Guten Tag Ich habe ein Problem mit einem Gerät, an dem ich am entwickeln bin. Dabei wird ein beliebiges Signal in verschiedene Verstärker und Filter gespiesen. Die Leiterplatte ist an der Frontplatte mit 4 M3-Schrauben befestigt. auf der Frontplatte ist eine Folientastatur, mit der ich das Gerät bedienen kann. wenn ich nun beim Drücken einer Taste die Frontplatte und somit auch den dahinter befestigten Print etwas verbiege, verändert es mir das Signal, das durch Verstärker und Filter geht und ich nachher in einem AD-Wandler einlese und über 7-Segment-Anzeigen ausgebe. Was könnte das sein? Ich bin mit meinem Latein am Ende... Danke schon mal für die Hilfe Freundliche Grüsse Marco
Keramikkondensatoren haben immer auch einen Piezoeffekt. Die bedrahteten waren noch durch die Drähte mechanisch entkoppelt, aber die SMD nehmen praktisch jede Bewegung auf und wandeln sie in Spannung um. Die Platine wirkt quasi als Mikrofonmembran. Inzwischen gibt es neuere Floating-Caps: http://www.kemet.com/kemet/web/homepage/kechome.nsf/weben/CC14ADCDC59522088525734700526D1D/$file/KEM_C1015_X7R_FF-CAP_SMD.pdf
Marco R. schrieb: > wenn ich nun beim Drücken einer Taste die Frontplatte und > somit auch den dahinter befestigten Print etwas verbiege Ein kleines Foto wäre nützlich. Falls es nicht an der Verbiegung liegt, sollte man auch ein Auge auf die Masseverhältnisse und Schirmung werfen.
Interessant wäre die Frequenz mit der Du arbeitest. Hast Du Frequenzen, die sich bereits durch pF Kapazitäten beeinflussen lassen?
Vielen Dank schon mal für die Inputs Also wenn ich dem Gehäuse nur ankomme, ändert sich der Wert nicht. Man muss wirklich den Print verbiegen. Daher vermute ich kein Masse-Problem.. Ich arbeite von ca. 100kHz bis 400kHz und der kleinste Kondensator in der Schaltung ist 100pF. Es sind alles Keramik-Kondensatoren.
Peter Dannegger schrieb: > Keramikkondensatoren haben immer auch einen Piezoeffekt. > Die bedrahteten waren noch durch die Drähte mechanisch entkoppelt, aber > die SMD nehmen praktisch jede Bewegung auf und wandeln sie in Spannung > um. Die Platine wirkt quasi als Mikrofonmembran. > > > Inzwischen gibt es neuere Floating-Caps: > > http://www.kemet.com/kemet/web/homepage/kechome.nsf/weben/CC14ADCDC59522088525734700526D1D/$file/KEM_C1015_X7R_FF-CAP_SMD.pdf Ich habe die Kondensatoren aufgestellt und mit einem Lackdrhat gegen den anderen Pins verbunden. Das Problem wurde dadurch gelöst. Der Auslöser war also tatsächlich das Verbiegen der Kondensatoren. Vielen Dank :-)
Marco R. schrieb: > Das Problem wurde dadurch gelöst. Der Auslöser > war also tatsächlich das Verbiegen der Kondensatoren. Wenn das zutrifft, wäre es doch einfacher und technisch sauberer, die Platine von der Frontplatte mechanisch zu entkoppeln, z.B. durch Verwendung von Gummipuffern statt starrer Bolzen. Es ist im übrigen sowieso keine so gute Idee, bestückte Platinen ständig zu verbiegen. Gruss Reinhard
>Also wenn ich dem Gehäuse nur ankomme, ändert sich der Wert nicht. Man >muss wirklich den Print verbiegen. Daher vermute ich kein >Masse-Problem.. Das ist mit ziemlicher Sicherheit ein defekter keramischer SMD-Kondensator, bei dem sich beim Überhitzen ein Haarriß gebildet hat. Das habe ich schon ein paar mal gehabt, wenn man an einer Testschaltung immer und immer wieder mit dem Lötkolben an den Cap dran muß. >Ich habe die Kondensatoren aufgestellt und mit einem Lackdrhat gegen den >anderen Pins verbunden. Das Problem wurde dadurch gelöst. Der Auslöser >war also tatsächlich das Verbiegen der Kondensatoren. Nein, eher ein Defekt durch zu heißes Löten. Mit deinem jetzigen Aufbau, dürfte die Wahrscheinlichkeit für einen Lötfehler aber wahrscheinlich noch größer sein. SMD-Löten von keramischen Caps ist nicht ganz einfach. Zeig doch mal ein Bild von deinem Aufbau.
Kai Klaas schrieb: > eher ein Defekt durch zu heißes Löten Dann könnTen auch tückische Wärme-Kälte-Fehler noch vorhanden sein? Das "Schöne" daran ist, daß sie nur zu bestimmten Gelegenheiten auftreten können und man später ewig sucht.
>Dann könnTen auch tückische Wärme-Kälte-Fehler noch vorhanden sein?
Genau. Den letzten Defekt dieser Art habe ich durch Zufall erkannt, als
ich mit einem Fön die Platine auf rund 80° erwärmt habe. Plötzlich
knickte das Signal ein! Nach dem Abkühlen war alles wieder "ok"...
Solche Platinen reagieren dann auch sehr empfindlich auf Durchbiegen,
Vibrationen, etc.
Der Kondensator war nicht defekt. Ich habe es auch mit neuen SMD-Kondensatoren versucht. Als Lösung setzte ich jetzt konventionelle Kondensatoren ein, weil nur 2 Kondensatoren der gesamten Schaltung erzeugen diesen Effekt. 2 konventionelle Bauteile haben gerade noch Platz ;-) Die Platine wird wirklich minimal verbogen und sollte eigentlich keine Schäden abbekommen. Gruss Marco
Marco R. schrieb: > Die Platine wird wirklich minimal verbogen und sollte eigentlich keine > Schäden abbekommen. Verbiegen ist nie gut. Du musst damit rechnen, dass die Tasten des öfteren und auch mal kräftiger gedrückt werden. Durch oftmaliges leichtes verwinden können Haarrisse im Kupfer entstehen und die zu finden ist eine Meisterleistung.
Martin schrob: >Durch oftmaliges >leichtes verwinden können Haarrisse im Kupfer entstehen und die zu >finden ist eine Meisterleistung. Ja, das finden Ingenieure nicht, da müssen Meister ran. ;-) Flücht MfG Paul
Paul Baumann schrieb: > Martin schrob: >>Durch oftmaliges >>leichtes verwinden können Haarrisse im Kupfer entstehen und die zu >>finden ist eine Meisterleistung. > > Ja, das finden Ingenieure nicht, da müssen Meister ran. > ;-) Meister oder Master? Gruss Harald
Harald schrub:
>Meister oder Master?
Meister
heißt er,
am Konverter
zerrt er,
auf dem Verdichter
liegt er!
MfG Paul
Ist bei mir auch so. In einem empfindlichen Meßverstärker ist alles SMD außer ein paar Kondensatoren, die sind bedrahtet. Mit SMD-Keramik war der Verstärker ein schönes Mikrofon, einmal husten und die Messung war im Eimer. Zuerst dachte ich, nimmste eben SMD-Folie und dann ging garnichts mehr. SMD-Folie (max 220°C erlaubt) sind nämlich nicht bleifrei lötbar. Alle Folie waren nach dem Löten niederohmig. Warum solcher Mist überhaupt erst produziert wird, ist mir ein Rätsel.
>Zuerst dachte ich, nimmste eben SMD-Folie und dann ging garnichts mehr. >SMD-Folie (max 220°C erlaubt) sind nämlich nicht bleifrei lötbar. Alle >Folie waren nach dem Löten niederohmig. Warum solcher Mist überhaupt >erst produziert wird, ist mir ein Rätsel. Es gibt von Panasonic die Echus. Das sind PPS-Caps in SMD. Nach dem Rework mit dem Lötkolben in einer professionellen Bestückerfirma waren die Teile geschrumpft wie Raclette Käse... >Die Platine wird wirklich minimal verbogen und sollte eigentlich keine >Schäden abbekommen. Die sollte eigentlich garnicht gebogen werden! Du könntest vielleicht die Platine mit einer kleinen Winkelschiene aus Metall verstärken. Ein L-Profil kann schon ganz hilfreich sein. Oder du spendierst der Folientastatur eine eigene abgesetzte Platine.
Kai Klaas schrieb: > Die sollte eigentlich garnicht gebogen werden! Du könntest vielleicht > die Platine mit einer kleinen Winkelschiene aus Metall verstärken. Ein > L-Profil kann schon ganz hilfreich sein. Oder du spendierst der > Folientastatur eine eigene abgesetzte Platine. Oder Du verstärkst die vorhandene Platine mit einer starren Kunststoffverstrebung.
Peter Dannegger schrieb: > Ist bei mir auch so. In einem empfindlichen Meßverstärker ist alles SMD > außer ein paar Kondensatoren, die sind bedrahtet. > Mit SMD-Keramik war der Verstärker ein schönes Mikrofon, einmal husten > und die Messung war im Eimer. > > Zuerst dachte ich, nimmste eben SMD-Folie und dann ging garnichts mehr. > SMD-Folie (max 220°C erlaubt) sind nämlich nicht bleifrei lötbar. http://www.wima.com/EN/WIMA_SMD_PPS.pdf Die PPS sollen 250 °C aushalten, PET je nach Bauform zw. 220 °C und 250 °C. Von Kemet und Panasonic gibt es auch Reflow geeignete Folienkondensatoren. Ansonsten ginge noch Bismut+Zinn Lot, 139 °C Schmelztemperatur http://www.stannol.de/fileadmin/Service/Dokumente/Dokumente_TDB/TDB_ME_ECOLOY_SnBi-SnBiAg_DE.pdf
>Die PPS sollen 250 °C aushalten,
Bleifreies Löten von PPS-Caps kann ich definitiv nicht empfehlen. Es
kommt zu teilweise markanten Lötwärmeschäden. Klar, wenn das
Temperaturprofil absolut stimmt, dann wird es schon möglich sein, also
in der Großserie, wo man die ersten 100 Platinen wegwirft...
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