Hallo liebe Leute, ich arbeite in der Softwareentwicklung, habe allerdings auch Ahnung von Elektronik. Jedoch tut sich mir seit geraumer Zeit die Frage auf, weshalb Oszilloskope von Tektronix, Le Croy etc. derart teuer sind (30 kEuro?) Was macht diese Technik derart teuer? Sorry für die Frage, aber es erschließt sich mir einfach nicht. Gruß Stefan
Das ist reinste HF-Technik... Das kostet nun mal, weil nicht jeder Depp sowas entwickeln kann...
Stefan schrieb: > Was macht diese Technik derart teuer? Sehr hohe Genauigkeit / Performance und viele, viele Funktionen. Das resultiert in einer extrem aufwendigen Entwicklung. Bei einem solchen Oszi hast du zwar viel Software, aber auch sehr aufwändige Hardware. Softwareentwicklung ist heute "billig" - Hardwareentwicklung kostet. Dazu müssen die Komponenten in solchen Messgeräten im Vergleich zu anderen Gerätschaften schon eher hochwertig sein, um Genauigkeit zu garantieren - das führt natürlich zu einem höheren Hardwarepreis. Nicht zuletzt wirst du wie bei allen Markenprodukten auch den Namen mitzahlen.
...weil die zur Entwicklung und Produktion nötigen Resourcen plus der Wasserkopf und der Vertrieb plus der Gewinn ... geteilt durch die verkaufbare Stückzahl eben einen solchen Preis ergeben. Wäre es nicht so, würden alle Firmen nur noch solche Geräte verkaufen oder die Herseller wären Pleite! Die Kosten entstehen dabei in der Entwicklung. Die verkaufbare Menge ist dabei sehr begrenzt.
In Verbindung mit überschaubarer Stückzahl. Wenn vom I-Phone nur 1000 Stck/Jahr verkauft werden würde müsste es auch 30000 Euro kosten um die Entwicklungskosten wieder reinzuholen.
Und der ganze ISO9001 Quatsch kostet auch nochmal extra, was sich preistreibend auswirkt.
Außerdem ist der Markt nicht so üppig. Die hohen Entwicklungskosten müssen auch über geringere abgesetzte Stückzahlen wieder reingeholt werden.
??? schrieb: > Die Kosten entstehen dabei in der Entwicklung. Falsch, die Geräte entstehen in der Entwicklung Kosten entstehen durch Vertrieb und sonstiger Wasserkopf :-)
Kommt drauf an, was man für Anforderungen stellt =) Ich sag nur...: http://www.batronix.com/versand/oszilloskope/Rigol-DS1102E.html
Stefan schrieb: > weshalb > Oszilloskope von Tektronix, Le Croy etc. derart teuer sind (30 kEuro?) Also meins hat vor 35 Jahren schon 65 kEuro gekostet, die Preise sind eher gesunken. In Relation zu 1980 ist alles schweinebillig, Computer und Halbleiter sowieso. > Was macht diese Technik derart teuer? Niedrige Stückzahl und bei Analogen die komplizierte Technik. Butzo
Je größer die Bandbreite, die Kanalanzahl, die Funktionen, die Samplerate, die Speichertiefe, um so höher der Preis. Ich habe gerade mit jemandem von Datatec gesprochen, die haben auch solche Boliden wie das Agilent DSOX96204Q für fast 333.000€ + MWSt. im Programm. Von diesen Geräten wird ab und zu mal eins an ein Forschungsinstitut oder an eine Universität verkauft der Markt ist also extrem klein. Das Oszilloskop hat allerdings eine Analog-Bandbreite von 63GHz. Die Entwicklung hat mit Sicherheit ein Vermögen gekostet, in dem Ding werkeln für Agilent speziell entwickelte ASICs, die Leiterplatten sind echtes HF-Design mit Impedanzkontrolle, ... Daher der Preis.
Udo Schmitt schrieb: > In Verbindung mit überschaubarer Stückzahl. > Wenn vom I-Phone nur 1000 Stck/Jahr verkauft werden würde müsste es auch > 30000 Euro kosten um die Entwicklungskosten wieder reinzuholen. Wohl doch eher noch ein "bisschen" mehr.
Hier kannst Du mal in so ein Monster reingucken: http://www.eevblog.com/2012/08/28/eevblog-342-agilent-90000-oscilloscope-teardown/
Gregor B. schrieb: > Das Oszilloskop hat allerdings eine Analog-Bandbreite von 63GHz Da bekommt man sogar etwas für sein Geld - die Bandbreite ist ja 100mal höher als bei einem gebräuchlichen Werkstattoszi. Im Gegensatz dazu kann man mit einem Rolls Royce keineswegs 100mal so schnell fahren und in eine Louis-Vuitton-Tasche passt überhaupt nicht mehr rein als in eine Einkaufstüte. Stefan schrieb: > habe allerdings auch Ahnung von > Elektronik. > aber es erschließt sich mir einfach nicht. Die beiden Aussagen stehen in Widerspruch zueinander. Gruss Reinhard
Gregor B. schrieb: > Hier kannst Du mal in so ein Monster reingucken: > > http://www.eevblog.com/2012/08/28/eevblog-342-agilent-90000-oscilloscope-teardown/ Nur die Stimme von dem David L. Jones ist schon reichlich nervig.
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