Hallo Experten. ich habe ein paar vergossene Polystyrol Kondensatoren von 0.5 µF mit 0.5% Toleranz. Die sind schon ziemlich alt. Wenn ich den Produktionscode richtig deute, 1990 hergestellt. Laut allgemeiner Literatur sollen Polystyrol C's eine geringe Alterung haben, ich glaube, wenn Sie in einem großzügig vergossenen Becher stecken, das dies eher die Alterung noch weiter verringert. Meine Frage zielt darauf ab, mit welcher Toleranz ich rechnen sollte, bei noch nie eingelöteten Kondensatoren. Ich möchte damit meine Kapazitätsmessgeräte testen. Mein Bauchgefühl sagt, das sie auch nach mehr als 20 Jahren noch besser als 2% sein dürften, oder? 0.010µF = 2% Ein Messgerät sagt 0.467 µF, ein anderes sagt 0.540 µF Alle Kondensatoren sind beim messen bis auf +- 1 Digit identisch. Wenn ich in den technischen Daten der Messgeräte schaue, ist von 2% Genauikeit +- 20 Digits die Rede, selbst damit wäre der angezeigte Wert ja immer noch völlig daneben. Die Frequenzabhängigkeit ist ja bei Polystyrol ja auch niedrig, deshalb dürften doch auch die Unterschiede, egal mit welchem Messverfahren nicht dermaßen daneben liegen, was meint ihr? Hat jemand ein wirklich genaues Kapazitätsmessgerät im Zugriff und könnte mir einen meiner Kondensatoren ausmessen? Er kann ihn dann auch behalten :-)
Mit 0,2...1% Drift in 2 Jahren bei 40°C mußt du schon rechnen. Caps mit metallisierter Folie sind dabei deutlich schlechter als Caps mit echter Metallfolie. Wenn du eine genaue Referenz willst, dann laß doch die Statistik für dich arbeiten: Besorge dir etliche neue 1%-ige Polystyrolcaps und messe sie einzeln durch. Der Durchschnitt der Herstellungstoleranzen sollte dann deutlich unter 1% liegen. Schau, daß die Werte im Toleranzintervall schön streuen, im Idealfall wie bei einer Gaußverteilung. Natürlich sollten die Caps von unterschiedlichen Herstellern und unterschiedlichen Quellen stammen, damit systematische Fehler ausgeschlossen sind.
Hallo zurück, Bernd, > ... ein vergossene Polystyrol Kondensatoren von 0.5 µF mit 0.5% Oh ja, ein echter Schatz - diese Präzision bei dem Wert. Vorab: Kalibrieren für berufliche Zwecke geht nur über die Kalibrierkette, der QMB hat da nähere Informationen. Hier kann es also nur noch um Bastlerzwecke gehen. > Die sind schon ziemlich alt. Wenn ich den Produktionscode richtig deute, > 1990 hergestellt. > Laut allgemeiner Literatur sollen Polystyrol C's eine geringe Alterung > haben, Ich habe von meinem Vater noch Kondensatoren aus den 50er-Jahren. Alterung ja, aber nur in den aufgeklebten Papieretiketten. Was soll denn da altern? Die Polystyrol-Schicht ist chemisch passiv und gekapselt. Die saugt keine Feuchtigkeit, quillt nicht. Die hat keine Weichmacher, die ausdünsten könnten, schrumpft also auch nicht. Der Belag - zumindest der Kondensatoren in meiner Kiste - besteht aus Alu, das an der Oberfläche stabil oxidiert wurde, und zwar in der Fertigung. Bis zu glaubhaften Informationen über Alterungsprozesse halte ich die Dinger für langzeitstabil. Sollte ein C-Meßgerät eine Abweichung feststellen, würde ich mir erst mal dessen Referenz-C aus modernster Produktion ansehen. Wo Geld gespart wird, koste es den Kunden, was es wolle, da befürchte ich eine höhere Alterung. Ciao Wolfgang Horn
>Mit 0,2...1% Drift in 2 Jahren bei 40°C mußt du schon rechnen.
Das bezog sich auf Caps für normale Anforderungen. Für erhöhte
Anforderungen geht es genauer. Siemens gab 1984/85 für den B31521 eine
Inkonstanz von <=0,2% in 100000h an. Mit etwas Glück liegt die Drift
also unter der Herstellungstoleranz.
Wolfgang Horn schrieb: > Sollte ein C-Meßgerät eine Abweichung feststellen, würde ich mir erst > mal dessen Referenz-C aus modernster Produktion ansehen. Referenz-C in einen modernen Kapazitätsmessgerät? Soso...
Kai Klaas schrieb: >>Mit 0,2...1% Drift in 2 Jahren bei 40°C mußt du schon rechnen. > > Das bezog sich auf Caps für normale Anforderungen. Für erhöhte > Anforderungen geht es genauer. Siemens gab 1984/85 für den B31521 eine > Inkonstanz von <=0,2% in 100000h an. Mit etwas Glück liegt die Drift > also unter der Herstellungstoleranz. Es handelt sich um russische nach Militärstandard. Also liege ich mit meinen 2% doch ziemlich richtig. @Wolfgang: Ja, natürlich Bastler. Wie du siehst weichen die beiden Messwerte extrem voneinander ab. Ich könnte es mitteln und käme fast auf den richtigen Wert. Hat denn niemand im Firmenlabor ein ziemlich genaues C-Messgerät und nimmt mal so einen 0.5 von mir mit und informiert mich rein informell? Ich bin in der Computerbranche beschäftigt, das einzige, was wir messen sind Zugriffszeiten :-(
Ich habe eine RLC9000 von elv die vor ca. 2 Jahren mit geliehenen GenRad Referenzkondensatoren auf Abweichung < 0,2% justiert wurde. Mit meinen damals gemessenen Sekundärreferenzen (Glimmer von Jahre, Datecode 10-66) von 60nF und 3,3nF stimmt die Anzeige immer noch auf < 0,1% überein. Die Brücke hat allerdings nur feste 1kHz Messfrequenz. Wenn Dir das gut genug ist kontaktiere mich bitte mit PN.
Bernd D. schrieb: > Ein Messgerät sagt 0.467 µF, ein anderes sagt 0.540 µF > Alle Kondensatoren sind beim messen bis auf +- 1 Digit identisch. > Wenn ich in den technischen Daten der Messgeräte schaue, ist von 2% > Genauikeit +- 20 Digits die Rede, selbst damit wäre der angezeigte Wert > ja immer noch völlig daneben. 2% Genauigkeit von was? Vom angezeigtem Messwert oder vom Messbereichsendwert? Nehmen wir das günstigere an (Messwert), so ergibt sich (wahrer Wert = 0.5uF): C = 0.5uF +-2% +-20D = (0.5 +-0.01 +-0.02)uF = 0.53uF oder 0.47uF So weit daneben ist die Anzeige also nicht. Hat der C sogar wirklich -0.5%, "fehlen" für den unteren Wert nur 0.5nF. Nehmen wir den Messbereichsendwert (10uF?, 20uF?), fang ich gar nicht erst an zu rechnen...
MT schrieb: aneben. > > 2% Genauigkeit von was? Vom angezeigtem Messwert oder vom > Messbereichsendwert? > > Nehmen wir das günstigere an (Messwert), so ergibt sich (wahrer Wert = > 0.5uF): > C = 0.5uF +-2% +-20D = (0.5 +-0.01 +-0.02)uF = 0.53uF oder 0.47uF > > So weit daneben ist die Anzeige also nicht. > Hat der C sogar wirklich -0.5%, "fehlen" für den unteren Wert nur 0.5nF. Ist da nicht ein Kommafehler? Hatte ich nicht exakt in Erinnerung: siehe Bild. Also %3 v.M. + 5 Digit Bei dem einen der beiden Meßgeräte. 500nF - 3% -5D = 500nF - 15nF -5nF = 480nF max. Anzeige aber 467nF Also eine Abweichung von ca. 3% anstatt von 0.5% Hhm. Evtl. tatsächlich im Rahmen, obwohl 3% doch ziemlich viel wären. Dazu kommt aber, dass mein Messgerät ebenfalls eine Alterung erfahren hat. Ist auch bestimmt >10 Jahre Hilft evtl. nur ein produktionsfrischer engtolerierter Kondensator...
Den Kommafehler sehe ich nicht. Bei 500nF ergeben die -0.5% Toleranz des C 2.5nF. Deine gemessenen 467 plus diese 2.5 sind nur 0.5 von den 470 entfernt. Conclusion: die 3% rühren (evtl.) von dem Messgerät her, nicht vom C (hoffentlich). Da hilft nur (s.o.) anderes Equipment...
Bernd D. schrieb: > Hilft evtl. nur ein produktionsfrischer engtolerierter Kondensator... Vergleich mit ähnlicher Bauart und ähnlicher Kapazität, da Dein Meßgerät ja nur punktweise kalibriert wurde.
Nachdem dankenswerterweise Dieter eine Vergleichsmessung gemacht hat, bin ich ziemlich sicher, das mein Messgerät daneben liegt. @:Wolfgang: Du scheinst Recht zu haben, einfach kein Alterungsbesändiger Referenzkondensator verbaut. Jetzt werde ich wohl einen 100nF Referenzkondensator benötigen. Woher? Ps: Messgerät ist Bestandteil eines Messplatzes 4100a von Peaktech.
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