Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Überdimensionierte Gleichrichter?


von krauti (Gast)


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Hallo,

ich habe Gleichrichter, die offenbar für 400V und ordentlich Strom 
ausgelegt sind. Kann man die problemlos auch sekundärseitig bei einem 
Netztrafo verwenden oder sind die überdimensioniert und haben Nachteile?

Gruß

von Name (Gast)


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Kannst du mit einem Porsche auch Schrittgeschwindigkeit fahren oder ist 
der nur für 200 km/h geeignet?

Natürlich kann man so einen Gleichrichter auch an einem 6 Volt-Trafo mit 
50 mA betreiben.

von Reinhard Kern (Gast)


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krauti schrieb:
> sind die überdimensioniert und haben Nachteile?

Gerade bei Gleichrichtern ist Überdimensionierung schon fast Pflicht - 
erfahrungsgemäss führt der Dauerbetrieb mit Nennstrom zu erheblich 
erhöhten Frühausfällen. Ich würde daher für 1A sowieso immer 
3A-Gleichrichter oder mehr nehmen usw.

Gruss Reinhard

von Harald W. (wilhelms)


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krauti schrieb:

> ich habe Gleichrichter, die offenbar für 400V und ordentlich Strom
> ausgelegt sind. Kann man die problemlos auch sekundärseitig bei einem
> Netztrafo verwenden oder sind die überdimensioniert und haben Nachteile?

Gleichrichter für höhere Spannungen haben meist auch höhere Durchlass-
spannungen; Gleichrichter für höhere Ströme haben höhere Restströme.
Der Einfluss ist allerdings nicht allzustark, sodas man ihn meist
vernachlässigen kann.
Gruss
Harald

von krauti (Gast)


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Danke für die Antworten,

wenn ich also nicht mit wesentlichen Verlustleistungen rechnen muss, 
kann ich mit kleinen Restströmen leben.

von rübe (Gast)


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Harald Wilhelms schrieb:
> Gleichrichter für höhere Spannungen haben meist auch höhere Durchlass-
> spannungen

Ich verstehe das nicht - wenn die Spannung höher sein kann, dann kann 
sie doch durchgelassen werden. Warum muss ich denn gesondert wissen, 
wenn das Bauteil für 200 Volt geeignet ist (also durchgelassen werden 
können), wie hoch dann die Durchlassspannung ist?

Oder ist es so, dass die Durchlassspannung etwas anderes ist, als die 
Spannung, die durchgelassen werden kann?

von Harald W. (wilhelms)


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rübe schrieb:
> Harald Wilhelms schrieb:
>> Gleichrichter für höhere Spannungen haben meist auch höhere Durchlass-
>> spannungen
>
> Ich verstehe das nicht

Schon mal was von Wikepedia gehört?
http://de.wikipedia.org/wiki/Durchlassspannung
Gruss
Harald

von Mw E. (Firma: fritzler-avr.de) (fritzler)


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Für eine höhere Sperrspannung muss sich die Raumladungszone zwischen P 
und N weiter ausdehnen können, dafür brauchste aber mehr Strecke/Platz 
im Silizium.
-> Mehr Spannungsabfall.

von Kai K. (klaas)


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>Gerade bei Gleichrichtern ist Überdimensionierung schon fast Pflicht -

Genau.

Ich würde noch Snubber über die Dioden schalten. Auch Caps allein mit 
großem ESR können segensreich sein. Bewährt haben sich beispielsweise 
Y-Caps mit rund 10nF.

von Gerd E. (robberknight)


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Kai Klaas schrieb:
> Ich würde noch Snubber über die Dioden schalten. Auch Caps allein mit
> großem ESR können segensreich sein. Bewährt haben sich beispielsweise
> Y-Caps mit rund 10nF.

Der TO wollte den Gleichrichter auf der Sekundärseite eines Trafos 
nutzen. Ich gehe mal stark davon aus daß er irgendwo in den 
Kleinspannungsbereich transformiert. Wozu dann die Y-Caps? Da tun es 
doch dann auch normale Kerkos.

Die Y-Caps machen bei einem Gleichrichter an Netzspannung z.B. für nen 
Zwischenkreis natürlich schon Sinn.

von Amateur (Gast)


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Bitte beachte, dass Sekundärseitig, in Sachen Strom, meist mehr los ist 
als Primär. So kann der total überdimensionierte Gleichrichter sehr 
leicht zu einem Gleich-Riecht-Er werden.

von oszi40 (Gast)


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krauti schrieb:
> Kann man die problemlos auch sekundärseitig bei einem
> Netztrafo verwenden

Wieviel liefert Dein Trafo sekundär?

Der Gleichrichter muß ausreichend STROM und die Spitzenspannung Deiner 
Wechselspannung plus Gegenspannung des Sieb-Elkos aushalten. Sonst 
raucht es gleich. 
http://www.mikrocontroller.net/articles/Dioden-%C3%9Cbersicht

von Kai K. (klaas)


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>Wozu dann die Y-Caps? Da tun es doch dann auch normale Kerkos.

Habe ich doch geschrieben, weil die in der Regel einen kräftigen ESR 
haben und die Auschaltschwingung besser bedämpfen als ein keramischer 
Cap mit wenig ESR.

>So kann der total überdimensionierte Gleichrichter sehr leicht zu einem 
>Gleich-Riecht-Er werden.

?????????????????

von Mw E. (Firma: fritzler-avr.de) (fritzler)


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gleich-riecht-er -> abgerauchter Gleichrichter durch Fehldimensionierung 
;)

von Gerd E. (robberknight)


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Kai Klaas schrieb:
>>Wozu dann die Y-Caps? Da tun es doch dann auch normale Kerkos.
>
> Habe ich doch geschrieben, weil die in der Regel einen kräftigen ESR
> haben und die Auschaltschwingung besser bedämpfen als ein keramischer
> Cap mit wenig ESR.

Nun, da könnte man ja mit nem extra R nachhelfen.

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