Hallo Leute!
Weiss jemand von euch wie die Bahn ihre Signalanlagen ansteuert.
Ist das klassisch mit vielen Leitungen, oder ist das ein Bussystem.
Weiss jemnad wo man Literatur darüber finden kann?
MfG
Eddi
hal9001 schrieb:> Hallo Leute!> Weiss jemand von euch wie die Bahn ihre Signalanlagen ansteuert.> Ist das klassisch mit vielen Leitungen, oder ist das ein Bussystem.> Weiss jemnad wo man Literatur darüber finden kann?>> MfG> Eddi
Die Bahn kann ich dir nicht sagen, aber ich habe mal ein Modell gesehen
wie es in der Schweiz funktioniert. Das Modell ist wohl die neuste
Generation, die noch nicht überall eingesetzt wird, aber da werden
Lichtleiter mit Ring Topologie eingesetzt. (Ausfallsicherheit, wurde uns
demonstriert)
Und Lichtleiter weil diese sich von Magnetfeldern den Züge nicht stören
lassen.
Die Steuerung selbst sind FPGAs, mit Softcore CPU.
Literatur dazu kenne ich nicht, sind aber sowieso Infos vom falschen
Land;-)
mfg Andreas
dochgast schrieb:> Hey, Eisenbahnstrecke hacken, das wäre doch mal was Neues. :-)
Schon ein paar passende Resonanzkreise dürften zu lustigen Effekten
führen.
In modernen Bauformen werden Komponenten in der Außenanlage über
elektronische Bussysteme (Profibus, CAN, ISDN, Ethernet über Kupfer oder
Lichtwellenleiter) angesteuert, sodass die Wirkentfernung nahezu
unbegrenzt ist, während die Stellentfernung - von der Stromversorgung
zum Element - weiterhin auf 6,5 km begrenzt ist.
aus:
http://de.wikipedia.org/wiki/Elektronisches_Stellwerk
Klassische Signale werden eigentlich nur noch für langsame Strecken
verwendet. Auf Schnellfahrstrecken wäre der Bremsweg länger als die
Sichtweite des Fahrers. Deshalb weden bei ICE und Co. die
Fahranweisungen direkt in den Führerstand übertragen. Zur Technik siehe
Linienzugbeeinflussung bzw. ECTS.
Der Bremsweg ist meistens länger als die Sichtweite des Fahrers...
Deswegen gibts Vorsignale, die dem Fahrer rechtzeitig "Halt erwarten"
anzeigen. Beim Passieren dieser Signale wird bereits gebremst und dann
am Hauptsignal gehalten oder wieder beschleunigt wenn der nächste
Streckenabschnitt in der Zwischenzeit freigegeben wurde.
Gabs letztes Jahr einen Beitrag auf dem 28c3:
http://www.youtube.com/watch?v=xwaKYZfgY8k
Interessante Einblicke in die Entwicklung der Signal- und
Sicherungstechnik. Und ja, natürlich kommen auf dem c3 gleich Ideen, wie
das gehackt werden kann. Die Bahn hat das jahrzehntelang auf
Ausfallsicherheit optimiert, an Manipulationssicherheit wurde da wenig
gedacht.
Praktiker schrieb:> Mike schrieb:>> Zur Technik siehe Linienzugbeeinflussung bzw. ECTS.> Die Technik der punktuellen Zugbeeinflussung an Signalen, wie sie> bereits in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts entwickelt wurde,> hat deshalb trotzdem noch lange nicht ausgedient.
Also bei uns sind noch lange nicht alle Strecken modernisiert... Hat man
vor ein paar Wochen wider einmal festgestellt, als ein Lokführer ein
Haltesignal überfahren hat.
http://www.20min.ch/schweiz/zuerich/story/18449541
ps. die Linie mit der ich zur Arbeit fahre... Hatte etwas Verspätung zur
Folge...
mfg Andreas
Harald Wilhelms schrieb:> Früher mit Drähten(ohne Strom drin). :-)
Gibt's auch heute noch mancherorts.
Mike schrieb:> Klassische Signale werden eigentlich nur noch für langsame Strecken> verwendet.
Wobei "langsam" bis 160 km/h heißt. Und nur weil irgendwo LZB verbaut
ist (meist Schnellfahrstrecken eben) braucht es ja trotzdem klassische
Signale für Züge, die nicht mit LZB ausgestattet sind (oder deren LZB
defekt ist).
> Auf Schnellfahrstrecken wäre der Bremsweg länger als die> Sichtweite des Fahrers.
Das ist praktisch immer so. Wenn Züge aus irgendeinem Grund auf Sicht
fahren müssen, sind sie auf maximal 40 km/h beschränkt, je nach
Sichtverhältnissen auch bis runter auf Schrittgeschwindigkeit oder
Stillstand.
Die LZB für Hochgeschwindigkeit ist nötig, weil in Deutschland der
Abstand Vorsignal zu Hauptsignal von 1000 m gerade für das Bremsen aus
160 km/h reicht (bei einem Zug mit hoher Bremswirkung).
Andreas B. schrieb:> ps. die Linie mit der ich zur Arbeit fahre... Hatte etwas Verspätung zur> Folge...
Ich dachte immer, wenn an alle roten Ampeln ignoriert, ist man
schneller am Ziel. :-)
Gruss
Harald
@dochgast leider nichts neues, Vorschläge dieser Art wurden zu
Castor-Hochzeiten geäußert.
Ich bin ein totaler Spiesser, ich denke wer sich an sowas vergreift und
einen Personenzug auch nur zur Verspätung bringt sollte
Verspätung*Stundenlohn aller Insassen bezahlen müssen.
Harald Wilhelms schrieb:> Andreas B. schrieb:>>> ps. die Linie mit der ich zur Arbeit fahre... Hatte etwas Verspätung zur>> Folge...>> Ich dachte immer, wenn an alle roten Ampeln ignoriert, ist man> schneller am Ziel. :-)> Gruss> Harald
Kommt darauf an, wie du das Ziel definierst, wenn du damit den Tod
meinst, ist das sicherlich eine sehr schnelle Methode.
Harald Wilhelms schrieb:> Andreas B. schrieb:>>> ps. die Linie mit der ich zur Arbeit fahre... Hatte etwas Verspätung zur>> Folge...>> Ich dachte immer, wenn an alle roten Ampeln ignoriert, ist man> schneller am Ziel. :-)> Gruss> Harald
Das kommt halt immer darauf an, bei der Kreuzung mag das möglicherweise
funktionieren, bei einer Eingleisigen Stecke - mit entgegenkommendem Zug
sicher nicht;-)
(bzw. wie "Der Entwickler" schreibt, kommt darauf an was das Ziel
ist;-))
mfg Andreas
Train-Spotter schrieb:> Schon ein paar passende Resonanzkreise dürften zu lustigen Effekten> führen.
Sind allerdings relativ groß und auffällig. Außerdem haben
Triebfahrzeugführer (normalerweise) Streckenkenntnis, also sollte
man nicht verwundert sein, wenn gleich der erste den Fahrdienstleiter
verwundert fragt, seit wann denn an dieser Stelle ein neuer
Gleismagnet liegt ...
> weil in Deutschland der Abstand Vorsignal zu Hauptsignal von 1000 m> gerade für das Bremsen aus 160 km/h reicht
Naaa da sag ich mal contra. Das wäre eine ziemliche Materialbelastung
dicht an der Notbremsung, von Fahrgastcomfort mal ganz zu schweigen. 120
km/h okay, aber 160 sind bei der Masse eines Zuges gleich 'ne ganze Ecke
mehr. Fahr doch mal mit dem Auto 160 auf der Bahn und schau zu wie
schnell da 1000 Meter weg sind. Das dauert gerade mal 23 Sekunden. Wenn
ich mit einem Zug so schnell aus 160 km/h runterbremse (okay, dann
verlängert sich die Zeit auch wieder ein wenig), dann freut sich die Oma
auf dem Gang ...
Ben _ schrieb:>> weil in Deutschland der Abstand Vorsignal zu Hauptsignal von 1000 m>> gerade für das Bremsen aus 160 km/h reicht> Naaa da sag ich mal contra. Das wäre eine ziemliche Materialbelastung> dicht an der Notbremsung, von Fahrgastcomfort mal ganz zu schweigen.
Das ist nun mal der normale Abstand Vorsignal zu Hauptsignal. Es braucht
eben leistungsfähige Bremsen damit der Zug 160 km/h fahren darf, und das
ist dann auch so etwa das Machbare.
> 120> km/h okay, aber 160 sind bei der Masse eines Zuges gleich 'ne ganze Ecke> mehr. Fahr doch mal mit dem Auto 160 auf der Bahn und schau zu wie> schnell da 1000 Meter weg sind. Das dauert gerade mal 23 Sekunden. Wenn> ich mit einem Zug so schnell aus 160 km/h runterbremse (okay, dann> verlängert sich die Zeit auch wieder ein wenig), dann freut sich die Oma> auf dem Gang ...
Der Oma auf dem Gang ist es ziemlich egal ob sie in einem schweren oder
leichtem Gefährt steht. Das macht für die Bremsen einen Unterschied,
weil sie mehr Energie wegschaffen müssen, aber die Verzögerung um in
derselben Distanz aus derselben Geschwindigkeit zum Stehen zu kommen ist
ebenfalls dieselbe. Und zwar 0,99 m/s² (also 0,1 g) bei 160 km/h in 1000
m, die Bremszeit ist 45 s.