
> Die Berufsbezeichnung »Ingenieur oder Ingenieurin« allein oder in einer
> Wortverbindung darf führen,
> wer
>
> a)
> das Studium einer technischen oder naturwissenschaftlichen Fachrichtung
> an einer deutschen wissenschaftlichen Hochschule oder an einer deutschen
> Fachhochschule oder an einer deutschen Berufsakademie, deren Abschlüsse
> den Abschlüssen an einer staatlichen Fachhochschule gleichstehen, oder
> [...]
>

Wurde doch schon ein paar Beiträge weiter oben zitiert das Gesetz.
Gast #3009117
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cyblord ---- schrieb:
> yannik schrieb:
>> § 1
>> Die Berufsbezeichnung »Ingenieur oder Ingenieurin« allein oder in einer
>> Wortverbindung darf führen,
>> wer
>>
>> a)
>> das Studium einer technischen oder naturwissenschaftlichen Fachrichtung
>> an einer deutschen wissenschaftlichen Hochschule oder an einer deutschen
>> Fachhochschule oder an einer deutschen Berufsakademie, deren Abschlüsse
>> den Abschlüssen an einer staatlichen Fachhochschule gleichstehen, oder
>> [...]
>>
>
> Wurde doch schon ein paar Beiträge weiter oben zitiert das Gesetz.

Informatik ist weder eine naturwissenschaftliche noch technische 
Fachrichtung.
Gast #3009367
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Informatik ist eine Hilfswissenschaft - sage ich als Informatiker (M.Sc. 
(univ.))

Ziel ist es, für möglichst viele anderen Wissenschaftlichen Modelle zu 
entwicklen und zu analysieren.

Dazu kommen natürlich weitere Anwendungen (betriebswirtschaftliche, 
unterhaltung, überwachung, ...).

Die Informatik bedient sich dabei ingenieursmäßigen Methoden und kann am 
ehesten als Strukturwissenschaft angesehen weden.

Es stehen weniger technische, als wie mehr mathematisch-logische 
Konzepte auf abtrakter Ebene im Vordergrund.
Gast #3009522
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Top-Minderwertigkeitskomplex schrieb:
> Die Informatik bedient sich dabei ingenieursmäßigen Methoden und kann am
> ehesten als Strukturwissenschaft angesehen weden.

Informatik IST eine Strukturwissenschaft und nicht "kann am ehesten so 
angesehen werden" und "Hilfswissenschaften" gibts nicht abgesehen 
vielleicht von "Historischen Hilfswissenschaften".
Als Master sollte man soviel eigentlich gerade noch wissen...
Gast #3009883
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Hilfswissenschaft ist die Informatik sehr wohl und als 
Strukturwissenschaft kann sie als ehesten gesehen werden - das ist bzw. 
nicht meine Meinung.

Aber du fühlst du sowieso nur persönlich auf dem Schlipps getreten, als 
"Hilfswissenschaftler". ;)

Hast deine Facebook-Absage wohl nicht verkraftet.
Gast #3010212
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Top-Minderwertigkeitskomplex schrieb:
> Hilfswissenschaft ist die Informatik sehr wohl und als
> Strukturwissenschaft kann sie als ehesten gesehen werden - das ist bzw.
> nicht meine Meinung.

Nun, wenn man die Definition ausreichend weit auslegt kann man quasi 
jede Wissenschaft zur Hilfswissenschaft machen.

Top-Minderwertigkeitskomplex schrieb:
> Aber du fühlst du sowieso nur persönlich auf dem Schlipps getreten, als
> "Hilfswissenschaftler". ;)

Also meine Tätigkeit fühlt sich nicht nach Hilfswissenschaft an.

Top-Minderwertigkeitskomplex schrieb:
> Hast deine Facebook-Absage wohl nicht verkraftet.

Netter Versuch.


Erkläre mir warum du denkst Informatik sei eine Hilfswissenschaft. Ja, 
ein Teil unseres Jobs ist es Software zu entwickeln für andere 
Disziplinen, aber Software entwickeln ist für mich Handwerk und nicht 
Wissenschaft. Wissenschaftlich sind die Methoden wie man diese Software 
entwickelt oder wie man Berechnungsmodelle abstrahiert uswusf. Also ich 
sehe einen Teilbereich der Informatik hilfswissenschaftlich an. Ebenso 
wird man kaum sagen, die gesamte Mathematik sei eine Hilfswissenschaft 
sondern eher ein Teilbereich wie z.B. Statistik oder 
Wahrscheinlichkeitsrechnung, die man dann im Versicherungswesen 
einsetzt.

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