Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Frage Transistor Grundschaltung


von Hans (Gast)


Angehängte Dateien:

Lesenswert?

Hallo,

ich frage mich in welcher Grundschaltung der Transistor hier betrieben 
wird.
Zunächst dachte ich an eine Basisschaltung, da aber Ua und Ue beide über 
GND gemessen werden, glaube ich mittlerweile dass es eine 
Kollektorschaltung ist.

Was ist richtig? Bitte wenn möglich mit Erklärung, danke!

von ArnoR (Gast)


Lesenswert?

Hans schrieb:
> Was ist richtig?

Es ist die Basisschaltung. Über den Spannungsteiler R1/R2 liegt die 
Basis auf einem festen Potential, das Signal wird in den Emitter 
eingespeist und der Ausgang ist der Kollektor.

von (prx) A. K. (prx)


Lesenswert?

Daumelregel: Der Anschluss mit fester Spannung bestimmt den Namen. Bei 
Basis- und Kollektorschaltung stimmt das ziemlich wörtlich, bei 
Emitterschaltung kann ein Rückkopplungswiderstand die Einschätzung 
erschweren.

von Ralph S. (jjflash)


Lesenswert?

Gestern hatte ich schon versucht zu antworten, aber das war mit meinem 
Handy etwas schwierig.

Die gegebene Schaltung ist definitiv eine Basis-Schaltung (was noch 
besser zu sehen wäre, wenn parallel zu RV2 ein Kondensator angeschaltet 
wäre).

Grundsätzlich zur Bezeichnungsweise der Transistorgrundschaltungen.

Die Schaltung wird danach bezeichnet, wessen Anschluß wechselstrommäßig 
(also signalseitig) an Masse angeschaltet ist. Hier ist zu beachten, das 
Wecheselstromseitig die Betriebsspannung ein Kurzschluß gegen Masse ist 
(kann man sich leicht vorstellen wenn man weiß, dass über jeder 
Betriebsspannung ein "dicker" und ein "kleiner" Kondensator sitzt, der 
eventuelle Wechsel- und Brummspannungen kurzschließt).

Für ein Wechselspannungssignal ist die Betriebsspannung also genauso 
Masse wie die Masse selbst. Bei einem Ersatzschaltbild zeichnet man die 
Betriebsspannung dann auch als "Kurzschluß", es gibt also nur eine 
Masseleitung.

Zur gegebenen Schaltung:

RV1 und RV2 bilden einen Spannungsteiler, die Spannung Basis-Masse ist 
annähernd konstant und wechselspannungsfrei (und wäre ein Kondensator 
angeschaltet wäre das besser).

Wird am Emitter ein Signal eingespeist und steigt die Spannung am 
Emitter, so verringert sich die Ube des Transistors (weil ja U 
Basis-Masse konstant ist).

Durch diese verringerte Ube verringert sich auch automatisch der 
Basisstrom und somit leitet der Transistor weniger (dynamischer 
Widerstand rce ist größer geworden).

Das Ausgangssignal wird am Kollektor abgegriffen und liegt somit an der 
Reihenschaltung von rce und RE an.

Da rce mit steigendem Eingangssignal gestiegen ist und am größeren 
Widerstand die größere Spannung anliegt, steigt die Spannung am Ausgang 
proportional zur Eingangsspannung (es liegt also keine Phasendrehung 
vor).

--------------------------------------

Vorliegende Schaltung (wie alle Basisschaltungen) besitzt folgende 
Eigenschaften:

- keine Phasenverschiebung
- sehr kleiner Eingangswiderstand (maßgeblich in der Größe von RE)
- relativ hoher Ausgangswiderstand
- Stromverstärkung kleiner 1
- Spannungsverstärkung größer 1

Häufigster Einsatz: Antenneneingangsverstärker und in Kombination mit 
einer Kollektorschaltung als "Emittergekoppelter Spannungsverstärker 
ohne Phasendrehung"...

Hoff ich, dass ich das so ohne Bildchen gut verständlich erklären 
konnte,

Gruß,
Ralph

von Hans (Gast)


Lesenswert?

Hallo,

vielen Dank für die schnellen Antworten und die sehr ausführliche 
Antwort!
Hat meinem Verständnis sehr geholfenen, Danke!

Bitte melde dich an um einen Beitrag zu schreiben. Anmeldung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.
Bestehender Account
Schon ein Account bei Google/GoogleMail? Keine Anmeldung erforderlich!
Mit Google-Account einloggen
Noch kein Account? Hier anmelden.