Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Erbitte Hilfe beim Verständnis


von Padawan (Gast)


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...dieses Multivibrators. http://www.b-kainka.de/bastel36.htm

Ich versuche ja mein Bestes, aber irgendwie fällt der Groschen nicht, 
auch wenn es noch so einfach aussieht.
Wer schafft es mir zu helfen analoger zu werden? Ich bemühe mich redlich 
zu verstehen, aber es ist doch steinig.

Manchmal sehe ich so hervorragende Erklärungen hier, dass ich das Risiko 
gerne eingehe meine Frage an einen Troll zu evrlieren.


Klar ist mir soweit, daß es ein Oszillator ist.
Wenn Q1 leitend ist, wird die Basis von Q2 gesperrt, weil Q1 dann 
gesättigt ist und B2 durch C1 quasi auf gnd gezwungen wird. NUR: wenn Q1 
leitet, also B1 die 0.6 V hat, dann müsste doch B2 erst recht leiten 
denn das Potential hat doch noch einen Spannungsabfall über R2 mehr...

Über R1/C1 wird irgendwie sicher ein Impuls von dem Kollektor 2 auf B1 
übertragen. Gleichzeitig wird der C1 ganz bestimmt irgendwie auf und 
entladen, ist also zeitbestimmend.

Was mir aber auch noch auffällt, ist dass bei niedriger Spannung nur 
Pakete mit längeren Pausen schwingen. Bei 9V schwingt es kontinuierlich.


Ich habe zum Verständnis extra das oft empfohlene psice installiert und 
probiere jetzt einige Tage rum, aber dadurch ist alles noch schlimmer 
geworden. Ich gucke mir Ströme und Spannungen an und begreife immer 
weniger. Anfänglich dachte ich ja tatsächlich den Überblick zu haben, 
aber da ist (inzwischen) nichts mehr.

Ich hoffe jemand erbarmt sich und erklärt mir was da passiert, wo Ströme 
fließen und wie das Ding -richtig- funktioniert. Vielleicht hat jemand 
gutes Verständnis und gute Erklärfähigkeiten. Würde mich sehr freuen.

von Kai K. (klaas)


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>NUR: wenn Q1 leitet, also B1 die 0.6 V hat, dann müsste doch B2 erst
>recht leiten...

Nein. B2 wird dann ja nach Masse kurzgeschlossen!

Zur Spule: Wenn man den Strom durch eine Spule unterbricht, versucht die 
Spule den Stromfluß aufrecht zuerhalten und verwandelt sich dabei 
vermittels Induktion in eine Spannungsquelle. Der untere Anschluß wird 
dabei positiver als der obere, bis irgendwann die LED öffnet und den 
weiteren Spannungsanstieg begrenzt. Der obere Anschluß der Spule liegt 
dabei natürlich unverändert auf Batteriespannung.

von Axel S. (a-za-z0-9)


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Padawan schrieb:
> ...dieses Multivibrators. http://www.b-kainka.de/bastel36.htm
>
> Ich versuche ja mein Bestes, aber irgendwie fällt der Groschen nicht,
> auch wenn es noch so einfach aussieht.

Als erstes fällt auf, daß du Kainkas Dimensionierung verändert hast. 
Deine Spule ist zu klein und die Spannungen sind zu hoch.

> Wer schafft es mir zu helfen analoger zu werden? Ich bemühe mich redlich
> zu verstehen, aber es ist doch steinig.
...

> Über R1/C1 wird irgendwie sicher ein Impuls von dem Kollektor 2 auf B1
> übertragen.

Ja.

> Gleichzeitig wird der C1 ganz bestimmt irgendwie auf und
> entladen, ist also zeitbestimmend.

Nein.

Die wichtigste Eigenschaft für die Schwingfähigkeit dieser Schaltung ist 
der Sättigungsstrom der Spule. Ich bezweifle daß deine Simulation den 
richtig erfaßt.

Wie du schon erkannt hast, steigt die Kollektorspannung von Q1 nicht 
über 0.7V, weswegen Q1 über die 27K nahezu keinen Basisstrom bekommt. Q2 
steuert also voll durch und der Strom in der Spule steigt. Die 
Kollektorspannung von Q2 ist nahezu 0 und wenn wir annehmen daß C1 nicht 
geladen war, sorgt die Rückkopplung von Q2 auf Q1 über C1 dafür, daß Q1 
sicher gesperrt bleibt.

Irgendwann ist L1 gesättigt. Das führt dazu, daß die Kollektorspannung 
von Q2 ansteigt. Die Rückkopplung über C1 sorgt jetzt dafür, daß Q1 
öffnet und Q2 abschaltet. Die Gegeninduktion in L1 läßt die 
Kollektorspannung von Q2 über die Betriebsspannung steigen. Die Energie 
in der Spule entlädt sich in die LED. Sobald sich die Spule entladen 
hat, fällt die Kollektorspannung von Q2 wieder und Q1 sperrt. Und alles 
geht von vorn los.

C1 wirkt im wesentlichen als Differenzierglied und trennt die 
Gleichspannungspegel zwischen Q1/B und Q2/C. Entscheidend für die 
Frequenz sind die Betriebsspannung und Induktivität + Sättigungsstrom 
von L1.


XL

von Padawan (Gast)


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Die Selbstinduktion am Ende ist mir schon klar, was mir nicht klar ist 
das ist die Schwingung. Da wäre eine genauere Erklärung wirklich super.

Dein Einwand hat aber schon geholfen - ein wenig. Beim Einschalten sehe 
ich, daß Q1 und Q1 in etwa gleiche Spannung an der Basis haben, die 
ansteigt. Aufladen con C1 über die ganzen Widerstände, dann fangen beide 
ganz leicht an zu leiten, Kollektor 1 fällt und damit ist das anfangen 
für Q2 auch schon gelaufen.... und weiter.

Frust wenn man etwas einfach nicht richtig begreift :-(

von Padawan (Gast)


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@ Axel: danke dir, das werde ich sacken lassen. Hilft aber danke für die 
Mühe.
Ich habe einfach nach aufzuladenden Kondensatoren gesucht.

Im obigen Oszillogramm ist V(n002) ja die Kollektorspannung von Q2. Ich 
meine tatsächlich zu sehen, daß die exponentiell ansteigt. 
Sättigungstrom glaube ich ist nicht vorhanden, ich habe einfach das 'L' 
aus ltspice genommen. Schwingt aber dennoch.

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