Guten Morgen,
ich leider muss ich mal wieder das Tema "Schaltregler" auf den Tisch
bringen. Die Frage die ich da zu habe ich relativ einfach: Macht es Sinn
bei einem 4. Lagigem PCB möglichst alle Leitungen im innen Layer zu
führen um Oben und unten Masse hin zu machen und drum herum Vias so das
alle störenden Leitungen ein schließt so wie man es mit einem Metall
Abschirmdeckel tuen würde?
Von der Seite:
----------------------------- Masse
----------------------------- Signal 1
----------------------------- Signal 2
----------------------------- Masse
Von oben:
--------------------------------------------------
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| **************************** |
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| Vin -- SNT: Gate Drive, -- Vout |
| GNDin -- MOS, L, C, Diode -- GNDout|
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ein * soll eine Via sein und in den Via ist der Schaltregler mit Power
GND welches Sternförmig zum System Elko geführt wird. Natürlich würde
ich immer möglichst viele VIAs nehmen um die Induktivität der DK zu
verringern.
Gruß Elzaar
Hallo Elzaar,
das macht IMHO keinen Sinn da die Komponenten ja auf irgendeiener Seite
angebracht werden. Spätestens dort musst Du aus der Leiterplatte raus.
Normalersweise - bei Beachtung der Layoutregeln (siehe auch hier im
Forum) des Bauteilherstellers sowie normaler Entstörmaßnahmen - sollte
ein Schaltregler keine besondere Kunst sein. Probleme treten meist dann
auf wenn die Regeln nicht beachtet werden oder Schaltregeler für
Aufgaben verwendet werden für die sie nicht geeigent sind (z.B. Bereich
der HF).
rgds
Sinnvoller ist es die störenden Leitungen so kurz wie möglich zu halten
und ggf. die Ein- und Ausgänge in den Wandler separat zu filtern.
Ich mache das immer mit Pi-Filtern, bestehend aus Kondensatoren und
Ferritbead.
Ja danke erstmal das war mir soweit schon bekannt, ich habe halt bis
jetzt nur wissen aus dem Studium bzw. Bücher.
Damit ihr mal ein Bild davon bekommt mein Aktueller Stand ist das.
Die Flächen sind noch nicht geflutet da man sonst nicht mehr viel sehen
würde. Im Endeffekt geht es hierbei auch um die Wärme, die sollte
möglichst über die Platine verteilt werden. Ich mein ich Bastel halt
eben mein ersten Schaltregler. =)
Ja den Beitrag kenn ich, jedoch setz er auf eine nicht geschirmte
Drossel und ich auf einen voll geschirmten 1:1 Transformator.
Ich habe versucht die Ein- und Ausschaltwegen übereinander zu führen und
natürlich kurz. Auch die Versorgung sowie der Ausgang der Spannung geht
nur über die Kondensatoren.
Was sich bei uns experimentell herausgestellt hat, ist daß man die GND
Plane nicht durchgehend machen sollte. Ich habe sie im Prinzip mit
Gräben separiert und nur unter den Ferritbeads zwei Stege gelassen.
(Sieht man auf dem Bild nicht so gut). Die Idee dahinter ist, daß so die
"Störströme" innerhalb des eher kleinen Reglerbereichs gefangen sind.
EMV-Technisch ist dieses Design super. Selbst offen und unter Last habe
ich eine Störaussendung welche weitgehend dem Kammerrauschen entspricht.
Das urspüngliche Design mit durchgehender Fläche hatte dagegen sehr
stark gestört (Teilweise über dem Grenzwert)
Ja das Leuchtet ein, der gleichen Hintergrund habe ich auch.
Ich dachte nur es wäre besser es in eine Art Kammer rund herum
einzufangen also die Flächen einfach frei zu lassen.
Klar ist das die Störungen dann über die Masse Abfließen müssen. Jedoch
kann ich gerade nicht abschätzen ob es offen oder gekapselt besser ist.
Ich habe so ein Entwurf schon mal gesehen und zwar in der
Telekommunikationstechnik, ein SDH Router von Cisco war so aufgebaut.
Auf den Außen Lagen war nichts zu sehen aus dort wo Bauteile waren.
Das Prinzip das ich im Kopf habe ist das Selbe das mein bei einer
HF-Schaltung hat bei der am ein Metall Deckel drüber Lötet.
und wenn ich das nicht mache sollte ich die Innen Layer einfach
Freilassen um keine stelle zu bieten zum Einkoppeln richtig?
Prinzipiell ist es nicht notwendig, die Leitungen nach innen zu legen.
Die Leitungslängen kommen so oder so nicht an Lambda/4 der
Schaltfrequenz heran. Wichtig ist die Schleifen klein zu halten. Dann
kann man das auch außen aufbauen. Bei Schaltreglern halte ich es für
nicht notwendig die Flächen außen aufzubringen. Nochzumal man dann mehr
Störstellen generiert durch die Bauteilpads als daß bei innenliegenden
Flächen der Fall ist.
Elzaar schrieb:> Das Prinzip das ich im Kopf habe ist das Selbe das mein bei einer> HF-Schaltung hat bei der am ein Metall Deckel drüber Lötet.>> und wenn ich das nicht mache sollte ich die Innen Layer einfach> Freilassen um keine stelle zu bieten zum Einkoppeln richtig?
Von was für Schaltfrequenzen gehst du denn hier aus?
Für einen "handelsüblichen" Schaltregler mit <3MHz ist das absolut
übertrieben.
Was willst du denn auf den Innenlagen freilassen? Eine Masselage ist
derart niederimpedant, dass Störströme von einem Schaltregler nicht ins
Gewicht fallen...
Christian B. schrieb:> Was sich bei uns experimentell herausgestellt hat, ist daß man die GND> Plane nicht durchgehend machen sollte. Ich habe sie im Prinzip mit> Gräben separiert und nur unter den Ferritbeads zwei Stege gelassen.> (Sieht man auf dem Bild nicht so gut). Die Idee dahinter ist, daß so die> "Störströme" innerhalb des eher kleinen Reglerbereichs gefangen sind.> EMV-Technisch ist dieses Design super. Selbst offen und unter Last habe> ich eine Störaussendung welche weitgehend dem Kammerrauschen entspricht.> Das urspüngliche Design mit durchgehender Fläche hatte dagegen sehr> stark gestört (Teilweise über dem Grenzwert)
Dann erscheint mir das Problem aber ehrlich gesagt ein anderes zu sein.
Wenn Störströme den Bereich des Reglers verlassen, dann ist deine
Masseanbindung einfach nur bescheiden. Wenn du eine durchgehende
Massefläche unter dem Regler hast, und alle Strompfade entsprechend kurz
mit Vias geschlossen sind, dann fliessen da keine Ströme "in der Gegend
rum". Der Strom nimmt den selben Weg, auf dem er gekommen ist, damit
bilden sich bei gutem Layout (!) optimal kleine Stromschleifen,
entsprechend gering ist die Störaussendung. Wenn das Layout Grütze ist,
oder die Strompfade nicht sauber geschlossen sind, dann kriegst du
EMV-Probleme. Insofern hast du zwar mit der Auftrennung der Flächen dein
Problem eher zufällig gelöst, aber die Ursache mit an Sicherheit
grenzender Wahrscheinlichkeit nicht erkannt.
Es macht überhaupt keinen Sinn, Masseflächen zu trennen oder mit kleinen
Stegen zu verbinden, wenn man über digitale Signale oder Leistung
spricht.
Das ist nur bei analogen Anwendungen sinnvoll, um getaktete Ströme von
analogen Filterschaltungen fernzuhalten.
Und wenn man nur wegen eines Schaltreglers über den Grenzwert läuft,
dann ist da meiner Meinung nach ganz schön was im Argen.
Bei uns ging ein Design mit 3 teilweise kaskadierten Schaltreglern ohne
jeden Ausschlag durch die Kammer, weil das Layout durchdacht war. Und da
gab es keine separierte GND-Plane und auch keine GND-Außenlagen.
Was mir bei deinem Design auffällt:
- Der Feedback-Zweig ist bescheiden angebunden. Warum greifst du mit R10
nicht direkt an der Kondensatorbatterie ab? So siehst du nicht die selbe
Spannung, die deine Schaltung sieht.
- C14 ist quasi unwirksam, weil extrem lose eingekoppelt. C13 ist nicht
viel besser. Als Designer ist es deine Aufgabe, den Strom zu führen.
Mit dem Polygon an NetC13_1 machst du es dir meiner Meinung nach zu
einfach.
- Der Strompfad für die Freilaufdiode ist gelinde gesagt eine
Katastrophe. Da ist schon irgendwie absehbar, dass das Design
Schwierigkeiten macht.
- NetC11_2 und NetC13_1 sehen abgesehen davon noch schön Störfeld aus
der Drossel. Auch hier wieder: Polygone sind nicht "Designer's best
friend". Man muss das schon einzusetzen wissen. Unter induktiven
Bauelementen hat Kupfer wenig bis gar nichts zu suchen, es sei denn, es
handelt sich um Masseflächen.
- Pi-Filter sind bei niedriger Eingangsimpedanz, wie sie bei einem
Schaltregler zu erwarten sind, nicht die optimale Wahl. Ein T-Filter
verrichtet da deutlich bessere Arbeit.
Das Design sieht mir sehr nach LM22671 oder LM22672 aus, also 0,5-1A.
Also ist auch nicht mit hoher Leistung zu rechnen. Ich vermute, deine
beschriebenen Probleme waren/sind ursächlich entweder im Feedback-Zweig
oder im Freilauf-Zweig begründet, wobei ich die Ausgangskondensatoren
nicht ausschliessen will.
es ist lm22670, und 22690 jeweils 2-2,5A.
Das Design an sich hab ich von meinem Vorgänger übernommen. Durch kleine
Anpassungen, ohne die Bauteile neu zu orientieren, hab ich das Design
vom EMV Störstrahler zu einem EMV mäßig unauffälligem Design umgebaut.
Dazu hab ich die Massefläche getrennt und Filter eingebaut. Die Filter
sind zweifellos die Maßnahme mit der größeren Wirkung. (auch
Nachgwewiesen) aber es ist Meßtechnisch auch noch ein Unterschied
zwischen GND Gräben und durchgehendem GND zu sehen (letzteres war die
Empfehlung eines Spezialisten)
Fakt ist, es ist nicht perfekt, aber gut genug. Mittlerweile würde ich
es auch anders routen. Nichtsdestotrotz ist es das Design mit der
größten Störamplitudenverringerung.
Christian B. schrieb:> es ist lm22670, und 22690 jeweils 2-2,5A.
lm22690 gibt es nicht. Das Design, das du da gezeigt hast, ist definitiv
kein 22670, denn da ist Pin 2 mit einem Kondensator gestützt. Das gibt
es meines Wissens nach nur bei 22671 und 22672.
> Das Design an sich hab ich von meinem Vorgänger übernommen. Durch kleine> Anpassungen, ohne die Bauteile neu zu orientieren, hab ich das Design> vom EMV Störstrahler zu einem EMV mäßig unauffälligem Design umgebaut.> Dazu hab ich die Massefläche getrennt und Filter eingebaut. Die Filter> sind zweifellos die Maßnahme mit der größeren Wirkung. (auch> Nachgwewiesen) aber es ist Meßtechnisch auch noch ein Unterschied> zwischen GND Gräben und durchgehendem GND zu sehen (letzteres war die> Empfehlung eines Spezialisten)
Dass ein Pi-Filter wirksam ist, bestreite ich nicht. Aber bei
niederimpedanten Senken ist ein T-Filter die bessere Wahl.
Ich denke, dass die Störaussendung in erster Linie durch den
Feedbackzweig begründet ist. Dadurch, dass der Feedback-Spannungsteiler
nicht gut an die Kondensatoren angebunden ist, dürfte er noch Reste der
Drossel sehen, d.h. hochfrequente Peaks. Diese Peaks sorgen dafür, dass
der Regler unsauber läuft. Damit verhält er sich auch im EMV-Labor nicht
mehr sehr nett.
> Fakt ist, es ist nicht perfekt, aber gut genug. Mittlerweile würde ich> es auch anders routen. Nichtsdestotrotz ist es das Design mit der> größten Störamplitudenverringerung.
Zumindest bezogen auf die Designs, die du ausprobiert hast.
Nichts für ungut ;-)