Hallo batman.
> Hallole,
> was machen Anfänger denn so an einem Tondekoder mit NE567 falsch?
Beachten sollte man:
1) Saubere Versorgungsspannung.
2) Zusätzlich ein schneller C (Keramisch, 100nF-470nF) direkt über der
Versorgungsspannung des ICs.
3) Für Frequenzstabilität den frequenzbestimmenden
Kondensator auswählen.
4) Ebenso den Frequenzbestimmenden Trimmer.
> Ich habe versucht, möglichst 1kHz Center-Frequenz zu treffen, mittels
> 100nF Folienkondensator und Metallfilm-Festwiderständen.
Das sind Punkt 3) und 4). Ein guter Spindeltrimmer statt der Umlötorgie
mit den Festwiderständen tut es aber für erste Versuche auch.
WAS für eine Folie im Folienkondensator hast Du denn?
> aber der interne
> Oszillator läuft mit der Temperatur hoch und wenn man pustet, hört man
> direkt, wie der Ton wieder abfällt - bei angehängtem Verstärker.
Nicht das Dir der Verstärker beim Messen da was wegreisst. Er sollte
hochomig sein, vergleichbar mit einem Oszilloskop.
Ein guter Signalverfolger ist auch ok.
> Änderungen von über +/-10%, das ist ca. 100x soviel, wie das Datenblatt
> erwarten läßt?
Und das ist auch übel. Typischerweise habe ich vor 20 Jahren mit
Styroflexfolienkondensatoren und guten Spindeltrimmern 1750Hz auf besser
als 1% halten können. Im Auto Sommers und Winters. Irgendwas ist da
faul.
>
> Da wird nichtmal was mehr als handwarm und die Last ist auch bloß ne
> LED!?
Je nach Aufbau kannst Du dir aber über den "Loop low Pass filter" (Pin
2) Ärger einfangen.
Anmerkung: Und je nach Anwendung, ist Dir das Teil schnell zu
schmalbandig....Du must den Ton, den Du decodieren willst, ja auch auf
der Senderseite treffen. Wenn Du darauf keinen Einfluss hast, hast Du
ein Problem...
> Vcc ist auch sehr glatt und stabil aus einem 7805.
Das ist Punkt 1).
Wie hast Du das getestet? Auch mit dem Signalverfolger?
Ein 7805 braucht unbedingt die im Datenblatt angegebenen 100nF
keramischen Kondensatoren dicht am Eingang und Ausgang. Sonst kannst Du
unangenehme Überraschungen erleben.
Weiter:
Der 567 arbeitet zum detektieren nur gut, wenn das Eingangssignal in
etwa rechteckig ist, und weder zu schwach noch zu stark ist. Ein
Vorwiderstand und zwei antiparalelle Dioden (und eventuell ein kleiner
Kondensator für Tiefpasswirkung) im Eingang habe ich glaube ich damals
verwendet. Das ganze habe ich denn paralell zu einem Lautsprecher
geschaltet.
Aber das war ja nicht Dein Problem.
Dir ist klar, das der NE567 seit 2003 obsolet ist und nicht mehr
Hergestellt werden kann, weil bei einem Brand in einer Fabrik in Caen
die Litografien vernichtet wurden?
Wenn Du heute noch welche bekommst, könnten das welche aus obskuren
Quellen sein, die dir 2. Wahl anbieten.
Ersatz für den NE567 nzw. SE567 von Philips ist der LM567 von Texas
Instruments (National Semiconductor). Das Datenblatt bekam im März 2013
noch eine Revision. Der ist also noch aktuell. Was nicht mehr lieferbar
ist, ist die runde Blechbüchsenbauform für Mil-Anwendungen (?).
Meine Schaltungen mit 567 funktionierten immer sowohl mit der Philips,
als auch mit der National bzw. Texas Instruments Version. Die
Unterschiede dürften also marginal sein.
In dem gleichen Brand wurden auch die Lithografien für den NE590
vernichtet, den ich damals dienstlich verwendet habe, und für den es
keinen Ersatz gab.
Anschliessend waren nur noch Quellen über, die mir Lagerbestände zweiter
Wahl verkauften, bzw. überlagerte Bestände. Die haben mir oft Ärger
gemacht.
Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.dl0dg.de