Hallöchen! Ich benötige jetzt die Hilfe von HV/Oszilloskopröhren-Experten :-) nachdem mein Unternehmen (bzw. ich ;-) nun stolzer Besitzer eines Tektronix 2712 (9kHz-1,8GHz Spektrumanalyzer) ist, geht es nun an die Reparatur eines "Schönheitsfehlers" des Geräts. Soweit funktioniert das Teil einwandfrei nur ein leichtes "Flackern" des Bildes nervt mich. Ja, ich bin da Pedant: ich möchte diesen Fehler gerne beheben :-) Vielleicht erst einmal zur Fehlerbeschreibung: 1. Das Bild ist manchmal zu "groß" für den Schirm, die Größe schwankt (meist nach dem Einschalten) um etwa 1cm, und zwar immer in Höhe und Breite gleichzeitig, das Bild "pumpt" quasi und zittert in diesem Bereich - allerdings recht zufällig. Es kann also kurz auf die korrekte Größe schrumpfen und bläht sich dann wieder auf Gleichzeitig ist die Helligkeit reduziert und man muss die Intensität recht weit aufdrehen. Das Ganze wird besser, wenn das Gerät warm ist - ich hatte es aber auch schon, dass das Bild direkt beim Einschalten perfekt war und blieb. In 95% der Fälle ist es aber zumindest etwas zu groß und flackert leicht, bis das Gerät sich erwärmt hat. Ok, die Analyse ergab bisher Folgendes: Netzteilspannungen sind alle da - nur die HV-Versorgung mit 1400V konnte ich nicht messen, da ich hier leider keinen HV-Tastkopf habe. Ebenso sind die Signale für Horizontal- und Vertikal-Ablenkung da (auch beim "Pumpen" unverändert), so dass ich das ausschließe. Alle Einstellungen wie Focus, Astigmatismus, Drehung, Horizontal- und Vertikalposition lassen sich sauber einstellen. Für mich blieb also nur eine kalte Lötstelle/Riss etc. im Bereich der Hochspannung. Beim Einschalten des geöffneten Geräts fiel mir dann auf, dass es im HV-Bereich einen kleinen Funkenüberschlag über einen 1206-Widerstand gab - genau am Ausgang der Verdopplerschaltung (1400 -> 2800V) für die Spannung der Kathode/Wehneltzylinder(?). Der entsprechende Widerstand R511 (grüner Kringel) sieht auch nicht mehr gesund aus (Beschriftung ist weg, R510 hat sie noch), so dass ich mal stark davon ausgehe, dass der hin ist. Die Lötstellen in dem Bereich habe ich auch schon alle nachgelötet, kalt dürfte da also nichts mehr sein. Ich habe mal den relevanten Ausschnitt des Schaltplans angehängt. U120 ist die Kaskade mit 11kV für die Anode und -2,8kV für die anderen Elemente. Der OP U630 dient mit dem Trimmer R639 der Regelung und Einstellung der Hochspannung, allerdings tut sich da auf dem Schirm nichts (zumindest nichts optisch sichtbares). Ist das so ok? Beim Einschalten scheint ja die Hochspannung an R511 zu gelangen - ich vermute mal, dass sie dann auf die noch entladenen 3kV-Kondensatoren überschlägt und diese lädt. Ich vermute, dass R511 nicht ganz hin ist, sondern je nach Temperatur noch leicht leitet, und so eine Hochspannung an die Gitter abgegeben wird, aber eben sehr wackelig und stark von äußeren Einflüssen gesteuert. Nun bin ich leider nicht der Röhrenfreak, aber mich würde doch interessieren, wie dann das Fehlerbild zustandekommt und ob der Widerstand (hoffentlich) die einzige Ursache ist. Liege ich soweit richtig? Vielleicht kann dazu jemand eine Einschätzung geben. Sonst sind wir hier sehr zufrieden mit dem Gerät - nur dieser kleine Makel stört noch :-) Vielen Dank für jede Hilfe, Chris P.S.: Der Widerstand ist schon geordert (den habe ich leider nicht hier und für Frickeleien ist mir das da im HV-Teil zu heikel).
Hallo Die Hochspannung ist im Fehlerfall kleiner. Deshalb groessere Auslenkung in beiden Richtungen. Die Emission von der Kathode wird auch geriner, da die Anode nicht mehr so saugt. Dadurch weniger Helligkeit. Passt also alles. Gruss Mani
Danke für die Antwort - das lässt ja hoffen :-) Ich berichte weiter, wenn die Widerstände hier sind. Chris
Chris D. schrieb: > P.S.: Der Widerstand ist schon geordert (den habe ich leider nicht hier > und für Frickeleien ist mir das da im HV-Teil zu heikel). Wenn Du es (R510,511) durch etwas Gutes ersetzen willst: Hier machen aufgrund der Schaltungsauslegung Kohlemassewiderstände Sinn.
Ich habe leider schon Metallfilmwiderstände bestellt (so wie offenbar im original verbaut). Inwiefern sind denn solche Widerstände bei Hochspannung besser?
HV-Impulsfester. ich schrieb ja bereits, wie die schaltung ausgelegt ist.
Alles klar, besten Dank. Ich bin mal gespannt, ob das alles war ...
R511 ist teil eines Tiefpasses. Durch den fehlerhaften Widerstand kann es also gut sein, dass die Spannung nicht richtig geglättet wird, was wiederum dazu führt, dass das Bild flackert da sich der Fokus des Strahls verschiebt, bzw. der Strahl gar nicht erst richtig gebündelt wird und sich gleichzeitig auch noch die Emission der Elektronen-Quelle verändert. Es muss also gar nicht der Wert des Widerstandes schwanken um das Flackern zu erklären.
guy schrieb: > R511 ist teil eines Tiefpasses. Durch den fehlerhaften Widerstand kann > es also gut sein, dass die Spannung nicht richtig geglättet wird, was > wiederum dazu führt, dass das Bild flackert da sich der Fokus des > Strahls verschiebt, bzw. der Strahl gar nicht erst richtig gebündelt > wird und sich gleichzeitig auch noch die Emission der Elektronen-Quelle > verändert. Es muss also gar nicht der Wert des Widerstandes schwanken um > das Flackern zu erklären. Wobei das Flackern schon sehr ungleichmäßig und zufällig ist, sowohl bei der "Aufblähgröße" als auch in Frequenz und Temperaturabhängigkeit. Für mich sieht das so aus, als würde der Widerstand mal leiten und mal nicht bzw. es gibt immer wieder kleine Spannungsüberschläge. Vielleicht sollte ich mal ein Video davon erstellen. Aber ich warte jetzt mal auf die morgige Lieferung und löte den neuen Widerstand ein. Wenn es das war: wunderbar :-)
So, Widerstände sind heute morgen gekommen, eingelötet, eingeschaltet: Scharfes, stabiles Bild :-))) Schauen wir mal, wie lange der Metallfilmwiderstand hält. Zur Not hab ich noch 9 Mal Ersatz :-) Nochmal vielen Dank an alle für die Einschätzungen.
Wird schon halten. Bei Kohlewiderständen gab es oft Überschläge zwischen den einzelnen Wendeln. Deshalb wurden auch ab einer gewissen Spannung mehrere in Serie verbaut. Man ist das lange her. Gruß Mani
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