Hallo, ich finde es mittlerweile abstoßend, wenn in irgend einem Text/Gespräch die Worte: Nachhaltigkeit, Vielfalt, Diskriminierung, Wachstumslokomotive, CO2-neutral, Stabilitätspakt, Stabilitätsanker, Schuldenkrise, Wirtschaftskrise, Kriese, Arbeitsmarktkriese, Sicherheit, intelligent, gerecht usw. fallen. Immer wenn jemandem Argumente ausgehen oder er etwas nicht richtig in Worte fassen kann, fallen diese Buzzwords. Es geht sogar so weit, dass manchen Menschen nicht mal mehr einfache Zusammenhänge verstehen, wenn sie mit einfachen Worten erklärt werden. Kaum benutzt man diese Modeworte, wird ihnen angeblich alles klar, ohne dass man eine echte Erklärung abgegeben hat. Ich denke, vielen ist der Inhalt der Begriffe gar nicht klar und schon gar nicht der Inhalt der Reden, wo diese eingeflochten werden. Ich muss mich immer wieder fremdschämen, wenn jeder Rede mit diesen Begriffen gewürzt wird: "Durch diese intelligenten Konzepte wird die Vielfalt <Sprechpause> im Finanzsektor nachhaltig <Sprechpause> gestärkte, wodurch die Job- Sicherheit auch in der Kriese gewährleistet wird." Gibt es eigentlich noch Nachrichten/Meldungen, die ohne diese Worte auskommen? Soll damit Kompetenz vorgetäuscht werden? Funktioniert die klassische Konditionierung damit? - Verfallen da die meisten Zuhörer in eine Art Hypnosezustand und wachen nach der Rede mit dem Gefühl auf: "Ich habe zwar kein Wort verstanden, aber ich vertraue dem Ganzen."?
Mir geht's genauso. Hier noch ein paar Wörter für die Liste: Kompetenz, Chancengleichheit, hochbegabt, Elektromobilität, multimedial, Schlüsselqualifikation, ... Hach, ich brauche nur die Mails von meiner Uni durchgehen, da finde ich noch dutzende so Wörter. :D
Wenn ich Kriese lese, krieg ich auch immer die Krise...
Stefan Helmert schrieb: > Ich muss mich immer wieder fremdschämen, wenn jeder Rede mit diesen > Begriffen gewürzt wird: > "Durch diese intelligenten Konzepte wird die Vielfalt <Sprechpause> > im Finanzsektor nachhaltig <Sprechpause> gestärkte, wodurch die Job- > Sicherheit auch in der Kriese gewährleistet wird." Das ist Politikersprech. Wenn jemand sagt, dass der "intelligenten Konzepte" umsetzen will", dann klingt das für den Pöbel besser als wenn er nur "Konzepte umsetzten will". Natürlich wird durch das Wort "intelligente" keinerlei zusage gemacht. Stefan Helmert schrieb: > Gibt es eigentlich noch Nachrichten/Meldungen, die ohne diese Worte > auskommen? > Soll damit Kompetenz vorgetäuscht werden? > Funktioniert die klassische Konditionierung damit? - Verfallen da die > meisten Zuhörer in eine Art Hypnosezustand und wachen nach der Rede mit > dem Gefühl auf: "Ich habe zwar kein Wort verstanden, aber ich vertraue > dem Ganzen."? So funktioniert unsere Staatspropaganda mit dem öffentlichen Rundfunk nun mal. Und unsere Politiker haben natürlich kein Interesse das zu änder. Btw. Die Berichterstattung über den Bürgerkrieg in Mali bezeichnet die Gegner als "Terroristen" und nicht als Rebellen. Ein Schelm, wer böses....
Stefan Helmert schrieb: > ich finde es mittlerweile abstoßend, wenn in irgend einem Text/Gespräch > die Worte: (...) fallen. Mach Dir einen Spaß draus und spiel einfach Bullshit-Bingo.
"Das macht Sinn" "Nicht wirklich" "Es ist angedacht...." "alternativlos" "auf dem Schirm haben" Das sind die Sprüche, die mich weich machen. :-( MfG Paul
Na und... da man für die Nutzung solcher Worte keine Erlaubnis braucht ist das Spielfeld eben. Ob man darauf spielen will oder nicht verantwortet man selber.
Stefan Helmert schrieb: > Hallo, > > ich finde es mittlerweile abstoßend, wenn in irgend einem Text/Gespräch > die Worte: Nachhaltigkeit, Vielfalt, Diskriminierung, > Wachstumslokomotive, CO2-neutral, Stabilitätspakt, Stabilitätsanker, > Schuldenkrise, Wirtschaftskrise, Kriese, Arbeitsmarktkriese, Sicherheit, > intelligent, gerecht usw. fallen. Du hast die wichtigste Formulierung der Sicherheitsfanatiker (Innenminister & Co.) vergessen: Alternativlos! > Gibt es eigentlich noch Nachrichten/Meldungen, die ohne diese Worte > auskommen? Nein. Das ist so die moderne Form von "Des Kaisers neue Kleider". Weil niemand was vom Inhalt versteht und kopiert man es einfach (nachplappern). > Soll damit Kompetenz vorgetäuscht werden? Jein. Es sollen real existierende Fakten vorgetäuscht werden! "Heiße Festkörperluft" oder so. > Verfallen da die > meisten Zuhörer in eine Art Hypnosezustand und wachen nach der Rede mit > dem Gefühl auf: "Ich habe zwar kein Wort verstanden, aber ich vertraue > dem Ganzen."? Das ist wohl das Ziel. Ich sehe den Kaiser nackt, aber wenn alle sagen, er hat was an, dann muss es wohl so sein.
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