Es fehlen noch ein paar wichtige Angaben um eine Empfehlung zu
treffen...
Wie steht es mit der benötigten Bandbreite des Verstärkers? Und der
Ausgangsstrom? Art der Last - also kapazitiv (Piezo), induktiv oder rein
resistiv? Das wären die zentralen Fragen.
Allgemein kann ich Dir nur schon dazu raten einen Operationsverstärker
einzusetzen. Apex Microtechnology hat auf jeden Fall den passenden OpAmp
für die Anwendung: http://www.apexanalog.com/
Einige andere Herstelle haben inzwischen auch Hochspannungs-OpAmps im
Lieferprogramm - jedenfalls wenn die Spannung nicht in den kV-Bereich
geht sondern es sich nur um knapp 100V handelt.
Wenn der Verstärker mehr Strom liefern muss, dann ist es eine gute
Möglichkeit so einem OpAmp einfach eine Stromverstärkungsstufe
nachzuschalten. In der einfachsten Variante braucht es eben ein
komplementäres NPN/PNP-Transistorpaar (oder auch p-/n-Channel-FETs).
Aber selbst bipolare, komplementäre Transistorpärchen lassen sich für
recht hohe Ströme (~10A) und entsprechend hohen Spannung (>400V)
problemlos auftreiben.
Ansonsten, FETs gibt es in dem Spannungs/Leistungsbereich ja zur genüge
- man muss nur darauf achten keine Trench-FETs zu benutzen, die nicht
gut damit klarkommen im linearen Bereich betrieben zu werden.
Die Hochspannungs-OpAmps von Apex sind zwar nicht gerade günstig, aber
wenn ich mir anschaue was für eine komplexe Schaltung Du gedenkst
aufzubauen, kommst Du selbst mit den teureren Vertretern der Apex-OpAmps
im Endeffekt sicher günstiger bei weg. Wobei die OpAmps für den von Dir
vorgegebenen Spannungsbereich gar nicht so teuer sind - aber ohne mehr
Daten (Bandbreite, Ausgangsstrom, ...) kann ich zu nichts konkretem
raten.
Ich habe übrigens meine eigenen Erfahrungen mit Hochspannungsverstärkern
gemacht - dazu noch ausgelegt für recht garstige Lasten - Piezos.
Ich habe in der ersten Version eine recht eigenwillige Konstruktion mit
zwei N_Kanal FETs (oder waren es bipolare NPN-Transisoren?!) und
separater Ansteuerung der beiden realisiert, durchgängier
Klasse-AB-Betrieb.
Die Anforderungen waren recht diffus - der Verstärker wurde für bis zu
350V(unipolar) ausgelegt, wird letztendlich aber nur bis 120V betrieben
und macht auch nicht mehr als eine bandbreitenbegrenzten Impuls mit
beliebieger Länge (~100µs Anstiegs/Abfallzeit und eine Impulslänge von
minimal einigen Millisekunden) auszugeben - eben auf einen Piezo. Ist
natürlich recht suboptimal, die ganze Topologie - Versorgungsspannung
von 300V für einen Impuls mit max. 120V...
Naja, die zweite Version (anderer Einsatzzweck) ist eine optimierte
Weiterentwicklung welche in etwa den selben Impuls ausgeben soll (mit
der gleichen Last, ein recht hochkapazitiver, dazu mechanisch stark
belasteter, Piezo. 120V Impulsspannung mit einem maximalen Strom von 6A.
Dieser Verstärker soll im Labor aber auch für andere Aufgaben einsetzbar
sein - ich hatte noch ein paar PA85 von Apex zur Hand und habe deshalb
beschlossen die maximalen Betriebsparameter auf jene des PA85
auszulegen, zudem bipolare Ausgangspulse zu ermöglichen.
Die Stromverstärkerstufe ist mit komplementären Bipolartransistoren
aufgebaut, hier mögliche Modell (die auf für Deinen Verstärker in Frage
kämen, wenn ein entsprechender Strom gefordert ist):
1. Wahl - MJL4281A (NPN), MJL4302A (PNP) - 350V/15A
2. Wahl - MJW0281A (NPN), MJW0302A (PNP) - 260V/15A
3. Wahl - MJW3281A (NPN), MJW1302A (PNP) - 230V/15A
Grüße
Sascha