Backofen-Uhr Platine mit <50V betreiben

Gast #3119404
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Hallo,

ich habe aus einem defekten AEG-Ofen die Timer/Uhrplatine (VFD) 
ausgebaut.
Jetzt habe ich vor, mir aus dem Teil eine Nachttischuhr/wecker zu 
basteln, aber das Ding mit 230V zu betreiben kommt nicht in Frage.

Ist es möglich die Uhr auch mit <50V zum Laufen zu bringen, bzw. welche 
Teile der Schaltung muss ich umgehen?

Im Anhang habe ich noch ein paar Bilder für Euch, vll. kann ja hier 
jemand helfen - das wäre klasse!

Danke schonmal für Eure Hilfe und Engagement!

Gruß,
Alexander
Angehängte Dateien:
Gast #3120391
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Gleichstrom hat keine Frequenz, also keine 50 Hz.
Da die Uhr keinen Quarz hat, braucht sie 50 Hz AC als Zeitbasis.
Du brauchst also einen Transformator, vermutlich mit 24V.

Ohne Schaltplan können wir Dir nicht genau sagen, was Du ändern musst. 
Dem Foto nach vermute ich, dass der Schaltplan ungefähr so aussieht:
1
 
2
                                               +  24V    -
3
                                               o         o
4
                                               |         |
5
                                               +---||----+ großer Elko
6
                                               |         | 
7
           0,68yF    Widerstand    ~  ___  +   |         |
8
     ~ O-----||--------[===]---------|   |-----+---|<|---+ Z-Diode ca 24V
9
220V                                 |   |               |
10
     ~ O-----------------------------|___|---------------+
11
                                   ~       -
12
                                  Gleichrichter
13
                               aus 4 großen Dioden

Falls das so stimmt, dann kannst Du den 24V Trnadformator an den Eingang 
des Gleichrichters anschließen. Auf Foto DSC01698.png wären das 
warscheinlich die Anschlüsse oberhalb und unterhalb der vier dicken 
Dioden. Drehe das Foto um 90° nach rechts, dann passt es zu dieser 
detail-Darstellung des Gleicxhrichters:
1
                          Ausgang +
2
                             O
3
                             |
4
Eingang ~ O-------+---|>|----+---|<|---+------- O ~ Eingang
5
                  |                    |
6
                  |                    |
7
                  +---|<|----+---|>|---+
8
                             |
9
                             O
10
                          Ausgang -

Aber bevor Du loslegst, prüfe, ob diese Skizzen mit der Platine überein 
stimmen.
Gast #3120400
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Da der Transformator in Spitze jedoch mehr als 24V liefert, wird die 
Z-Diode durchbrennen und die ganze Schaltung dann wegen Überspannung 
kaputt gehen.

Du brauchst also eine Strombegrenzung. Aus der Größe des Kondensator 
leite ich ab, dass die Schaltung für etwa 50mA gedacht ist.

Hier würde sich anbieten, einen Transformator mit 48V zu verwenden, 
sowie einem Widerstand in Reihe mit 480 Ohm 2 Watt. Am Widerstand fallen 
dann etwa 24V ab, so dass die Zener-Diode die Spannung regulieren kann.

Also im Prinzip ersetzt Du den 0,68yF Kondensator + Widerstand durch den 
Transformator + neuen Widerstand.
Gast #3121192
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>Eingang des Gleichrichters mit 24V DC füttere?

Dem Gleichrichter und Elko dahinter usw. ist das egal.
Gleichspannung bleibt Gleichspannung.

ABER: Irgendwo in der Schaltung ist ab Abgriff für 50Hz / 100 Hz.
Das ist die Zeitbasis für die Uhr, in aller Regel.
Ohne diese kann die Uhr vermutlich nicht laufen, denn die 50Hz vom AC 
Netz sind langzeitstabiler als ein billiger Quarz, falls überhaupt einer 
drauf ist auf der Schaltung (oft nur Keramikschwinger).

Kaputtgehen wird nix, du kannst es probieren um uns zu glauben.

Gruss
Gast #3121558
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Erich schrieb:
> Irgendwo in der Schaltung ist ab Abgriff für 50Hz / 100 Hz.
> Das ist die Zeitbasis für die Uhr, in aller Regel.
> Ohne diese kann die Uhr vermutlich nicht laufen, denn die 50Hz vom AC
> Netz sind langzeitstabiler als ein billiger Quarz, falls überhaupt einer
> drauf ist auf der Schaltung (oft nur Keramikschwinger).

Wie funktioniert denn die Zeitangabe mit 50 Hz?
Gast #3122056
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Der Eingang des Gleichrichters befindet sich an den beiden Polen des 
Elkos? links von den vier großen Dioden des Gleichrichters. Ab 15V 
schaltet das Relais, sonst tut sich absolut nichts, auch bei Erhöhen der 
Spannung bis 28V. Hat jemand dazu eine Idee?
Wie man auf dem letzten Foto erkennen kann, gibt es noch 3 zusätzliche 
Anschlüsse, die mit dem Rest des Ofens verbunden waren, vielleicht hilft 
das weiter...
Gast #3122089
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Ja mei, des is jo a Drama mit der Uhr und dem Alexander.

Offensichtlich bis du nicht in der Lage, ein Schaltbild aus der 
vorhandenen Platine rauszuzeichen.
Gut, hier ist ein "ähnliches" Schaltbild einer "ähnlichen" Uhr:
http://www.jtxp.org/tech/NETZUHR.htm

Deren Schaltbild ist dort im Text bereits sehr ausführlich erklärt.
Die "Z-Diode", wo welcher wir hier in unseren Hilfsbemühungen schon 
mehrfach schrieben, das ist dort die Reihenschaltung der D5/D6...D12 , 
wobei eine Z-Diode umgekehrt gepolt sein müsste an dieser Stelle (z.B. 
ZD5.1 , ZD5.6).
Die gesuchten "100 Hz" werden vor D5 entnommen und gehen über die beiden 
R4/R5 zum Pin "PD4" des uC. Erst nach D5 hängen die Kondensatoren 
(Siebung, Glättung) dran, dort ist dann keine "100Hz" mehr!
Falls in deiner Uhr besagte Z-Diode ist, so liegt sie anstelle D6...D12.
(Vermutlich hatte der Autor eine grössere Menge Standarddioden günstig 
eingekauft...)
Deinen Trafo ca. 24V~ müsstest du an den Punkte F1 (Sicherung) und vor 
R3 draufgeben.
So, viel mehr kann man jetzt glaube ich nimmer sagen.
Gruss
Gast #3124077
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Ich habe jetzt mal einen 24V Trafo/60mA + 24V Spannungsregler (µA 78L24 
)besorgt.

Was muss ich beachten, wenn ich die Uhr mit dem vorhandenen 
Kondensatornetzteil betreibe, bzw. welche Teile der Schaltung stehen, je 
nach Einsteck-Richtung des Netzsteckers, unter Spannung?
Kann ich bspw. die 3 Taster verlängern, oder würde das dann schnell 
lebensgefährlich werden?
#3124453
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Erich schrieb:
> Die gesuchten "100 Hz" werden vor D5 entnommen und gehen über die beiden
> R4/R5 zum Pin "PD4" des uC. Erst nach D5 hängen die Kondensatoren
> (Siebung, Glättung) dran, dort ist dann keine "100Hz" mehr!

Nö! Die dort beschriebene Uhr hat ein Kondensatornetzteil, nutzt aber 
nicht die Netzfrequenz als Zeitbasis, sondern einen Quarzoszillator. Die 
Beschaltung des PD4 dient der Überwachung der Netzversorgung zwecks 
Umschaltens in den Energiesparmodues (Display aus):

s. dort:
> Über den hochohmigen Spannungsteiler R4/R5 wird die Spannung auf etwa 4 V
> reduziert und über den kleinen Glättungskondensator C8 direkt auf den
> Porteingang PD4 des Controllers gegeben. Somit weiß der Controller genau,
> wann Netzspannung vorhanden ist. Die 4 V sind ein satter HIGH-Pegel, aber
> wenn der Porteingang auf LOW-Pegel abfällt, muss das Programm in den
> Energiesparmodus umschalten.

sowie:
> [...] auf die europaweite Gleichschaltung und Langzeitstabilität der
> Netzfrequenz wird man sich in Zukunft wohl nicht mehr verlassen können.
> Der Wecker interessiert sich auch garnicht für die genaue Netzfrequenz.
> Ihm genügt eine Wechselspannung von 200-250 Volt, sinusähnlich zwischen
> 40-60 Hz.
Gast #3124655
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@ Malte S. (maltest)
Danke für die Korrektur meiner Fehlinterpretation!
Man sollte sich das Schaltbild wirklich genauer ansehen bzw. den Text 
lesen.
Klar ist der C8 mit 220nF bei dieser R4/R5 Kombination ein 
Glättungskondensator... überschwenglich von meinem Suchglück hatte ich 
wohl "pF" reininterpretiert... (nur dann könnte man die 100Hz evtl. dort 
abgreifen).
Gruss
#3124682
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@Erich:

Nachdem du den Link hier gepostet hattest, habe ich die Schaltung zuerst 
auch so gesehen, nur passte das irgendwie nicht dazu, dass da etwas von 
quarzgenau stand. Macht aber alles nichts, im Gegenteil. Du hast mich 
auf das Netzuhr-Projekt aufmerksam gemacht, immerhin hat das kleine 
Interesse zwischendurch gereicht, die ganze Seite zu lesen und ich mag 
solch "zufälligen" Input als Erweiterung des Horizonts, insofern danke 
dir :-)
Gast #3127297
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Hallo Leute, ich bins nochmal..
Der 24V Trafo ist heute gekommen und ich habe ihn gleich mal 
angeschlossen.
Relais klackt, doch passieren tut absolut überhaupt nichts.

Die Spannung am Ausgang des Trafos sinkt von 32V (Leerlauf) auf 22V, an 
der Heizung des VFD messe ich 200 Ohm, im ausgeschalteten Zustand 2.

Vielleicht muss ich ja auch den Ausgangs des Relais belasten, wenn ich 
am Ausgang messe, sehe ich dass im Einschaltmoment das Relais öffnet?!
Gast #3128197
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Ich denke auch, dass der Takt fehlt.
Aber einfach 24V~ an den Eingang des Gleichrichters funktioniert 
irgendwie nicht.
Ich habe jetzt nochmal experimentiert, und wenn ich jetzt den 
Netzstecker einstecke piept die Uhr zusätzlich zum Relaisklacken ;-)

Anbei nochmal ein besseres Bild der Lötseite, mit Brücken und Bauteilen 
der Rückseite. (Bauteil grünes Rechteck existiert nicht!)

Ich hoffe einer kriegt es raus, wie ich die Uhr richtig anklemmen muss! 
:)

Danke Leute!
Angehängte Dateien:
#3129107
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Hallo Alexander,

grundsätzlich spricht NICHTS dagegen, das Kondensatornetzteil durch den 
Trafo zu ersetzen - wobei mir aber immer noch nicht klar werden will, wo 
dann noch der Vorteil liegt? In der galv. Trennung?

Dass der Takt irgendwo anders abgegriffen wird, ist unwahrscheinlich, 
aber mgl. - und zu "uns Profis": Vll ist dein Vorhaben einfach 
zu...ehm...banal, als das hier jmd sich die arbeit machen würde, die 
Platine & deren Stromversorgung zu reverse-engineeren?

Zeichne du doch mal bitte alles, was bis zum Gleichrichter auf der 
Platine als Stromversorgung INKL mgl Abzweigungen des 50Hz Signals 
vorhanden ist, auf...?!

Klaus.
#3129664
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Man man...wieso zeichnest du das nicht per Hand mit gescheiten 
Bezeichnungen und Werten und fotografierst es? Na wenigstens sind es nur 
1.1kB :)

Also, die Frequenzabzapfung wird die kleine Kiste vor der Diode sein, 
die zu Pin5 geht...ich vermute mal, dass die Wechselspg hinter dem 
C-Netzteil nicht der des Trafos entspricht unf Pin5 deshalb nicht sauber 
die 50Hz auswerten kann.


Klaus.
Gast #3129826
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Ich hab die Uhr gerade nicht am Mann, aber ich werde Euch morgen die 
Bauteilwerte des Kondensatornetzteils durchgeben, womit Ihr sicherlich 
die ungefähr ausgebene Spannung errechnen könntet?! :)
Einer schrieb schonmal was von 48V.. wie gefährlich wäre es eigentlich 
die exakte Spannung mal selber nachzumessen?

WENN es wirklich auf einen anderen Trafo rauslaufen sollte, wär mir das 
eigentlich zu doof - ich hatte weiter oben schonmal gefragt, ob ich die 
Taster verlängern kann (Kabel anlöten, Taster mit Aussengewinde aus 
Metall), deswegen nochmals die Frage: WELCHE Teile der Spannung stehen 
unter Netztspannung???

Danke nochmal an Alle, die hier bisher schon geholfen bzw. versucht 
haben, zu helfen!
#3133955
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...ein Relais muss man nicht belasten. Aber sie läuft mit 230V 
einwandfrei??? Hm, dann ist es wirklich merkwürdig. Man müsste jetzt 
alle VOR dem Gleichrichter abzweigenden Pfade, die nichts mit der 
Spgserzeugung zu tun haben, messen & analysieren, oszilloskopieren und 
dann MIT Trafo gucken, was da anders ist. Da muss man aber das >Ding mal 
anfingern, so aus der Ferne geht das nicht...auch nicht anleitend...

Klaus.
#3134016
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Reichen für das VFD-Display die 24V aus, oder muss das noch eine höhere 
Spannung bekommen?

Da auf den Fotos kein Quarz zu sehen ist, wird die Uhr sicher noch 50 
oder 100 Hz brauchen, die kann man auch aus einem Quarz gewinnen, wenn 
es echte DC-Versorgung sein soll.

Aber wenn sie auch in der Originalversorgung schon nicht funktioniert, 
wird sie wohl kaputt sein.
Gast #3134028
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An 230V mit original Kondensatornetzteil läuft sie nicht, die von 
C-Netzteil erzeugte Spannung beträgt 24,3V. Mit angeschlossenem 24V, 
60mA Trafo läuft sie ebensowenig, was auffällt ist, dass der braune 
Leistungswiderstand hinter dem Drehschalter schnell sehr heiss wird - da 
ist also sicher was faul. Die Spannung am Eingang des Gleichrichters bei 
Verwendung des Trafos sinkt auf 22V, da hätte man evtl. einen Größeren 
nehmen müssen.
Der Schaltausgang des Relais öffnet bei Inbetriebnahme der Schaltung.

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