Hallo zusammen,
gibt es eine Art Sicherungsdraht?
Also quasi den Draht aus Feinsicherungen auf einer Rolle als Meterware?
Ich möchte eine 3,3V Spannungsversorgung mit etwa 17 A absichern,
allerdings nur segr wenig verfügbaren Platz.
Besten Dank schonmal :),
Mark
8 kHz schrieb:> Ich möchte eine 3,3V Spannungsversorgung mit etwa 17 A absichern,> allerdings nur segr wenig verfügbaren Platz.
Die modernen Autostecksicherungen sind doch schon recht klein
(ca. 10x10x2mm).
Gruss
Harald
Wow, das ging ja mal wieder fix. Danke!
Aber leider ist bisher noch nicht DIE optimale Lösung dabei.
Es sind mehrere Zallen parallel geschaltet und sie müssen sowieso
flexibal mit einer Sammelschiene verbunden werden. Daher dachte ich an
den Sicherungsdraht.
Außerdem wäre die Lösung sicherlich günstiger.
Ich habe mal bei Eska angefragt...
8 kHz schrieb:> Außerdem wäre die Lösung sicherlich günstiger.
Wie handhabst du es denn mit den Definitionen Superträge, Träge,
Mittelträge, Flink, sehr flink?
Schon mal ne Kaputte Sicherung angeguckt. Die haben nicht umsonst eine
Nichtbrennbare Umhüllung. Der Draht Explodiert förmlich und Metalldampf
klebt dann am Glas.
>3,3V Spannungsversorgung mit etwa 17 A
Hmm, bei dieser mikrigen Spannung geht über die Sicherung dann schon
einige % verloren (an Spannung, an Leistung).
--> Das solltest du mal mit 'ner "normalen" Sicherung prüfen (10A oder
15A).
Ausserdem ist fraglich, ob das Stromintegral überhaupt ausreicht um
deine Schaltung zu schützen, bis die Sicherung dieser Stärke auslöst.
http://de.wikipedia.org/wiki/Schmelzsicherung
Hast du dir schonmal die Toleranzen von Sicherungen angesehen?
http://de.wikipedia.org/wiki/Schmelzsicherung#Ausl.C3.B6secharakteristik_und_Betriebsklasse
Die Frage lautet also: Macht eine Schmelzsicherung überhaupt Sinn?
Gruss
Uwe schrieb:> Schon mal ne Kaputte Sicherung angeguckt.
Irgendwo habe ich noch steinalte KFz-Sicherungen herum liegen, muß mal
suchen. Die Zäpfchenform, wie 1960-1990 noch üblich. Da war aber auch
nur richtig geformtes gestanztes Blech an der Seite um den Kunststoff-
oder Keramikkörper herum gebogen. Gängig war da sehr die 8A (weiß) für
die meisten Verbraucher im Auto. Gelegentlich mal 16A (rot) für die
heizbare Heckscheibe. Da war der ausgestanzte Blechstreifen einfach nur
doppelt so breit. Keine Ahnung, wie die Daten und Spezifikationen aus
sahen, sowas bekam man ja nie zu sehen. Ich tippe mal, daß da alles
Superträge war. Die verdampften auch kaum, und die Metallenden
schrumpften nur etwas. Die gingen völlig geräuschlos hoch.
In Schottland habe ich in einem Sicherungskasten Draht zum Reparieren
von Schmelzsicherungen gesehen. War eine ca. 3m Rolle auf Pappe
gewickelt. Für 13A.
>In Schottland habe ich in einem Sicherungskasten Draht zum Reparieren>von Schmelzsicherungen gesehen. War eine ca. 3m Rolle auf Pappe>gewickelt. Für 13A.
hab das von Irland gehört.
In Russland gibt es das für Geräte der Fernmeldetechnik und auch für
Netzgleichrichter in Gestellbauweise. VPE: ungefähr Garnrolle.
War sehr beliebt in Gegenden, wo die Post nur einmal wöchentlich kam.
Also mal über Яндекс suchen.
Bürovorsteher schrieb:> War sehr beliebt in Gegenden, wo die Post nur einmal wöchentlich kam.
Heute kann man im Internet mal noch alte russische
Fernsprechvermittlungen sehen. Die sahen aber überhaupt gar nicht anders
aus, als in der DDR, oder Westdeutschland, oder auf Hawaii oder sonstwo
auf der Welt.
Wirklich: Ich dachte darüber nach, wenn man mit verbundenen Augen da an
so einen Ort geführt würde, und man müßte raten, wo auf der Welt man
gerade ist.
OK, zugegeben war es sicher Moskau, nicht ein Dorf irgendwo.
Oder Luxemburg sah ich, ein Amt mit EMD-Wählern, die kauften deutsche
Technik, auch nicht in den Nachbarländern Frankreich oder Belgien. Wobei
die sonst eher französisch gepolt sind.
asd schrieb:> In Schottland habe ich in einem Sicherungskasten Draht zum Reparieren> von Schmelzsicherungen gesehen. War eine ca. 3m Rolle auf Pappe> gewickelt. Für 13A.
Was für ein Metall?
Hallo Piepton (8 kHz).
> gibt es eine Art Sicherungsdraht?> Also quasi den Draht aus Feinsicherungen auf einer Rolle als Meterware?>
So etwas gab es mal bei irgendwelchen Hartmann und Braun Multimetern aus
den 50ern. Allerdings nicht für 17A.
> Ich möchte eine 3,3V Spannungsversorgung mit etwa 17 A absichern,> allerdings nur segr wenig verfügbaren Platz.>
Über die Praktikabilität haben sich schon meine Vorposter ausgelassen.
Tipps haben sie auch gegeben.
Ansonsten mein Senf: Manganin bzw. Konstantandraht nehmen.
Achja....erfahrungsgemäß verbrennen solche Konstruktionen beim
Durchbrennen die Pads, an denen sie eingelötet sind....es sei, du machst
die Pads zur Wärmeableitung groß genug (Widerspricht Deiner Forderung
bzgl Größe), oder Du montierst den Draht an geeigneten keramischen
Lötstützpunkten, wie damals bei den H&B Teilen.
Die Wärmestrahlung des glühenden Drahtes kann durchaus die Platine
selber oder in der Nähe befindliche Bauteile anschmelzen und
beschädigen. Besonders Kunsttoff. Bei 3,3V und 17A bleibt Dir nicht mehr
viel Leistung für schnelles Durchbrennen über, der Widerstand des
Drahtes selber begrenzt schon deutlich den Strom. Darum dürfte die
Sicherung sehr träge sein und länger im rotglühenden Zustand verharren,
bevor sie endgültig durchbrennt.
Erfahrung: Der 10 oder 20A Messbereich in älteren Multimetern, wo auch
so ein Draht als Shunt verbaut ist, der natürlich überlastet werden
kann.....
Bei 3,3V musst Du aber noch keine wirkliche Angst vor sich bildenden
Lichtbögen beim Durchschmelzen des Drahtes haben. Mit 3,3V kriegst Du
unter den üblichen Bedingungen keinen stabilen Lichtbogen hin.
Die verbesserte Lichtbogenlöschung ist der Grund für die Sandfüllung
mancher Schmelzsicherungen. Und natürlich mechanisches Abstützen bzw.
Vibrationsdämpfung.
Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.dl0dg.de
8 kHz schrieb:> Ich möchte eine 3,3V Spannungsversorgung mit etwa 17 A absichern,> allerdings nur segr wenig verfügbaren Platz.
Was ist denn das für eine Spannungsversorgung? Wenn das ein
Schaltregeler ist, dann hat der vermutlich eine Art Strombegrenzung oder
Überlast-Schutz schon eingebaut; die Sicherung würde also beim
Kurzschluss gar nicht auslösen.
Meistens ist es sinnvoller, die Primärseite abzusichern.
Hallo Piepton (8 kHz).
> Dann bräuchte ich also wegen dem PTC Effekt einen> superflinken Sicherungsdraht.
Ja. Du hast nur ein kleines Schmelzintegral zur Verfügung, weil der
Eigenwiderstand der Sicherung nich groß sein/werden darf, weil Du sonst
zuviel Spannung verlierst bzw. der Strom begrenzt wird. Also brauchst Du
eine niedrig schmelzende Legierung und eine kleine Drahtmasse mit
geringer Wärmekapazität.....
Je nachdem muss dann der Draht vor Korrosion geschützt werden, vor
Zerreissen ec. Dünne Drähte sind auch empfindlich bei Vibration und
Stoß.
Grundsätzlich ist es keine gute Idee, solche diffizielen Sachen mit
Schmelzsicherungen erledigen zu wollen. Gerade der Halbleiterschutz
damit ist äußerst problematisch, weil die meisten Halbleiter flinker
durchbrennen als jede Sicherung. Es geht zwar, wie mir Wickmann mal
versichert hat, aber halt nicht für jede Schaltung, und bei kleinen
Spannungen wird es schnell eng. Dazu sollten die Sicherungen eingelötet
sein, weil Übergangswiderstände schnell eine Rolle spielen und Bediener
natürlich nach dem Durchbrennen gewöhnliche Sicherungen von der Stange
einbauen, und dann die ganze ausgeklügelte Wirkung so nicht mehr
hinkommt.
Wenn Du ein Schaltnetzteil-IC, Booster, Stepdown oder was auch immer
verwendest, die einen Currentmode anbieten, denk darüber nach den
Stromsensoreingang zu verwenden, um eine Strombegrenzung hinzubekommen.
Ev. mit einem Vorverstärker, damit Du einen kleineren Shunt verwenden
kannst.
Transformatorische Stromwandler gehen zwar grundsätzlich bei den Pulsen
eines Schaltnetzteiles auch, aber das hat schon gravierende Nachteile
wegen des Gleichanteiles. Und wenn Du Pech hast, entgehen Dir
unterlagerte langsame Anteile, und Du driftest in den Überstrom, ohne es
zu bemerken.
Halleffekt Stromsensoren sind dabei schon recht nett, aber teuer und
einige haben einen fiesen Temperaturgang.
Eine Schmelzsicherung solltest Du als Brandschutzfallback trozdem noch
extra vorsehen, falls mal ein Halbleiter aus anderen Gründen versagt
(Überspannung, Verpolt, statische Aufladung, Überhitzung und
Alterung...),
aber der muss dann nicht unbedingt die Transistoren schützen.
Manchmal lässt sich der Trick anwenden, eine Schmelzsicherung NACH einer
großen Eingangskondensatorbatterie anzusetzten. Weil dann muss sie einen
eventuellen Einschaltstromstoss nicht mehr aushalten. Und wie ist z.B.
ein Einschaltstromstoss den Du mit Trägheit aussitzen willst, von einem
Überstromspike zu trennen, denn Du flink wegschalten möchtest? Auf der
anderen Seite kann die Kondensatorbatterie dann den Stromstoß liefern,
der die Sicherung bei Kurzschluss sicher hinwegfegt. Aber natürlich sind
jetzt die Eingangskondensatoren nicht mehr geschützt. Es muss also
weiter vorne ein Sicherungselement oder eine Strombegrenzung existieren,
die das übernimmt. Wenn jetzt z.B. die Strombegrenzung den Strom auf
einen Wert kleiner als zum Auslösen der Sicherung begrenzt, löst die
Sicherung auch nie aus, wenn in den Kurzschluss hinein eingeschaltet
wird, auch wenn sie bei einem plötzlichen Kurzschluss im laufenden
Betrieb sicher auslösen würde.
Obwohl es von der Prozessor- und Logikseite her sinnvoll ist, mit
kleinen Spannungen zu arbeiten, stösst du schnell auf Probleme, wenn es
auf (elektrische) Leistung ankommt. Kleine Spannungen bedeuten dann hohe
Ströme, und die haben halt ihre eigenen speziellen Probleme. ;O)
Hinzu kommt, dass ein Gerät mit ausgelöster Sicherung im Verständnis des
Anwenders defekt ist. Der Gedanke an den Reset eines Überstromschutzes
oder den Wechsel einer Schmelzsicherung ist schon eine Abstraktionstufe
weiter, und, wenn der Überstromschutz lediglich Brandschutz ist, auch
sinnlos. Alles Gründe, zu versuchen, eine Schaltung möglichst
kurzschlussfest hinzubekommen.
Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.dl0dg.de
asd schrieb:> In Schottland habe ich in einem Sicherungskasten Draht zum Reparieren> von Schmelzsicherungen gesehen. War eine ca. 3m Rolle auf Pappe> gewickelt. Für 13A.
Haben die in Schottland nicht auch neben jeder Gluehlampe eine Rolle
Draht liegen zum reparieren? :=)
Helmut Lenzen schrieb:> Haben die in Schottland nicht auch neben jeder Gluehlampe eine Rolle> Draht liegen zum reparieren? :=)
...und daneben steht die Flasche mit dem Vaccuum zum Nachfüllen.
:-)
Gruss
Harald
@ Wilhelm F.
> Heute kann man im Internet mal noch alte russische> Fernsprechvermittlungen sehen. Die sahen aber überhaupt gar nicht anders> aus, als in der DDR,
Auch wenn es hier OT ist: Kein Wunder, die Hebdrehwählertechnik ATS-54
der UdSSR wurde auf Basis der S-50 (DDR), die wiederum eine
Weiterentwicklung der alten S26B von Siemens ist, im Fernmeldewerk
Arnstadt bzw bei Stern-Radio Rochlitz gefertigt und dann auch bei VEF
Riga und Krassnaja Sarja in Leningrad gefertigt.
Ebenso wurden bis zum letzten Atemzug der DDR Koordinatenschalter in die
UdSSR geliefert. Die russische ATS-K und die ostdeutsche ATZ65 basieren
auch auf der gleichen Grundlage.
Grob gesehen sahen so Vermittlungsanlagen aber überall in der Welt
äußerlich fast gleich aus. Immer Anordnungen von Gestellreihen, und
überall industriegraue Blechdeckel drauf.
Vor dem WW2 war auch Schwarz mal modisch, anstatt grau.
> Auch wenn es hier OT ist:
OK, dann stören wir mal nicht weiter.
Wilhelm F. schrieb:> rob gesehen sahen so Vermittlungsanlagen aber überall in der Welt> äußerlich fast gleich aus.
Stimmt. Letztens in Londoner Science Museum gesehen.
> Es sind mehrere Zallen parallel geschaltet und sie müssen sowieso> flexibal mit einer Sammelschiene verbunden werden. Daher dachte ich an> den Sicherungsdraht.e
Da sieht man mal ein Thema was wieder sehr aktuell ist im Akkubau von
Elektrofahrzeugen.
Tesla macht das nun seit jahren bei ihren Autos um einzelne Akkuzellen
bei Kurzschluss auszuklinken und somit die Restlichen Zellen die
Paralell geschaltet an der Sammelschiene zu schützen.
Nur wäre jetzt ein Sicherungsdraht interessant den man Punktschweißen
kann also nicht Kupfer. Da das löten der Zellen diese Termisch
beschädigt.
Hat da einer eine Idee?
Hallo gvjhvkhjhjzbg.
gvjhvkhjhjzbg schrieb:> 6 Jahre alter Thread...
Viele Themen oder Probleme haben halt eine sehr lange Lebensdauer.
Ich fand diese Bemerkung und den Zusammenhang durchaus interessant und
lesenswert.
Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.dl0dg.de