Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik ungeerdetes Schaltnetzteil verursacht Funkstörungen


von sPrinGfield (Gast)


Lesenswert?

Halle liebe Bastelfreunde,

Ich habe mir vor kurzem ein DAB+ Radio gekauft, welches dummerweise 
immer dann ausfällt, wenn ich meine Lautsprecher einschalte.
Konkret konnte ich ermitteln, dass die Lautsprecher oder besser das 
Netzteil wohl das VHF-Band III (ca 170 Mhz ) stören müssen.
Es Handelt sich hierbei um ein Schaltnetzteil ohne PE anschluss ... 
unangenehme Hochspannungen konnte ich bereits über meine Kopfhöhrer 
spüren, wenn ich diese im Ohr hatte und an ein Geerdetes Gerät gefasst 
habe, das Funkt dann beim "erstkontakt" richtig an den Fingern.

Die Lautsprecher sind eigentlich sogar ein Markenprodukt der gehobeneren 
Preisklasse . ( Edifier-S530) wesshalb mich das dann doch schon ein 
wenig wundert...

scheint wohl ein spezfisches Problem dieser Art Netzteile zu sein--
wie auch immer ...

Kann ich die Kiste einfach an irgendeiner erreichbaren Masse Erden ? 
Oder mache ich mir damit das Schaltnetzteil kaputt?

Danke!

von oszi40 (Gast)


Lesenswert?

http://de.wikipedia.org/wiki/Netzteil

Du hast 2 Probleme:
1. Störstrahlung mit x MHz wo nur eine bessere Filterung helfen KÖNNTE. 
Deine erfolgreiche Behebung könnte mühsam werden. Man kann es aber 
Klappferrit an den Zuleitungen versuchen. z.B. 
http://www.reichelt.de/Amidon-Ferrit-Ringkerne/FERRITRING-13/3//index.html?ACTION=3&GROUPID=3187&ARTICLE=7672&SHOW=1&START=0&OFFSET=16&;

2.Keinen Schutzleiteranschluß wodurch geringe Aufladungen durch den 
bereits eingebauten Störschutzkondensator abgeleitet werden können.

Man kann das Problem natürlich auch über den Verkäufer/Hersteller lösen 
statt noch x Experimente zu machen.

von Johannes E. (cpt_nemo)


Lesenswert?

sPrinGfield schrieb:
> Kann ich die Kiste einfach an irgendeiner erreichbaren Masse Erden ?
> Oder mache ich mir damit das Schaltnetzteil kaputt?

Um ein Netzteil zu entstören gibt es prinzipiell zwei Möglichkeiten:

1. Die Störung möglichst an der Quelle beseitigen. Dazu muss man aber in 
die Schaltung eingreifen und ohne Erfahrung und passende Messgeräte ist 
das eher schwierig.

2. Gehäuse abschirmen und alle externen Anschlüsse filtern.
Du könntest dazu ein Metallgehäuse um das Gerät bauen und dieses erden. 
Dann alle Leitungen (Netz-Zuleitung und Niederspannungs-Ausgang) mit 
Y-Kondensatoren zum Gehäuse beschalten und evtl. X-Kondensatoren und 
Klappferrite oder Gleichtaktdrosseln noch dazu bauen.

Das ist aber schon ein gewisser Aufwand; evtl. wäre es sinnvoller, das 
Netzteil gegen ein anderes zu tauschen oder beim Hersteller/Verkäufer zu 
reklamieren.

von Kai K. (klaas)


Lesenswert?

>Das ist aber schon ein gewisser Aufwand; evtl. wäre es sinnvoller, das
>Netzteil gegen ein anderes zu tauschen oder beim Hersteller/Verkäufer zu
>reklamieren.

Dieses Klump wird immer billiger und ramschiger. Die Isolation ist 
teilweise derart beschissen, daß man nicht glauben mag, daß das Teil 
jemals die gültigen Normen eingehalten hat.

>unangenehme Hochspannungen konnte ich bereits über meine Kopfhöhrer
>spüren, wenn ich diese im Ohr hatte und an ein Geerdetes Gerät gefasst
>habe, das Funkt dann beim "erstkontakt" richtig an den Fingern.

Das kann auch gut und gerne ein Defekt der Isolation des Übertargers 
oder eines Bauteils sein. Am besten reparieren lassen oder austauschen. 
Bis dahin auf jeden Fall die Signalmasse erden und das Gerät nicht 
unbeobachtet laufen lassen...

>Konkret konnte ich ermitteln, dass die Lautsprecher oder besser das
>Netzteil wohl das VHF-Band III (ca 170 Mhz ) stören müssen.

Auch das läßt einen Defekt vermuten, wahrscheinlich eines Entstörcaps.

Bitte melde dich an um einen Beitrag zu schreiben. Anmeldung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.
Bestehender Account
Schon ein Account bei Google/GoogleMail? Keine Anmeldung erforderlich!
Mit Google-Account einloggen
Noch kein Account? Hier anmelden.