Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik großer Ferritkern


von temp (Gast)


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Hallo zusammen,

ich bin auf der Suche nach einem etwas größeren Ferritkern für einen 
Drehstromwechselrichter. Sowas in der Größenordnung PM114 oder PM87. Bei 
den üblichen Verdächtigen mit großem Angebot werden da gewaltige Preise 
aufgerufen. Das wollte ich nach Möglichkeit erst mal vermeiden. Hier 
hatte ich schon zugeschlagen:

http://www.aaaa-electronic.de/products.php?Ferrite-Core-PM-Core-Power-Transformer-Energy-Storage-Choke-1-Stueck

allerdings ging ich davon aus einen Satz und nicht nur eine Kernhälfte 
zu bekommen. Da lag ich aber falsch und habe es wieder storniert.

Jetzt mal ne Frage an die die sich damit auskennen. Worin liegt der 
Haupt-Vorteil dieser PM Kerne gegenüber anderen Kernen. Eigentlich 
sollte beim selben Material die Querschnittsfläche für die übertragbare 
Leistung massgebend sein. Ein E70 hat mit 676mm² ungefähr das selbe wie 
ein PM87/70 mit 700mm². Die Verluste sind auch ähnlich. Der Preis für 
den Satz ist beim PM87 aber ca. 5 mal so hoch wie beim E70. Warum werden 
dann oft die viel teuren PM Kerne verbaut. Ich hatte mir mal ein Angebot 
für einen kompletten Übertrager machen lasse. Da wurde auch ein PM114 
angeboten.
Für einen Tipp wo man solche Kerne günstig bekommt wäre ich dankbar.

2. Frage ist die Stromdichte bei diesen Kernen. Mit was kann man da 
realistisch rechnen? Für Vorversuche habe ich 3 x 32 Kupferlackdrähte 
verdrillt und dann 4 Windungen auf eine Lage eines ETD59 Kerns primär 
gewickelt. Das ergibt einen Querschnitt von 12mm². Was für einen Strom 
würdet ihr diesem Konstrukt zutrauen. Ich frage deshalb so blöd, weil 
das was man so liest und das was man in der Realität findet oft weit 
auseinander liegt. Eine gekaufte Drossel für 10A ist mit 1mm Draht 
bewickelt. Das sind immerhin 12,74 A/mm² und damit weit von den 
Lehrbuchmeinungen weg.

Vielen Dank schon mal.

von Falk B. (falk)


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@ temp (Gast)

>Jetzt mal ne Frage an die die sich damit auskennen. Worin liegt der
>Haupt-Vorteil dieser PM Kerne gegenüber anderen Kernen.

Geringeres Streufeld, damit bessere Kopplung zwischen den Wicklungen.

>2. Frage ist die Stromdichte bei diesen Kernen.

Keine Ahung, man hört so 2-5mm^2, je größer die Wicklung umso weiter 
runter muss man gehen, damit man die Wärme noch wegbekommt.

>auseinander liegt. Eine gekaufte Drossel für 10A ist mit 1mm Draht
>bewickelt. Das sind immerhin 12,74 A/mm² und damit weit von den
>Lehrbuchmeinungen weg.

Die ist ein- zweilagig gewickelt und hat viel Oberfläche im Verhältnis 
zum Drahtvolumen -> gute Kühlung. Ein Trafo ist das genaue Gegenteil.

von Kistenkalle (Gast)


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Von den o.g. PM87ern wollte ich auch schon welche ordern, aber er 
verkauft die echt nur als Kernhälfte??


Hätte noch einen PM114 (N27, ohne Spalt, mit Spulenformer). Für´n Appel 
und ´n Ei gebe ich den aber auch nicht her, es ist einer der besten 
Kerne, die es überhaupt gibt...Mit einem E-Kern absolut nicht zu 
vergleichen. Das beginnt beim riesigen Wicklungsraum, geht über die 
Effizienz, bis hin zur übertragbaren Leistung je Kg Kerngewicht.
Kerne mit rechteckigem Mittelschenkel nutzt heute wohl kaum noch einer. 
Wenn dann nimm wenigstens einen ETD, EC o. ä..

von temp (Gast)


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Kistenkalle schrieb:
> Von den o.g. PM87ern wollte ich auch schon welche ordern, aber er
> verkauft die echt nur als Kernhälfte??

ja, das ist definitiv so. Ich hatte schon geordert, zur Sicherheit aber 
nochmal nachgefragt. Interessant wäre es zu wissen was passiert wenn man 
ordert und auf die Lieferung eines Satzes besteht.

> Für´n Appel und ´n Ei gebe ich den aber auch nicht her
Was wäre denn ein Preis?

von nides (Gast)


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Meines Wissens nach steht der Kernquerschnitt nicht direkt mit der 
übertragbaren Leistung in Zusammenhang.

Vielmehr ist der Wickelraum das ausschlaggebende Kriterium.
Mehr Wickelraum -> größerer Drahtquerschnitt -> geringerer Widerstand.

Der Kernquerschnitt kommt doch hauptsächlich über die Hauptinduktivität 
ins Spiel -> bestimmt also den Blindleistungsanteil.

nides

von Frieder (Gast)


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Schalenkernhälften werden hauptsächlich für ind. Näherungsschalter 
verwendet.
Wenn Du 2 Hälften kaufst, hast Du u.U. schlechtere Eigenschaften, 
gegenüber einem gepaarten Kern- Satz, weil die Paare aufeinander 
eingeschliffen sind um den Luftspalt zwischen den Kernen und damit die 
Verluste zu minimieren.

von Bernd K. (bmk)


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temp schrieb:
> Für einen Tipp wo man solche Kerne günstig bekommt wäre ich dankbar.

Bei Bürklin gibt es diese Kernsätze:
https://www.buerklin.com/default.asp?l=d&ch=36953

Ich weiss jetzt aber nicht, ob das für dich günstig ist.

von Sascha W. (arno_nyhm)


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Bernd: Du meinst Die PM87/70 mit der Bestellnummer '83 D 374'? Naja - 
jedenfalls günstiger als das Angebot von AAA...loch, zumal das Angebot 
nicht nur preislich günstiger ist, sondern man eben einen Kern-Satz 
bekommt.

Interessanter Thread, ich schaue mich auch schon einige Zeit (allerdings 
recht passiv...) nach einem ähnlichen Kern um. Ich brauche eine 
Ladedrossel für einen Hochspannungskondensator, möglichst kompakt und 
tauglich für Umax=20kV - am liebsten (da leicht umzusetzen in dem 
benötigten Induktivitätsbereich) wickel ich dann direkt mit 
Hochspannungsleitung in einem PM-Kern - Nicht besonders effizient was 
viele Parameter angeht, aber für eine einfache Ladedrossel ausreichend - 
der Nachteil ist eindeutig, dass man einen recht großen Kern braucht.

Der PM87/70-Satz von Bürklin ist mit 46EUR allerdings sehr attraktiv - 
Einen PM114/93-Satz ('83 D 380') gäbe es dort auch nocht, allerdings 
schon deutlich teurer: 119EUR.

von temp (Gast)


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Bei mir ist es auch so, dass es nicht auf den Tag drauf ankommt. 
120€+MwSt kenne ich auch als Preis für den PM114. Bei Feritte.de bekommt 
man den für den Preis auch in N87. Ich habe www.aaaa-electronic.de noch 
mal ne Mail geschickt mit dem Link zu Bürklin. Eventuell denken die ja 
nochmal darüber nach. Vielleicht kann ja ein anderer Interessent mit 
einer Nachfragemail das Auge bei denen zusätzlich schärfen...

von temp (Gast)


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Auf meine Intervension hin hat aaaa jetzt die Bemaßung geändert. Mit dem 
Ergebnis, dass es jetzt noch falscher ist als vorher. Mal sehen wie es 
weiter geht.

von Fralla (Gast)


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Auch an die Möglichkeit denken mehrere E-Kern Ferite zu "stacken", also 
parallel zu schalten. Das ist auf billiger als zwei einzenle großer 
Kernhälfen. Stromdichte kann aufgrund bessere Kühlung auch größer sein. 
Kopplung ist nur dann ein Argument für PM wenn die Topologie daraus 
einen Nachteil erfährt.
Bei hohen Leistungen baut man den Trafo aus Ferrite-Blöcken und Stäben, 
da gibts dann ohnehinn nichts "fertiges".

MFG Fralla

von temp (Gast)


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Fralla schrieb:
> Auch an die Möglichkeit denken mehrere E-Kern Ferite zu "stacken", also
> parallel zu schalten. Das ist auf billiger als zwei einzenle großer
> Kernhälfen.

Ja, deshalb mache ich meine Versuche jetzt schon mit ETD59. Der ist 
preiswert. Wenn ich mehrere verwende und die primär parallel schalte, 
habe ich auch die Möglichkeit die Sekundärseite in Reihe zu schalten. 
Das spart eventuell mal die eine oder andere Lagenisolation. Trotzdem 
würde ich so einen großen Kern gern mal zum Schnäpchenpreis kaufen wenn 
es im Angebot ist.

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