Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Was ist an Tantal Kondensatoren anders?


von Wusel D. (stefanfrings_de)


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Worin unterschieden sich Tantal Kondensatoren in ihrer Wirkung von 
normalen Elkos?

Ich bin nur an den wesentlichen Unterschieden interessiert, nicht an 
wissenschaftliche Details.

von Jürgen H. (Gast)


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Die haben einen sehr geringen Innenwiderstand bei hohen Frequenzen 
(100kHz) wie sie bei Schaltnetzteilen vorkommen. Deshalb werden(wurden) 
sie dort gerne verwendet. Es gibt aber inzwischen spezielle Elkos oder 
Kerkos mit fast vergleichbar guten Eigenschaften. Auf Tantals sollte aus 
Umweltschutzgründen verzichtet werden.

von Brain (Gast)


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Umweltschutz? Eher Menschenschutz. Und glaub nicht, dass es bei den 
anderen Rohstoffen ziviler zugeht als beim Coltan... Wenn man auf was 
verzichten sollte, dann auf Gold! Die Zyanidlaugerei ist ein richtig 
dickes Problem.

von Brain (Gast)


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Ach ja, vielleicht hätte der TO mal selbst bei Wiki nachlesen können:

http://de.wikipedia.org/wiki/Tantal-Elektrolytkondensator

Da steht alles-

von Kai K. (klaas)


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>Worin unterschieden sich Tantal Kondensatoren in ihrer Wirkung von
>normalen Elkos?

>Ich bin nur an den wesentlichen Unterschieden interessiert, nicht an
>wissenschaftliche Details.


Hausaufgabe?

von Falk B. (falk)


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@ Brain (Gast)

>Umweltschutz? Eher Menschenschutz. Und glaub nicht, dass es bei den
>anderen Rohstoffen ziviler zugeht als beim Coltan...

Na dann bist du hoffentlich so konsequent wie politisch korrekt und 
verzichtest auch auf Kupfer, Eisen, Kohle etc.

von Kai K. (klaas)


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>Ist die Gefahr des Eintrocknens hier ebenfalls gegeben?

Bei den trockenen Ausführungen?? Nasse Tantals werden kaum verwendet, da 
sie oft extrem teuer sind.

von Wusel D. (stefanfrings_de)


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Die Infos bei Wikipedia fand ich nicht sehr hilfreich. Vor allem 
irritiert mich, dass die Tantal Elkos laut Wikipedia keine hohen Ströme 
vertragen, dennoch werden sie als Glättungskondensator in Netzteilen 
verwendet??? Ich dachte, gerade dort treten hohe Ströme auf.

Wenn ich Tantal-Elkos vor und hinter 78xx Spannungsregler benutze, kann 
ich dann die sonst üblichen 100nF weglassen?

WIe sieht es mit den Leckströmen aus? Auch hier fand ich die Angaben in 
Wikipedia wenig hilfreich. Sind Tnatal Elkos für Integrierer oder Timer 
in Kombination mit hochohmigen Widerständen (z.B. 1M Ohm) geeignet?

Ich weiß auch, dass Elkos eine recht hohe Induktivität haben. Bei 
Tantal-Elkos erwarte ich aufgrund des Aufbaus eine sehr geringe 
Induktivität. Stimmt das?

Um ELkos an Wechselspannung zu betreiben, schaltet man zwei entgegen 
gesetzt in Reihe oder nimmt besser gleich welche, die für 
Wechselspannung vorgesehen sind. Kann man Tantal ELkos ebenso 
verschalten? Tantal-Elkos für Wechselspannung scheint es ja nicht zu 
geben.

von Kai K. (klaas)


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>Vor allem irritiert mich, dass die Tantal Elkos laut Wikipedia keine
>hohen Ströme vertragen, dennoch werden sie als Glättungskondensator in
>Netzteilen verwendet??? Ich dachte, gerade dort treten hohe Ströme auf.

Bei einem Linearregler hast du doch keine großen Wechselströme. Wo 
sollen die denn her kommen?

Aber es ist richtig, daß Tantals keine großen Einschaltströme vertragen. 
Werden sie trotzdem mit solchen beaufschlagt, hat der Entwickler 
gepennt. Soll ja auch gelegentlich vorkommen...

>Wenn ich Tantal-Elkos vor und hinter 78xx Spannungsregler benutze, kann
>ich dann die sonst üblichen 100nF weglassen?

Was sagt denn das Datenblatt des 78xx dazu???

>WIe sieht es mit den Leckströmen aus?

Deutlich geringer als bei Elkos, aber immer noch beachtlich.

>Sind Tnatal Elkos für Integrierer oder Timer in Kombination mit
>hochohmigen Widerständen (z.B. 1M Ohm) geeignet?

Kommt auf die konkrete Schaltung an. Oft besser nicht. Vor allem nicht 
bei hohen Umgebungstemperaturen.

>Ich weiß auch, dass Elkos eine recht hohe Induktivität haben.

Bis runter zu 10...15nH bei kleinen stehenden Typen. Das ist nicht soo 
viel.

>Bei Tantal-Elkos erwarte ich aufgrund des Aufbaus eine sehr geringe
>Induktivität. Stimmt das?

Rund 5nH bei sehr kleinen Bauformen. Man vergißt immer die Zuleitungen 
im Bauteil selbst.

von Wusel D. (stefanfrings_de)


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> Was sagt denn das Datenblatt des 78xx dazu???

Nichts, deswegen frage ich ja.

> Rund 5nH bei sehr kleinen Bauformen.
> Man vergißt immer die Zuleitungen im Bauteil selbst.

Vor allem habe ich nicht die geringste Ahnung, wie hoch die Induktivität 
der Zuleitungen ist, bzw in welchen Größenordnungen wir uns da bewegen.

Beim Basteln war das für mich bisher nie von Bedeutung. Interessieren 
würde es mich dennoch.

von Kai K. (klaas)


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>Nichts, deswegen frage ich ja.

Die LM78xx sind sehr gutmütig und vertragen fast alles. Kritischer sind 
die LM79xx. Da gibt es Hinweise im Datenblatt. Eine gute Kombination ist 
beispeilsweise 2µ2 Tantal am Eingang und 1µF Tantal am Ausgang. Dies 
kann man auch für die LM78xx übernehmen. Der 2µ2 Tantal am Eingang darf 
aber keine Einschaltstromstöße sehen!

Ich nehme lieber 100µ/Elko // 100n/X7R am Eingang und 47µ/Elko // 
100n/X7R am Ausgang.

>Vor allem habe ich nicht die geringste Ahnung, wie hoch die Induktivität
>der Zuleitungen ist, bzw in welchen Größenordnungen wir uns da bewegen.

Rund die Hälfte der Länge des Tantals. Ein paar Millimeter können da 
schon zusammenkommen. Und pro Millimeter Länge rund 1nH, sagt man.

>Beim Basteln war das für mich bisher nie von Bedeutung. Interessieren
>würde es mich dennoch.

In der Realität ist das selten von Belang.

von amateur (Gast)


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>Vor allem habe ich nicht die geringste Ahnung, wie hoch die Induktivität
>der Zuleitungen ist, bzw in welchen Größenordnungen wir uns da bewegen.

Ich will ja nicht petzen, aber haben andere Kondensatoren nicht auch 
Zuleitungen bzw. Anschlüsse?
Oder ist bei Tantalkondensatoranschlüssen etwas Besonderes vorhanden 
oder zu beachten?

von n.n. (Gast)


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Huhu,

Tantal Caps haben einen eigenen geruch wenn sie platzen, passiert gerne, 
wenn man sie verpolt. dann kann man sie sicher erkennen..
bei verpolen schalten sie schnell mal durch und platzen eben.

alte tantal-"tropfen" galten als nicht so spannungssicher, da wird in 
literatur gern ein schutzwiderstand von wenigen ohm empfohlen (für 
einschaltstrom).

neue tantal smds werden immer noch gerne in elektronik (z.b. auf jeder 
festplatte zu finden) verbaut, stehen halt zwischen kerko-hühnerfutter 
und smd-elkos.

tipp: lad dir ein paar datenblätter zu tantals herunter und vergleich 
diese mal mit anderen kondensatoren.

von Sven P. (Gast)


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Jürgen H. schrieb:
> Die haben einen sehr geringen Innenwiderstand bei hohen Frequenzen
> (100kHz) wie sie bei Schaltnetzteilen vorkommen. Deshalb werden(wurden)
> sie dort gerne verwendet.
Wär ich aber vorsichtig mit. Stromtransienten mögen manche Tantals 
nämlich überhaupt nicht.

Außerdem brennen die gut.

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