Hallo Leute, angenommen ich habe einen Trafo mit einem Ü 2:1. Habe ich 100 V und 10 A am Eingang, so hab ich doch 50 V und 20 A am Ausgang weil P = const. oder? Wenn der Trafo nun 90 % Wirkungsgrad hat, hab ich dann am Ausgang 45 V und 20 A oder 50 Volt und 18 A? Oder was ganz anderes? Lg Sarah
Sarah E. schrieb: > Wenn der Trafo nun 90 % Wirkungsgrad hat, hab ich dann am Ausgang 45 V > und 20 A oder 50 Volt und 18 A? Das ist eine Frage der Auslegung des Trafos. Es wird irgendwo zwischen diesen beiden Extremen liegen. Gruss Harald
Man sollte auch bedenken, dass Trafo-Angaben sich idR immer auf die Nenndaten beziehen, die Spannung kann im Leerlauf deutlich höher liegen, sprich das Ü bezieht sich auf die Nennbelastung.
Sarah schrieb: >Habe ich 100 V und 10 A am Eingang, so hab ich doch 50 V und 20 A am >Ausgang weil P = const. oder? "Haben" kann man so nicht sagen. Du kannst theoretisch 20A fließen lassen, aber weil der Trafo für sich selbst auch etwas als Lohn abzwackt, ist der Wirkungsgrad, wie Du auch schreibst, geringer. ;-) Es wird also passieren, daß die Spannung absackt, je höher Dein gezogener Strom wird. Darüber hinaus hängt es auch noch von der Bauform des Trafos ab, wie "weich" er sich verhält, d.h. ob er z.B. wie ein Klingeltrafo kurz- schlußfest ist. MfG Paul
Sarah E. schrieb: > Wenn der Trafo nun 90 % Wirkungsgrad hat, hab ich dann am Ausgang 45 V > und 20 A oder 50 Volt und 18 A? Meistens wird beim Trafo aber Ausgangsspannung u. Strom angegeben, der Rest ergibt sich dann.
Helmut Lenzen schrieb: > Meistens wird beim Trafo aber Ausgangsspannung u. Strom angegeben, der > Rest ergibt sich dann. ...wenn der Draht dafür berechnet wurde. Das Übersetzungsverhältnis garantiert noch keine 20A wenn nur 0,1mm dünner Draht sekundär benutzt wurde. http://de.wikipedia.org/wiki/Transformator
Helmut Lenzen schrieb: > Meistens wird beim Trafo aber Ausgangsspannung u. Strom angegeben, der > Rest ergibt sich dann. Das Problem bei Netztrafos ist, das gerade die wichtigste Kenngröße, nämlich die Nennleistung gar nicht so einfach zu ermitteln ist. Beim Trafo steht eigentlich nur so einigermaßen fest, wieviel Verlustleistung er ohne Über- schreitung seiner höchstzulässigen Temperatur über seine Oberfläche abgeben kann. Daraus die Nennleistung zu berechnen führt je nach Belastung zu ganz unterschiedlichen Nennleistungen. Gruss Harald
Ein Fehler in der Überlegung liegt hier daran, dass man erst einmal eine verlustfreie Übersetzung annnimmt: (2:1, 100V auf 50V, 10A auf 20A)und danach einen Verlust von 10% annimmt, ohne drauf zu achten, dass die Ursache der Verluste durch einen Widerstand auch noch ins Schaltbild übernommen werden müssen. Wenn auf der Primärseite 10% Verluste sind, hat man dann die Werte: U1 =100V, I1 =10A, Eingangsleistung 1000W, Verluste 100W Ausgangsleistung 900W. Die 100W werden z.B. auf der Primärseite in einem 10-Ohm-Widerstand (10V,10A)verbraten. Am Trafo liegt in Wirklichkeit nur 90 V an. mit Ü = 2:1. Also auf der Sekundärseite kommt heraus: 45V, 20A Man kann das Beispiel auch mit einem Verlustwiderstand auf der Sekundärseite (2,5 Ohm) durchrechnen, da kommt das gleiche heraus. Bei einem gut ausgelegten Trafo sind die Verluste primär und sekundär gleich groß,(geschätzt)also 5Ohm Primärwiderstand und 1,25 Ohm Sekundärwiderstand.
komisch, jetzt habe ich alle Antworten nicht verstanden. Angenommen, ich kaufe einen Trafo mit der Aufschrift: Prim:100V Sek:50V/20A. Im Leerlauf hat er sek. mehr als 50V, schätzungsweise 53V. Wenn ich den mit 20A belaste, dann hat er 50V. Um das zu erreichen, ist er eben im Verhältnis von 2:1,06 hergestellt und nicht im reinen 2:1. Denn der Anwender will nicht rätseln sondern kaufen und einbauen. Primär fließen mehr als 10A, aber nur, wenn die sek. Last da ist. Denn der Strom tut sich mit Hilfe des Übersetzungsverhältnisses von sek. nach prim. übersetzen. Fließt sek kein Strom, weil die Anschlüsse offen sind, dann fließt prim auch kein Strom. Ich habe jetzt nichts zum induktiven Leerlaufstrom gesagt, das würde bei der Anfängerfrage zu weit führen.
Ergänzung: Da der die Verluste erzeugende Widerstand in Reihe zur Trafowicklung angenommen ist, und 100V/10A vorgegebn sind, ändert sich nur die Spannung am "internen" Trafo, der Strom aber nicht.
nixundnul schrieb: > komisch, jetzt habe ich alle Antworten nicht verstanden. > Angenommen, ich kaufe einen Trafo mit der Aufschrift: Prim:100V > Sek:50V/20A. Diese Angaben beschreiben einen Trafo mit Verlusten der zumindest aus folgenden Teilen besteht: Primärseitiger Verlustwiderstand + theoretisch verlustfreier Trafo mit etwas von 2:1(ca 1,8:1) abweichendem Übersetzungsverhältnis, damit der Spannungsverlust an R ausgeglichen wird und aus den 100V auch wirklich 50V entstehen. Sekundärseitig mit 20A belastet, wird dieser Trafo, wegen des von 2:1 (1,8:1) abweichenden Übersetzungsverhältnisses nicht 10A sondern ca. 11A aufnehmen.
@Peter R. um 19:58: Man muss natürlich auch die Eisenverluste beachten, die natürlich zusätzlichen Primär(wirk)strom "kosten". Im Transformatorersatzschaltbild liegt der betreffende "Verlust"-Widerstand R(Fe) parallel zur Hauptinduktivität; diese Verluste hängen also vom Quadrat der Eingangsspannung ab. In Wirklichkeit ist R(Fe) nicht ganz konstant; und es fällt ja etwas Spannung an Primärwicklungswiderstand und -streuinduktivität ab.
nixundnul schrieb: > Fließt sek kein Strom, weil die Anschlüsse offen sind, > dann fließt prim auch kein Strom. das bezweifel ich!
nixundnul schrieb: > Im Leerlauf hat er sek. mehr als 50V, schätzungsweise 53V Wahrscheinlich wird er deutlich mehr Spannung im Leerlauf auf der Sekundärseite haben. Mit 10% mehr kannst du locker rechnen, eher 20-30% mehr. nixundnul schrieb: > Fließt sek kein Strom, weil die Anschlüsse offen sind, > dann fließt prim auch kein Strom. Ist die Sekundärseite offen dann hast du quasi nur eine Spule angeschlossen und wenn deren Induktivität nicht gegen unendlich strebt ist der Strom auf der Primärseite von null verschieden ;) Du wirst einen Stromfluss haben der zumindest dem ohmischen Widerstand der Primärspule plus Ummagnetisierungsverlusten im Leerlauf des Trafos entspricht.
Michael Köhler schrieb: >> Im Leerlauf hat er sek. mehr als 50V, schätzungsweise 53V > > Wahrscheinlich wird er deutlich mehr Spannung im Leerlauf auf der > Sekundärseite haben. Das kommt ganz auf die Trafogrösse an. Gruss Harald
Harald Wilhelms schrieb: > Das kommt ganz auf die Trafogrösse an. > Gruss > Harald Meiner Erfahrung nach liegt bei einem 1 kW-Trafo die Leerlaufspannung nicht unter 10% sondern eher deutlich darüber (geht eher gegen 20%), aber ja, je weniger Nennleistung der Trafo aufweist desto höher (prozentual zur Nennspannung) ist die Nennspannung.
@Michael Köhler um 00:47: > Meiner Erfahrung nach liegt bei einem 1 kW-Trafo die Leerlaufspannung > nicht unter 10% ... Kaum, es sei denn es ist wird aabsichtlich durch hohe Streuinduktivität Kurzschlussfestigkeit vorgesehen, s.u. "Wirkungsgrad" unter: https://www.buerklin.com/datenblaetter/C101260_TD.pdf?ch=79396 > ... aber ja, je weniger Nennleistung der Trafo aufweist desto höher > (prozentual zur Nennspannung) ist die Nennspannung. Verstehe ich nicht ...
Wieh hoch muss ein Trafo denn belastet werden, damit ausgehend von der Leerlaufspannung die Nennspannung erreicht wird? Sagen wir mal bei einem sek. 8A, 40V Trafo? Gibt es da eine "Faustregel", wie z.B. 1% der max. Last? (z.B. 3W bei300W Trafo)
U. B. schrieb: > Verstehe ich nicht ... Bei kleiner Nennleistung haben Trafos recht hohe Streuinduktivität, sodass diese den Strom induktiv begrenzt. Unterhalb 10W kann das über 30% sein (2-Kammer-Wicklung) und die Trafos werden sogar kurzschlussfest. Die Streuinduktivität wirkt wie ein in reihe zum Ausgang liegender Widerstand. Wenn z.B. der Trafo 6V Nennspannung hat muss der Trafo für 9V Leerlaufspannung gewickelt sein, 30% der Spannung gehen durch die Streuinduktivität schon im Trafo weg. Bei Trafos kleiner Baugröße ist so wenig (magnetfeld sammelndes) Eisen vorhanden, dass ein großer Anteil sich außerhalb der Wicklungen ausbreitet. Etwas Einfluß hat auch die Wickeltechnik. (2-Kammerwicklung für Kurzschlussfestigkeit= hohe Streuung) Je mehr Eisen, desto weniger Streufeld und desto spannungsgenauer der Trafo. Allerdings darf man die Streuung nicht unter etwa 3% kommen lassen, denn dann wird der Kurzschlusstrom nicht mehr begrenzt, denn der ist Inenn/s, bei 3% Streufaktor s, also das 30-fache von Inenn.
Pete K. schrieb: > Wieh hoch muss ein Trafo denn belastet werden, damit ausgehend von der > Leerlaufspannung die Nennspannung erreicht wird? Sagen wir mal bei einem > sek. 8A, 40V Trafo? Natürlich mit der Nennlast als reine Widerstandslast. > Gibt es da eine "Faustregel", wie z.B. 1% der max. Last? (z.B. 3W > bei300W Trafo) Nein, aber für die gängigen Blechschnitte gibt es sog. Trafotabellen, in der die entsprechenden Kennwerte einschl. Wirkungsgrad drinstehen. Der im Startposting stehende Wert von 90% bei 100W kommt schon fast hin. Gruss Harald
@Peter R.: >> Verstehe ich nicht ... Das bezog sich auf: >>> ... aber ja, je weniger Nennleistung der Trafo aufweist desto höher >>> (prozentual zur Nennspannung) ist die Nennspannung. --- > Die Streuinduktivität wirkt wie ein in reihe zum Ausgang liegender > Widerstand. Addiert sich eben geometrisch zum Wicklungswiderstand. Bei kleinen Transformatoren spielt neben den Eisenverlusten auch dieser Wicklungswiderstand eine grosse Rolle, das resultiert im niedrigeren Wirkungsgrad. (Bei ganz grossen Transformatoren der Energieverteilung bestimmt nur noch die Streuinduktivität die "Kurzschlussspannung".)
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