Hi, durch einen andere Thread hier im Forum bin ich auf diese webseite aufmerksam geworden: http://www.glacialwanderer.com/hobbyrobotics/?p=490 Hier baut einer einen Air Gap Flash um Hochgeschwindigkeitsfotografien zu erstellen. Unbeachtet der technischen Diskussion im anderen Thread würde mich folgendes interessieren. Auf dieser webseite ist ein blaues Bild zu sehen, auf welchem mehrere Glasröhrchen durchschossen werden (man muss runter scrollen bis etwa knapp über der Hälfte der webseite). Ich möchte aufgrund des copyrights das Bild hier nicht kopieren, es hat dem Autor vermutlich große Mühe bereitet dieses Bild zu erstellen... Während die Kugel bereits beim achten Glassröhrchen angekommen ist, steht das erste Glassröhrchen quasi frei in der Luft, es hat also noch nicht "angefangen nach unten zu fallen". Ich verstehe das nicht! Wenn der untere Teil des Röhrchen fehlt hat der obere Teil keinen festen Stand mehr und wird von der Schwerkraft nach unten gezogen. Wieso sollte hier eine Verzögerung stattfinden? Die Masseträgheit kann meiner Meinung nach hier nicht greifen da dass Objekt nicht in Bewegung war, und somit auch keine gegenläufige Kraft im Spiel ist. Ein bewegungsloser Körper erfährt eine Bewegung sofort dann, wenn die Schwerkraft wirkt, oder!? Das erinnert mich irgendwie an den Roadrunner und den Kojoten, der Kojote schaut auch immer erst nach unten, dann in die Kamera und fällt erst dann in die Schlucht ;-)
Du kannst ja mal abschätzen, wie weit das Röhrchen in dem kurzen Zeitraum nach unten fällt. Das wird so wenig sein, dass du es auf dem Bild gar nicht erkennen kannst.
Jeffrey Lebowski schrieb: > Während die Kugel bereits beim achten Glassröhrchen angekommen ist, > steht das erste Glassröhrchen quasi frei in der Luft, es hat also noch > nicht "angefangen nach unten zu fallen". > > Ich verstehe das nicht! > Wenn der untere Teil des Röhrchen fehlt hat der obere Teil keinen festen > Stand mehr und wird von der Schwerkraft nach unten gezogen. Wieso sollte > hier eine Verzögerung stattfinden? Wieviel Zeit ist vom Durchschusses des ersten Glasstabes bis zum Zeitpunkt der Aufnahme vergangen? Wie weit kann der obere Teil des Glasstabes in dieser Zeit fallen? > Die Masseträgheit kann meiner Meinung nach hier nicht greifen da dass > Objekt nicht in Bewegung war, und somit auch keine gegenläufige Kraft im > Spiel ist. > Ein bewegungsloser Körper erfährt eine Bewegung sofort dann, wenn die > Schwerkraft wirkt, oder!? relativistische Effekte mal ausgenommen (nach denen kann es keinen tatsächlich starren Körper geben, der sich als ganzes in einem Rutsch in Bewegung setzt ). Ja. Die Frage ist allerdings, wieviel Geschwindigkeit kein ein Körper unter Einfluss der Gravitation in 1/1000 Sekunde aufbauen und welchen Weg legt es daher dabei zurück?
Jeffrey Lebowski schrieb: > Die Masseträgheit kann meiner Meinung nach hier nicht greifen Warum soll die nicht greifen. Die Massenträgheit greift immer, wenn ein Objekt seinen Geschwindigkeit ändert. Vorher war der Glasstab in Ruhe, jetzt beginnt er zu fallen. Klar kommt da Massenträgheit ins Spiel. Die ist sozusagen in F = m * a dv = a * dt ds = dv * dt inheränt eingebaut.
Yalu hat die Antwort schon gegeben, außerdem kann es sein, dass durch die keilförmige Spitze der obere Teil der Glasröhre beim Durchschlagen ein wenig nach oben gedrückt wird. Wenn ich mal abschätze, dass die Kugel mit fast Schallgeschwindigkeit (ich sag mal 300m/s) fliegt und die Strecke zwischen erster und letzter Glasröhre 20cm ist, dann hat die Kugel 1/1500s für das Durchfliegen der Strecke gebraucht, oder die erste Röhre ist 0,66ms lang frei gefallen. Die Beschleunigung in unten-Richtung ist 10m/s². Die Geschwindigkeit ist das Integral darüber, also t*10m/s² und die Strecke ist das Integral über der Geschwindigkeit, also s=[t²*10m/s²]von 0..0.00066s. Der Taschenrechner gibt mir eine Fallstrecke von 4,35µm aus.
Jeffrey Lebowski schrieb: > Ein bewegungsloser Körper erfährt eine Bewegung sofort dann, wenn die > Schwerkraft wirkt, oder!? Nein. Ein Körper erfährt eine BESCHLEUNIGUNG sofort dann, wenn die Schwerkraft wirkt (resp. diese nicht mehr durch andere Kräfte kompensiert wird). Diese Beschleunigung ist nun eben unabhängig von der Masse, weil ja mehr Masse mehr Trägheit, aber auch mehr Schwerkraft bewirkt. Und da es zwischen Beschleunigung und Geschwindigkeit ein Integral über die Zeit gibt, ist esim ersten Moment wirklich so, dass die Glasröhrchen (fast) still in der Luft hängenbleiben. Wenn auch nicht ganz so krass wie beim RoadRunner. :-)
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