Forum: Offtopic Warum sind Oszis so teuer?


von Stefan (Gast)


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Hallo liebe Leute,

ich arbeite in der Softwareentwicklung, habe allerdings auch Ahnung von 
Elektronik.
Jedoch tut sich mir seit geraumer Zeit die Frage auf, weshalb 
Oszilloskope von Tektronix, Le Croy etc. derart teuer sind (30 kEuro?)

Was macht diese Technik derart teuer?


Sorry für die Frage, aber es erschließt sich mir einfach nicht.


Gruß
Stefan

von Ich (Gast)


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Warum kostet ein Bentley so viel mehr als ein Dacia?

von Chris (Gast)


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Das ist reinste HF-Technik... Das kostet nun mal, weil nicht jeder Depp 
sowas entwickeln kann...

von Dominik S. (dasd)


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Stefan schrieb:
> Was macht diese Technik derart teuer?

Sehr hohe Genauigkeit / Performance und viele, viele Funktionen.

Das resultiert in einer extrem aufwendigen Entwicklung.
Bei einem solchen Oszi hast du zwar viel Software, aber auch sehr 
aufwändige Hardware.
Softwareentwicklung ist heute "billig" - Hardwareentwicklung kostet.

Dazu müssen die Komponenten in solchen Messgeräten im Vergleich zu 
anderen Gerätschaften schon eher hochwertig sein, um Genauigkeit zu 
garantieren - das führt natürlich zu einem höheren Hardwarepreis.

Nicht zuletzt wirst du wie bei allen Markenprodukten auch den Namen 
mitzahlen.

von ??? (Gast)


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...weil die zur Entwicklung und Produktion nötigen Resourcen plus der 
Wasserkopf und der Vertrieb plus der Gewinn ...
geteilt durch die verkaufbare Stückzahl eben einen solchen Preis 
ergeben.

Wäre es nicht so, würden alle Firmen nur noch solche Geräte verkaufen 
oder die Herseller wären Pleite!

Die Kosten entstehen dabei in der Entwicklung.
Die verkaufbare Menge ist dabei sehr begrenzt.

von Udo S. (urschmitt)


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In Verbindung mit überschaubarer Stückzahl.
Wenn vom I-Phone nur 1000 Stck/Jahr verkauft werden würde müsste es auch 
30000 Euro kosten um die Entwicklungskosten wieder reinzuholen.

von Markus M. (Firma: EleLa - www.elela.de) (mmvisual)


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Und der ganze ISO9001 Quatsch kostet auch nochmal extra, was sich 
preistreibend auswirkt.

von ms (Gast)


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Außerdem ist der Markt nicht so üppig. Die hohen Entwicklungskosten 
müssen auch über geringere abgesetzte Stückzahlen wieder reingeholt 
werden.

von Udo S. (urschmitt)


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??? schrieb:
> Die Kosten entstehen dabei in der Entwicklung.

Falsch, die Geräte entstehen in der Entwicklung
Kosten entstehen durch Vertrieb und sonstiger Wasserkopf :-)

von Freddy (Gast)


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Kommt drauf an, was man für Anforderungen stellt =)
Ich sag nur...:
http://www.batronix.com/versand/oszilloskope/Rigol-DS1102E.html

von Klaus B. (butzo)


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Stefan schrieb:
> weshalb
> Oszilloskope von Tektronix, Le Croy etc. derart teuer sind (30 kEuro?)
Also meins hat vor 35 Jahren schon 65 kEuro gekostet, die Preise sind 
eher gesunken.
In Relation zu 1980 ist alles schweinebillig, Computer und Halbleiter 
sowieso.

> Was macht diese Technik derart teuer?
Niedrige Stückzahl und bei Analogen die komplizierte Technik.



Butzo

von Gregor B. (Gast)


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Je größer die Bandbreite, die Kanalanzahl, die Funktionen, die 
Samplerate, die Speichertiefe, um so höher der Preis.

Ich habe gerade mit jemandem von Datatec gesprochen, die haben auch 
solche Boliden wie das Agilent DSOX96204Q für fast 333.000€ + MWSt. im 
Programm.
Von diesen Geräten wird ab und zu mal eins an ein Forschungsinstitut 
oder an eine Universität verkauft der Markt ist also extrem klein.

Das Oszilloskop hat allerdings eine Analog-Bandbreite von 63GHz. Die 
Entwicklung hat mit Sicherheit ein Vermögen gekostet, in dem Ding 
werkeln für Agilent speziell entwickelte ASICs, die Leiterplatten sind 
echtes HF-Design mit Impedanzkontrolle, ...

Daher der Preis.

von Eumel (Gast)


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Udo Schmitt schrieb:
> In Verbindung mit überschaubarer Stückzahl.
> Wenn vom I-Phone nur 1000 Stck/Jahr verkauft werden würde müsste es auch
> 30000 Euro kosten um die Entwicklungskosten wieder reinzuholen.

Wohl doch eher noch ein "bisschen" mehr.

von Gregor B. (Gast)


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von Reinhard Kern (Gast)


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Gregor B. schrieb:
> Das Oszilloskop hat allerdings eine Analog-Bandbreite von 63GHz

Da bekommt man sogar etwas für sein Geld - die Bandbreite ist ja 100mal 
höher als bei einem gebräuchlichen Werkstattoszi. Im Gegensatz dazu kann 
man mit einem Rolls Royce keineswegs 100mal so schnell fahren und in 
eine Louis-Vuitton-Tasche passt überhaupt nicht mehr rein als in eine 
Einkaufstüte.

Stefan schrieb:
> habe allerdings auch Ahnung von
> Elektronik.

> aber es erschließt sich mir einfach nicht.

Die beiden Aussagen stehen in Widerspruch zueinander.

Gruss Reinhard

von Dirk J. (dirk-cebu)


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Gregor B. schrieb:
> Hier kannst Du mal in so ein Monster reingucken:
>
> 
http://www.eevblog.com/2012/08/28/eevblog-342-agilent-90000-oscilloscope-teardown/

Nur die Stimme von dem David L. Jones ist schon reichlich nervig.

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