Gibts hier Leute, die sich selber Chinesisch beigebracht haben? Mit selber meine ich mittels Umschrift oder Audio-Cds. Wie schwer war das für euch? Und im Vergleich dazu, hat schon mal jemand Sprachkurse besucht? Ich würde gerne Chinesisch lernen, darum frage ich, ob es hier ein paar Erfahrungen gibt, die ich mir anhören könnte. Danke
Ich bin zurzeit beruflich in China und schlage mich mit Englisch durch. Ein paar Wörter chinesisch habe ich von den Kollegen gelernt. Das Problem bei Audio CDs ist, dass du kein Feedback bekommst, wenn due es selber sprichst. Chinesisch ist eine komplett andere Sprache, daher haben wir grosse Schwierigkeiten mit der richtigen Betonung. Dasselbe kannst du auch umgekehrt feststellen, wenn ein Chinese Deutsch oder Englisch spricht. Ich würde dir einen Sprachkurs empfehlen.
D. Zi. schrieb: > Dasselbe kannst du auch > umgekehrt feststellen, wenn ein Chinese Deutsch oder Englisch spricht. Das ist etwas was mich immer wundert. Angeblich ist die Betonung und Aussprache im Chinesisch so ungeheuer wichtig und muss sehr genau ausgeführt werden. Dann müsste es für einen Chinesen doch ein leichtes sein, die eher einfache Betonung und Aussprache von z.B. Englich zu "simulieren".
Sprachen haben bestimmte für sie spezifische Lautstrukturen, von denen sowohl die Aussprache als auch die Wahrnehmung in der Kindheit trainiert wird. Als Folge davon fällt es nicht leicht, die Nuancen der Aussprache einer Fremdsprache überhaupt genau wahrzunehmen. Daneben bestehen Probleme mit bestimmten Lautbildungen. Mit fiel das man bei einer Japanerin auf, die Probleme hatte, den Lautübergang von "M" zu "ü" in "Münster" sauber zu sprechen. Sie bemerkte das auch selbst. Es war unweigerlich ein kleines "i" dazwischen. Bisschen eigenes Experimentieren brachte eine mögliche Erklärung: Wenn die beim "M" unwichtige aber im "ü" wichtige Zungenstellung von meiner gewohnten abwich, dann kam exakt ihr Fehler dabei heraus. So etwas ab/umzutrainieren ist ein sehr viel grösserer Aufwand, als einfaches Sprachlernen.
PS: Mir fiel mal auf, dass entsprechend gebildete Russen nicht selten eine relativ akzentarme deutsche Aussprache haben. Ich weiss aber leider nicht, ob das an den hier beschriebenen Aspekten oder am Fokus des Sprachunterrichts liegt.
Kleines Sprachexperiment: Du wirst mit einem Dutzend Leuten verschiedener Muttersprachen konfrontierst, die alle gut aber nicht akzentfrei Englisch als Fremdsprache sprechen. Die Aufgabe ist nun, herauszufinden, wer davon der Deutsche ist: Es ist wahrscheinlich der mit der scheinbar besten Aussprache. Nicht, weil er so gut ist, sondern weil er für dich so gut wirkt. Das Wahrnehmungsdefizit.
Genau, wobei bei den Deutschen im Englischen auffällt. Das bei "The" eher ein "se" zu höhren ist. Die chinesen haben sehr viele verschiedene s, sch, tsch laute, für mich als Schweizer klingen diese alle sehr ähnlich und ich höre fast kein Unterschied, wobei mich da die Chinesen oft korrigieren, da sie eben auf diese Nuance trainiert sind.
D. Zi. schrieb: > wobei bei den Deutschen im Englischen auffällt. Das bei "The" > eher ein "se" zu höhren ist. Das liegt daran, daß es den Deutschen peinlich ist, die Zunge so weit rauszustrecken. Die Zunge hat immer schön brav hinter den Zähnen zu sein. Und dann geht eben nur ein S. Fürs TH muß man sich fast in die Zunge beißen.
Peter Dannegger schrieb: > Das liegt daran, daß es den Deutschen peinlich ist, die Zunge so weit > rauszustrecken. Zunge rausstecken? Für die Lautbildung muß die Zunge nur die oberen Schneidezähne von hinten berühren. Wie A.K. schon geschrieben hatte, wird die Sprache in sehr jungen Jahren trainiert. Dabei wird gelernt, den Sprechapparat völlig unbewußt zu gebrauchen. Dabei verkümmern Möglichkeiten, die die eigene Sprache nicht nicht braucht - die Beherrschung der relativen Tonhöhe, die im Chinesischen eine große Rolle spielt, verkümmert bei uns. Es gibt auch Zungengrob- und -feinmotoriker, desgleichen mit dem Gehör. Der eine hat ein Talent als Papagei, den anderen interessiert das alles nicht und er brabbelt eben englisch mit deutscher Aussprache und Grammatik.
Uhu Uhuhu schrieb: > Zunge rausstecken? Für die Lautbildung muß die Zunge nur die oberen > Schneidezähne von hinten berühren. Na dann schau Dir z.B. mal Videos/Filme mit Britney Spears oder Kate Beckinsale an. Einem deutschen Beamten dürfte man nicht soviel von seiner Zunge zeigen.
Peter Dannegger schrieb: > Uhu Uhuhu schrieb: >> Zunge rausstecken? Für die Lautbildung muß die Zunge nur die oberen >> Schneidezähne von hinten berühren. > > Na dann schau Dir z.B. mal Videos/Filme mit Britney Spears oder Kate > Beckinsale an. Du sollst nicht so viele P0rn0s konsumieren!
Mike Mike schrieb: > Gibts hier Leute, die sich selber Chinesisch beigebracht haben? > Mit selber meine ich mittels Umschrift oder Audio-Cds. Was Leute nicht alles tun, um sich irgendwo anzubidern! Kleiner Tipp: Sprache kommt von sprechen, nicht von lesen bzw. hören, denn sonst hieße es Lese bzw. Höre!
D. Zi. schrieb: > Genau, wobei bei den Deutschen im Englischen auffällt. Das bei "The" > eher ein "se" zu höhren ist. Die chinesen haben sehr viele verschiedene > s, sch, tsch laute, für mich als Schweizer klingen diese alle sehr > ähnlich und ich höre fast kein Unterschied, wobei mich da die Chinesen > oft korrigieren, da sie eben auf diese Nuance trainiert sind. Ist umgekehrt ja genauso. Nicht-Deutsch-Muttersprachler fragen sich auch oft, warum wir denn a/ä, o/ö und u/ü unterscheiden. Für die hört sich das vollkommen gleich an.
Wie gut möchtest du Chinesisch (Mandarin) sprechen können, mal von lesen ganz abgesehen? Guten Tag, Wie geht es Ihnen?, Auf Wiedersehen, Ich habe ein Zimmer reserviert? Dann reicht sicher auch eine Audio-CD.
Peter Dannegger schrieb: > Na dann schau Dir z.B. mal Videos/Filme mit Britney Spears oder Kate > Beckinsale an. Gesang und gesprochenes Wort sind verschiedene Dinge.
Das Chinesisch soll für geschäftliche Zwecke sein, zum Verhandeln und Erklären. So gutes Englisch sprechen nicht viele. Außerdem schadet es nicht, eine Sprache mehr zu können. Nun gut dann werde ich wohl Sprachkurse besuchen, die Sache mit der Aussprache ist schon wichtig. Lesen ist zweitrangig, aber es soll natürlich auch möglich sein, zumindest 70% von einem Text verstehen zu können, da hilft evtl. der Kontext noch weiter.
Mike Mike schrieb: > Das Chinesisch soll für geschäftliche Zwecke sein, zum Verhandeln und > Erklären. Gerade da würde ich mich auf einen Dolmetscher meines Vertrauens verlassen wollen...
Hannes Jaeger schrieb: > Das ist etwas was mich immer wundert. Angeblich ist die Betonung und > Aussprache im Chinesisch so ungeheuer wichtig und muss sehr genau > ausgeführt werden. Dann müsste es für einen Chinesen doch ein leichtes > sein, die eher einfache Betonung und Aussprache von z.B. Englich zu > "simulieren". Nein. Denn es sind zwei vollständig verschiedene Sachen. Vereinfacht: Im chinesischen ist jedem Wort ein Ton zugeordnet. Im deutschen hängt der Ton von der Stelle eines Wortes im Satz ab, oder wird zur Änderung der Bedeutung verändert. Beispiel. Auf Deutsch kann man sagen : Wirklich. und auch : Wirklich? Beide bekommen einen anderen Ton (der erste fallend, der zweite steigend) durch die andere Satzstruktur. So eine Tonänderung würde es im chin. nicht geben.
Es gibt Kurse bei unserer Uni, ich glaube da geh ich mal vorbei und lass mich mal von der Kursleitung beraten.
Soweit ich das verstanden habe, hat nicht jedes Wort einen Ton, sondern jeder Vokal im Wort! Und ich würde die Aussprache nicht als "sehr wichtig", sondern als notwendig betrachten um sich verständigen zu können, weil eben in diesen Tönen ein Teil der Information übertragen wird. Leider habe ich mir nicht die Mühe gemacht chinesisch zu lernen als ich dort war. Ich kann nur eines sagen: einfach so, ohne dass einem es jemand lernt, wird man es nie raus hören. Und die Leute dort verstehen nicht woran es hängt. Die sagen dir das Wort 5 mal vor, aber du sagst es 5 mal falsch nach weil du nicht hörst worauf es ankommt.
Stephan S. schrieb: > nicht woran es hängt. Die sagen dir das Wort 5 mal vor, aber du sagst es > 5 mal falsch nach weil du nicht hörst worauf es ankommt. Genau. Seit ich vor 3 Jahren angefangen habe Italiensch zu lernen, habe ich auch die Erkenntnis gewonnen, das man jemanden braucht, der einen korrigiert. Das können Audio-CDs ganz einfach nicht leisten. Und dabei ist uns Italienisch von der Aussprache und den verwendeten Lauten her noch wesentlich näher als Chinesisch. sei und sai sind 2 komplett verschiedene Dinge. Im Deutschen würden wir sie mehr oder weniger gleich aussprechen und unseren 'ei'-Laut benutzen. Italienisch kennt diesen 'ei'-Laut nicht sondern man spricht das tatsächlich als e-i bzw a-i, was zumindest für mich beim Sprechen ungewohnt war. Ich bin unweigerlich immer wieder auf so ein 'aei' (wie im österreichischen 'das Ei') zurückgefallen, speziell dann wenn man nicht konkret und gezielt drauf achtet, was wiederrum beim freien Sprechen nicht so einfach ist, da ich mich noch viel zu sehr darauf konzentrieren muss, was ich eigentlich sagen will. Und genau da schlägt dann die Stunde deines Lehrers, der dich unermüdlich korrigieren wird.
Uhu Uhuhu schrieb: > Peter Dannegger schrieb: >> Das liegt daran, daß es den Deutschen peinlich ist, die Zunge so weit >> rauszustrecken. > > Zunge rausstecken? Für die Lautbildung muß die Zunge nur die oberen > Schneidezähne von hinten berühren. Mein Englisch Lehrer hat es mir so gelernt: Zunge zwischen die Zähne und dann einen Laut, wie wenn man das Summen einer Biene nachahmen möchte. Dann den Laut immer weiter verkürzen, bis die Zungenbewegung fliessend ineinander übergeht und das Summen nur noch ganz kurz ist. Das Problem mit den 'Schneidezähnen von hinten' ist, dass man viel zu leicht in einen s-Laut abgleitet. Und genau das ist soll es nicht sein. Sowohl Engländer als auch Amerikaner haben mir schon ein paar mal bescheinigt, dass ich ein 'schönes Ti-Eitsch' aussprechen kann.
Jan Hansen schrieb: > Ist umgekehrt ja genauso. Nicht-Deutsch-Muttersprachler fragen sich auch > oft, warum wir denn a/ä, o/ö und u/ü unterscheiden. Für die hört sich > das vollkommen gleich an. :-) Was glaubst du, wie wir Österreicher innerlich lautstark lachen, wenn Norddeutsche sich an 'Österreichischer Aussprache' versuchen. Alles nördlich von München kriegt ein ordentliches 'Oachkatzlschwoaf' einfach nicht hin. Aber als gelernter Österreicher steht man da über den Dingen und akzeptiert, dass Hochdeutsch die erste Fremdsprache ist. Sowohl was Aussprache als auch Wortschatz angeht. :-)
Karl Heinz Buchegger schrieb: > Das Problem mit den 'Schneidezähnen von hinten' ist, dass > man viel zu leicht in einen s-Laut abgleitet. Und genau das ist soll es > nicht sein. Probier es selbst aus: die Zungenstellung bei einem gelispelten S und einem normalen deutschen ist sehr unterschiedlich. Das Lispeln entsteht, wenn die Zunge über der Kante der Schneidezähne ist, während beim deutschen S die Zunge unten liegt und den Lufstrom nicht direkt beeinflußt. Meist hilft es bei Intonationsübungen zu wissen, wie Zunge, Lippen etc. dabei agieren müssen. Aber das geht i.d.R. nur mit einem Muttersprachler, der einem solche Feinheiten erklären kann. Karl Heinz Buchegger schrieb: > Alles nördlich von München kriegt ein ordentliches 'Oachkatzlschwoaf' > einfach nicht hin. Tja und diejenigen, die es können, fallen dir nicht auf. So einfach ist das ;-)
Uhu Uhuhu schrieb: > Karl Heinz Buchegger schrieb: >> Alles nördlich von München kriegt ein ordentliches 'Oachkatzlschwoaf' >> einfach nicht hin. > > Tja und diejenigen, die es können, fallen dir nicht auf. So einfach ist > das ;-) Hmm. Bis jetzt hab ich noch keinen gehört, ders kann. Nur welche, die glauben sie könnten es ;-) Generell klingt für uns Österreicher das Deutsch nördlich des Weißwurstäquators viel zu hart. Und wenn dann noch wer Sahne zum Obers sagt, dann ist der Ofen sowieso aus :-) (Ist genauso, wie ich kein Tirolerisch kann. Egal wie sehr ich es versuche und zuhöre und übe, ein echter Tiroler weiß sofort, dass ich nicht aus Tirol bin. Seine Betonung, sein Satzbau, seine Vokale, die ganz Sprachmelodie ist .... anders, wobei es schwer ist festzumachen woran es genau liegt)
Ni Hao, um Dich halbwegs unterhalten und etwas Zeitung lesen zu können rechne mal mit mindestens einem Jahr vollzeit lernen. Abends nebenbei kannst Du vergessen, so lernst Du in D in 5 Jahren kein Chinesisch. Wenn Du einen Chinesen im Umfeld hast mit dem Du regelmässig trainieren kannst oder in China lebst, stehen die Chancen etwas besser. Also etwas besser als NULL. Um die Schrift halbwegs zu beherrschen, brauchst Du etwa 2000 Zeichen. Muttersprachler beherrschen so 5-15.000, je nach Bildungsgrad. Ich bin mit ner Chinesin verheiratet und hab etwa 2,5 Jahre dort verbracht. Ich kenne deutlich mehr Leute, die angefangen und es aufgegeben haben (mich eingeschlossen) als solche, die tatsächlich erfolgreich Chinesisch gelernt haben. Und das, während sie regelmässig dort waren oder gar komplett dort gelebt haben. Ich selbst kann die Zahlen, ein paar Floskeln, alles in allem vielleicht 50 bis 200 Worte. Zeichen praktisch gar keine. Im Vergleich zu Chinesisch ist jede europäische Sprache eher wie ein Dialekt der deutschen Sprache. Das hat nichts mit dem zu tun, was Du von Sprachen kennst. Es mag Ausnahmen geben. Besonders sprachbegabte und/oder ehrgeizige Menschen mögen das hinkriegen. Was ich schrieb gilt für Normalsterbliche. Also tu Dir das nicht an. Ohne Kurs erst recht nicht. Gruß, Norbert
> die sich selber Chinesisch beigebracht haben Ich glaube, das kannst du vergessen, du musst genau hören bis du erkennst, was den besonderen Klang der Sprache ausmacht, und dazu sollte dich jemand korrigieren, so lange es nicht perfekt passt. Allerdings gibt's auch in China plattdeutsch und bayerisch, also sich gegenseitig nicht verstehende Dialekte. Daher kann man sagen, es reicht, wenn du es schreiben kannst. Glücklicherweise ist chinesisch einfacher und logischer aufgebaut als alle lateinischen Sprachen, basieren jedoch mehr auf dem Vorurteil was derjenige dir wohl sagen will. Entsprechend löst man Mehrdeutigkeiten auf. Das kann auch derb in die Hose gehen. > Ohne Kurs erst recht nicht. Davon gibt es aber auch sehr üble. Ist mir bei japanisch so gegangen.
Florian *.* schrieb im Beitrag #3248249: > Gerade ist eine Bombe am Flughafen Peking Terminal 3 hochgegangen. Hi, sieht so aus als wollte da einer protestieren. Rollstuhlfahrer, also vielleicht Arbeitsunfall und kriegt keine Kompensation oder sowas. Kommt jedenfalls aus Shandong, also keine Minderheitengeschichte (Tibet, Uiguren usw...) In 6 Wochen fliege ich wieder hin, hoffentlich drehen die jetzt nicht noch mehr durch mit ihrem Sicherheitswahnsinn. Michael Bertrandt schrieb: > Glücklicherweise ist chinesisch einfacher und logischer aufgebaut als > alle lateinischen Sprachen, basieren jedoch mehr auf dem Vorurteil was > derjenige dir wohl sagen will. Entsprechend löst man Mehrdeutigkeiten > auf. Das kann auch derb in die Hose gehen. Die Einfachheit ist gleichzeitig auch das Problem. Die Grammatik ist fast nicht existent und da merkt man, wie sinnvoll die ist. Grammatik macht Informationen redundant, im Chinesischen gibt es das nicht und die Sprache kann unpräzise sein. Dafür gibt es viele Feinheiten bei Begriffen und Kontext, was es auch nicht einfacher macht. Auf hohem Niveau kann Chinesisch unglaublich präzise sein, auf die Alltagssprache trifft das aber nicht unbedingt zu. Chinesische Literaten sagen, die Klassiker lassen sich nur auf Deutsch präzise genug übersetzen, alle anderen gängigen Sprachen sind zu simpel. Insgesamt ist die Sprache ziemlich ineffektiv und blumig, von der gruseligen Schrift ganz zu schweigen. Die älteste noch genutzte Schrift (oder eine der ältesten). Kann man Stolz drauf sein, als wenn eine Kultur das Rad in Form einer Holzscheibe erfunden hätte und das heute noch an PKW benutzt. China hat ja auch den Buchdruck mit beweglichen Lettern erfunden, hat sich nur nicht durchgesetzt. Ist ja auch unpraktisch, so ein Setzkasten mit tausenden von Fächern. Also ich habs versucht und gelassen. Wenn man nicht gerade einen sehr starken Bezug zu China hat, macht es einfach keinen Sinn. Und noch ein Vergleich: Ich hatte zwar mal Französisch in der Schule aber fast alles weg. Spanisch hab ich nie gelernt, spreche aber ein paar Brocken. Beruflich ein paar mal dort, früher ein paar Latinos gekannt usw.. Hätte ich auch nur annähernd soviel Kontakt mit Spanien wie mit China, würde ich längst fliessend Spanisch sprechen. Bei Chinesisch aber Fehlanzeige. Gruß, Norbert
Mandarin als gesprochene Sprache ist schon sehr einfach, und genau das macht das lernen schwer. Da Mandarin sehr Arm an Lauten ist (Mandarin hat nur 422 Silben!) klingt alles ähnlich oder gleich - und das macht das merken schwer. Die Schrift ist schon schwer, aber lernbar. Als Lehrbuch finde ich Assimil recht gut und nicht zu langweilig. 我可以用一点中文。 哈哈哈。
Wie siehts aus mit ner Uni/Hochschule in der Gegend? Da sollte es durchaus chinesische Austauschstudenten geben die mal bei der Korrektur der Aussprache helfen können.
Zhōngguórén ("dschungaren" a.k.a. Zwerghamster :p ) verstehen sich
untereinander z.T schon nur recht schwierig, je nach Gegend aus der sie
stammen. Die Dialekte sind sehr ausgeprägt mit eigenen Worten und einer
völlig anderer Betonung oder Bedeutung. Ist ein sehr großes Land.
Innerhalb einer Stadt können sich Gesellschafts- / Bildungsebenen
untereinander schon kaum verständigen. Man redet allerdings auch nicht
mit jemandem unter seinem Stand. Es sei denn, man erteilt Anweisungen.
:-)
In der Schrift ist es ähnlich. Man kann in der Korrespondenz jemanden
leicht spüren lassen, daß er über eine geringere Bildung verfügt. Was je
nach Situation als Beleidigung aufgefasst wird. Fettnäpfchen wohin man
schaut.
Protip:
Such dir einen Kommunikationspartner der aus der Peking Gegend stammt.
(Hochchinesisch!)
Nebenbei, wenn du dich für China interessierst, kann ich diesen autobiographischen Comic wärmstens empfehlen: "Shenzhen" von Guy Delisle http://www.amazon.de/Shenzhen-Guy-Delisle/dp/3866158688/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1374524915&sr=8-1&keywords=shenzen+comic
Florian *.* schrieb: > Protip: > Such dir einen Kommunikationspartner der aus der Peking Gegend stammt. > (Hochchinesisch!) Das ist schon ein guter Punkt wenn man auf der sicheren Seite sein will. Nur ca. 8% der Chinesen sprechen Mandarin nativ. Ich kennen viele Chinesen, aber kaum welche deren Muttersprache Mandarin ist. Ich hatte mal als Sprachpartnerin eine Chinesin aus Wenzhou. Deren Aussprache war schon sehr grenzwertig. Die Essen/吃/qi wi 'ci' ausgesprochen. Im Süden ist es dann ganz schlimm. Die Sichuanesen und Hunanesen sprechen das H als F aus. F: Eh alder, wo bist den her? A: Funan (statt Hunan) F: Und was'n das für'n komischer Pfeffer? A: Dat is FaJiao (花椒 - Statt HuaJiao) Statt "Lehrer" (wenn man das so nennen will) würde ich am Anfang eher viel viel hören. Wenn man nix kann dann kann der Lehrer auch nicht viel helfen.
jan bader schrieb:
Hi,
das Gesagte ist wohl so gemeint, daß Südchinesen ne fiese Aussprache
haben, wenn sie versuchen Mandarin zu sprechen.
Meine Frau kommt aus Nord-Hubei, also nichtmal halbe Strecke nach
Südchina von BJ aus.
Eine chin. Kollegin hat dort mal für mich angerufen und Schwiegermama
war dran. Die Kollegin (aus der Nähe von Tianjin) hat sie erst gar nicht
verstanden, dann mit großer Mühe.
Das ist so Mandarin wie Schwaben oder Bayern auf dem Lande Hochdeutsch
sprechen.
Zwei Kollegen kommen auch aus Hubei und wenn meine Frau sich mit denen
auf Hubei unterhält, verstehen die anderen Kollegen auch kaum was.
In Sichuan hat meine Frau dann die Leute kaum noch verstanden, erst wenn
sie sich Mühe gegeben haben. Von Kantonesisch versteht sie dann nur noch
Bahnhof.
Pekinger sprechen allerdings auch nicht ganz sauberes Mandarin (Tian An
Mer). Irgendwo nicht weit von Peking ist das "chinesische Hanover", wo
das sauberste Mandarin gesprochen wird.
Zum Hören falls Du es tatsächlich angehen willst: Es gibt auf Satellit
und Digitalkabel einige Sender auf Chinesisch. Musst aber aufpassen,
einige sind Kantonesisch, einer (von dem ich weiß) ist teils Fujian da
aus Taiwan. CCTV4 wäre zu empfehlen, gemischtes Programm und das müsste
zumindest bei den Shows und aktuellen Serien gutes Mandarin sein. Einen
Teil meiner paar Brocken habe ich so auch verbessert (allerdings in
China).
Wenn Du auf den Geschmack gekommen bist, könnte ich Dir ne Sprachschule
in Qingdao empfehlen. Die bieten Intensivkurse mit studentenheimartiger
Unterkunft an. Absolut bezahlbar. Details habe ich jetzt allerdings
nicht parat. Meine Schwester war dort für 4 Wochen. Die ist übrigens
sehr sprachbegabt (4 Fremdsprachen fliessend und 3 so ein wenig) und
etwa 2 Jahre Abendkurse besucht. Unterhalten kann sie sich nicht
wirklich und hat praktisch aufgegeben. Und wenn die das nicht packt,
steck ich da keine Minute meiner Zeit mehr rein.
Gruß,
Norbert
Ein blonder, großgewachsener Europäer mit gutem Hochchinesisch, - braucht ansonsten nicht viel können, der macht sein Geld auch so.
Florian *.* schrieb: > Ein blonder, großgewachsener Europäer mit gutem Hochchinesisch, > - braucht ansonsten nicht viel können, der macht sein Geld auch so. Nicht daß das jemand als Ironie oder Sarkasmus auffasst: Ist so, kann ich sofort unterschreiben.
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