Forum: Offtopic Commodore SR4148R mit frischen Akkus bestücken


von M. H. (thorax)


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Hallo Community,

ich bin kürzlich auf einem Flohmarkt über einen Commodore SR4148R 
Taschenrechner gestolpert und hab ihn recht günstig erstanden. 
Allerdings scheint der Vorbesitzer die zugehörigen Akkus (sieht man 
hier: 
http://www.vintage-technology.info/pages/calculators/commodore/co4148r.htm 
ganz gut) entfernt und die Kabel irgendwie umgelötet.
Ich hoffe nun, daß einer von euch ebendiesen Taschenrechner besitzt und 
mir sagen kann wie ich Akku, Netzbuchse und Hauptplatine bzw. 
Ladeschaltung verkabeln muss um das gute Stück wieder zum laufen zu 
kriegen.

Danke schon mal für die Hilfe,

Gruß,
Thorax

von Wilhelm F. (Gast)


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M. Herberts schrieb:

> ich bin kürzlich auf einem Flohmarkt über einen Commodore SR4148R
> Taschenrechner gestolpert und hab ihn recht günstig erstanden.

Ja, ich hab ihn noch, 1976 für 139DM bei Quelle gekauft. Das war damals 
für die Zeit schon ein gutes Gerät.

Den zweiten Akkusatz habe ich inzwischen auch defekt entfernt. Wenn er 
keine Akkus mehr hat, sollten sich an dieser Stelle aber noch die beiden 
Anschlußdrähte befinden. Die Akkus hielten auch nie länger als 2-3 
Jahre, bei mäßigem Gebrauch. Deshalb glaube ich, daß da irgendwas Murks 
sein könnte, vielleicht die Ladeschaltung. Jedoch habe ich den Ladestrom 
nie gemessen.

Der Akkubetrieb lohnt eigentlich nicht, gibt nicht mehr als 2-3 Stunden 
Betriebsdauer her. Man betreibt ihn am besten mit dem Steckernetzteil, 
und der läuft dann auch ohne Akkus.

Die NiCd-Akkus hatten damals typisch 500mAh Kapazität. Heute gibt es 
welche mit erheblich mehr Kapazität bei gleicher Bauform. Allein aus 
diesem Grunde könnte es einen Versuch wert sein.

Richtig zerlegt habe ich das Gerät auch nie, weil ich den 
Befestigungsmechanismus im Inneren nicht richtig kenne. Möglicherweise 
reißt man da was auseinander, was man nicht mehr zusammen bekommt.

von Icke ®. (49636b65)


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Wilhelm Ferkes schrieb:
> Möglicherweise
> reißt man da was auseinander, was man nicht mehr zusammen bekommt.

Genau deswegen habe ich mir den Akkuwechsel bei meinem bisher 
verkniffen. Die Kabel führen, wie auf dem Bild zu sehen, unter dem 
Folienleiter zur Platine. Man müßte die Platine ausbauen und den 
Folienleiter hochbiegen, um dranzukommen. Bei einem >30 Jahre alten 
Gerät erscheint mir das zu riskant, irgendwas bricht dabei mit 
Sicherheit weg.
Erstanden hatte ich den Ende der 80er für -ich glaube- 150 Ostmark im 
A&V und er hat mir lange Zeit gute Dienste geleistet. Jetzt verbringt er 
seinen Ruhestand wohlverwahrt in der Schublade.

von Wilhelm F. (Gast)


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Icke ®. schrieb:

> Genau deswegen habe ich mir den Akkuwechsel bei meinem bisher
> verkniffen.

Ach du hast auch noch so einen. ;-)

> Man müßte die Platine ausbauen und den
> Folienleiter hochbiegen, um dranzukommen. Bei einem >30 Jahre alten
> Gerät erscheint mir das zu riskant, irgendwas bricht dabei mit
> Sicherheit weg.

Genau das wars bei mir auch. Ich wollte ja immer mal die Bauteilseite 
voll sehen, iss aber nicht.

> und er hat mir lange Zeit gute Dienste geleistet

Er rechnete sehr genau. Es gibt ja da diverse Tests, mit Brüchen, die 
nach der Multiplikation mit dem Nenner wieder das Originalergebnis haben 
sollten.

Das Steckernetzteil habe ich noch, verwendetete es aber für einen 
anderen Gebrauch, und betrieb meine DCF77-Uhr länger als 10 Jahre damit. 
Inzwischen brach das Gehäuse durch Überhitzung des Trafos auseinander, 
wie Bakellit. Obwohl die neuere Schaltung erheblich weniger 
Energiebedarf als der Rechner hat. Der Trafo wird schon im Leerlauf 
heiß, daß man sich die Finger daran verbrennt, aber das schiebe ich 
nicht alleine auf die Erhöhung der Netzspannung von 220V nach 230V 
zwischenzeitlich.

Das Netzteil hat Zweiweggleichrichtung mit zwei Standarddioden, eine 
Feinsicherung gibt es gar nicht, aber eine Einweg-Termosicherung gegen 
Überhitzung im Steckergehäuse. Der Elko überlebte die Hitze-Eskapaden 
aber über die 37 Jahre.

> Jetzt verbringt er
> seinen Ruhestand wohlverwahrt in der Schublade.

Jep, der ist bei mir auch so ein Museumsstück. Bekommen tut man dafür ja 
auch nichts mehr.

Apropos Akkuwechsel: Das ging doch ganz leicht. Man muß nur die Zellen 
mit Lötfahnen kaufen.

von Yalu X. (yalu) (Moderator)


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Das scheint doch ein recht beliebter Rechner gewesen zu sein, ich habe
nämlich auch einen :)

Die Akkus habe ich ebenfalls schon einmal gewechselt, wobei der zweite
Akkusatz natürlich auch schon längst hinüber ist. Ich würde deine
Anfrage gerne zum Anlass nehmen, einen dritten Akkusatz einzubauen und
dir dann anhand eines Fotos zu zeigen, wie er angeschlossen wird. Leider
liegt der Rechner in meinem Elternhaus, wo ich frühestens übernächstes
Wochenende vorbeikomme. Wenn du bis dahin noch nicht erfolgreich bist
(was ich aber kaum glaube), kann ich hier die Infos posten. Einem alten
HP könnte ich bei der Gelegenheit ebenfalls wieder Leben einhauchen :)

Zu dem Rechner selbst: Der ist sehr ergonomisch, weil praktisch alle
Funktionen (bis auf die zyklometrischen) direkt (ohne Shift-Taste)
erreichbar sind. Außerdem hat er zwei Speicherregister (ebenfalls mit
nur einem Tastendruck erreichbar) und ein paar für damalige Verhältnisse
sehr fortschrittliche Funktionen wie die Umrechnung von Polar- in recht-
winklige Koordinaten und umgekehrt, Mittelwert und Standardabweichung.
Von den nichtprogrammierbaren Rechnern war er damals sicher eins der
Topmodelle.

von Wilhelm F. (Gast)


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Yalu X. schrieb:

> Das scheint doch ein recht beliebter Rechner gewesen zu sein, ich habe
> nämlich auch einen :)

Ach, noch einer, dann sind wir schon zu dritt.

> Ich würde deine
> Anfrage gerne zum Anlass nehmen, einen dritten Akkusatz einzubauen und
> dir dann anhand eines Fotos zu zeigen, wie er angeschlossen wird.

Ich würde den neuen Akkusatz auch vor schlagen, alleine weil die Akkus 
heute schon viel höhere Kapazitäten haben als damals, und man das Gerät 
vielleicht mal zehn Stunden statt drei Stunden mit Akkus betreiben 
könnte.

Normalerweise müßten dort, wo der Akkusatz mal war, in dem Hohlraum im 
Gerät, aber wenigstens zwei Drähte heraus schauen, die mal an den 
Lötfahnen angelötet waren.

von Icke ®. (49636b65)


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Yalu X. schrieb:
> und ein paar für damalige Verhältnisse
> sehr fortschrittliche Funktionen wie die Umrechnung von Polar- in recht-
> winklige Koordinaten und umgekehrt, Mittelwert und Standardabweichung.

Nicht zu vergessen die mehrfach setzbaren Klammern, austauschbare 
Arbeitsregister und der für einen Taschenrechner riesige Rechenbereich 
(10 native Stellen, größere Zahlen über zusätzliche 2-stellige 
Exponentenanzeige). Überlauf war da fast unmöglich.

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