Hallo,
bei uns in der Firma kam vor Kurzem die Diskussion auf, wie es sich bei
eigensicheren Geräten verhält (EX-i), wenn diese als USB Device an jeden
beliebigen PC (außerhalb der ATEX Zone) angeschlossen werden könnten.
Stimmt es, dass man annehmen muss,dass auf den USB-Leitungen vom PC
Netzspannung anliegen könnte? Dann müsste man ja zumindest die
sicherheitsrelevanten Teile so auslegen, dass sie dann nicht überlastet
werden würden oder? Würde hierzu ein ADUM4160 Abhilfe schaffen? Wie ist
sowas zu sehen, hat da jemand Erfahrung?
Gruß
Henrik
Ja, das USB Gerät verliert seinen Explosionsschutz. Es ist gleich welche
Spannung am Bus anliegt, durch die Speisung durch einen „nicht EX“ PC
wird die Sicherheit aufgehoben.
Eigensicherheit nach EN 60079-11 wird nicht allein durch z. B.einen USB
Isolator hergestellt, dazu bedarf es wesentlich mehr.
Wir hatten in der Firma auch das Thema, dass man Ex i Messumformer, die
in einem nicht Ex i -Kreis betrieben wurden - später nicht mehr in einem
Ex - i Kreis einsetzen darf.
Ich stimme also mit meinem Vorredner überein, weil ich denke, dass es
die gleiche Thematik ist.
b35 schrieb:> Ja, das USB Gerät verliert seinen Explosionsschutz. Es ist gleich welche> Spannung am Bus anliegt, durch die Speisung durch einen „nicht EX“ PC> wird die Sicherheit aufgehoben.> Eigensicherheit nach EN 60079-11 wird nicht allein durch z. B.einen USB> Isolator hergestellt, dazu bedarf es wesentlich mehr.
Ok, ja sowas hatte ich ir bereits gedacht. Und wie wird die
Eigensicherheit her- bzw. sichergestellt? Es gibt ja beispielsweise auch
EX-Handys o.ä. die über USB verfügen.
> Und wie wird die Eigensicherheit her- bzw. sichergestellt?
Das ist das knoff hoff des Herstellers, welches er mit dem
entsprechenden Gerät (teuer) verkauft.
Eigensichere Geräte bzw. eigensichere zugehörige Betriebsmittel erreicht
man durch Anwendung und Berücksichtigung folgender Normen (bzgl.
Explosionsschutz):
EN 60079-11 (Zündschutzart Eigensicherheit "i")
EN 60079-0 (Ex Geräte)
EN 60079-14 (Ex Installation)
EN 60079-15 (Exi Systeme)
Wer diese versteht, anwenden und umsetzen kann, kann auch "i".
Also nach meinem Wissensstand ist die fehlende ATEX Einstufung für USB
einfach der Trägheit der zuständigen Normungsgremien geschuldet.
PS/2 als Tastatur- und Mausschnittstelle ist ja nach ATEX möglich und
die haben keine wirklich andere Stromversorgung als die USB Ports, im
Gegenteil, die Stromversorgung ist bei PS/2 nicht mal standardisiert wie
bei USB.
Ein Normengremium nimmt keine "Einstufung" einer Schnittstelle vor,
nicht einmal bei Hart. Es arbeitet nur die technischen Anforderungen
heraus.
Bei Eigensicherheit geht es vereinfacht ausgedrückt nur um U, I, P,
Kapa- und Iduktivitäten, Erwärmung und die Einhaltung der
Zündgrenzkurven.
Hallo Henrik,
b35 hat die entscheidenden Stickworte und Normen gegeben.
Wenn ich dich richtig verstehe, habt Ihr ein Ex-Gerät (mit Zulassung)
welches über eine USB Schnittstelle verfügt. Wenn dem so ist, gibt es
verschiedenste Wege. Tatsache ist, dass ihr sicherstellen müsst, dass
eine Kontaktierung mit einem Standard PC (außerhalb des Ex-Bereiches)
die Eigensicherheit (Ex-Sicherheit) des Gerätes nicht negativ
beeinflussen kann. Dazu gehört auch, dass man nicht davon ausgehen kann,
dass auf der USB Schnittstelle nur 5V sind.
Ob der ADUM4160 eine Lösung darstellt musst du selbst entscheiden,
durchrechnen, das Layout designen und dann einer Prüfstelle vorstellen.
Die Norm lässt heute einiges zu, aber man muss halt wissen was man
macht, sonst bekommt man keine Zulassung und ohne Zulassung geht gar
nichts.
Wenn an einer USB Schnittstelle 5V 0,5A herauskommen dürfen, was kommt
dann heraus, wenn der USB Stick irgendeinen mysteriösen Latch Up Effekt
hat und den USB Ausgang so belastet, dass er mit Leistungsanpassung
fährt? Welche Leistung wird dann in deinem USB Gerät umgesetzt und wie
heiß wird dieser, usw. Beeinflusst dieser mögliche Störungsfall
(hoffentlich außerhalb des Ex-Bereiches) deine Schaltungsfunktionen für
den Ex-Bereich?
Gruß
Transi