Hallo, ich finde Crowdfunding an sich eine sehr schöne Idee. Nicht nur der Finanzierung wegen, sondern auch, weil man damit eine sehr große Menge an Leuten erreichen kann und auf ein "neues" Projekt aufmerksam machen kann. Und wie man auf diversen Plattformen sieht, funktioniert es! Das Problem bei der Geschichte ist IMHO der rechtliche Rahmen. Ich habe mich vor kurzem bei meinem Steuerberater erkundigt und die Rückmeldung bekommen, dass es bis jetzt leider noch keine steuerrechtliche Begutachtung von offizieller Seite gibt. Und damit muss von dem finanzierten Betrag nicht nur Einkommensteuer, sondern auch noch Umsatzsteuer bezahlt werden! Ist das wirklich so? Hat hier jemand noch eine Information für mich? Wie ist in Deutschland die Regelung? Gibt es da ein offizielles Statement? mfg, Andreas
Andreas Auer schrieb: > ich finde Crowdfunding an sich eine sehr schöne Idee. Nicht nur der > Finanzierung wegen, sondern auch, weil man damit eine sehr große Menge > an Leuten erreichen kann und auf ein "neues" Projekt aufmerksam machen > kann. Und wie man auf diversen Plattformen sieht, funktioniert es! Tu es das? Nach welchen Kriterien beurteilst du das?
Andreas Auer schrieb: > Und damit muss von dem > finanzierten Betrag nicht nur Einkommensteuer, sondern auch noch > Umsatzsteuer bezahlt werden! Umsatzsteuer bezahlst du doch nur für Dinge, die du selbst verkaufst. (Für dein Einkommen bezahlst du natürlich auch welche, aber erst dann, wenn du selbiges wieder ausgibst. ;-) Aber klar, für die Einkommenssteuer sollte das relevant sein. Du musst halt deine Ausgaben gegenrechnen und dich ggf. um Rücklagen für aus dem Projekt resultierende Ausgaben in den Folgejahren kümmern.
>Umsatzsteuer bezahlst du doch nur für Dinge, die du selbst verkaufst.
was ja genau das ist, was man bei Crowdfunding zu 99% macht:
man "zahlt" 90$ und bekommt als gegenleistung das neu-erfundene "ding"
..
wie das im detail funktioniert, wenn das einmal ein Chinese, einer aus
USA und einer aus dem Nachbardorf ist.. hab ich mich auch schon öfter
gefrag.. (nicht nur bezüglich steuer, sondern auch porto usw. )
Robert L. schrieb: > man "zahlt" 90$ und bekommt als gegenleistung das neu-erfundene "ding" Ja, aber erst, wenn man das "ding" bekommt, gibt's eine Rechnung und damit Umsatzsteuer. Wenn ich mir für die Finanzierung einen Kredit aufnehme, bezahle ich ja auch nicht auf die vom Kredit bezogenen Beträge bereits Umsatz- steuer, sondern erst für das, was real verkauft wird. Letztlich ist es weiter nichts als ein zweckgebundenes Darlehen, das über viele Leute verteilt wird.
>Ja, aber erst, wenn man das "ding" bekommt, gibt's eine Rechnung und >damit Umsatzsteuer. nochmal: der Crowdfunder gibt 90$ mit dem "versprechen" das DING dann zu bekommen.. kommt die UST auf die 90$ drauf (jenachdem wohin man es schickt) d.h. der Crowdfunder muss UST + Porto nachzahlen?
Robert L. schrieb: > kommt die UST auf die 90$ drauf (jenachdem wohin man es schickt) Warum sollte denn auf den Funding-Betrag noch Umsatzsteuer drauf gelegt werden? Legt dir deine Bank auf jede Auszahlung aus einem Kredit noch 19 % drauf? ;-) > d.h. der Crowdfunder muss UST + Porto nachzahlen? Porto wäre Vereinbarungssache, aber sofern nichts anderes vereinbart ist, würde ich davon ausgehen, dass der Geldgeber es mit dem Betrag bereits abgegolten hat. Das sollte man natürlich genau genug in der Ausschreibung festlegen, nicht dass dann plötzlich alle Geldgeber vom Mond kommen und man feststellt, dass die nächste Mondlandefähre ziemlich teuer zu chartern ist. :-) Wie für jedes andere Produkt schreibst du am Ende eine Rechnung. Diese enthält Umsatzsteuer (die du dem Finanzamt abführen musst) und Porto. Der Gesamtbetrag sollte dabei dem entsprechen, was der Geldgeber bereits vorgeschossen hat, denn ansonsten müsstest du ja entweder was nachfordern oder was zurückgeben. Da das Geld aber bereits vorher physisch da ist, muss man halt mit dem Steuerhinterzieher des geringsten Misstrauens klären, wie man das alles so beim Finanzamt abrechnet (Ausgaben, Rücklagen etc.), dass man nicht etwa sofort alles als Einnahmen und damit Gewinn übrig hat, den man dann versteuern darf. Besonders ungeschickt hätte man sich dabei wohl angestellt, wenn das Geld kurz vor Jahresende bereits da ist, man aber noch keine einzige Ausgabe gegenrechnen kann ...
>Warum sollte denn auf den Funding-Betrag noch Umsatzsteuer drauf >gelegt werden? weil du ganz einfach nicht weiß, WER der Funder ist also WIeviel und ob du ihm UST berechnen musst kann ja auch eine Firma sein z.b. oder (wenn es um größere Stückzahlen geht, und du diesem Land steuerpflichtig bist..) jemand im Ausland und damit andere Steuersätze hast oder wenn es z.b. in Österreich (normalerweise 20%) jemand ist der in Jungholz in Tirol oder Mittelberg wohnt (dort gelten die Deutschen Sätze..)
Robert L. schrieb: >>Warum sollte denn auf den Funding-Betrag noch Umsatzsteuer drauf >>gelegt werden? > > weil du ganz einfach nicht weiß, WER der Funder ist > also WIeviel und ob du ihm UST berechnen musst > kann ja auch eine Firma sein z.b. Auch einer Firma berechnest du Umsatzsteuer, sie kann sie nur gegenrechnen. Ausnahme: Firma im EU-Ausland mit EU-Steuernummer, dort muss die Firma selbst ihre Umsatzsteuer abführen. Blieben halt Leute im Nicht-EU-Ausland, für die keine Umsatzsteuer auszuweisen und abzuführen ist. Ja, darum muss man sich wohl in der Ausschreibung Gedanken machen. Hinterher anzukommen und die Umsatzsteuer dann noch von demjenigen zuzüglich zum bereits gezahlten Betrag verlangen zu wollen, dürfte einem seitens der Geldgeber jedoch den berühmten Fingerzeig an die Stirn einbringen. Entweder musst du dann zwei verschiedene Finanzierungsmodelle fahren, oder du verkaufst es denen, für die du keine Umsatzsteuer abführen musst, formal einfach teurer. Prinzipiell könntest du ihnen natürlich auch Geld zurückgeben, denn bis auf wenige Ausnahmen werden diejenigen ja zu Hause eine Form von Umsatzsteuer zahlen müssen. Allerdings wäre es dann sinnvoller, sie von vornherein einen geringeren Betrag zahlen zu lassen. Naja, andererseits hast du für diese Leute wieder ein viel höheres Porto, u. U. lohnt es sich nicht, dafür einen separaten Betrag anzusetzen, sondern sie bekommen einfach eine anders aufgeteilte Rechnung (keine USt, dafür höhere Versandkosten).
> Ausnahme: Firma im EU-Ausland m
ja, das hab ich gemeint, aber wohl nicht dazugeschrieben..
Robert L. schrieb: >>Umsatzsteuer bezahlst du doch nur für Dinge, die du selbst verkaufst. > > was ja genau das ist, was man bei Crowdfunding zu 99% macht: > > man "zahlt" 90$ und bekommt als gegenleistung das neu-erfundene "ding" > .. Nein, wohl eher nicht. Über Crowdfunding sollte nicht die Entwicklung sondern der Schritt an den Markt finanziert werden. Ab einem bestimmten Betrag, oft sind es relativ hohe gestaffelte Beträge, bekommt der/die Finanzierer ein bestimmtes Goodie das du vorher selbst bestimmst. Oft geht es dann um das Objekt der Begierde. Alle anderen können sich das Objekt ganz normal am Markt kaufen. Die "Gegenleistung" ist nur ein Anreiz mehr zu spenden und keine Gegenleistung für die Spende. Frag deine Bank mal wie sie es mit den "schicken" Kugelschreibern bei Vertragsabschluss handhabt ;-). Grüße.
Spenden ?? vielleicht hab ich es nicht verstanden, oder nur nicht gefunden aber GESPENDET wir da praktisch nie irgendwas.. hier mal das (heutige?) Projekt des Tages: https://www.kickstarter.com/projects/docpop/american-analog-a-black-and-white-photo-zine/pledge/new?clicked_reward=false&ref=home_spotlight egal welchen Betrag man auswählt, man bekommt eine (entsprechende) Gegenleistung.. (natürlich KÖNNTE man dort spenden, aber in der praxis werdem das 99% eben nicht machen ??) hier sieht man es eigentlich schön: http://www.kickstarter.com/projects/1197720703/aw-yeah-comics/backers rechts die spalte wieviele "gespendet" haben, die bekommen alle eine (entsprechende) Gegenleistung
Robert L. schrieb: > hier mal das (heutige?) Projekt des Tages: > > https://www.kickstarter.com/projects/docpop/americ... > > egal welchen Betrag man auswählt, man bekommt eine (entsprechende) > Gegenleistung.. Nö. Bei einer minimalen Zusage von $1 bekommen nur Leute bei mehr als $10 etwas. Nichts mit "egal". > (natürlich KÖNNTE man dort spenden, aber in der praxis werdem das 99% > eben nicht machen ??) > > hier sieht man es eigentlich schön: > > http://www.kickstarter.com/projects/1197720703/aw-... > > rechts die spalte wieviele "gespendet" haben, die bekommen alle eine > (entsprechende) Gegenleistung Siehe oben, minimal $1 und ab $10 bekommt man evtl. etwas. Es gab auch schon genug Projekte bei denen der Anmelder private Insolvenz anmelden musste (Quelle: Netz, Kommentare auf den Projektseiten). Grüße.
> Mathias K.
nachdem das jetzt geklärt wäre ...
was hab deine antworten, jetzt mit der gestellten Frage (UST,
Einkommenssteuer usw. ) zu tun?
Robert L. schrieb: > was hab deine antworten, jetzt mit der gestellten Frage (UST, > Einkommenssteuer usw. ) zu tun? Steht doch alles im Netz. Einnahmen/Ausgaben ... sollte ein Steuerberater aber schon wissen ... http://www.4players.de/4players.php/spielinfonews/Allgemein/30657/2098342/Star_Command-Was_von_Kickstarter_uebrig_blieb.html
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