Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Blindenergie.


von Jan R. (Gast)


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Hallo,


Wollt schon immer mal wissen, was eigentlich mit der Blindenergie 
passiert, wenn sie vom Kondensator bzw induktivität zurückgespielt wird.

Wird diese dann im Magnetfeld der Generatoren gespeichert :-))))????


Und fliest dann wider irgendwo anders hin?.





Was ist z.b. Mit einem schwingkreis, der mit einer em welle angestoßen 
wird, die nicht der resonanz Frequenz entspricht?

Wo geht die Energie da dann hin. Wieder als em welle raus

Würde mich auf jeden fall über Antworten freuen..

von Gerhard W. (gerhard86)


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Naja, dann versuche ich mich daran mal:
Zuerst, das hängt ganz von der Spannungsquelle ab. In einem großen 
Netz/Verbundnetz wird möglicherweise irgendwo eine Kompensationsanlage 
sein, die die Blindleistung der Verbraucher aufnimmt bzw zur Verfügung 
stellt.

Nimmt man an dass ein Verbraucher der Blindleistung treibt direkt/allein 
an einem Synchrongenerator klemmt, wie das bei isolierten Anlagen oder 
einem unkompensierten Netz der Fall sein kann,muss der Generator die 
Blindleistung liefern bzw aufnehmen. Bei einem Synchrongenerator kann 
der Phasenwinkel des Stromes verändert werden indem er über- oder 
untererregt betrieben, der Erregerstrom also für die gleiche Spannung 
"zu groß" oder "zu klein" in Bezug auf die selbe Klemmenspannung bei 
einer rein ohmschen Last gewählt wird. In diesem Fall wirkt sich die 
Blindleistung meines Wissens nach in einer (geradzahligen) Oberwelle im 
Drehmoment des Generators aus, die Blindleistung wird also an die 
Schwungmasse weitergegeben und diese ist der eigentliche 
Energiespeicher.

Bei einem selbstgeführten Wechselrichter, welcher mit Blindleistung 
konfrontiert ist, findet sich der Energiespeicher einfacher in den 
Zwischenkreiskondensatoren.

Kompensationsanlagen, wie zu Beginn erwähnt, haben den Zweck eine feste 
oder einstellbare Blindleistung zur Verfügung zu stellen und bestehen 
daher im geregelten Fall entweder aus einem Synchronmotor mit 
Schwungmasse bei welchem die Erregung verstellt wird, oder aus einem 
netzgeführten Umrichter mit Blindlast. Ist die Blindleistung in gewissen 
Grenzen fest, wie das meistens der Fall ist (das erstreckt sich vom 
konventionellen Vorschaltgerät für Leuchtstofflampen bis hin zur 
Kompensation einer Überlandleitung oder eines Erdkabels), so kompensiert 
man diese natürlich einfach mit Drosseln und Kondensatoren.

Edit: Zum Schwingkreis: Ein Schwingkreis wird eben nicht von einer 
EM-Welle angestoßen die keine Frequenzanteile bei seiner 
Resonanzfrequenz bzw. innerhalb seiner Bandbreite besitzt ;-).

von Jan R. (Gast)


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Vielen dank, dass du dir soviel Mühe gegeben hast.

> Blindleistung liefern bzw aufnehmen. Bei einem Synchrongenerator kann
> der Phasenwinkel des Stromes verändert werden indem er über- oder
> untererregt betrieben, der Erregerstrom also für die gleiche Spannung
> "zu groß" oder "zu klein" in Bezug auf die selbe Klemmenspannung bei

Was meinst du mit zu groß oder zu klein.?? Die Spannung erhöht sich doch 
nicht oder??

von Jan R. (Gast)


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Wenn der schwingkreis auf resonanzfrequenz von einer einer em angestoßen 
wird, kann er ja immer nur bis u
Zur Amplitude der EM anwachsen.

Sonst würde AM ja nicht gehen.

Aber warum ist es so warum kann es nie zu einer resonanzkatadtrophe 
kommen.

2. wenn die EM Amplitude sinkt sinkt ja auch proportional dazu die 
Amplitude am. Schwingkreis. Was passiert mit der Restenergie..

Und dass muss ja am schwingkreis. In der gleichen Frequenz fAllen wie an 
der Em Welle denn sonst würde am ja wieder nicht gehen.

von U. B. (Gast)


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Blindenergie ...

Natürlich geht auch in einem (Wechsel-)stromkreis keine Energie 
verloren.

Nur im theoretischen Grenzfall, dass überhaupt keine Wirkwiderstände 
(auch kein Innenwiderstand der Quelle !) vorhanden sind, pendelt die von 
der Quelle gelieferte Energie auch wieder komplett zur Quelle zurück.

Im normalen Fall sind Wirkwiderstände vorhanden, die setzen die von der 
Quelle gelieferte Energie letztendlich in Wärme um, wobei ein Teil der 
Energie zwischen den Induktivitäten bzw. Kapazitäten von äusserem Kreis 
und Quelle hin- und her pendelt.

---

Wenn man einmal es einmal richtig am Zeitdiagramm nachvollzogen und dann 
"geschnallt" hat, was uns damals der Prof. für Theoretische E-Technik 
erklärt hat, kommt man gut zurecht:

Im Wechselstromkreis gilt:

Wirkleistung    = mittlere Leistung
'Blind'leistung = Amplitude der Pendelleistung, also das Maximum
                  des Produktes Spannung mal Strom, das ständig
                  sein Vorzeichen wechselt (entsprechend der
                  wechselnden Richtung der Energie)

von Jan R. (Gast)


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Jan R. schrieb:
> Wenn der schwingkreis auf resonanzfrequenz von einer einer em angestoßen
> wird, kann er ja immer nur bis u
> Zur Amplitude der EM anwachsen.
>
> Sonst würde AM ja nicht gehen.
>
> Aber warum ist es so warum kann es nie zu einer resonanzkatadtrophe
> kommen.
>
> 2. wenn die EM Amplitude sinkt sinkt ja auch proportional dazu die
> Amplitude am. Schwingkreis. Was passiert mit der Restenergie..
>
> Und dass muss ja am schwingkreis. In der gleichen Frequenz fAllen wie an
> der Em Welle denn sonst würde am ja wieder nicht gehen.

Das mit dem LC würde mich aber noch interessieren..

von mex (Gast)


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U. B. schrieb:
> Wirkleistung    = mittlere Leistung
> 'Blind'leistung = Amplitude der Pendelleistung, also das Maximum
>                   des Produktes Spannung mal Strom, das ständig
>                   sein Vorzeichen wechselt (entsprechend der
>                   wechselnden Richtung der Energie)


Ist das untere wirklich als Blindleistung gemeint oder ist das nicht sie 
Scheinleistung = Blindleistung + Wirkleistung ?

Weil die Scheinleistung ja dann wirklich einfach das Produkt aus Strom x 
Spannung zum jeweiligen Zeitpunkt ist.

Danke und Grüße.

von U. B. (Gast)


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@mex (Gast) um 09:57:

Im Wechselstromkreis gilt:

- Die Scheinleistung ist das Produkt von Effektivspannung und -strom:
  S = U(eff) * I(eff)

  Diese Effektivwerte sind die quadratischen Mittelwerte über eine
  komplette Periode (oder n komplette Perioden).


- Scheinleistung, Wirkleistung und Blindleistung hängen so zusammen:

  (Scheinleistung)² = (Wirkleistung)² + ('Blind'leistung)²
      S²           =        P²       +       Q²

  P= S*cos(Phi)            cos(Phi)=Leistungsfaktor
  Q= S*sin(Phi)


- Die momentane Leistung P(t) im Wechselstromkreis ist eben nicht
  konstant, sondern schwankt mit doppelter Netzfrequenz.

von Gerhard W. (gerhard86)


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Jan R. schrieb:
> Vielen dank, dass du dir soviel Mühe gegeben hast.
(...)
> Was meinst du mit zu groß oder zu klein.?? Die Spannung erhöht sich doch
> nicht oder??

Doch, weil Synchronmaschinen, vor allem die fremderregten wie bei 
Großgeneratoren üblich, eine relativ hohe induktive Impedanz haben. 
Also, anders gesagt: Legt man nun eine (teilweise) kapazitive Last an, 
so kompensiert diese einen Teil der inneren Induktivität der Maschine 
und die Klemmenspannung steigt an, sodass man mit der Erregung 
zurückgehen muss um die Klemmenspannung konstant zu halten. Mit einer 
induktiven Last bildet die innere Induktivität der Maschine aber einen 
induktiven Spannungsteiler, sodass die Klemmenspannung zurückgeht und 
man mehr Erregerstrom benötigt. Daher die Bezeichnung, unter- und 
übererregt. Für eine rein ohmsche Last liegt der nötige Erregerstrom 
irgendwo dazwischen.

Zu deiner Schwingkreisfrage: ein idealer Schwingkreis hätte eine 
unendliche Güte und würde sich nur mit Energiezufuhr in exakt seiner 
Frequenz anregen lassen. Das entspricht einer Bandbreite von 0. Dies ist 
für Radioempfang aber natürlich nicht erwünscht, hier dämpft man den 
Schwingkreis um eine definierte Bandbreite zu erreichen, da ohne 
Bandbreite keine Nutzinformation übertragen werden kann. Daher wird die 
eingestrahlte Energie in einem Empfänger größtenteils verbraucht. Ein 
(nahezu)idealer Parallelschwingkreis an einer Antenne würde meiner 
Ansicht nach ein Gleichgewicht bilden, und solange aufschwingen bis die 
Feldstärkenamplitude an der Antenne in etwa der der ungestörten Welle 
entpricht (von Inhomogenitäten abgesehen), beziehungsweise, er würde an 
der Antenne wie eine Unterbrechung wirken. Vermindert sich die Leistung 
des Senders, so würde er selbst als Sender wirken und abstrahlen bis er 
das Gleichgewicht wieder findet.
Es gibt dazu einen netten Schülerversuch mit Stimmgabeln die auf 
Holzschallkörpern befestigt sind um einen lauten Ton zu erzeugen (die 
Stimmgabel wäre äquivalent des Schwingkreises, der Schallkörper bildet 
die Antenne). Stellt man 2 oder mehrere dieser Aufbauten nebeneinander 
und schlägt eine der beiden an, wartet ein bisschen und dämpft dann die 
angeschlagene Gabel ab, so tönt nun die andere; nimmt man die Dämpfung 
der 1. weg und dämpft nach einiger Zeit die 2., so tönt wieder die 1. 
(natürlich jedes mal leiser da die Resonatoren ja Energie abgeben).
MfG Gerhard

von Jan R. (Gast)


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Aber z.b. Bei am da muss die Amplitude ja in Frequenz der nf Quelle 
schwingen.

Hier wäre ein idealer schwingkreis dochauch auch falsch oder ?? Da die 
Amplitude am idealen ja nichtmehr Sinken würde oder?? Oder würde der 
schwingkreis sobald die Mplitute des Senders absinkt seiner Energie 
selbst wieder als em abgeben. Und so mit der em Amplitude mitschwingen?

von Gerhard W. (gerhard86)


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Ja, wie gesagt, genau so ist es. Der (beinahe) ungedämpfte Schwingkreis 
an der Antenne würde die Energie wieder abstrahlen weil er sie ja 
nirgendwo los werden kann. Bei AM-Empfang müssen die Schwingkreise so 
gedämpft sein dass sie rasch genug abklingen um dem Nutzsignal folgen zu 
können. Daher ergibt sich ja die Dämpfung eines Schwingkreises aus 
seiner Bandbreite als Filter, und umgekehrt.

von Jan R. (Gast)


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Und bei FM empfang ist die FM nach den FM Empfangskreis ja noch 
sichtbar, nur dass sie halt dementsprechend gedämpft ist. Denn dass ist 
dann ja eine erzwungene schwingung.
der schwingkreis schwingt ja immer in der Frequenz der EM nur halt 
gedämpft oder ungedämpfter (Wenn das signal in der Bandbreite Liegt).??


Aus dem FM Signal wird also ein AM Signal, undem die FM aber noch in der 
HF sichtbar ist oder??

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