Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Wieder mal Temperatursteuerung


von Stefan U. (stefan_032)


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Hallo,

ich lese schon den ganzen Tag Beiträge, finde aber nichts oder nur wenig 
Brauchbares..

Ich habe einen Holzofen der von Hand befeuert wird. Umgewälzt wird das 
Wasser von einer normalen Wasserpumpe. Das Problem ist das wir die 
Heizung nur an kalten Tagen oder abends befeuern. Wenn die Pumpe immer 
läuft braucht das Wasser ewig zum warm werden.
Also besser erst Wasser erwärmen und dann ab einer bestimmten Temperatur 
die Pumpe einschalten.
Zudem verbraucht die Pumpe auch immer Strom wenn die läuft..

Messen möchte ich mit einem Rohranlegefühler wie hir:
http://www.sensorshop24.de/Temperaturfuehler/Rohranlegefuehler/

habe mir gedacht den PT1000 zu nehmen und ihn an eine 
Konstantstromquelle anzuschließen und die Spannung drüber zu messen.

Ich habe eine Konstantstromquelle in einem anderen Beitrag gefunden 
(Anhang).
Jetzt habe ich einige Probleme bzw Fragen:
1.ist die angegebene Stromquelle geeignet? im Datenblatt des PT1000 
steht Messtrom von ca. 1mA.
Was heist ca. 1mA?

2. Ist dei Stromquelle Temperaturunabhängig? Da die Schaltung in ca. 1m 
entfernung zur Heizung sitz, kann es in der Umgebungsluft bis ca. 60°C 
steigen.

3.Ist die Schaltung am Schluss zuverlässig? Wenn die Pumpe nicht anläuft 
zerreist es die Rohre bei ca. 110°C. -> nicht erstrebenswert.

Zur Schaltung:

Die Messung habe ich oben beschreiben. Der Messwert wird über einen ADC 
aufgenommen. Benutzt wird ein Attiny 84A. Als Versorgung hällt ein 
Steckernetzteil her mit 5V 1000mA.
Bei 100°C wird ein Summer ausgelöst.
Ab ca. 60°C wird ein Relais eingeschaltet das mir die Pumpe ansteuert.
Die Auflösung sollte kleiner 5°C sein

freue mich auf eure Meinungen

von ArnoR (Gast)


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> Also besser erst Wasser erwärmen und dann ab einer bestimmten Temperatur
> die Pumpe einschalten.
>
> Messen möchte ich mit einem Rohranlegefühler wie hir:
> Ab ca. 60°C wird ein Relais eingeschaltet das mir die Pumpe ansteuert.

Nee, besser die Pumpe beim Erwärmen laufen lassen, um Siedeverzug zu 
vermeiden, sonst fliegt dir womöglich der ganze Kessel um die Ohren. 
Dein Rohranlegefühler kann das nicht verhindern, denn bei 60°C am Rohr 
kocht die Brühe über der Flamme längst.

von Stefan U. (stefan_032)


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ArnoR schrieb:
>> Also besser erst Wasser erwärmen und dann ab einer bestimmten Temperatur
>> die Pumpe einschalten.
>>
>> Messen möchte ich mit einem Rohranlegefühler wie hir:
>> Ab ca. 60°C wird ein Relais eingeschaltet das mir die Pumpe ansteuert.
>
> Nee, besser die Pumpe beim Erwärmen laufen lassen, um Siedeverzug zu
> vermeiden, sonst fliegt dir womöglich der ganze Kessel um die Ohren.
> Dein Rohranlegefühler kann das nicht verhindern, denn bei 60°C am Rohr
> kocht die Brühe über der Flamme längst.

ok eine andere Möglichkeit wäre es einen anderen Sensor zu benutzen der 
vom Wasser umströmt wird, like:
http://www.sensorshop24.de/Temperaturfuehler/Einschraubfuehler-mit-Kabel/

oder die Temperatur niedriger setzen..

Die Rohre sind aus Kupfer werden also auch schnell mit dem Wasser warm.

von Kai S. (kai1986)


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Hallo,

mit einem einfachen Thermoschalter ist dein Problem einfacher gelöst und 
da die meisten 10A schalten können fällt auch dein Relais weg (das 
braucht nämlich auch Strom).

Stefan U. schrieb:
> Das Problem ist das wir die
> Heizung nur an kalten Tagen oder abends befeuern. Wenn die Pumpe immer
> läuft braucht das Wasser ewig zum warm werden.

Das Wasser braucht immer die gleiche Menge an Energie um warm zu werden. 
Wenn die Pumpe nicht läufst machst du dir höchstens den Kessel kaputt, 
da die kleine Menge im Kessel schnell das kochen anfängt und Wasserdampf 
produziert. Wenn das ganze nicht bewegt wird kann es zu Dampfschlägen 
kommen und dann gibt die schwächste Stelle nach. Als Faustregel kannst 
du den Betriebsdruck mal 1000 nehmen, um den Druck eines Dampfschlages 
abzuschätzen. Selbst bei Anlagen, die auf Dampf ausgelegt sind fliegt 
dabei gerne mal eine Dichtung davon oder geht sonst was kaputt. Was in 
einem Kessel oder Heizungsanlage, die auf maximal 6 bar ausgelegt ist 
passiert, wenn da auf einmal ein Druckstoß mit 1000 bar+ ankommt kannst 
du dir selbst ausrechnen.

Das Problem scheint eher das Heizverhalten zu sein. Moderne Wohnungen 
sollte durchgängig geheizt werden, da man anders die Feuchtigkeit nicht 
aus den Räumen bekommt und die Wohnung sonst zu schimmeln anfängt. Bei 
einem zugigen Altbau mag das noch gehen.

Gruß Kai

von Kein Name (Gast)


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Ein zuverlässiger Temperaturschalter mit Tauchrohr ist sicher die beste 
Lösung. Gibt es in allen Varianten von 1 Euro Teil für Waschmaschinen 
bis zu 200 Euro im Design-Gehäuse und blauem Display.

Solltest dich aber nicht verrückt machen lassen. So ein Ofen hat ein 
Überdruckventil, darf ohne Pumpe nicht kaputt gehen.

von Stefan U. (stefan_032)


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hab mich glaube ich nicht deutlich genug ausgedrückt.
Das Haus ist Altbau. Dauernd zu heizen ist nicht möglich bzw. 
unrealistisch da das Haus über extrem schlechte Dämmung verfügt..
Deswegen heizen wir es nur wenn es zu kalt ist bzw. wenn wir schlafen 
gehen.
Nach dem geheizt wurde, ist die Wärme leider sehr schnell wieder weg..

Was sind Temperaturschalter? Hab ich noch nie gehört. Der Name ist zwar 
selbsterklärend aber kenne das Bauteil nicht.
Wie mache ich den am Rohr fest? Hat er die Bauform wie der PT1000 den 
ich oben zeigte?

Ich wollte das mit dem PT1000/PT100 machen damit ich das Relativ genau, 
also das Einschalten, einstellen kann.

@ Kein Name:

ich weis leider nicht ob das Überdruckventil richtig funktioniert.. da 
wir einmal zuviel geheizt haben und meine Frau die besagte Pumpe nicht 
eingescahltet hat, zeriss es einige Leitungen und das ganze Haus stand 
im Wasserdampf..
Seid dem läuft die Pumpe rund um die Uhr, was auf die Rechnung geht.

also werde ich mich nicht auf dieses Ventil verlasse;)

von Kai S. (kai1986)


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Hallo,

die Schalter nennen sich offiziell glaube ich Bimetallschalter. So einer 
z.B.

http://de.mouser.com/ProductDetail/White-Rodgers/3F11-140/?qs=sGAEpiMZZMusbZ2pNxAMx%2f729FK%252btZH%2fwu0gs7HZLjE%3d

Den müsstest du im Prinzip nur in die Zuleitung der Pumpe einbauen und 
natürlich die Kontakte entsprechen vor Berührung schützen, z.B. mit nem 
kleinen Kunststoffgehäuse drum herum. Den Schalter dann entweder direkt 
mit zwei Schlauchschellen auf das Rohr montiert, oder für eine besser 
thermische Ankopplung noch ein passendes Stück Alu dazwischen und fertig 
ist das ganze. Vermutlich gibt es die Schalter auch noch in anderen 
Bauformen, war ich jetzt zu faul zu suchen.

Gruß Kai

von Kein Name (Gast)


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Nanu, Leitungen repariert, aber Überdruckventil nicht in Gang gesetzt?

Moderne Ventile sehen so aus:
http://www.ew-haustechnik.com/public/catalog_xmlxslproducts.aspx?art=viewproduct&suid=7980&productid=1012871986

Solltest auf jeden Fall reparieren, bevor die Pumpe ausfällt.

Einfache Schalter findet Google unter "Bimetallthermostat". Die edlen 
unter "Temperaturschalter mit Anzeige". Müsste noch einen 
Bimetallschalter haben, der sich auf ein Heizungsrohr klemmen lässt. 
Wenn du so etwas suchst -- da müsste sich Hersteller und Bezeichnung 
herausfinden lassen.

von Stefan U. (stefan_032)


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Danke für die Antwort.

Das ist doch der gleiche oder?
http://www.conrad.de/ce/de/product/535338/Bimetallschalter-Oeffnungstemperatur-5C-130-C-Schliess-Temperatur-100-C-Max-250-VAC-Max-6-A;jsessionid=CEA238D971A2A0FB7C04A1EA0826B061.ASTPCEN16

verstehe ich das richtig, das der von 0-100°C offen ist, dann von 100°C 
bis 130°C schließt und ab 130°C wieder öffnet?

Denn kann ich ja dann für den Summer benutzen.

Aber 30°C bereiche sind ja zu wenig für meine Pumpe. Die soll ja ab ca 
30°C anlaufen und bis oben ohne Grenze.

von Kai S. (kai1986)


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Stefan U. schrieb:
> verstehe ich das richtig, das der von 0-100°C offen ist, dann von 100°C
> bis 130°C schließt und ab 130°C wieder öffnet?

Nein, der ist geschlossen, bis die Temperatur 130°C übersteigt, dann 
öffnet er und schließt erst wieder, wenn die Temperatur unter 100°C 
fällt. Der hat einen Öffnerkontakt, was du brauchst ist aber ein 
Schließerkontakt. Für den Summer würde ich einen mit 90-95°C 
Auslösetemperatur suchen.

Gruß Kai

von Stefan U. (stefan_032)


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Ok und für die Pumpe? Da kaufe ich einen der dann bei 30-40 schließt und 
bei 20 wieder öffnet, oder?

von Jörg E. (jackfritt)


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Ich kenne Bilder von herausgerissenen Hauswänden. Will nicht wissen wie 
dein Altbau aussieht wenn die Sicherungen nicht ansprechen. Tu dir einen 
gefallen und installier und reparier das. Doof wenn die Versicherung 
dann nicht zahlt wenn's Haus halb weg ist. Der Warnschuss mit den 
geplatzten Rohren war doch schon Warnung genug oder?

Ansonsten eine schöne Sache.

von Stefan U. (stefan_032)


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Ja das Überdruckventil setzte ich auf jeden fall ein! Fehlen nur noch 
die Druckschalter. Die suche ich mir heut Nachmittag mal raus und stell 
die hir rein.

von dolf (Gast)


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von MiWi (Gast)


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Stefan U. schrieb:
> Hallo,
>
> ich lese schon den ganzen Tag Beiträge, finde aber nichts oder nur wenig
> Brauchbares..
>
> Ich habe einen Holzofen der von Hand befeuert wird. Umgewälzt wird das
> Wasser von einer normalen Wasserpumpe. Das Problem ist das wir die
> Heizung nur an kalten Tagen oder abends befeuern. Wenn die Pumpe immer
> läuft braucht das Wasser ewig zum warm werden.
> Also besser erst Wasser erwärmen und dann ab einer bestimmten Temperatur
> die Pumpe einschalten.
> Zudem verbraucht die Pumpe auch immer Strom wenn die läuft..
>


vergiß die Rücklaufanhebung nicht.

hilft dem Ofen länger zu leben.

Grüße

MiWi

von Harald W. (wilhelms)


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Stefan U. schrieb:

> habe mir gedacht den PT1000 zu nehmen und ihn an eine
> Konstantstromquelle anzuschließen und die Spannung drüber zu messen.

PT-Widerstände nimmt man für Präzisionsmessungen und nimmt dafür
den erhöhten Aufwand in Kauf. Für deine Zwecke wäre ein NTC-Fühler
oder ein elektronischer Fühler besser geeignet, weil die Auswerte-
schaltung einfacher ist.
Gruss
Harald

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