Hallo,
ich muss auf einer Computer-Hauptplatine einige ausgelaufene
Elektrolytkondensatoren und einen Chip ersetzen.
Leider komme ich mit den Bezeichnungen auf den Kondensatoren nicht ganz
klar (siehe Bild "Elkos"). Es handelt sich um insgesamt 3
Kondensatorentypen:
1. t1 10 16V
2. S2 1 50V (Ueber dem "S" steht noch ein Minuszeichen)
3. t3 47 16V
Kann ich als Ersatz auch Tantalkondensatoren verbauen? Koennen die dann
die gleichen Dimensionen haben wie die ELKOS?
Nun zum Chip: Das Bild zeigt einen Chip vom Typ CMD PRN033 115S0002-A.
Meine Fragen: Was ist das fuer ein Bauteil und kann ich dieses so
einfach ersetzen?
Herzlichen Dank!
Steffen
Du kannst zunächst einmal die Bilder in eine für Normalsterbliche
ausreichende größe bringen ;)
mMn ist bei der Bezeichnung die erste Zahl die kapazität in ųF und die
zweite die spannungsfestigkeit.
Gruß Phil
Steffen schrieb:> 1. t1 10 16V> 2. S2 1 50V (Ueber dem "S" steht noch ein Minuszeichen)> 3. t3 47 16V
1. 10µF, 16V
2. 1µF, 50V
3. 47µF, 16V
Steffen schrieb:> Kann ich als Ersatz auch Tantalkondensatoren verbauen?
Wenn sie die gleiche Kapazität und Spannungsfestigkeit haben theoretisch
ja. Allerdings sind die empfindlicher was Stromspitzen angeht, inwieweit
das hier relevant ist weiß ich aber nicht.
Steffen schrieb:> Was ist das fuer ein Bauteil und kann ich dieses so> einfach ersetzen?
Den kriegt man scheinbar über diverse Quellen (Google) direkt aus
Fernost, allerdings habe ich auf die Schnelle nicht rausfinden können,
welche Funktion der IC erfüllt.
Hallo Phil,
sorry für die grossen Bilder. Ich habe einen neuen Computer gekauft und
bin mit den Programmen noch nicht so vertraut. Vergeblich hatte ich
versucht, die Grösse vor dem Hochladen zu reduzieren, doch leider ohne
Erfolg.
Danke auch, Schnurpsel, für deine sehr hilfreichen Hinweise.
Bleibt noch die Frage für mich, was der jeweilige Buchstabe und die
darauf folgende Zahl bei den Elkos bedeutet. Ist diese Kombination aus
Buchstabe und Zahl wichtig?
Was den Chip angeht, so wäre ich noch für einen weiteren Tipp dankbar.
Was ist das für ein Baustein?
Danke im Voraus,
Steffen
Steffen schrieb:> Bleibt noch die Frage für mich, was der jeweilige Buchstabe und die> darauf folgende Zahl bei den Elkos bedeutet.
Das hat "Schnurpsel" doch schon aufgeschlüsselt.
> Ist diese Kombination aus Buchstabe und Zahl wichtig?
Äh, ja.
Steffen schrieb:> Was ist das für ein Baustein?
Irgendwas kundenspezifisches vom Hersteller "California Micro Devices".
Nein, den wirst Du mit an Wahrscheinlichkeit grenzender Sicherheit nicht
ersetzen können.
Könnte ein 33Ohm Widerstandsnetzwerk sein, aber das ist geraten. Die
Bezeichnung des Platzes "RC1" könnte in diese Richtung gehen.
Du könntest bei OnSemi nachfragen, die haben CMD gekauft.
Rufus Τ. Firefly schrieb:> Irgendwas kundenspezifisches vom Hersteller "California Micro Devices".> Nein, den wirst Du mit an Wahrscheinlichkeit grenzender Sicherheit nicht> ersetzen können.
Warum willst du den überhaupt ersetzen bzw. was sagt dir dass er defekt
ist?
>Warum willst du den überhaupt ersetzen bzw. was sagt dir dass er defekt>ist?
Eben. Daß der kaputt ist, ist eher unwahrscheinlich. Da ändern auch die
angefressen erscheinenden Pins vorn links nicht viel, denn diese Pins
werden ja wohl noch leitfähig sein. Nur bißchen sauber machen könntest
Du dort ein bißchen die Stelle, falls der Schmand auch zw. den Pins
hängt (damit es nicht weiter korrodiert, bzw. keine Leckströme bei etwas
feuchter Luft gibt).
Hallo,
danke fuer die ganzen eingegangenen Antworten und Tipps.
Also vielleicht sehe ich den Wald vor lauter Baeumen nicht, aber
vielleicht kann mir doch noch jemand erklaeren, was es bei den Elkos mit
den Bezeichnungen "t1", "S2" und "t3" auf sich hat. Beziehen sich diese
Angaben eventuell auf Bauart und Baugröße?
Zum Chip: Ich weiss tatsaechlich nicht, ob dieser Baustein definitiv
kaputt ist. Es sieht visuell jedoch fast danach aus. Ich plane jedoch,
das ganze Motherboard zu reinigen, so kann ich dann immer noch sehen, ob
der Baustein wirklich kaputt ist.
Gruss,
Steffen
Hi Schnurpsel,
also die Hauptplatine ist Teil eines aelteren Computers. Der ist einige
Jahre einfach herumgestanden.
Beim Öffnen habe ich zuerst festgestellt, dass jemand die Pufferbatterie
falsch eingesetzt hatte (ich vermute "damals", also vor Jahren!).
Demnach scheint es, dass die ganzen Elkos entweder altersbedingt oder
auch elektrisch bedingt (da keine Spannung mehr vorhanden war)
ausgelaufen sind. Die Gegend um diese Elkos sieht auch schmierig aus.
Ich plane, wie gesagt, die ganze Platine schonend zu reinigen.
Ich weiss, der Aufwand lohnt sich wahrscheinlich nicht. Doch die Person,
fuer die ich das tue, ist auf nostalgische Art mit diesem Computer
verbunden.
Steffen
Danke, Andy, fuer deinen Tipp. Ja, Tantal kommt fuer mich nicht in
Frage.
Eine Idee, was es mit den Buchstaben und der Zahl dahinter auf sich hat?
(Ich weiss, ich kann ziemlich hartnaeckig sein ;-)).
Steffen
Ich hab auch schon Widerstandsnetzwerke mit der Bezeichnung PRN...
gesehen. Diverse Google-Ergebnisse deuten dagegen auf einen 4Bit-uC hin,
man hat aber den Eindruck dass diese Ergebnisse reiner Kohl sind den
irgendein Skript zusammengewürfelt hat.
...
Ist der Computer zufällig Baujahr 1992 oder 1993?
...
Evtl sollte man die beiden stark korrodierten Pins am PRN... reinigen da
dort wahrscheinlich die aggressive (und evtl stromleitende!) Chemikalie
weiterhin vorhanden ist und das Material weiter zersetzen wird - nur
Vorsicht dass die nicht komplett zerbröseln! Und irgendwie sieht es so
aus als hätte dort Elektrolyse stattgefunden...
Andy,
ja, der Computer ist im September 1992 hergestellt, die Hauptplatine
traegt das Datum 1991.
Mein Plan ist, die Pins dieses Chips wie auch der der anderen Chips
sorgfaeltig zu reinigen. Es scheint so, dass Elektrolyse an so mancher
Stelle auf der Platine stattgefunden hat, besonders in der Gegend, wo
Kondensatoren und Chips nahe zusammenliegen.
Danke nochmals fuer deine Hilfe.
Steffen
Meine letzte Frage ist:
Kann ich die Elkos (SMD Technik) auch gegen herkömmliche Elkos
(Zylinderform mit Drähten) austauschen, oder muss ich dabei etwas
beachten?
Steffen
SMD -> axial bedrahtet
ist kein problem solange die technischen Daten gleich sind.
Versuche jedoch die Drähte so kurz wie möglich zu halten, manchmal ist
die entfernung von Kondensatoren zu bestimmten Anschlüssen(Pins etc.)
kritisch(!)... bei Elkos allerdings eher seltener der Fall