Serienempfehlung: Archer

OP #3239963
Lesenswert?

Nachdem D.I. Breaking Bad verzweifelt an den Mann bringen will, kann ich 
die Serie "Archer" empfehlen. Sterling Archer ist ein Agent für den 
privaten US-Geheimdienst ISIS und hat das Image des besten 
Spionageagenten der Welt. Die Serie ist anachronistisch und scheint in 
den 60ern mitten im Kalten Krieg zu spielen, trotzdem gibt es moderne 
Technologie und Computer sowie satirische Seitenhiebe auf akutelle 
politische Geschehnisse. Archer zeigt nicht selten sein Können 
(Schießen, Nahkampf), ist aber lieber damit beschäftigt, Weiber 
aufzureißen, hemmungslos und in einer Tour zu saufen, Missionen als 
Urlaub zu mißbrauchen und als chauvinistischer scheinbar unausstehlicher 
Kotzbrocken seinem Butler Woodhouse das Leben zur Hölle zu machen. 
Situationskomik ist ständig gegeben, z.B. ist Archers Mutter die Chefin 
von ISIS. Sheryl, die Assistentin wird sexuell erregt, wenn sie gewürgt 
oder erniedrigt wird. Der mysteriöse Laborwissenschaftlicher Dr. Krieger 
ist südamerikanischer Exil-Deutscher und wenn er nicht abstruse 
Maschinen baut (z.B. einen Würgeroboter für Sheryl für sexuellen 
Lustgewinn), führt er groteske genetische und radioaktive Experimente 
durch.

Die Serie kommt als harmlose Comicserie daher, ist aber ohne Kompromisse 
für Erwachsene gemacht und kein Mainstream. Taktloser Humor, Zynismus, 
doppelt und dreifach gebrochene Ironie, Verballhornungen von 
Wortspielen, sexuelle Anzüglichkeiten, Gewalt und teilweise drastische 
Darstellungen ebendieser, Witze über Minderheiten, Kranke, Behinderte 
und das Spiel mit rassistischen Klischees - das ist Archer. Die Serie 
ist absolut unkonventionell, die Stimmen phantastisch gesprochen.

Der für die Serie typische, grob politisch unkorrete Humor zeigt sich 
z.B. an solchen Szenen: Archer findet einen Ozelot in einem riesigen 
leeren Zimmer. Er versucht mit dem Ozelot zu spielenn. Mit zerissenen 
Sachen und sichtlich gezeichnet kommt er nach einer Weile 
freudestrahlend (er liebt den Ozelot!) aus dem Zimmer und mahnt die 
Besitzerin an, dem Ozelot Spielzeug zu kaufen, so daß der Ozelot nicht 
am Rad dreht. Archers Kommentar: "Seriously, it's like Meow-schwitz in 
there.". Die Serie leistet sich Seitenhiebe auf Juden, Schwarze, Nazis, 
Popkultur, berühmte Bücher, Filme usw. und manchmal sogar auf die 
Avantgarde der Philosophie.


Ich rate streng von der deutschen Synchronfassung ab. Die Pointen sind 
häufig nicht zu übersetzen oder die Doppeldeutigkeiten gehen verloren. 
Die amerikanischen Stimmen, vor allem die von Sterling Archer und Lana 
Kane, sind genial und können nicht adäquat synchronisiert werden.

Ich muß zugeben, daß ich seit Jahren nicht mehr dermaßen heftig gelacht 
habe, und das in jeder einzelnen Folge.




Archer Promo:

http://www.youtube.com/watch?v=bfQkIuMQBkc

http://www.youtube.com/watch?v=41dQluLTKDo
#3241112
Lesenswert?

Also die englische Version ist gut aber von der deutschen SPrachfassung 
hab ich mich noch nicht behelligen lassen.

Es geht ja nicht nur der Wortwitz meist unter sondern auch die 
Charaktere.

Da will ich gar nicht wissen wen die dann wie für wen sprechen lassen. 
Da wird ja auch gern mal einfach so besetzt und das passt eigentlich gar 
net zum original angedachten Sprecher/Charakter und dann noch das die 
Riege der Synchronsprecher gerne mal sehr klein ist und dann überall die 
selbe Stimme auftaucht.

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