Loch in M10 Gewindestange bohren (Drehbank notwendig?)

#3251656
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Hi,

ich muss für ein Projekt für einen Schrittmotor ein Loch in eine M10 
Gewindestange bohren. Das Loch muss genau mittig sein. Nun habe ich von 
Metallverarbeitung relativ wenig Ahnung und habe 2x versucht, das Loch 
mit einem Standbohrer zu bohren. Dabei hatte ich immer eine Abweichung 
von ca. 0.5mm, wodurch die Stange, welche mit Kugellagern befestigt 
wird, immer hin und her wackelt. Das ist natürlich nicht so gut für die 
Kugellager und sieht sehr unprofessionell aus :).

Bei einer kleinen Google-Recherche bin ich auf die typischen Drehbänke 
gestoßen. Die sind jedoch sehr teuer. Gibt es Firmen, die sowas genau 
mittig bohren können? Gibt es evtl. alternativen, einen Schrittmotor 
(Nema 17) mit einer M10 Gewindestange zu verbinden? Die Methode mit den 
Schrumpfschläuchen fällt bei mir flach, da die Stange sehr fest sitzen 
muss.

Alternativ habe ich auch eine günstige Drehbank für ca. 200€ gesehen. 
Taugen die überhaupt was?:
http://www.ebay.de/itm/Neu-Mini-Klassiker-Drehmaschine-Drehbank-Frasmaschine-6-parts-included-/251259837981?pt=Industriemaschinen&hash=item3a8040de1d

Oder muss es schon etwas größeres sein?:
http://www.ebay.de/itm/Drehmaschine-Drehbank-Metalldrehbank-COMPACT-300-SET-38-Drehmeissel-und-Spray-/390620186963?pt=Industriemaschinen&hash=item5af2c70953

So eine Drehbank kann man sicherlich öfters mal gut gebrauchen.

Danke!

LG

Martin
Gast #3251694
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Moin Martin,

das Ding aus dem ersten Link lass' mal lieber sein...
Das Teil aus dem zweiten Link hätte schon bessere Chancen.

Ist allerdings nicht damit getan, dieses Teil zu kaufen, hinzustellen
und mal eben was zu drehen. Such' mal im Netz nach "Mini-Lathe" bzw.
Rotwerk-Drehe.
Die Maschinen sind alle recht ähnlich, wenn auch nicht unbedingt 
baugleich
und zeichnen sich durch eine riesen Serienstreuung in der Qualität aus.
Im Prinzip hast Du mit dem Ding ein Hobby für sich allein.
Wenn es Dich wirklich interessiert, schau in die CNC-Ecke rein,
das ist ein Forum für Metall-Freaks. Lies aber erst mal, die Suche dort
könnte Dich erschlagen ;)

Wenn Du nur eine "kleine" Anzahl von Stangen gebohrt haben willst,
suche Dir jemanden. Ist billiger, geht schneller und kostet weniger 
Nerven.
Aber vorher - wie willst Du die Gewindestange lagern?
Ich meine, eine M10 einfach nur an einen Schrittmotor hängen?
Du möchtest doch etwas verfahren, oder?

Viele Grüße
Holger
#3251725
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Hi Holger,

danke für die prompte Antwort :)!.

Das mit dem Lager habe ich schon prima gelöst. Ich verwende Kugellager 
die einen Innendurchmesser von 10mm haben, dort passt perfekt die 
Gewindestange rein. Über die Gewindestange habe ich vorher einen 
Schrumpfschlauch gezogen und das lager vorsichtig mit der Stange 
zusammen gepresst. Das sitzt soweit bombenfest :). Einziges Problem ist 
nur noch das mit der Gewindestange und dem genau zentrierten Loch. Das 
Ganze soll ein Schneckengewinde / eine Förderschnecke betreiben.

Ich habe einen Metallbauer in meinem Bekanntenkreis und ihn mal gefragt, 
ob er evtl. eine Drehbank hat und mir das Loch bohren kann. Ich denke 
das ist einfacher als gleich 500-600€ auszugeben. Obwohl so eine 
Drehbank ganz schön in den Fingern juckt. Was sich damit alles 
bearbeiten lässt, ist schon genial.

Viele Grüße,

Martin
#3251730
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Holger_H schrieb:
> Aber vorher - wie willst Du die Gewindestange lagern?
> Ich meine, eine M10 einfach nur an einen Schrittmotor hängen?
> Du möchtest doch etwas verfahren, oder?

Genau, du brauchst in jedem Fall einen elastischen Übergang zwischen 
Motor und Welle.
Und muss es eine Gewindestange sein?
Erzähl mal mehr darüber was du wie verfahren willst, und was du wie 
lagern willst.
Gewindestangen sind höchstens für eine billige Demo gut, die nicht lange 
leben muss. Ansonsten Spindeln.
und wie lagerst du die Gewindestange? Die sitzt nicht besonders sauber 
und masshaltig in einem Kugellager.
#3251732
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Hi Timm,

ich bin aus der Trierer Gegend :).

Das mit dem Abdrehen wäre auch interessant. Würde aber trotzdem die 
Variante mit der Gewindestange und Madenschraube bevorzugen. Das sitzt 
dann bombenfest und ich brauche nur ein Loch in der Gewindestange. Bei 
den Kupplungen habe ich immer Angst, dass die irgendwann "durchdrehen" 
und die Förderschnecke stehen bleibt.

Viele Grüße,

Martin
#3251739
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Hi Holger,

das Ganze ist für einen Futterautomaten. Ich habe ein Alurohr mit einer 
Öffnung oben und unten. Drin befindet sich ein Faigle Schneckengewinde. 
Das Schneckengewinde kann mit M12 Muttern / Langmuttern befestigt 
werden. In dem Fall muss es eine Gewindestange sein. Wenn die fest 
sitzt, sollte das schon langfristig halten :).

Viele Grüße,

Martin
Gast #3251816
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Martin Fandel schrieb:
> Einziges Problem ist
> nur noch das mit der Gewindestange und dem genau zentrierten Loch.

Nö, Dein Problem ist: Wenn Du die Gewindestange mit 2 Kugellagern 
lagerst, den Motor star verbindest und den Motor fixierst, hast Du ein 
überbestimmtes System. Du musst also entweder den Motor flexibel 
fixieren (Gummi-Stehbolzen) oder die Verbindung Motor-Stange flexibel 
gestalten (Klauenkupplung). Meistens macht man letzteres.
Gast #3252364
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> Gibt es Firmen, die sowas genau mittig bohren können?

Sicher. Jeder metallverarbeitende Betrieb, zumindest wenn du ihm sagen 
kannst, WIE genau: +/- 1/10mm, +/- 1/100mm, +/- 1/1000mm ?

Du kannst zumindest +/- 1/10mm auch selber.

Man braucht: Einen KURZEN Bohrer im benötigten Durchmesser, einen 
(Maschinen-)Schraubstock (auch ein eher kleines Modell), 3 M10 Muttern 
aus Weicheisen, einen Bohrständer , eine Bohrmaschine.

Beispielsweise DAS:
http://www.proxxon.com/de/micromot/20165.php

Keine Ahnung was du davon schon hast, aber die billige Bosch 
Handbohrmaschine im billigen Bosch Bohrständer mit den billigen HSS 
Bohrern von Bosch taugt jedenfalls nicht, viel zu viel Spiel, viel zu 
wackelig, viel zu biegsam.

Eine Kress 800 FME in so einem "vor Baumarkt-Ramsch Zeit" spielfreien 
Bohrständer 
http://www.ebay.de/itm/Proxxon-Bohrstander-Frasstander-mit-Schraubstock-Bohrmaschinenstander-/121145440333 
täte es.

Je nach Dicke des Lochs kann es nötig sein, Vollhartmetallbohrer zu 
verwenden weil sie sich weniger verbiegen als HSS (sie brechen dann 
eher), aber Kurzbohrer wie 
http://www.hoffmann-tools.com/Zerspanung/Kurzbohrer-HSS-E-N-1-mm-HOLEX.html 
gibt es sogar bei Hornbach.


Die 3 Muttern über die Gewindestange drehen und einspannen so daß eine 
Mutter links, eine rechts und eine in der Mitte ist. So fest einspannen, 
daß die Muttern leicht zusammengebogen werden und die Gewindestange 
spielfrei halten. Die in der Mitte exakt unter der Spitze des Bohrers 
positionieren. Du kannst sie mit einem GRÖSSEREN Bohrer (oder einem 
Zentrierbohrer oder einem NC Anbohrer vorbohren, damit der dünne kleine 
Bohrer nicht mehr so tief durchs Material muss). Loch rein, fertig.
#3252473
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Der Martin will doch eher ein Loch zum Reinstecken der Achse eines 
Motors haben, oder? Da hilft die Methode zur Stabilisierung der 
Bohrfläche nichts...

Wenn die Stange nicht zu lang ist (so 5-10cm) kann man die auch ins 
Bohrmaschinenfutter einspannen, den Bohrer sehr kurz (1cm) in den 
Schraubstock und dann "umgedreht" bohren. Man sollte schon auch 
versuchen, die Mitte gut zu treffen, aber der Fehler reduziert sich 
gegenüber der "normalen" Methode deutlich.
Gast #3252499
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nicht hauhn

aber irgendwie mußte ich daran denken

Es trug sich zu, dass im Schrauben- und Normkombinat der dünnste je in 
der DDR gefertigte Draht produziert wurde. Schlecht nur: In der ganzen 
DDR gab es kein einziges Messgerät, das feststellen konnte, wie dünn der 
Draht nun wirklich war.


Man fasste sich ein Herz, packte ein Päckchen, fertigte ein Schreiben 
mit Bitte um Vermessung und schickte alles die westdeutschen Kollegen. 
Nach vier Wochen erhielt mal ein Paket, darin den Draht und folgenden 
Brief:

"Liebe Kollegen, leider ging beim Transport das Anschreiben verloren, so 
dass wir nicht wussten, was wir mit dem Werkstück anfangen sollen. Wir 
haben deshalb vorsichtshalber ein Innen- und ein Außengewinde 
eingeschnitten."
#3252522
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never ever schrieb:
> aber irgendwie mußte ich daran denken

Herrlich :) Immer wieder zum totlachen :)

@Martin:

Ebay-Link 1 kannst Du komplett in die Tonne treten, und auch Nr. 2 macht 
wenig glücklich. Alleine der Rundlauffehler von 30µ in der Spindel ist 
schon sehr happig.

Du kannst mal folgendes probieren:

Besorg Dir einen Metallklotz, der groß genug ist, um mit zwei 
Schraubzwingen (rechts und links) an der Bohrmaschine festgemacht zu 
werden. Jetzt bohrst Du mit der Größe der Gewindestange eine 
Durchgangsbohrung. Nun schiebst Du die Gewindestange durch das Loch und 
bohrst jetzt nochmal von oben mit Deinem Nenndurchmesser. Fertig ist die 
Suppe.
Gast #3253803
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Horsti schrieb:
> Alle mit der Hand und keine ist mittig geworden.

Wobei "mittig" auch eine Frage des Bezuges ist.

Ich hab mal M8 Inbusschrauben abgedreht, weil die in eine Bohrung passen 
mussten. Dabei musste ich feststellen, dass Kopf und Gewinde einen 
ordentlichen Versatz von gut 5/10tel bis 1mm hatten. Das habe ich vorher 
nicht gesehen, allerdings mangels Wissen ob dieser Fertigungstoleranz 
auch nicht darauf geachtet.

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