Hallo allerseits, ich habe beim Überprüfen einer Schaltung einen 100 Ohm Widerstand SMD-0805 gefunden der dauerhaft mit 65 mA beansprucht wird. Das sind 0,4225 W, im Reichelt Katalog steht die Belastbarkeit zu 0,125W. Der Widerstand ist also um den Faktor 3,38 überlastet. Hat da jemand Erfahrung, welche Konsequenzen hat das?
>welche Konsequenzen hat das?
Es gibt auf der Platine einen schwarzen Fleck. :)
Wenn der Hersteller eine Angabe macht, hat das meist einen guten Grund. Du kannst aber durch Überlastung gern die Lebensdauer verkürzen oder selbst testen wann er gleich raucht um Erfahrung zu sammeln. Sinnvoller wäre die Leistung mehrfach aufzuteilen durch Parallelschaltung.
Durch die Leistungsabgabe erzeugst du eine Temperaturüberhöhung gegenüber der Umgebung (Pv*Rth, also Verlustleistung mal thermischem Widerstand). Der Baustein wird warm. Entscheidend ist die Temperatur im Inneren des Bausteins. Da das Delta konstant ist, kann man bei Betrieb in der Tiefkühltruhe stärker überlasten als bei Betrieb im Backofen. Wenn die Termperatur im Inneren sich noch in gewissen Grenzen hält (bei Halbleitern meist 150-175°C, bei Widerständen ggf. mehr), altern die Teile zwar deutlich schneller, Stichwort Arrhenius, gehen aber nicht sofort kaputt. Bei deutlicher Überhitzung dagegen zerlegt sich das Bauteil direkt. BTDT. Gibt es eigentlich einen Lexikonartikel zum Thema Thermomanagement in der Schaltung? Das hier sind eigentlich Grundlagen. Max
1x430 Ohm und 3x390 Ohm hochkant parallel? Müsste man hingepfuscht bekommen. Gibt ein nettes Sandwich ;-)
Nop schrieb: > 1x430 Ohm und 3x390 Ohm hochkant parallel? > Müsste man hingepfuscht bekommen. > Gibt ein nettes Sandwich ;-) Nur dass Leistungswerte oft bestimmte Anschluss-Strukturen und eine gewisse Baufreiheit voraussetzen. Also nix mit Sandwich.
Ich würde eher 5 oder gar 6 Widerstände nehmen, weil alle im Sandwich "innenliegenden" Rs ja kaum "Wärmeabführfläche" nach Aussen haben...
>Hat da jemand Erfahrung, welche Konsequenzen hat das?
Ist natürlich Murks, zumal die 0,125W des Herstellers ja noch geschönt
sind: Große Lötpads, dicke Leiterbahnen, keine anderen Bauteile in der
Nähe und ungehinderte Konvektionskühlung. Auf einer normalen Platine
geht es anders zu...
Man sollte einem Widerstand nur rund 1/4 seiner Maximalleistung
abverlangen. In Präzisionsschaltungen nur rund 1/10 oder noch weniger.
Der hält bestimmt etwas mehr als 2 Jahre ;-) Mein Drucker ist jetzt auch ausgestiegen als sei es berechnet... Ich bin ja kein Freund von Verschwörungstheorien, aber so langsam...
Hallo Peter Zz schrieb: > ich habe beim Überprüfen einer Schaltung einen 100 Ohm Widerstand > SMD-0805 gefunden der dauerhaft mit 65 mA beansprucht wird. Wie hast du das gemessen? Ausgelötet? Oder steht auf dem Widerstand 100 ???
So etwas kann man berechnen ;) Dafür gibt es URI!
troll schrieb: > So etwas kann man berechnen ;) > Dafür gibt es URI! Ja schon, (wenn man 2 der drei Angaben weiss) nur ich glaube seine Aussage nicht. Ich bin nicht mal sicher ob er einen Widerstand vor sich hat und nicht etwa ein "Ferrit Bead" in 0805 oder dergleichen.
War das ein Review einer neu entwickelten Schaltung? Zum basteln auf dem Labortisch sind mal für ein paar Sekunden die doppelte Leistung überhaupt kein Problem. Wenn die Schaltung länger als ein paar Betriebsminuten laufen muss würde ich versuchen 2/3 der spezifizierten Maximalleistung nicht überschreiten. Bei Sachen die sehr Präzise sein müssen eher 1/4 oder noch weniger. Fakt ist, überlastete Widerstände laufen vom Wert her langsam weg, wodurch mit etwas Pech die Verlustleistung weiter steigt Ein Teufelskreis wurde. TV Kaiser sagen ;) Widerstände im MELF Gehäuse gehen wenigstens definiert kaputt, normales 0805 Huhnerfutter ist dagegen Glücksspiel. Um was fur eine Schaltung geht es den?
Peter Zz schrieb: > Das sind 0,4225 W, im Reichelt Katalog steht die Belastbarkeit zu > 0,125W. > Der Widerstand ist also um den Faktor 3,38 überlastet. Woher weißt du das. Die Nennleistung gilt nur bei bestimmten Bedinungen bezüglich Umgebungstemperatur, Luftzirkulation, Montagearte. Gerade SMD-Bauteile werden oft über Kupferflächen auf der Platine gekühlt. Die Belastbarkeit ist durch die Temperatur begrenzt, nicht durch die Nennleistung.
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