Üblicherweise nimmt man für sowas einen Sync-Separator wie den LM1881
den man mit dem Videosignal füttert.
Der liefert einem dann abgetrennte Synchronimpulse. An den
Composite-Sync Output hängt man dann eine PLL, die auf die
Horizontalfrequenz gelockt wird und einem einen sog. LLC (Line Locked
Clock) als Abtasttakt liefert.
üblicherweise arbeitet man bei SD-Video mit 13,5MHz Abtasttakt für Luma.
Um die Synchronisation hinzubekommen baut man sich einen H-Zähler, der
die Taktpunkte pro Zeile zählt. Das sind 864 für 50 Hz CCIR (was du PAL
nanntest).
Der H-Zähler läuft also von 0..863 und schaltet dann den V-Zähler
weiter, der von 0..624 zählt.
Der H-Zähler wird mit dem Synchronsignal aus dem Separator
zurückgesetzt.
Der V-Zähler wird zurückgesetzt vom V-Synchronimpuls aus dem Separator,
verundet mit dem Composite-Sync und der Teilbildkennung.
jetzt muß man noch berücksichtigen, welche Bereiche der Zeilen und des
Bildes Bildinformation enthalten.
Pro Zeile sind das 720 Abtastpunkte, und zwar H-Zähler = 132 .. 851.
Aktive Zeilen (also solche mit Bildinhalt) sind normgemäß die von
V-Zähler = 22 ... 309 (1. Teilbild) und die von
V-Zähler = 335 ... 622 (2. Teilbild).
Die Zählweisen sind für die angegebenen Rücksetzimpulse gültig!
Da Videosignale (gerade auch die aus CCD-Modulen) oft
Kondensator-gekoppelt sind muß man vor dem Digitalisieren durch eine
Klemmschaltung den Schwarzpegel wiederherstellen.
Als Klemmimpuls für die Klemmschaltung kann man den Burst-Ausgang des
Syncsepartors verwenden, oder man erzeugt den Impuls aus dem H-Zähler,
etwa vom Zählerstand 68..71
Jetzt braucht man noch einen A/D Wandler, der mit 13,5 MHz getaktet
werden kann und liest die Daten einer Zeile in ein RAM ein, das
anschließend vom Mikrocontroller ausgelesen werden kann.
Die Logik (H + V Zähler, Komparator zur Zeilenauswahl, Triggerlogik
usw.) läßt sich am besten in einem CPLD oder kleinen FPGA realisieren.
Wenn man ein FPGA wie 'nen kleinen Xilinx Spartan 6 nutzt, kann man auch
gleich den Speicher für eine Zeile Daten mit internen Blockrams
realisieren.
Wenn man ein vollständiges Einzelbild aus Bewegtbildern grabben möchte,
geht das auch, man muß allerdings ein externes SRAM mit 1024KiB Größe
anklemmen und kann H- und V-Zähler einfach als Adressen anklemmen den
H-Zähler als A0..A9 und den V-Zähler als A10..A19.
Speichert man nur die Nutzdaten gepackt, verwendet also einen kleinen
Adreßrechner der aus H- und V-Zähler eine Speicheradresse "baut", dann
kommt man mit einme halb so großen RAM für ein Vollbild aus.