In Netzfiltern für PC Netzteile finden sich ja diese schönen gelben Entstörkondesatoren, die zwischen Phase und Neutralleiter geschaltet sind. Laut Wikipedia sollen solche Kondesatoren der Klasse X2 Spannungspitzen bis 2500 Volt aushalten, die bei Transienten im Netz manchmal auftreten. Jetzt wollte ich wissen, bis wieviel Volt diese Kondensatoren aufgeladen werden können, mit Gleichspannung eben, ohne gleich intern durchzuschlagen. Oder werden nur bestimmte Stellen intern kaputtgehen und durch den Selbstheileeffekt sinkt dann die Kapzität? Und dann wollte ich noch was wissen: Die Glättungskondesatoren nach dem Gleichrichter mit Spannungsfestigkeiten um 200 Volt (dann gibt es zwei in Serie) und 400 Volt, sind die impuls-/schaltfest? Manche sagen ja, manche nein, was stimmt da jetzt? Irgednwer hat auch behauptet, dass wenn man sehr viele davon parallel schaltet, sich die Impulsfestigkeit erhöhen würde? Ich habe nicht vor, mit diesen fetten Elkos rumzuspielen, auf fast allen Seiten im Web steht, dass die sehr gefährlich sind und ich hab echt nicht vor, die aufzuladen.
raphTec schrieb: > Ich habe nicht vor, mit diesen fetten Elkos rumzuspielen, auf fast allen > Seiten im Web steht, dass die sehr gefährlich sind und ich hab echt > nicht vor, die aufzuladen. Jaja, genau, du fragst nur aus reiner Neugierde :-) raphTec schrieb: > Jetzt wollte ich wissen, bis wieviel Volt diese Kondensatoren aufgeladen > werden können, mit Gleichspannung eben, ohne gleich intern > durchzuschlagen. Mit genau der Spannung für die sie spezifiziert sind. Sind sie füe 230V Wechselspannung und steht nichts für Gleichspannung drauf würde ich sie bis max. Spitzenwert der 230V benutzen.
Udo Schmitt schrieb: > Sind sie füe 230V Wechselspannung und steht nichts für Gleichspannung > drauf würde ich sie bis max. Spitzenwert der 230V benutzen. Ich würde sagen, man kann als Gleichspannung (230V+10%) x Wurzel(2) anlegen. Solche Kondensatoren machen als Siebkondensatoren aber wenig Sinn, da sie zu gross und zu teuer sind. Die obige Frage nach der Impulsfestigkeit lässt sich ganz einfach beantworten: Schau dazu in das Datenblatt des Kondensators. Gruss Harald
> mit Gleichspannung eben
steht 250V~ drauf, ist das der Effektivwert.
Tatsächlich muß der Kondensator aber den Spitzenwert aushalten,
der beträgt bei einer Netzspannung von 230V~ dann *1,414 =325V~.
Die Spannungstoleranz des Netzes muß zusätzlich berücksichtigt
werden.
Das Bauteil hält also mindestens eine DC-Spannung von 353V aus.
Naja, bei anderen Bauteiel steht ja eine Bezeichnug drauf, dazu findet sich meistens ein Datenblatt. Aber bei Kondesatoren sthet ja meistens nur Spannungsfestigkeit, Kapazität und maximale Temeratur drauf. Hersteller manchmal noch. Wie findet man dann dazu ein Datenblatt? Das mit dem Effektivwert der Spannung ist klar;-), aber mir ging es ja um einen ungefähren Wert, wieviel man da reinladen kann. Mit einem 9 Volt Blockakku und einem Sperrschwinger habe ich schon fast 900 Volt in so ein kleines 100nF Ding reinbekommen. Aber wenn mir jemand erklärt, wie man zu Kondesatoren Datenbläter finden kann, werde ich mich da erstmal durchlesen.
raphTec schrieb: > Mit einem 9 > Volt Blockakku und einem Sperrschwinger habe ich schon fast 900 Volt in > so ein kleines 100nF Ding reinbekommen. Ich seh schon hier werden nicht nur die Amper hochgeskillt, sondern auch noch die Volts fliessen lassen. Ich bin raus :-)
> http://www.wima.de/DE/WIMA_MKP-X2.pdf
Das habe ich auch schonmal gelesen, trotzdem Danke.
Wäre der für mich wichtige Abschnitt dann unter Kategorie
Prüfspannung:
C < 1,0 µF: 2260 V–, 2s.
zu finden?
Heißt das, man darf ihn auf 2,2kV aufladen, zwei Sekunden schafft er das
dann? Oder hält er das dann auch länger?
>Heißt das, man darf ihn auf 2,2kV aufladen, zwei Sekunden schafft er das >dann? Oder hält er das dann auch länger? Was heißt denn wohl Prüfspannung?? Und wie wird sie wohl gewählt?? "Dauergleichspannung <=560V" kann man auch dem Datenbblatt entnehmen. Daran solltest du dich orientieren und drunter bleiben.
Udo Schmitt schrieb: > Ich seh schon hier werden nicht nur die Amper hochgeskillt, sondern auch > noch die Volts fliessen lassen. > Ich bin raus :-) Ha ha haa. Den Thread hab ich übrigens gelesen. Ok, eigentlich habe ich hier die Frage gestellt, weil ich im Web nichts dazu gefunden habe und 900 Volt ja deutlich über der in einem Datenblatt angebenen 'Dauergleichspannung' liegen und ich dachte, hier könnte ja noch am ehestens jemand Ahnung dazu haben. Aber ich guck mal, wann der erste durchschlägt, dann sag ichs euch:-) Versuch macht kluch. Und jetzt bitte keine endlosen Diskussionen über gefährliche Hochspannung ich weiß was ich mache.
raphTec schrieb: > ich weiß was ich mache. raphTec schrieb: > ich weiß was ich mache. ..waren seine letzten Worte. Schöner Grabsteinspruch eigentlich :-)
>Ok, eigentlich habe ich hier die Frage gestellt, weil ich im Web nichts >dazu gefunden habe und 900 Volt ja deutlich über der in einem Datenblatt >angebenen 'Dauergleichspannung' liegen und ich dachte, hier könnte ja >noch am ehestens jemand Ahnung dazu haben. Haben wir ja auch. Bis 560V DC und dann ist Schluß. Warum ist das eigentlich so schwer zu akzeptieren?? >ich weiß was ich mache. Ja klar, hahahaha.... An einen Kondensator eine zu hohe Spannung anzulegen, ist unglaublich dämlich!
raphTec schrieb: > Heißt das, man darf ihn auf 2,2kV aufladen, zwei Sekunden schafft er das > dann? Oder hält er das dann auch länger? X-Kondensatoren sind darauf ausgelegt, gewisse Überspannungen auszu- halten, ohne gleich in Flammen aufzugehen. Trotzdem sollte man die angegebene Nennspannung nicht überschreiten, weil es sonst zur Zer- störung des Kondensators kommt. Prüfspannungen sind grundsätzlich nur kurze Zeit zulässig. Gruss Harald
>X-Kondensatoren sind darauf ausgelegt, gewisse Überspannungen auszu- >halten, ohne gleich in Flammen aufzugehen. Das ist bereits in der erhöhten Dauergleichspannung von 560V berücksichtigt. Letztlich ist das Ganze ein statistischer Prozeß und bei Überschreiten von 560V steigt einfach die Ausfallwahrscheinlichkeit stark an. Das heißt jetzt nicht, daß bei paarmaligem kurzen Anlegen von 900V das Teil sofort explodiert, aber wer ein bißchen Erfahrung mit Elektronik hat, weiß, daß ein Ausreizen bzw. Überreizen solcher Grenzen nicht sinnvoll ist und sich irgendwann rächt. Es gibt ja hier auch überhaupt keinen Grund dafür, ein unterdimensioniertes Bauteil einzusetzen.
Kai Klaas schrieb: > Das ist bereits in der erhöhten Dauergleichspannung von 560V > berücksichtigt. Letztlich ist das Ganze ein statistischer Prozeß und bei > Überschreiten von 560V steigt einfach die Ausfallwahrscheinlichkeit > stark an. Das heißt jetzt nicht, daß bei paarmaligem kurzen Anlegen von > 900V das Teil sofort explodiert, aber wer ein bißchen Erfahrung mit > Elektronik hat, weiß, daß ein Ausreizen bzw. Überreizen solcher Grenzen > nicht sinnvoll ist und sich irgendwann rächt. Es gibt ja hier auch > überhaupt keinen Grund dafür, ein unterdimensioniertes Bauteil > einzusetzen. Das ist doch mal ne Aussage. Danke.
Kai Klaas schrieb: > Letztlich ist das Ganze ein statistischer Prozeß und bei > Überschreiten von 560V steigt einfach die Ausfallwahrscheinlichkeit > stark an. Das heißt jetzt nicht, daß bei paarmaligem kurzen Anlegen von > 900V das Teil sofort explodiert, Das besondere an X-Kondensatoren ist eigentlich, das diese nicht explodieren, sondern eher "schweigend" sterben. Trotzdem sind sie nicht besser als andere Kos für Hochspannung geeignet. Dafür nimmt man andere, speziell für diesen Zweck gebaute Kos. Gruss Harald
Es gibt da eine legendäre Serie von RIFA aus den '80ern, die sind in goldig durchscheinendes Harz vergossen. Das bekommt mit der Zeit Risse und zieht Feuchtigkeit. Wenn man dann nach mal wieder Spannung anlegt, verwandeln sich die Dinger in eine Rauchbombe. Aber sie explodieren nicht :-)
Die Gleichstromfestigkeit ist wesentlich höher. Eigentlich ganz logisch. Hier: http://www.reichelt.de/Wima-MKS-4/MKS-4-33N/3/index.html?;ACTION=3;LA=446;ARTICLE=41121;GROUPID=3155;artnr=MKS-4+33N Also 220V~ zu 630V=. Natürlich darf man die nicht mit C vergleichen, die sicherheitsrelevant sein müssen. Einen X2 mit 230V kann man etwa mit einem "normalen" 630V~ vergleichen.
>Hier: >http://www.reichelt.de/Wima-MKS-4/MKS-4-33N/3/inde... >Also 220V~ zu 630V=. Es handelt sich um einen Druckfehler! Gemeint ist ein klassischer 630VDC/400VAC~/RM10 Cap, der aufgrund seines verkleinerten Rastermaßes (RM7,5) nur noch für 250VAC~ spezifiziert ist. Daraus darf natürlich nicht geschlossen werden, daß 220VAC~ = 630VDC gilt!!
Kein Druckfehler und es gibt keine "klassische" Cap. Das Verhältnis ist verschieden und man muß im Datenblatt nachschauen.
>Kein Druckfehler und es gibt keine "klassische" Cap. >Das Verhältnis ist verschieden und man muß im Datenblatt nachschauen. Dann schau doch mal da rein. Den MKS4 gibt es nicht in 220VAC~. http://www.wima.de/DE/WIMA_MKS_4.pdf
Bitte melde dich an um einen Beitrag zu schreiben. Anmeldung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.
Bestehender Account
Schon ein Account bei Google/GoogleMail? Keine Anmeldung erforderlich!
Mit Google-Account einloggen
Mit Google-Account einloggen
Noch kein Account? Hier anmelden.