> http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/inspektion-iaea-fordert-von-tepco-reparaturen-im-akw-fukushima-a-895720.html
mir ist irgendwie nicht klar wie so eine ratte, vor allem die im
beispielbild von spon, einen stromausfall herbeiführen kann.
wenn ich das bild richtig deute sind da richtig fette kabel montiert die
zumindest einen hohen strom transportieren sollen - die ratte hätte
bei zusätzlicher geeigneter spannung eigentlich gekocht, oder gar
verkohlt werden müssen… aber auf dem bild sieht man nichts dergleichen.
ich kann das nicht wirklich abschätzen… sind die pumpen der
abklingbecken mit einem 30mA FI-schalter ausgerüstet, oder wie muss ich
mir das vorstellen?
und an die elektroinstallateue: wie oft findet ihr getier in
stromkästen, und wie oft ist sowas quelle für eine rausgeflogene
sicherung?
mir kommt das alles komisch vor :/
Neulich wollte ich mit meinem Auto fahren, nichts rührte sich.
Ich stieg aus und dann war mir alles klar, vor dem Rad lag ein Haar. Ich
legte es beiseite und schon konnte ich losfahren.
So ähnlich an den Haaren herbeigezogen ist es, daß diese Ratte an den
starken Kabeln einen Ausfall verursacht haben soll.
Ich hatte mal in dem alten Röhrenradio meiner Oma eine Maus gefunden.
Sie hatte sich wohl an den 350V Anodenspannung einen tödlichen
Stromschlag geholt. Der Radioempfang war dadurch aber nicht gestört.
Im zitierten Artikel heißt es "Das Kühlsystem sei abgeschaltet worden,
damit Arbeiter die Kadaver sicher entfernen könnten."
Da sind die grundsätzlichen Arbeitsregeln befolgt worden:
Freischalten.
Gegen Wiedereinschalten sichern.
Spannungsfreiheit feststellen.
Die Ratte muß ja nicht zwingend einen Kurzschluß verursacht haben.
Reicht ja, wenn sie einfach dort am Stromschlag gestorben ist. Damit der
Kadaver in Zukunft kein Sicherheitsrisiko wird, muß er weg. Das geht am
sichersten im abgeschalteten Zustand.
Abgesehen davon: Wer sagt, daß das überhaupt ein Originalbild ist?
Servus
Michael
Jens Plappert schrieb:> Vielleicht haben da 50 Ratten gleichzeitig "Leitkot" reingemacht :-)
Also wenn das die berüchtigten Tchernobyl-Ratten sind, die - wie aus
gewöhnlich gut informierten Kreisen zu hören war - kürzlich den
Heimatreaktor wegen zu geringer Strahlung aufgeben mußten und nach
Fukushima umgezogen sein sollen, dann ist durchaus denkbar, daß ihr
Gedärm noch Reste von Reaktorkern-Mahlzeiten enthielt, die einen ganz
vorzüglichen Leit-Dünnpfiff ergeben, der jede elektrische Anlage im Nu
lahmlegt.
Gestorben sind die Ratten dann aber letztlich wohl an
Graphitmangelerscheinungen.
c. m. schrieb:> ich kann das nicht wirklich abschätzen… sind die pumpen der> abklingbecken mit einem 30mA FI-schalter ausgerüstet, oder wie muss ich> mir das vorstellen?
Wir haben mal Ewigkeiten einen Fehler in der Verkabelung unserer
Whirlpool- und Saunaanlage gesucht. Immer wenn wir das Zeug betrieben
haben flog je nach Wetter der FI nach 30 Minuten bis 2 Stunden raus.
Meistens nur im Winter. Irgendwann stellte sich heraus, dass die
Feuchtigkeit des Whirlpools sich an den kalten Wänden beschlagen hat
(kondensiert) und dabei eine geringe Menge Kondenswasser in einer
Steckdose in (der kalten) Außenwand zusammen mit so kleinen toten Tieren
den FI ausgelöst hat. Wasser allein hätte das nicht geschafft. Nach dem
Austausch der UP-Dose und vorheriger Reinigung.
> und an die elektroinstallateue: wie oft findet ihr getier in> stromkästen, und wie oft ist sowas quelle für eine rausgeflogene> sicherung?
Schon gehabt. Neben den bereits erwähnten Krabbelviechern in der
Steckdose auch schon eine Maus, die in einem Drucker gestorben war.
c. m. schrieb:> wie so eine ratte, vor allem die im> beispielbild von spon, einen stromausfall herbeiführen kann.
Lies den Text nochmal. Diese Ratte hat keinen Stromausfall erzeugt:
1
Hintergrund war den Angaben zufolge der Fund von zwei toten Ratten
2
in der Nähe von wichtigem Gerät. Das Kühlsystem sei abgeschaltet worden,
3
damit Arbeiter die Kadaver sicher entfernen könnten.
Ich habe das einmal erlebt: In einem Getreidelager gab es als Zuleitung
zur Hauptverteilung von der Station aus ein Kabel 4x185mm², welches in
einem Betonkabelschacht verlegt war.
Eines Nachts kam ein Anruf von dort und man teilte mir mit, daß man
keinen "Saft" habe, aber die EV gesagt habe, daß es an ihnen nicht
liege.
Als ich dort ankam, sah ich in der Station, daß 1 NH-Sicherung
"gekommen"
war. Ich zog auf der anderen Seite den Trenner und maß das Kabel auf
Schluß.
Na PRIMA! :-(
Also: Alle Betondeckel ab und das Kabel verfolgt. Siehe da: Einer Ratte
hatte die Isolation des Kabels gut geschmeckt, obwohl sie die Wahl
zwischen hunderten Tonnen verschiedensten Getreides gehabt hätte.
Das Kabel war so zernagt, daß sich eine Brücke zwischen 2 Adern gebildet
hatte.
Wir haben dann am Tage das Kabel herausgezogen und stattdessen
Bleimantel-
kabel gezogen, weil ich befürchtete, daß das immer wieder passieren
könnte.
MfG Paul
Nachtrag: Manch Einer sielt sich nur am Schreibtisch herum -der erlebt
so etwas natürlich nicht und erklärt es für unschahrweinlich.....
Paul Baumann schrieb:> Wir haben dann am Tage das Kabel herausgezogen und stattdessen> Bleimantel-> kabel gezogen, weil ich befürchtete, daß das immer wieder passieren> könnte.
Hat das gewirkt? Ratten dürften eigentlich kein Problem haben, sich
durch einen Bleimantel zu beißen.
Uhu schrob:
>Hat das gewirkt? Ratten dürften eigentlich kein Problem haben, sich>durch einen Bleimantel zu beißen.
Ja, das wirkte.
Wir hatten vorher noch nie dieses Problem, obwohl wir nur in
landwirtschaft-
lichen Anlagen installierten, wo es auch immer Ratten gibt.
Es war das erste Mal, daß wir diese Sorte Kabel, die damals neu war,
verwendet haben.
Es lag offenbar an dem Material des Kabelmantels, der den Kollegen
Ratten
das Wasser im Mund zusammenlaufen ließ. Ich habe noch im Kopf, daß es da
sogar einen Artikel in der Zeitung "Elektropraktiker" zu diesem Phänomen
gab.
MfG Paul
Es gibt spezielle rattensichere Kabel (Ummantelung aus Stahldraht oder
verkapseltes Abwehrmittel im Kabelmantel) und sonstige Ausrüstung für
Verteilerstationen. Das wird z.B. in manchen Gegenden Indiens
standardmäßig gefordert. Durch Blei und andere weiche Metalle können sie
sich durchbeißen. Ratten müssen ihre Zähne ja ständig abnutzen, da sie
fortwährend nachwachsen.
Eine tote Maus hatten wir auch schon einmal in unserem Vereinsheim im
Sicherungsschrank quer über 2 Stromschienen. Damals brannte eine
NH-Sicherung durch.
Ein Goldhamster hatte jeden Abend Freilauf, und ist regelmäßig hinter
der Schrankwand verschwunden. Beim Auszug kam dann heraus, dass er nicht
nur Unmengen an Erdnüssen und Weintrauben - nun Rosinen - dort gehortet
hat, sondern auch stellenweise das Koaxkabel bis auf die Seele und das
Stromkabel bis aufs Kupfer abgenagt hat. Dabei waren am Stromkabel - es
war ja die ganze Zeit eingesteckt und der Stecker wurde nicht gedreht -
N abgenagt, während L nur einige kleine Bißstellen zeigte und ansonsten
intakt war.
Das Vieh hatte sich also immer mal ein Paar gefangen, dabei aber keinen
Schaden genommen.
In Lems Roman "Test" ist es übrigens eine Fliege, die zwischen den
Hauptleitungen der Stromversorgung der Rakete rumkrabbelt und im
entscheidenden Moment einen Kurzschluss verursacht. Als verkohltes
Stückchen zwischen den Leitungen verklemmt, sorgt sie dafür, dass er
fast auf den Mond aufschlägt.