Hallo,
hab hier den Rechner eines Kumpels stehen, der von einem Trojaner
befallen sein soll. Seine Volksbank hatte ihm das Online-Banking
gesperrt und ihn über den Befall seines Rechners schriftlich informiert.
Soweit so gut.
Nun bin ich auch nicht der PC Experte und hoffe mal, dass mir hier
jemand weiterhelfen kann.
Als erstes hatte ich mir die Rescue Disks von Antivir und Kaspersky
gezogen und habe beide mal komplett alle Partitionen dieses Rechners
etc. checken lassen, doch zu meiner Verwunderung wurde kein Virus
gefunden.
Hat jemand Ideen wie ich weiter vorgehen könnte?
Auf dem Rechner befinden sich auf einer reinen Datenpartition Dateien,
die ich auf einer externe Festplatte sichern möchte. Ist dieses Vorgehen
OK wenn ich diese Festplatte anschliessend noch einmal mittels eines
Virenscanners an einem PC scanne!
Vielen Dank für eure Hilfe & Gruss,
Jens Seibert
Es gibt heute Viren die von den Virenscannern nicht entdeckt werden
(MalWareBytes ist noch ganz ok) aber in ein paar Jahren. So was fällt
mir beim Scannen meiner Archive auf. Aber ob in deinem Fall nicht die
eMail der Volksbank der eigentliche Virus ist? Also meine gesperrten
PayPal Konten sind allesamt Fakes.
Trojaner, die von Scannern nicht entdeckt werden, sind leider nicht
ungewöhnlich, Offline-Scanner eingeschlossen. Insbesondere
Banking-Trojaner gehören dazu.
Tja nun, sind denn ALLE Speichermedien gescannt ?
Am sinnvollsten ist es den Rechner komplett neu aufzusetzen und dabei
auch die Partitionstabelle zu nullen.
Dann wenn alles wieder so läuft wie es soll ein Image erstellen und wenn
es wieder passiert hat man es in Minuten repariert.
Darauf achten das Userdaten und Programmdaten getrennt sind !
Was hat denn die Bank geschrieben warum sie denkt da ist ein Trojaner ?
Es kann ja auch ein ManInTheMiddle Attacke sein oder sein Router ist
kompromittiert ?
Gute Infos und Hilfe zu Reparatur findet sich z.B. bei
http://www.trojaner-info.de/
Da mal nachfragen ;-)
es kann sein das der Befall schon etwas länger her ist, ist also
durchaus möglich das der aktuelle PC ok ist
evt. gabs mal nen Online Bankbesuch von nen anderen PC aus ?
die Banken erfahren das ja auch nicht direkt vomPC sondern
vermutlich erst dann wenn die Online Bankdaten irgendwo auftauchen
Ich habe mittlerweile einige Artikel zum Thema gelesen und glaube, dass
ich an einem Neuaufsetzen des Systems nicht mehr vorbeikomme. Was mir
nur etwas Kopfzerbrechen bereitet ist die Datenpartition. OK, die darauf
befindlichen Dateien speichere ich extern zwischen, wenn ich Pech hab
kopier ich den Trojeaner einfach mit !?!
Online-Banking mache ich nur mit einer Linux-Live-CD aus einem
Linux-Heft.
Das Betriebssystem wird von CD gebootet, irgendwelche Viren und Trojaner
auf der Festplatte sind damit wirkungslos.
Die meiner Ansicht nach zur Zeit sicherste Methode.
Jens Seibert schrieb:> OK, die darauf> befindlichen Dateien speichere ich extern zwischen, wenn ich Pech hab> kopier ich den Trojeaner einfach mit !?!
Weshalb darauf auch keine ausführbaren Dateien was zu suchen haben.
bluppdidupp schrieb:> Nutzen ggf. noch andere Leute den Internetanschluss des Kumpels und>> könnten für den Brief ursächlich sein?
...das kann nicht die Ursache sein, davon bekommt die Bank nichts mit.
Die Bank bekommt über Ihr Rechenzentrum einen Hinweis, dass Zugangsdaten
Ihrer Kunden auf betrügerischen Servern gefunden wurden. Die
Rechenzentren der Banken stehen dazu in engem Kontakt mit den Behörden.
In der Regel lässt sich auch noch eingrenzen über welchen Trojaner der
Diebstahl der Zugangsdaten erfolgt ist. Jetzt muss sich nur noch der
Kumpel erinnern, von welchem Rechner er Online-Banking gemacht hat...
muss ja nicht unbedingt von zu Hause gewesen sein....
bluppdidupp schrieb:> Nutzen ggf. noch andere Leute den Internetanschluss des Kumpels und> könnten für den Brief ursächlich sein?
Welche Möglichkeit hat eine Bank, eine solche Aussage zu treffen?
Beispielsweise Zugangsversuche aus bekannt riskanten und für einen
deutschen Kunden ungewöhnlichen Weltregionen. Zugangsmuster, wie sie für
Trojaner typisch sind. Und mehr in dieser Art. Die Zuordnung zum Kunden,
die zum Brief und der Sperre führte, erfolgte wahrscheinlich über diesen
Zugangsversuch.
Welche Möglichkeit hat sie nicht: Konkreten PC-Befall feststellen, oder
eine Identifikation des PC-Anschlusses à la Filesharing-Abmahnung
duchzuführen. Diese Möglichkeit hat nicht die Bank, wohl aber der
Provider - da würde sich dann ggf. der Provider melden (einen solchen
Fall hatte ich mal auf dem Schreibtisch).
Die Aussage, dass ein Trojaner im Spiel ist, wird sich nicht
notwendigerweise auf einen konkreten PC oder einen konkreten
Internet-Anschluss beziehen. Das kann auch jedes andere Gerät gewesen
sein, mit dem man mal in der Bank war. Infizierte Fremd-PCs am eigenen
DSL-Anschluss spielen also wahrscheinlich keine Rolle.
A. K. schrieb:> Die Aussage, dass ein Trojaner im Spiel ist, wird sich nicht> notwendigerweise auf einen konkreten PC oder einen konkreten> Internet-Anschluss beziehen
Genau. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird sich das nichtmal auf einen
konkreten Vorfall beziehen. Der Onlinezugang wird ebenso gesperrt, wenn
die Kontodaten - aus welchen Gründen auch immer - im Internet
auftauchen. Das muss nichtmal selbstverschuldet sein, wird einem aber
als Trojanerbefall verkauft. Alles schon dagewesen.
Vielleicht den pc mal bei www.trojaner-board.de vorstellen. Die leiten
einen durch die sehr zeitintensive, aber vielleicht auch sinnvolle
Durchsuchung.
@all
Vielen Dank für die hilfreichen Kommentare. Ich werde heute meinen
Kollegen mal kontaktieren, um mal herauszufinden von welchen Rechnern er
sein Online-Banking betrieben hat.
Gruss,
Jens
Hatte erst gestern eine Mail auf dem Rechner mit der bitte mein Pay Pal
Konto zu checken.Kam aus Honkong.Dann noch eine Mahnung über 700 Euro
,kam aus Südfrankreich...alles Futter für meinen Schredder .:-)Wer alle
Mails neugierig mit rumchlicken an der falschen Stelle bearbeitet dem
hilft nicht mal der liebe Gott.
@prx technisch gesehen hat ein Webseitenbetreiber eine Zuordnung "IP zu
Nutzer zu einem gegebenen Zeitpunkt" in dem Moment wo Du seine Seite
besuchst und Dich dort anmeldest... und könnte theoretisch zumindest
"Fernwartungstools" erkennen die sich per UPnP (oder an einem Anschluss
ohne Router) gemütlich einen dafür bekannten Port aufschalten und dort
auf eine verdächtige Weise reagieren... so altmodisch werden die
Halunken aber wohl eher nicht vorgehen :)
Andy D. schrieb:> @prx technisch gesehen hat ein Webseitenbetreiber eine Zuordnung "IP zu> Nutzer zu einem gegebenen Zeitpunkt"
Ich bezog mich auf den Betreiber der Seite der Bank. Und dem sind die
Benutzerdaten in dem Moment bekannt, indem der Benutzer sich mit einer
Kennung einloggt, oder es mit einer existierenden ID versucht.
Aus der IP heraus wird die Bank jedoch sicherlich von sich aus keine
Versuche anstellen, daraus auf einen bestimmten Internet-Anschluss oder
gar PC zu schliessen. Abgesehen vom entstehenden und für die Bank
uninteressanten Aufwand fehlt dafür die rechtliche Grundlage. Die Bank
könnte lediglich die Daten zu IP und Zeitpunkt dem Benutzer als
Hilfestellung mitteilen.
Wobei schon die daraus abzuleitende Protokollierung von Webzugriffen
rechtlich interessant sein könnte. Bei solchen Seiten hätte ich zwar
keine Einwände, aber solche Protokolle sind ein heisses Eisen.
@prx agreed was die Praxis angeht. Ich hatte mich nur ein wenig an "hat
die Möglichkeit nicht" vs "wird in der Praxis die vorhandenen
Möglichkeiten aus guten Gründen nicht nutzen" gerieben... :)