Hallo Community,
bin noch recht frisch in dem Gebiet der Elektrotechnik und versuche mich
an kleinen Standard-Schaltungen. Hierzu habe ich eine Frage zu meiner
nachgebastelten Schaltung.
Was habe ich gebaut?
Zum einen habe ich mir ein Buch mit Grundschaltungen genommen und die
Schaltung nachgebaut. Siehe Bild: AM_1k_100k_100_F_547
Ich habe in den Strang bei R1 eine weitere LED in Reihe dazugeschalten.
- Nun leuchtet diese 2te LED im gekippten Zustand aber nur schwach.. -
Nach einer Simulation der Schaltung sieht alles in Ordnung aus. Beide
LED´s werden theoretisch mit einem Strom von 8mA abwechselnd durchströmt
werden.
Dazu habe ich die Frequenz & die Amplitudenlänge berechnet:
Schaltung 1:
Frequenz:
f= 1/(ln(2)*(100kΩ*100µF+100kΩ*100µF))=0,13Hz
Amplitudenlänge:
T= 1/f= 1/0,13Hz=7,6246s
Schaltung 2:
Frequenz:
f= 1/(ln(2)*(47kΩ*10µF+47kΩ*10µF))=1,534Hz
Amplitudenlänge:
T= 1/f= 1/1,534Hz=0,65155s
Ich habe mir auf einer Webseite eine 2te Schaltung dazu angesehen &
diese nachgebaut. Siehe Bild:
Astabiler_Multivibrator_-_Eine_unruhige_Schaltung
Nun das gleiche Phänomen.. Die 2te LED leuchtet nur sehr schwach..
Hier 2 Videos dazu, um das ganze zu verdeutlichen:
Astabiler Multivibrator 470Ohm 47kOhm 10µF BC548http://www.youtube.com/watch?v=R97JSN_6Rpo
Astabiler Multivibrator 1kOhm 100kOhm 100µF BC547http://www.youtube.com/watch?v=xZ8me8jpX3c
Woran kann das liegen?
Gruß
Max
> Woran kann das liegen?
An der zweiten LED in einem Strang.
Das geht so nicht.
Wenn Du so unterschiedliche LAsten schalten willst, solltest Du noch
zwei TRansistoren an R1 und R4 schalten und mir DENEN die Last schalten.
Gruss
Michael
Max schrieb:> Zum einen habe ich mir ein Buch mit Grundschaltungen genommen und die> Schaltung nachgebaut. Siehe Bild:
Stand in dem Buch auch, das man sie mit 9V betreiben soll?
Dann solltest Du das Buch wegwerfen. Obige Schaltung ist nämlich
nur bis zu etwa 6V geeignet.
Gruss
Harald
> Dann solltest Du das Buch wegwerfen. Obige Schaltung ist nämlich> nur bis zu etwa 6V geeignet.
Obige Schaltung funktioniert auch bei 12V noch prima.
Die Zeiten des AC172 sind vorbei!
Gruss
Michael
Michael Roek schrieb:>> Dann solltest Du das Buch wegwerfen. Obige Schaltung ist nämlich>> nur bis zu etwa 6V geeignet.>> Obige Schaltung funktioniert auch bei 12V noch prima.
Fragt sich nur wie lange. Ich kenn keine aktuellen Transistoren,
die 12V negative Basisspannung vertragen.
Gruss
Harald
Diese Multivibratoren waren 1974 auch in meinen Lehrbüchern drin, und
ich baute damals 1977 Blinker für Freunde, die sich einfach an einer
blinkenden LED erfreuten, und das war zu dieser Zeit magisch.
Vor einiger Zeit beschäftigte ich mich wieder damit. Es gab einen Thread
hier, daß man diesen Multivibrator in einen Tot-Zustand bekommen kann,
wenn man beide Transistorbasen auf Null zwingt. Dann bleibt die
Schaltung auch bei richtiger Dimensionierung der Bauteile stehen.
In einer Simulation mit LTspice fand ich, daß der Multivibrator bei
einem zu hoch gewählten B Vorwiderstände auch stehen bleibt. Eine Stufe
erreicht nicht mehr die Kraft, die andere umzuschalten, und lädt mit der
wenigen Kraft auch noch den Kondensator. Mit so Transistoren wie BC547
scheint ein B von ungefähr 50 gut zu sein. Man kann es noch niedriger
wählen, aber das schadet den Bauteildimensionen, man braucht große
Kondensatoren.
Ich baue Multivibratoren heute gerne mit CMOS-Gattern, wie 4001 oder
4011, die auch nicht stehen bleiben können.
> Fragt sich nur wie lange. Ich kenn keine aktuellen Transistoren,> die 12V negative Basisspannung vertragen.
Bisher 8 Jahre mit 2 x BC337 bei Betrieb -10...+40 Grad und Bleiakku
(also eher 13V)
Gruss
Michael
Michael Roek schrieb:>> Fragt sich nur wie lange. Ich kenn keine aktuellen Transistoren,>> die 12V negative Basisspannung vertragen.>> Bisher 8 Jahre mit 2 x BC337 bei Betrieb -10...+40 Grad und Bleiakku> (also eher 13V)
Nun, im Datenblatt des BC337 (Philips) steht jedenfalls eindeutig 5V.
Forschungsversuche, wie lange ein Transistor einen Betrieb im
Durchbruch verträgt, habe ich allerdings noch nicht gemacht.
Gruss
Harald
Harald Wilhelms schrieb:> Nun, im Datenblatt des BC337 (Philips) steht jedenfalls eindeutig 5V.> Forschungsversuche, wie lange ein Transistor einen Betrieb im> Durchbruch verträgt, habe ich allerdings noch nicht gemacht.
9V vertragen die Multivibratoren mit Standard-Transistoren wie früher
BC107 und heute eher BC547 aber immer, an einer LED im Lastkreis fallen
ja auch noch 2V ab. Höher sollte man die Betriebsspannung aber nicht
wählen.
Aus den Lehrbüchern früher 1974 erkannte ich auch noch nicht, daß die
Kondensatoren mal plötzlich bei Umladung -7V bekommen, das war auch nie
beschrieben, ich sah es aber in der LTspice-Simulation.
Na, mit etwas Nachdenken, und wenn es wichtig gewesen wäre, hätte ich
auch selbst darauf kommen müssen.
Na ja, beenden wird doch das Problem und spendieren ganz einfach jeder
Bais eine nach GND geschaltete Diode z.B. 1N4148 (natürlich Kathode an
die Basis, Anode an GND) und schon bleibt die negative Spannung an der
Basis weit unterhalb des erlaubten Grenzwertes.
mfG GroberKlotz
Harald Wilhelms schrieb:> Nun, im Datenblatt des BC337 (Philips) steht jedenfalls eindeutig 5V.> Forschungsversuche, wie lange ein Transistor einen Betrieb im> Durchbruch verträgt, habe ich allerdings noch nicht gemacht.
so der strom nicht zu hoch wird ewig.
die be diode verhält sich wie ne z diode.
diese betriebsart sorgt aber dafür das die stromverstärkung irreversibel
geändert wird und zwar absinkt.
das ist mir mal beim experimentieren mit nem transistor array passiert.
eigentlich sind die ja sehr gut gepaart.
nun ja der eine war´s dann nicht mehr.(schwarzes schaf);-)
Helmut S. schrieb:> @Stefan> Nein es sind -7V oder noch mehr.
Der Kondensator sieht aber die Spannung zwischen C_T1 und B_T2. Genau in
dem Moment, wo V(B_T2) > 0.7V wird, kippt die Schaltung wieder - also
keine ernste Gefahr für die Elkos.
Das Ursprungsprobkem wurde nicht behandelt, vermutlich weil nuemand die
dämlicherweise orivaten Videos sehen kann. Warum keuchtet die
symmetrische LED dunkler. Natürlich kann es sein, dass die Unsymmetrie
entsteht, weil ein Transistor durch die zu hohe negative BasisSpannung
geschädigt ist, der andere das überlebt hat. Also Schaltung mjt den
Dioden und neuen Bauteilen noch mal aufbauen, um defekte Bauteile auch
ohne nachmessen auszutauschen.
Helmut S. schrieb:> Nein es sind -7V oder noch mehr.
Dann hast Du Deine Kondensatoren falsch herum eingebaut. Bei mir liegt
Minus an der Basis.
Helmut S. schrieb:> So könnte man es mit Dioden machen um den Ube Durchbruch zu vermeiden.
R5, R6, R8 und R7 sind aber nicht nötig. Nur je eine Diode vor der
Basis.
Gruß
Jobst
MaWin schrieb:> Das Ursprungsprobkem wurde nicht behandelt
Es schein ja auch noch genug Unklarheit über die Funktionsweise des
heilen Schaltungsklassikers zu geben.
Hier noch der Spannungsverlauf über C1
> R5, R6, R8 und R7 sind aber nicht nötig. Nur je eine Diode vor der
Basis.
R5und R6 verhindern, dass im "Auszustand" immer noch ein paar uA durch
die LED fließen. Bei den hocheffizienten LEDs reichen die schon um
zumindest bei Dunkelheit noch ein "glimmen" zu sehen.
R8 und R7 bewirken, dass die Spannung Ube im Aus-Zustand wirklich 0V
beträgt.
Hallo Spicegläubige,
der Basis-Emitter-Durchbruch wird doch gar nicht simuliert. Das, was den
Transistor zerstören könnte, ist doch nicht das Erreichen der
Durchbruchs-Spannung, sondern das Überschreiten des Durchbruch-Stroms,
und den kann nur der Kondensator liefern. Wenn das wirklich das Problem
sein sollte, dann helfen zwei Widerstände in Reihe.
Grüße
> Hallo Spicegläubige, ..
Es wäre aber ein Widerspruch zu den Angaben in Datenblättern.
Beispiel :
Grenzwerte
2N3055 Emitter-Basis-Spannung UEBO 7V
Kennwerte TG=25°C
2N3055 Emitterreststrom bei UEB = 7V IEB0 < 5mA
Quelle: ITT Transistoren 1974/75 S 253
Ich würde deshalb als Limit die Spannung sehen, der Strom,
temperaturabhängig ?.
> Wenn das wirklich das Problem sein sollte, dann helfen zwei Widerstände in
Reihe.
Du würdest also auch Gleichrichterdioden im Durchbruch betreiben,
solange die nicht kaputt gehen? Bestimmt nicht. Warum sollte man das
dann mit einem Transistor machen.
Das Problem ist doch, dass 100% der Leute die in der Schule den
astabilen Oszillator lernen die Schaltung nicht wirklich verstehen. Die
lesen halt was im Buch steht. Von der negativen Spannung an der Basis,
eventuell gar bis zum Durchbruch, steht da halt nichts, weil die
Schreiberlinge alle von einander abgeschrieben haben.
Helmut S. schrieb:> Du würdest also auch Gleichrichterdioden im Durchbruch betreiben,> solange die nicht kaputt gehen? Bestimmt nicht.
Nun mit Avalanche-Dioden macht man das ja durchaus. Aber schon allein
die Tatsache, das es solche Spezialdioden gibt, zeigt m.E. das man
so etwas mit Normaldioden nicht tun sollte. Ähnliches gilt übrigens
auch für LEDs. Auch die vertragen meist nur wenige Volt Sperrspannung.
Gruss
Harald
Es gibt auch Schaltungen, wo Durchbrucheffekte an
Halbleitern gezielt genutzt werden ( mit Strombegrenzung ).
Beispiele unter:
http://www.elektronik-labor.de/Notizen/NPNkipp.html
( habs nicht im Simulator probiert.)
Rauschgenerator war auch so etwas.
http://www.elektronik-labor.de/Notizen/NPNkipp.html
Die Schaltungen in dem Link sind ja auch für Bastler. Ich dachte die
Leute hier sollen richtige Elektronikentwicklung lernen. Vielleicht
sollten wir eine Kennzeichnung einführen: Schaltung für
Bastler/Student/Ingenieur. :-)
Hi,
ich glaub hier wird das Rad neu erfunden. Die Basis-Emitterstrecke wird
doch millionenfach als Zernerdiode verwendet, und Astabile
Multivirbatoren werden zig. millionenfach mit Spannungen über 6V
betrieben. Wieso funktionieren die Dinger alle?
Hallo,
ich möchte mich wieder zu Wort melden.
Die Einstellung der Videos habe ich nun so geändert, dass diese jeder
sehen kann, der den Link besitzt.
Astabiler Multivibrator 470Ohm 47kOhm 10µF BC548http://www.youtube.com/watch?v=R97JSN_6Rpo
Astabiler Multivibrator 1kOhm 100kOhm 100µF BC547http://www.youtube.com/watch?v=xZ8me8jpX3c
Ich habe mir nicht vorstellen können, dass ich solch eine Diskussion
auslösen würde. Ich wünschte ich könnte das auch alles verstehen, was
hier geschrieben wird.
In dem Video sieht man nun das Problem mit der schwach leuchtenden LED.
Ich versuche mich nun daran, die verbesserten Schaltungen aufzubauen.
Gruß
Max
Hi Max,
du hast kein prinzipielles Problem mit deiner Schaltung. Das Problem
liegt wahrscheinlich im Zweig
Betriebsspannung-LED-Kollektorwiderstand-Transistor-Masse.
Schließ mal beide Kollektoren nach Masse kurz, dann müssten beide LEDs
gleich hell Leuchten.
Ist eine dunkler, dann ist die LED oder der Widerstand defekt.
Sind beide gleich hell, dann die Kontakte des Transistors prüfen.
Grüße
Hallo krangel,
danke für deinen Beitrag.
Ich habe deinen Lösungsansatz umgesetzt und bin nun bei einem weiteren
Problem.
Ich habe die Kollektoren der Transistoren kurzgeschlossen um die LED´s
einzeln leuchten zu lassen.
Die Widerstände sind in Ordnung.
Nur mit den LED´s gibts Missverständnisse.
Ich habe nun 14 rote 5mm LED´s probiert.
Nur eine leuchtet hell. Alle anderen leuchten schwach.
Ich habe mir nun das Datenblatt von der Firma Kingbright genauer
angesehen & habe Fragen dazu.
Ich habe mir diese LED bestellt:
http://www.reichelt.de/LEDs-standard-hell/LED-5MM-ST-RT/3/index.html?;ACTION=3;LA=446;ARTICLE=6821;GROUPID=3018;artnr=LED+5MM+ST+RT
In dem Datenblatt gibt es unterschiede zwischen Bright Red (GaP) also
Galliumphosphid &
High Effiency Red (GaAsP/GaP) ergo Galliumarsenidphosphid
Aus den technischen Daten von reichelt kann man leider nicht rauslesen,
wechlen Halbleiterwerkstoff das Bauteil besitzt.
Ich vermute, dass ich die Bright Red LED besitze.
Iv steht für den Durchlassstrom?
Dann müsste er also mindestens 20mA betragen, oder verstehe ich das
falsch?
Dann müsste es daran liegen, dass die LED zuwenig Strom bekommt,
richtig?
Denn ich vermute stark, dass die 14 LED´s die ich probiert habe nicht
alle defekt sein werden, obwohl eine nur 6Cent kostet.
Fragen über Fragen :-)
Gruß
Max
Max schrieb:> Aus den technischen Daten von reichelt kann man leider nicht rauslesen,> wechlen Halbleiterwerkstoff das Bauteil besitzt.
Aber sie geben immer die Artikelnummer des Herstellers an: L-53HD und
das ist lt. DB: BRIGHT RED (GaP) RED DIFFUSED 2-5mcd
Wenn Du alle LEDs in Reihe schaltest (ausserhalb der Kippstufe) und 20mA
hindurchfliessen lässt, hast Du aufgrund der Reihenschaltung in allen
LEDs den absolut selben Strom. Leuchet eine davon heller, so ist diese
einfach 'anders' als die anderen. Mit Kingbright habe ich da schon
ähnlich komische Erfahrungen machen müssen ...
Gruß
Jobst
> Helmut S. schrieb:> Vielleicht sollten wir eine Kennzeichnung einführen: Schaltung für> Bastler/Student/Ingenieur. :-)
Das Beispiel war wohl schlecht gewählt in diesem Zusammenhang.
Basteln soll auch motivieren, Erfolgserlebnisse bringen.
Die Schaltungen dort will ich allerdings nicht bewerten,
andere Elektronikseiten auch nicht.
Ein Spice-Fachbuch 1990:
AMV mit bipolaren Transistoren hat heute ( 1990 ) keine
praktische Bedeutung mehr.
Die Schaltung war auch nicht zum Nachbau gedacht,
sondern nur dazu, Spice kann auch das simulieren...
Vielleicht bräuchte man einen Knopf für
"Teste Überleben der Simulation in der realen Welt"
Hi,
Max schrieb:> obwohl eine nur 6Cent kostet.
da hast du chinesischen Kehricht gekauft, musst also alle LEDs testen.
Am einfachsten die Koppelkondensatoren heraus nehmen, damit leuchten
beide LEDs gleichzeitig, und dann zwei gleich helle LEDs aussuchen.
Grüße
Hallo!
Hatte gerade ein Erfolgserlebnis ;)
Meine Vermutung war richtig. Der Strom war zu niedrig für die roten
LED´s.
Habe die 1k Ohm Widerstände nun durch 680Ohm Widerstände ausgetauscht &
siehe da. Sie blinken beide abwechselnd :)
Vielen Dank für eure Unterstüzung!
MfG
Max
Max schrieb:> Meine Vermutung war richtig. Der Strom war zu niedrig für die roten> LED´s.
Anders herum wird ein Schuh draus. Der Kippstufe ist egal wie hell Deine
LEDs leuchten. Aber sie sollten bei gleichem Strom gleich hell leuchten.
Und natürlich kann man LEDs dunkel und mit 1kΩ in einer astabilen
Kippstufe zum blinken bringen!
Allerdings sollte der Strom ausreichen, um die Kondensatoren zu laden.
Gruß
Jobst