Darf man SMD Widerstände dauerhaft überlasten?

Gast #3220482
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Hallo allerseits,

ich habe beim Überprüfen einer Schaltung einen 100 Ohm Widerstand 
SMD-0805 gefunden der dauerhaft mit 65 mA beansprucht wird.
Das sind 0,4225 W, im Reichelt Katalog steht die Belastbarkeit zu 
0,125W.
Der Widerstand ist also um den Faktor 3,38 überlastet.

Hat da jemand Erfahrung, welche Konsequenzen hat das?
Angehängte Dateien:
Gast #3220494
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Wenn der Hersteller eine Angabe macht, hat das meist einen guten Grund.
Du kannst aber durch Überlastung gern die Lebensdauer verkürzen oder 
selbst testen wann er gleich raucht um Erfahrung zu sammeln.

Sinnvoller wäre die Leistung mehrfach aufzuteilen durch 
Parallelschaltung.
Persönliche Seite #3220497
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Durch die Leistungsabgabe erzeugst du eine Temperaturüberhöhung 
gegenüber der Umgebung (Pv*Rth, also Verlustleistung mal thermischem 
Widerstand).

Der Baustein wird warm. Entscheidend ist die Temperatur im Inneren des 
Bausteins. Da das Delta konstant ist, kann man bei Betrieb in der 
Tiefkühltruhe stärker überlasten als bei Betrieb im Backofen.

Wenn die Termperatur im Inneren sich noch in gewissen Grenzen hält (bei 
Halbleitern meist 150-175°C, bei Widerständen ggf. mehr), altern die 
Teile zwar deutlich schneller, Stichwort Arrhenius, gehen aber nicht 
sofort kaputt.

Bei deutlicher Überhitzung dagegen zerlegt sich das Bauteil direkt. 
BTDT.


Gibt es eigentlich einen Lexikonartikel zum Thema Thermomanagement in 
der Schaltung? Das hier sind eigentlich Grundlagen.

Max
#3220655
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>Hat da jemand Erfahrung, welche Konsequenzen hat das?

Ist natürlich Murks, zumal die 0,125W des Herstellers ja noch geschönt 
sind: Große Lötpads, dicke Leiterbahnen, keine anderen Bauteile in der 
Nähe und ungehinderte Konvektionskühlung. Auf einer normalen Platine 
geht es anders zu...

Man sollte einem Widerstand nur rund 1/4 seiner Maximalleistung 
abverlangen. In Präzisionsschaltungen nur rund 1/10 oder noch weniger.
Gast #3221481
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troll schrieb:
> So etwas kann man berechnen ;)
> Dafür gibt es URI!

Ja schon, (wenn man 2 der drei Angaben weiss) nur ich glaube seine 
Aussage nicht. Ich bin nicht mal sicher ob er einen Widerstand vor sich 
hat und nicht etwa ein "Ferrit Bead" in 0805 oder dergleichen.
Gast #3221491
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War das ein Review einer neu entwickelten Schaltung?
Zum basteln auf dem Labortisch sind mal für ein paar Sekunden die 
doppelte Leistung überhaupt kein Problem. Wenn die Schaltung länger als 
ein paar Betriebsminuten laufen muss würde ich versuchen 2/3 der 
spezifizierten Maximalleistung nicht überschreiten.  Bei Sachen die sehr 
Präzise sein müssen eher 1/4 oder noch weniger.

Fakt ist, überlastete Widerstände laufen vom Wert her langsam weg, 
wodurch mit etwas Pech die Verlustleistung weiter steigt Ein 
Teufelskreis wurde. TV Kaiser sagen ;)

Widerstände im MELF Gehäuse gehen wenigstens definiert kaputt, normales 
0805 Huhnerfutter ist dagegen Glücksspiel.

Um was fur eine Schaltung geht es den?
Gast #3221560
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Peter Zz schrieb:
> Das sind 0,4225 W, im Reichelt Katalog steht die Belastbarkeit zu
> 0,125W.
> Der Widerstand ist also um den Faktor 3,38 überlastet.

Woher weißt du das. Die Nennleistung gilt nur bei bestimmten Bedinungen 
bezüglich Umgebungstemperatur, Luftzirkulation, Montagearte. Gerade 
SMD-Bauteile werden oft über Kupferflächen auf der Platine gekühlt. Die 
Belastbarkeit ist durch die Temperatur begrenzt, nicht durch die 
Nennleistung.

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