Herdanschluss: müssen L1, L2 und L3 phasenverschoben sein?

Gast #3043866
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Hi,

wir haben heute unseren neuen Elektro-Herd angeschlossen bekommen und 
ich hab ein bisschen zugeschaut. Funktioniert alles wunderbar - 
allerdings ist mir folgende Frage erst eingefallen, als der Techniker 
schon weg war, deswegen probier ich's jetzt einfach mal hier. :-)

Und zwar sind L1, L2 und L3 ja phasenverschoben. Die wurden so 
angeschlossen, sowie Neutralleiter und Schutzleiter.

Frage jetzt: ist die Phasenverschiebung denn Pflicht? Weil in unserer 
alten Wohnung gab's das gar nicht, da war nur eine Phase verfügbar, aber 
man hätte ja drei Kabel mit der gleichen Phase nehmen können und die an 
L1 bis L3 anschließen.

Geht das denn oder braucht der Herd die Phasenverschiebung?

Ich danke euch schon mal, bin gespannt auf die Antworten.
Gast #3043872
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Schau mal in die Anleitung des Herdes, da sollte drinstehen wie du den 
Herd mit 1  2  3 Phasen anschliest. Das heist, wenn der Herd auch mit 
1er Phase angeschlossen werden darf, dann sollte es auch mit 3mal die 
gleiche Phase funktionieren
Gast #3043880
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Peter II schrieb:
> braucht man nicht, aber wenn sie nicht das ist dann summiert sich der
> Strom im N. Wenn dieser für den Strom ausgelegt ist, dann ist es ok.

Okay, woran liegt das? Weil bei unserem jetzigen Anschluss ist ja auch 
nur ein Neutralleiter.

user schrieb:
> Das heist, wenn der Herd auch mit 1er Phase angeschlossen werden darf,
> dann sollte es auch mit 3mal die gleiche Phase funktionieren

Das klingt interessant. Wo ist da der Zusammenhang? Weißt du das?
Gast #3043889
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Das kommt auf den Herd an, das kann man so nicht sagen!

Früher waren das alles ohmsche Widerstände diese Herdplatten.
Heute ist das Teufelszeug mit diesem ganzen Ceran und Induktionszeug.
Vor Allem letztere brauchen Phasenverschiebung wegen den Töpfen.
Sonst drehen sich die Elektronen im Topf nicht richtig, das ist wie 
links- und rechtsdrehende Joghurtkulturen ...

Also Achtung, wird vermutlich gebraucht die Phasenverschiebung!
Gast #3043935
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> ist die Phasenverschiebung denn Pflicht?

Der Herd braucht keine Pahsenverschiebungm er braucht keinen Drehstrom 
denn es ist nichts drin was dreht, keienn Motor (bei Umluftherden kein 
Drehstrommmotor).

Aber der eine Neutralleiter braucht die Phasenverschiebung. Wenn du also 
mit 3xL1 ankommst, musst du auch mit 3xN zurückgehen (also gleichdick), 
sonst wird der Nulleiter überlastet.
#3044037
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Es ist so, wie MaWin sagt. Phasenverschiebung spielt keine Rolle.

Man könnte die hohe Anschlussleistung auch über EINE Phase realisieren.
Dann würde am Herd L1,L2,L3 gebrückt und die Zuleitung müsste den
dreifachen Querschnitt haben (L1, N, PE) und der EINE Automat für den
3fachen Strom ausgelegt sein. Also 48A statt 3x16A. Teurer Sonderkram.

Da ist es deutlich ökonomischer, im Sicherungskasten das Massenprodukt
'16A-Automat' zu verbauen und als Zuleitung den Standardquerschnitt.
Gast #3044134
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>Da ist es deutlich ökonomischer, im Sicherungskasten das Massenprodukt
>'16A-Automat' zu verbauen und als Zuleitung den Standardquerschnitt.

Zumal bei Drehstrom noch der Verkettungsfaktor 1.71 dazukommt.

Beispiel:
Einpohasig L-N mit (angenommenen) 400V und 10A macht 4kW

Dreiphasig L1-L2-L3 mit je 400V und je 10A macht 400 x 10 x 1.71 = 8,8kW

Selber Strom, selber Querschnitt, nur eine Ader mehr, aber mit je 120° 
Phasenverschiebung.
Gast #3044141
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Beim gleichzeitigen Betrieb von 3 Herdplatten erzeugen die 3 Phasen ein 
Drehfeld. Wenn Du in die Mitte der 3 Platten einen Induktionskochtopf 
stellst, fängt sich dieser an zu drehen und die Suppe rührt sich von 
selbst.
Gast #3044186
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>die Suppe rührt sich von selbst.
Genial!

Aber wichtig:
Die Einschaltreihenfolge der 3 Herdplatten bestimmt die Drehrichtung.
Bei Nudelsuppe: Platte1-Platte2- erst dann Platte3 --> rechtsdrehend.
Bei Griesnockerlsuppe: Platte1-Platte3 und dann erst Platte2 --> 
linksdrehend.
Gast #3044376
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> Dreiphasig L1-L2-L3 mit je 400V

Herdplatten nutzen keine 400V,
eben damit man sie auch an 230V betrieben kann.

> der EINE Automat für den 3fachen Strom ausgelegt sein.
> Also 48A statt 3x16A.

Üblich waren (man muß 'waren' sagen, denn heute sind 3
Phasen üblich) 25A bei einer Phase, weil das meist noch
mit 2.5mm2 geht.
#3044411
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user schrieb:
> Schau mal hier
>
> Beitrag "E-Herd einphasig anschließen"

Um Himmelswillen! Bloß nicht! Das ist der reinste Kindergarten dort.

Wenn an der Herdanschlußdose nur eine Phase anliegt (also 3 statt 5 
Klemmen) dann braucht man einen Herd, der für den 1-phasigen Betrieb 
geeignet ist. Das sollten praktisch alle sein; zumindest habe ich noch 
nie einen gesehen der das nicht wäre.

Typischerweise müssen für den 1-phasigen Betrieb ein paar Brücken auf 
der Anschlußleiste des Herdes umgesetzt werden. Und es kann/wird 
Einschränkungen im Betrieb geben. Z.B. "maximal 3 Platten gleichzeitig" 
oder "wenn die Backröhre im Betrieb ist, maximal eine weitere Platte". 
Falls man sich daran nicht hält, wird aber schlimmstenfalls nur die 
Sicherung rausfliegen (gut wenn es ein Automat ist). Details stehen in 
der Anleitung zum Herd.


XL
Gast #3044414
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MaWin schrieb:

> Üblich waren (man muß 'waren' sagen, denn heute sind 3
> Phasen üblich) 25A bei einer Phase, weil das meist noch
> mit 2.5mm2 geht.

...mein IKEA (Whirlpool)-Induktionsfeld braucht nur 2 Phasen. Getrennt 
in linke und rechte Kochseite. (Mit Boostfunktion, jedoch nicht mehr als 
3600W bei je 2 Platten/pro Seite und Phase)

Die dritte Phase wäre wohl für den Ofen, der steckt jedoch direkt an der 
Steckdose.

Ich bin mir nicht sicher ob diese getrennten Küchenherde-Kombinationen 
zwingend 3 Phasen brauchen...

Mirko
#3044438
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MaWin schrieb:
>> Dreiphasig L1-L2-L3 mit je 400V
>
> Herdplatten nutzen keine 400V,
> eben damit man sie auch an 230V betrieben kann.

In der Schweiz gibt es m.W. auch 400V-Platten. In D in Haushalten
allerdings wohl nicht. Bei einem 230/400V-Drehstromnetz macht es
aber für die Zuleitung keinen Unterschied, ob 230V-Platten oder
400V-Platten genommen werden. Man könnte höchsten den NL einsparen.
aber ob das in CH wirklich so gemacht wird, weiss ich auch nicht.
Gruss
Harald
#3044447
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MirkoB schrieb:

>> Üblich waren (man muß 'waren' sagen, denn heute sind 3
>> Phasen üblich) 25A bei einer Phase, weil das meist noch
>> mit 2.5mm2 geht.
>
> ...mein IKEA (Whirlpool)-Induktionsfeld braucht nur 2 Phasen. Getrennt
> in linke und rechte Kochseite. (Mit Boostfunktion, jedoch nicht mehr als
> 3600W bei je 2 Platten/pro Seite und Phase)
>
> Die dritte Phase wäre wohl für den Ofen, der steckt jedoch direkt an der
> Steckdose.

Das ist m.W. bei fast allen Herden so: Je eine Phase für
je zwei Kochplatten und die dritte Phase für den Herd.
Gruss
Harald
Gast #3044523
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>Herdplatten nutzen keine 400V,
>eben damit man sie auch an 230V betrieben kann.


Es sollte ja nur ein Beispiel sein, um den Vorteil von Drehstrom zu 
zeigen. Da war es schon besser, gleiche Spannungen zu Nutzen.

Das galt ja nicht explizit für den Herd.
Gast #3044560
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> Wenn dieses Gespräch Fachlich richtig besprochen wird dann gibt es keine
> Phasen
> sondern nur Ausenleiter
> der Form halber

Richtig. Und auch keinen Null(leiter). Das ist der Neutralleiter.

um die FOrm zuende zu bringen ;-)
Gast #3044723
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Um es mal auf den Punkt zu bringen: Wenn der Herdanschluss drei Phasen 
zur Verfügung stellt, dann sollten die auch verwendet werden, wenn der 
Herd mit drei Phasen betrieben werden kann. Alles andere ist 
gefährlicher Unfug.

Wenn der Herdanschluss nur eine Phase hat, kann man sich bei der guten 
Fee drei Phasen wünschen.

Mehr gibt's dazu eigentlich nichts zu sagen.
Gast #3045384
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Matthias Lipinsky schrieb:
>>Da ist es deutlich ökonomischer, im Sicherungskasten das Massenprodukt
>>'16A-Automat' zu verbauen und als Zuleitung den Standardquerschnitt.
>
> Zumal bei Drehstrom noch der Verkettungsfaktor 1.71 dazukommt.
>
> Beispiel:
> Einpohasig L-N mit (angenommenen) 400V und 10A macht 4kW
>
> Dreiphasig L1-L2-L3 mit je 400V und je 10A macht 400 x 10 x 1.71 = 8,8kW
>

Schmarrn.

L-N sinds immmer noch 230V
Aussenleiterspannung ist sqrt(3)*230v=400v
Gast #3045506
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>Autor: tobi (Gast):
>Schmarrn.
>L-N sinds immmer noch 230V


Oh Man. Wer lesen kann, ist klar im Vorteil:

Ich zitiere:
>>Beispiel:
>>Einpohasig L-N mit (angenommenen) 400V und 10A macht 4kW
                     ^^^^^^^^^^^^^^
#3045532
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400 oder 230, das ist nur die Frage ob Dreieck oder Stern.
Und von wegen kein Strom auf dem N, das stimmt nur bei symmetrischer 
Belastung.
Also immer schön alle Platten so schalten, daß der N stromfrei bleibt.
Oder eben die modernen Drehstromplatten.
Oder Microwelle, da dreht sich wenigstens der Teller. Braucht die dazu 
auch Drehstrom, oder gibt es spezielle Wechsel-Teller? (oder überkommt 
mich schon die Müdigkeitsalbernheit?)
Persönliche Seite #3045744
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Stromer schrieb:
> Z.B. zu kleiner Leitungsquerschnitt für den Anschlusswert.

Ich gehe bei einer Elektroinstallation davon aus, daß zum 
Leitungsquerschnitt passende Sicherungen verbaut sind. Und wenn beim 
12-kW-Kochfeld alle Kochplatten gleichzeitig eingeschaltet werden, dann 
fliegt halt die 25-A-Sicherung 'raus.

Wo, vom Komfortverlust abgesehen, liegt jetzt das wirkliche Problem?
Gast #3045991
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Lisa B. schrieb:

> Frage jetzt: ist die Phasenverschiebung denn Pflicht? Weil in unserer
> alten Wohnung gab's das gar nicht, da war nur eine Phase verfügbar, aber
> man hätte ja drei Kabel mit der gleichen Phase nehmen können und die an
> L1 bis L3 anschließen.

Kann man. Dem Herd ist das egal.

Aber Du hast dann 3x hin und 1x zurück. D.h. durch den Neutralleiter 
fliessen dann 3x 16 = 48 A. Dafür ist der nicht ausgelegt.

Bei Drehstrom ist das anders. Wenn eine Phase voll belastet ist, 
fliessen 16 A durch den Rückleiter. Jede weitere Phase nimmt aber durch 
ihre Phasenverschiebung dem Rückleiter wieder Strom ab, so dass 3x 16A 
dann im Resultat Null ergibt.
Gast #3048032
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Man könnte ja einfacherweise 3 mal 230V mal 10A rechmen P= 6900W. 
Fertig. Herdplatten in Dreieckschaltung hab ich noch nie gesehen. Das 
bedingt ja, daß man dringend einen 3phasenanschlus braucht ?? Naja, ich 
hab sowieso einen Gasherd (viieel geiler als E Herd und viel günstiger) 
:D
#3049490
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Erich schrieb:

> Und hier kann man die Elefanten sogar kaufen:
> 
http://www.intelectra-shop.de/wbc.php?sid=1052899106d&rid=668&page=1&maxrows=50&tpl=produktliste2.html

Da es sich hierbei um einen deutschen Händler handelt, scheinen
400V-Platten zumindest im Profibereich auch in D üblich zu sein.
In Haushaltsherden habe ich allerdings auch noch nie 400V-Platten
gesehen.
Gruss
Harald
Gast #3732373
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Matthias Lipinsky schrieb:
> Da ist es deutlich ökonomischer, im Sicherungskasten das
> Massenprodukt
> '16A-Automat' zu verbauen und als Zuleitung den Standardquerschnitt.
>
> Zumal bei Drehstrom noch der Verkettungsfaktor 1.71 dazukommt.
>
> Beispiel:
> Einpohasig L-N mit (angenommenen) 400V und 10A macht 4kW
>
> Dreiphasig L1-L2-L3 mit je 400V und je 10A macht 400 x 10 x 1.71 = 8,8kW
>
> Selber Strom, selber Querschnitt, nur eine Ader mehr, aber mit je 120°
> Phasenverschiebung.

Das ist wirklich Müll, was du von dir gibst. L-N ist immer etwa 230V. 
Die einzelnen Anschlüsse (L1\L2L3) im Herd könnnen gebrückt werden oder 
mit je einer separaten Phase versorgt werden. Der Nullleiter ist immer 
erforderlich! Die einzelnen Platten oder Backofen werden  nur mit 230V 
betrieben. Ohne Neutralleiter funktioniert der Herd nicht oder geht 
sogar kaputt.
Gast #3732393
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> Der Nullleiter ist immer
> erforderlich! Die einzelnen Platten oder Backofen werden  nur mit 230V
> betrieben. Ohne Neutralleiter funktioniert der Herd nicht oder geht
> sogar kaputt.

Laut  Typenschild eines (zugegeben älteren) Herdes war auch der 
Anschluss ans 3~127/220 V Netzes vorgesehen. Der Neutralleiter blieb 
dann frei ...
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