Was ist die Ursache für diese Selbstentladung, wenn ein Kondensator nach
x Wochen plötzlich leer ist?
Und würde die se Selbstentladung auch im Vakuum, z.B. im Weltraum
funktionieren? Dort wäre der Kondensator ja komplett von restlichen
Komponenten entkoppelt.
Ein Kondensator besteht aus zwei Platten mit einem Dielektrikum
dazwischen, das nicht-leitend ist. Es ist aber nicht perfekt isolierend,
und dadurch entsteht der Leckstrom.
Elektrolyt haben einen sehr hohen, Folien-Kondensatoren einen sehr
geringen.
D.h. im Weltraum würde er sich ebenso entladen, da dem Kondensator es
recht egal ist was außen rum ist, der Leckstrom tritt im Inneren des
Kondensator auf.
Wenn du mit einem Plattenkondensator, also wirklich nur zwei Platten,
ohne Dieelktrikum oder sonstwas, ins Weltall gehst, wird er sich wohl
nicht entladen.
Aber das währe interessant: Entläd er sich wirklich nicht? So ganz
perfekt ist das Vakuum im Weltraum ja nun auch nicht.
Martin Kreiner schrieb:> Wenn du mit einem Plattenkondensator, also wirklich nur zwei Platten,> ohne Dieelktrikum oder sonstwas, ins Weltall gehst, wird er sich wohl> nicht entladen.
Also schweben die Platten frei im luftleeren Raum? Wenn sie nicht
irgendwie festgemacht sind (und eine solche Halterung würde bei realen
Materialien ja wiederum Leckströme verursachen), dann bewegen sich die
Platten (duch die Anzeihung aufgrund der Ladung) aufeinander zu, bis sie
sich berühren.
Uwe ... schrieb:> Martin Kreiner schrieb:>> Wenn du mit einem Plattenkondensator, also wirklich nur zwei Platten,>> ohne Dieelktrikum oder sonstwas, ins Weltall gehst, wird er sich wohl>> nicht entladen.>> Also schweben die Platten frei im luftleeren Raum? Wenn sie nicht> irgendwie festgemacht sind (und eine solche Halterung würde bei realen> Materialien ja wiederum Leckströme verursachen), dann bewegen sich die> Platten (duch die Anzeihung aufgrund der Ladung) aufeinander zu, bis sie> sich berühren.
Wie würde es denn aussehen, wenn man zwischen die beiden Metallplatten
den besten Isolator, der die Platten getrennt halten kann, anbringen
würde?
Dann wären die beiden Platten gut voneinander isoliert, aber im Weltraum
müßte man sich nun fragen, welche Rolle der Sonnenwind hier spielt.
Immerhin prasseln da ja ständig Ladungsträger auf den Kondensator,
solange man diesen nicht in eine Hülle packt.
Wenn man Strahlung mit einbezieht tritt auch noch der Photoeffekt auf.
Und auch bei einem sehr guten Isolator (realisitisch wollen wir ja mal
noch bleiben) sollte auch noch der Tunneleffekt auftreten.
Martin Kreiner schrieb:
> Entläd er sich wirklich nicht? So ganz> perfekt ist das Vakuum im Weltraum ja nun auch nicht.
Wie immer, muß man zw. Theorie und Praxis unterscheiden. Gase im All
sind wg. der Gammastrahlung vermutl. ionisiert und elektr. leitend. Ich
nehme an, daß auch im Vakuum ab und zu ein Elektron von einer Platte zur
anderen wandert. Und wenn sich die Materie irgendwann auflöst, dann wird
so ein Kondensator ohnehin völlig belanglos. ;)
Kondensatorplatten als frei im Weltraum befindlichen Objekten wird es in
Sonnennähe ähnlich wie der Erde gehen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Elektrostatisches_Feld_der_Erde
Die gegenseitigen Anziehung der Platten läßt sich einfach kompensieren,
z.B. durch
- unterschiedliche Umlaufbahnhöhen, so dass die zwischen den Platten
wirkenden elektrostatischen Anziehungskräfte gerade das
Auseinanderdriftenkompensieren.
- Triebwerke, die entsprechende Gegenkräfte liefern
Kondo schrieb:> Und würde die se Selbstentladung auch im Vakuum, z.B. im Weltraum> funktionieren? Dort wäre der Kondensator ja komplett von restlichen> Komponenten entkoppelt.
Wie schon gesagt wurde tritt diese Selbstentladung durch das
Dielektrikum statt. Hintergrund ist schlichtweg, dass alle
physikalischen Größen in der Natur begrenzt sind. Ein Dielektrikum hat
zwar einen sehr hohen Widerstand aber er ist begrenzt, also nicht
unendlich hoch wie es das Idealbild der Kondensators fordert.
Es gibt zwar auch die Selbstentladung an der Luft über die Anschlusspins
aber diese ist wesentlich geringer als die Selbstentladung durch das
Dielektrikum.
> Wenn du mit einem Plattenkondensator, also wirklich nur zwei Platten,> ohne Dieelktrikum oder sonstwas, ins Weltall gehst, wird er sich wohl> nicht entladen.
Doch, es dauert nur.
> Aber das währe interessant: Entläd er sich wirklich nicht? So ganz> perfekt ist das Vakuum im Weltraum ja nun auch nicht.
Eben.
Zudem gibt es noch merkwürdige Effekte, wie den Casimir Effekt.
Anwendungsbeispiele:
- FLASH-Speicher
- EEPROMS ...
Die Speicherzellen sind kleine Kondensatoren und die Ladung bleibt über
Jahre ausreichend erhalten.
Gruß Dietrich
Michael schrieb:
> Kondensatorplatten als frei im Weltraum befindlichen Objekten ...> Die gegenseitigen Anziehung der Platten läßt sich einfach kompensieren,> z.B. durch> - unterschiedliche Umlaufbahnhöhen, ...> - Triebwerke, die entsprechende Gegenkräfte liefern
... und zur Stabilisierung im Orbit schnell rotieren lassen, daher auch
der Begriff "Drehkondensator". Geht's noch ? ;)
Der Weltraum – unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2013. Dies sind
die Abenteuer des Kondensators, der mit seiner 400 µF starken Kapazität
fünf Jahre lang unterwegs ist, um neue Welten zu erforschen, neues Leben
und neue Zivilisationen. Viele Lichtjahre von der Erde entfernt, dringt
der Kondensator in Galaxien vor, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat.
Bernd K. schrieb:> der Kondensator in Galaxien vor, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat.
"...die nie ein Kondensator zuvor gesehen hat"
Soviel Ordung muss schon sein ;-)
Old-Papa
Old Papa schrieb:
> "...die nie ein Kondensator zuvor gesehen hat"
... Galaxien, in denen sich noch nie ein Kondensator zuvor aufgeladen
oder entladen hat. Wenn schon, denn schon !
Radioaktive Strahlung bewirkt, dass der Luftleere Raum leitend wird.
Jedesmal, wenn ein Teilchen diesen Raum passiert, wird Ladung
verschoben. Genau dieser Effekt wird beim Geigerzähler ausgenutzt.
Bei Mikrochips hingegen führt der Effekt zu Fehlfunktionen. Deswegen
stürzen ungeschützte Computer hin und wieder ab, selbst wenn sie
ansonsten fehlerfrei produziert sind und die Software auch fehlerfrei
ist.
Stefan Frings schrieb:> Radioaktive Strahlung bewirkt, dass der Luftleere Raum leitend wird.> Jedesmal, wenn ein Teilchen diesen Raum passiert, wird Ladung> verschoben. Genau dieser Effekt wird beim Geigerzähler ausgenutzt.
Falsch! Radioaktive Strahlung kann Gase leitend machen, indem
Gasatome/-moleküle ionisiert werden. DIESER Effekt wird beim
Geigerzähler ausgenutzt.
Leerer Raum enthält keine Ladungsträger. Wenn man keine irgendwo
herholt, fließt dort auch kein Strom.
Ein Kondensator muss nicht unbedingt aus zwei Platten bestehen. Es
reicht auch ein einzelner Körper, z.B ein Asteroid.
Je nach Potential, Material und Oberflächentemperatur werden Elektronen
emittiert, oder hin und wieder wird ein vagabundierendes Elektron
eingefangen. Im Mittel wird sich irgendwann ein entladener Zustand
einstellen.