Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Falschen Eingangswiderstand am Oszi gewählt - Messungen zu retten?


von Daniel K. (daniel_da)


Lesenswert?

Hallo alle zusammen,

der Titel sagt eigentlich schon alles.
Ich habe letzte Woche Messungen gemacht, und dabei wohl versehentlich 
einen flaschen Eingangswiderstand am Oszi eingestellt.

Gemessen habe ich mit einem LECROY WS424 und einer Stromzange P6021 
(http://www.tequipment.net/pdf/Tektronix/P6021_Instructions.pdf)

Die Stromzange war auf die Auflösung 2 mA/mV eingestellt.
Das Oszi vermutlich nur auf 50 Ohm Eingangswiderstand.
Die Stromzange soll normalerweise mit 1 MOhm betrieben werden.
In meinen Messungen fehlt knapp der Faktor 10, genau kann ich das nicht 
sagen, da ich keine direkten Vergleichsmessungen habe und leider auch 
nicht machen kann.

Wäre gut, wenn ein alter Oszi Hase mir etwas helfen könnte.
Ich habe selbst schon versucht über den Spannungsteiler von (9 MOhm + 1 
MOhm) und (9 MOhm + 50 Ohm) etwas herzuleiten, aber das machte alles 
keinen Sinn.

Vielen Dank für eure Hilfe
Grüße
Daniel

von Werner M. (Gast)


Lesenswert?

Daniel K. schrieb:
> Wäre gut, wenn ein alter Oszi Hase mir etwas helfen könnte.

Der Eingangswiderstand des Oszi bildet mit dem Ausgangswiderstand der 
Stromzange einen Spannungsteiler. Wenn du Glück hast, ist der 
Ausgangswiderstand wohl definiert und nicht vom Signal abhängig.

Ohne Kalibrieren wird das IMHO nichts - aber anscheinend kennst du den 
Kalibrierfaktor ungefähr, oder?

von Daniel K. (daniel_da)


Lesenswert?

Hallo,

was meinst Du mit "Kalibrierfaktor"?
Die Stromzange mit der ich gemessen habe kann ich bei Bedarf noch einmal 
besorgen und falls nötig etwas messen.

Bei einem anderen Spannungs-Tastkopf war ein "Quellwiderstand" 
angegeben. Wenn ich mit diesem Quellwiderstand von 50 Ohm und meinem 
falschen 50 Ohm Eingangwiderstand nun davon ausgehe, dass in Wahrheit, 
dass doppelte am Eingang Vorlag, dann passen die Werte für die 
Spannungsmessung.
Ist das so richtig?

Die Strommessung muss ich jetzt auch noch korrigieren.
Danke für die Antwort!

von John D. (Gast)


Lesenswert?

Die Schaltung der Current Probe lässt auf eine höhere Ausgangsimpedanz 
als 50Ohm schließen:

http://www.ko4bb.com/Manuals/Tektronix/Tektronix_-_Probes/Tektronix_P6021_Current_Probe_and_Termination.pdf

Wie wichtig die Messergebnisse für dich oder andere(!) sind, musst du 
entscheiden. Davon abhängig wären entweder die Messungen zu wiederholen 
oder mit einer Testmessung herauszufinden, um wie viel die verwendete 
Current Probe bei Abschluss mit 50Ohm die Spannung abschwächt.

von Udo S. (urschmitt)


Lesenswert?

Ich gehe mal davon aus, daß du nicht nur Gleichspannung/strom gemessen 
hast, sondern irgendwelche Signalverläufe.
Also muss die komplexe Impedanz des Spsnnungsteilers stimmen, der 
Tastkopf, die Probe müssen abgeglichen sein, sonst integriert oder 
differenziert der Tastkopf.
Siehe Abgleich eines 10:1 Tastkopfes

von Daniel K. (daniel_da)


Lesenswert?

Hallo,

ich habe mir jetzt alle Messgeräte nochmal zusammengesucht und dann 
jeweils Vergleichsmessungen gemacht. Sieht soweit ganz gut aus.

Ich werde mir die Messwerte jetzt mal genauer anschauen.
Grüße und Danke
Daniel

Bitte melde dich an um einen Beitrag zu schreiben. Anmeldung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.
Bestehender Account
Schon ein Account bei Google/GoogleMail? Keine Anmeldung erforderlich!
Mit Google-Account einloggen
Noch kein Account? Hier anmelden.