Das Relais ist in der Schaltung nicht nur Aktor sondern auch Sensor.
Die Relaisspule "misst" den "Spannungsabfall" am Betriebskondensator,
bzw. genau genommen, was an der Motorspule an Spannung "noch ankommt".
Dei Stehenden Rotor (=Anlauf) fehlt die Gegen-EMK. Die Motorwicklung
nimmt viel Strom auf, der Betriebskondensator (und der über den Öffner
des Anlaufrelais zugeschaltete Anlaufkondensator) begrenzt den Strom.
Die Spannung an der Motorwicklung ist klein. Wenn der Rotor anfängt zu
drehen, entsteht im der Motorwicklung die Gegenspannung. Der Strom geht
runter, die Induktivität der Motorwicklung rauf, die Spannung an den
Anschlußklemmen der Motorwicklung steigt, das Anlaufrelais zieht an und
trennt den Anlaufkondensator ab.
Wenn die Kondensatoren und der Motor (und die mechanische Last an der
Welle) nicht richtig aufeinander abgestimmt sind, funktioniert es nicht.
Wenn es nicht geht, dann versuche erst mal mit einem Spannungsteiler an
230Vac herauszufinden, bei welcher Spannung das Relais schaltet.
(Vorsicht gefährliche Spannung!!!)
Dann miss die Spannung an der Motorwicklung wenn beiden Kondensatoren
gleichzeitig angeschlossen sind. (wieder gefährliche Spannung) Hinweis,
der Anlaufkondensator sollte nicht dauerhaft an Spannung liegen. Der ist
nur für wenige Stunden Gesamtlebensdauer gebaut (deshalb macht man ja
den ganzen Aufriss)
Wenn die Spannung jetzt kleiner ist als die Relaisspannung ist einer der
Kondensatoren (oder der Motor defekt)
Kondensator Schnelltest (Spannungfestigkeit der Kondensatoren beachten):
230Vac anlegen und den Strom messen (was ist jetzt wohl die Warnung?)
C[µF] = 1000 x gemessener Strom[mA] / (230 x 314)
Für einen 50µF Kondensator wird etwa 3,5mA erwartet
Motorwicklung Schnelltest:
zwischen allen drei Anschlüssen sollte jeweils der gleiche Widerstand zu
messen sein (+/- 10%)