Forum: Offtopic Geräte für militärische/taktische zwecke


von Ersi (cell85)


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Hi,

ich wollte mal fragen ob jemand von euch Erfahrungen hat, wie es ist, 
wenn man ein Sensorsystem herstellt der für industrielle und 
militärische zwecke verwendet werden kann.
Wo und welche Behörde wäre denn dafür Zuständig  um Fragen zuklären wie 
bspw:
- ob man diese ins Ausland verkaufen würde/könnte ohne eine Genehmigung?
In Amerika gibt es ITAR.
- Wie es mit dem Import/Export generell ausschaut
- Eine Lizenz benötigt

Geht um einen Infrarodwärmebildsensor mit Tracking-vorrichtung, man 
könnte es ebensogut als Zielverfolgungssystem nutzen.

Daher würde ich gerne mal fragen ob da jemand spontan eine Idee hat.
Der Kollege beim Bund ist erst nächste Woche wieder da :(

Viele Grüße

von uiii (Gast)


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Militaerisch. Eine schlechte Idee ... Ploetzlich stehen irgendwelche 
Typen auf der Matte und wollen deine Firma. Auch wenn das Produkt nur 
aus zwei trivialen Transistoren besteht. Es gibt immer irgendwelche, die 
dein Produkt nicht lustig finden. Allenfalls musste das Produkt ueber 
eine oder zwei Tarnfirmen verkloppen. Und natuerlich dual-Use 
ausschliessen.

von Arkan D. (arkandoca)


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Sven S. schrieb:

>
> Geht um einen Infrarodwärmebildsensor mit Tracking-vorrichtung, man
> könnte es ebensogut als Zielverfolgungssystem nutzen.

Darf in diesem Fall 9Hz Bildwiederholrate nicht überschreiten bzw. mit 
"Trackingausgang" nicht in Staaten mit Indizierung/Embargo versendet 
werden.

Wichtig! Es gibt einige FPGA-Hersteller die eine Verwendung für solche 
Zwecker ausschließen (bei der Softwarelizenz)

von Gregor B. (Gast)


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Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle

http://www.bafa.de

von Georg G. (df2au)


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Bundesamt für Ausfuhrkontrolle

von Reinhard Kern (Gast)


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Hallo,

das sind 2 Fragen, die gegenläufig zu beantworten sind:

1. kann ich mein Produkt ans Militär liefern.

2. Darf ich es sonstwohin liefern.

Zu 2. gibt es das Wassenaar-Abkommen (früher COCOM) und das deutsche 
Kriegswaffen-Kontrollgesetz.

Zu 1. brauchst du eine Geschäftsbeziehung zu einer Beschaffungsbehörde, 
z.B. NAMSA, die kümmern sich dann um das weitere wie 
Sicherheitsüberprüfungen. Beziehungen sonstiger Art sind auch äusserst 
nützlich (deswegen heissen sie auch nützliche Beziehungen).

Die meisten Firmen, auch grosse wie Airbus, gründen für sowas eigene 
Firmen, da sprechen viele Gründe dafür, z.B. dass die Kunden möglichst 
nicht im Spiegel lesen, dass ihr Lieferant XYZ auf der Waffenmesse in 
Dubay ausstellt.

Grosse Hoffnungen würde ich mir allerdings nicht machen, ein 
Zielfindungssystem hat heute schon fast jede Waffe ausser Pistolen und 
Gewehren, und wir stehen an der Schwelle zum selbstständig asgierenden 
Kampfroboter.

Gruss Reinhard

von Ersi (cell85)


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Hi danke für die Infos.

Es geht nicht darum ein Zielfindungssystem zu vermarkten sondern wie es 
ausschaut, wenn ein Kunde in Dubai das System bestellt und vorgibt 
eigentlich seine industriellen Güter tracken zu wollen und es aber dann 
als Lenkwaffensystem an den Iran weiterverkäuft.

Das bedeutet das System könnte dafür ausgenutzt werden und daher bedarf 
es einer Ausfuhrgenehmigung (wie in den USA => ITAR)?!

Aber ich denke das Bafa kann mir die Frage beantworten.

Vielen Dank

von Reinhard Kern (Gast)


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Sven S. schrieb:
> Aber ich denke das Bafa kann mir die Frage beantworten.

Da brauchst du dir keine grossen Sorgen drum machen, wenn du dein Zeug 
einfach ausführst, steht halt mal ein SEK vor der Tür - wobei die sich 
mit Türen nicht lang aufhalten.

Gruss Reinhard

von Ersi (cell85)


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Ja die können auch klingeln dann gibts Kaffee und Kuchen in der Lobby :)

von Thomas E. (thomase)


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Sven S. schrieb:
> wenn ein Kunde in Dubai das System bestellt und vorgibt
> eigentlich seine industriellen Güter tracken zu wollen und es aber dann
> als Lenkwaffensystem an den Iran weiterverkäuft.
Kannst du ganz beruhigt sein. Vorher steht der Mossad bei dir vor der 
Tür und macht dich kalt.

Mach dir einen Kopf darum, wenn es soweit ist. Jedes elektronische 
Bauteil lässt sich militärisch verwenden und könnte dazu benutzt werden, 
eine Atombombe zu zünden.

Sven S. schrieb:
> Geht um einen Infrarodwärmebildsensor mit Tracking-vorrichtung, man
> könnte es ebensogut als Zielverfolgungssystem nutzen.
Das ist doch heute nichts Besonderes. Das hat doch jede Bauernarmee.

mfg.

von Zer.Troll (Gast)


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>Das ist doch heute nichts Besonderes. Das hat doch jede Bauernarmee.

Aber genau bei der gibt man vor, die technologisch kurz halten zu 
wollen.

von Thomas E. (thomase)


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Zer.Troll schrieb:
> Aber genau bei der gibt man vor, die technologisch kurz halten zu
> wollen.
Und deswegen decken die sich auf dem Schwarzmarkt ein, der sich ohnehin 
jeglicher Kontrolle entzieht.

Sven S. schrieb:
> Geht um einen Infrarodwärmebildsensor mit Tracking-vorrichtung, man
> könnte es ebensogut als Zielverfolgungssystem nutzen.

Die ganze Fragestellung ist doch vollkommen lächerlich.
Alles, was unsereins bauen kann, kann der Iran auch bauen. Und zu den 
wirklich militärisch "interessanten" Sachen hat keiner von uns 
irgendeinen legalen Zugang.

mfg.

von Pete K. (pete77)


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Thomas Eckmann schrieb:
> Und zu den
> wirklich militärisch "interessanten" Sachen hat keiner von uns
> irgendeinen legalen Zugang.

Und wenn das hier gepostet wird, dann hat man vermutlich das VS-NfD oder 
höher nicht beachtet :-)

von Friedhofsgärtner (Gast)


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> "interessanten" Sachen hat keiner von uns
> irgendeinen legalen Zugang.

Japaner haben Raketen mit Teilen gebaut, die in jedem besseren Kaufhaus 
zu beschaffen waren, stand in der Presse. Sind jetzt Bratpfannen 
"dual-use"?

von Thomas E. (thomase)


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Friedhofsgärtner schrieb:
> Sind jetzt Bratpfannen "dual-use"?
Dann lass dir mal eine über den Schädel ziehen. Dann hast du die 
Antwort.

mfg.

von Vor.Troll (Gast)


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>Alles, was unsereins bauen kann, kann der Iran auch bauen.

Um den geht es doch ueberhaupt nicht. Das Theater um die ist nur ein 
Medienereignis. Es geht darum die kleinen Firmen weltweit davon 
abzuhalten Militaerartikel zu bauen. Eine kleine unbewaffnete Drohne 
kann jeder, oder fast jeder bauen. Dieses Geschaeft soll aber den 
Grossen vorbehalten sein. Die duerfen dann auch rassig abkassieren.

Wenn ich die Preise sehe, die fuer eine kleine Ueberwachungsdrohne 
verlangt werden .. das schaff ich zusammen mit kollegen fuer einen 
Zehntel des Preises, inkl. Entwicklung. Und werd erst noch reich damit.

von Thomas E. (thomase)


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Vor.Troll schrieb:
> Es geht darum die kleinen Firmen weltweit davon
> abzuhalten Militaerartikel zu bauen.
Also eine Verschwörung.

mfg.

von Ben _. (burning_silicon)


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> Ja die können auch klingeln dann gibts Kaffee und Kuchen in der Lobby :)
Nachdem die geklingelt haben ist keine Lobby mehr da.

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