Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Induktions-Experiment (> 1T)


von Ralf D. (chemcap)


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Liebe Elektronik Freunde,

für ein Induktions-Experiment bin ich auf der Suche nach einer 
elektronischen Schaltung, welche im Pulsbetrieb  (> 1 Sekunde) eine 
Energie von ca. 1 kJ oder mehr in eine Spule entladen kann. Dadurch soll 
ein Magnetfeld erzeugt werden.

Anfangs habe ich einen Marx – Generator (10 Plattenkondensatoren ,15 kV, 
2nF)  benutzt, welcher mir ca. 100 kV geliefert hat;  da die 
Kondensatoren sich in Reihe (1 / C + 1/C…) entladen bleibt natürlich die 
gewünschte Energie aus.

Aus meiner bisherigen Überlegung bräuchte man einen  Kondensator(en), 
welcher einen kapazitativen-Wert im uF Bereich hat und mit ca. 15000 kV 
gespeist werden könnte und speziell einen niedrigen Ladewiderstand 
(5*Tau),  bzw. Entladewiderstand besitzt.

Oder anders formuliert: wie kann man effektiv sehr hohe magnetische 
Feldstärken (> 1 T) in einer Spule (ca. 10 Windungen, 2mm Kupferdraht 
oder mehr) gepulst erzeugen.

Über eine nette Diskussion würde ich mich sehr freuen, vielleicht hat 
jemand von Euch mit so einem ähnlichem Experiment bereits schon 
Erfahrung gehabt.

Grüsse D.

von Max D. (max_d)


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Wie groß ist die Spule denn (durchmesser)?

Wenn man das weiß kann man via 
http://de.wikipedia.org/wiki/Magnetische_Feldst%C3%A4rke#Stromdurchflossener_Ring 
den benötigten Strom berechnen...

von Michael W. (Gast)


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Ist das privat oder in einem Forschungsinstitut?

Mit supraleitenden Magneten (bei 4.2K) erreichst du sehr einfach 
dauerhafte Felder bis 10T. Mit etwas höherem Aufwand 17T. Der kryogene 
Aufwand ist natürlich nicht unerheblich, aber evtl. billger als das 
"Herumgemurkse" mit gepulsten Magneten.

von D. (Gast)


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Die Spule Sollte nicht mehr als ca. 2 -3 cm Durchmesser haben.

von D. (Gast)


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@Armsteiger:

Die Durchführung ist leider mit supraleitenden Magneten nicht möglich. 
Muss mit Kondensatoren "rummurksen".

von Udo S. (urschmitt)


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Ralf Dumler schrieb:
> 15000 kV

Also 15 MV?

Vieleicht solltest du es wie Benjamin Franklin machen und bei Gewitter 
einen Drachen steigen lassen...

Achtung der Inhalt dieses Postings kann Ironie enthalten, von der 
Nachahmung wird dringend abgeraten!

von Falk B. (falk)


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@ Ralf Dumler (chemcap)

>elektronischen Schaltung, welche im Pulsbetrieb  (> 1 Sekunde) eine

Das ist schon ein verdammt langer Impuls.

>Energie von ca. 1 kJ oder mehr in eine Spule entladen kann. Dadurch soll
>ein Magnetfeld erzeugt werden.

Wozu? Railgun mal wieder?

>Aus meiner bisherigen Überlegung bräuchte man einen  Kondensator(en),
>welcher einen kapazitativen-Wert im uF Bereich hat und mit ca. 15000 kV
>gespeist werden könnte und speziell einen niedrigen Ladewiderstand
>(5*Tau),  bzw. Entladewiderstand besitzt.

Schon mal an die Induktivität gedacht?

>Oder anders formuliert: wie kann man effektiv sehr hohe magnetische
>Feldstärken (> 1 T) in einer Spule (ca. 10 Windungen, 2mm Kupferdraht
>oder mehr) gepulst erzeugen.

>Die Spule Sollte nicht mehr als ca. 2 -3 cm Durchmesser haben.

Schon mal gerechnet?

http://de.wikipedia.org/wiki/Magnetische_Flu%C3%9Fdichte

Bei 3cm Durchmesser und 10 Windungen macht das eine Stromstärke von ca. 
7500A. In Worten "Siebentausendfünfhundert Ampere".

Wie lange glaubst du, dass der 2mm Kupferdraht das aushält? 1s? ;-)
Selbst 1ms wäre wahrscheinlich schon zu lang, müsste man mal ausrechnen.

Umfang der Spule bei 3cm Durchmesser ist 9,4cm, macht bei 10 Windungen 
94cm. Diese haben bei 2m Durchmesser ca. 5,4mOhm, die Spule hat je nach 
Aufbau ca. 2,6uH (Höhe = 10x2=20mm)

http://de.wikipedia.org/wiki/Induktivit%C3%A4t#Induktivit.C3.A4t_einer_Zylinderspule

Mit dieser Ersatzschaltung kann man mal in Pspice ein bisschen spielen, 
ohne gleich Kupfer zu verdampfen.

>Über eine nette Diskussion würde ich mich sehr freuen, vielleicht hat
>jemand von Euch mit so einem ähnlichem Experiment bereits schon
>Erfahrung gehabt.

Versuchs vorher mal mit ein paar Grundlagen und nicht einfach nur 
selbsgebastelten Hochspannungsspielchen.

von Udo S. (urschmitt)


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Falk Brunner schrieb:
> Wozu? Railgun mal wieder?

oder Coin shrinking

von MaWin (Gast)


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> Bei 3cm Durchmesser und 10 Windungen macht das eine Stromstärke von ca.
> 7500A. In Worten "Siebentausendfünfhundert Ampere".

Nicht wirklich viel.

> Wie lange glaubst du, dass der 2mm Kupferdraht das aushält?

Ich denke nicht, daß man eine starke Spule aus Kupferdraht baut, sondern 
natürlich aus Unterlegscheibeförmigen gegeneinander isolierten 
Kupferblechen die man auch mit Kühlwasser durch Bohrungen durchströmen 
lassen kann. Die Bauform sagt eher, daß die Spule keine hohe 
Induktivität hat, man also gar keine hohe Spannung braucht, um den Strom 
innerhalb der ewig langen 1 Sekunde auf Nennwert und wieder zurück zu 
bringen.

> Railgun mal wieder? oder Coin shrinking

Bei 1 Sekunde ? Kaum, oder der Typ hätte absolut 0 Ahnung von dem was er 
tut.

von MaWin (Gast)


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von Michael W. (Gast)


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Fragt sich nur, ob das billiger ist, als ein supraleitender Magnet.
Wenn du das nur 1x machen musst, würde ich ein Tieftemperaturlabor auf 
einer Uni kontaktieren. Gegen ein wenig Trinkgeld wirst du 
wahrscheinlich einen geeigneten Kryostaten bekommen. Und nur weil der 
Magnet kalt ist, heißt das ja noch lange nicht, dass du keine 
Experimente bei Zimmertemperatur machen kannst. Jede Kernspintomagraphie 
hat Felder um einige Tesla, und da kannst du dich als ganzes reinlegen 
;-)

Bittermagnete sind auch eine Option, wenn du einige 100,000€ aufbringen 
kannst und einen größeren Bach für die Kühlung parat hast ;-)

Ansonsten:

http://lncmi-g.grenoble.cnrs.fr/spip.php?&lang=en

Vielleicht kannst du mal erzählen, was du genau vor hast, und wieso die 
erzeugende Spule diese kleinen Abmessungen haben soll.

von MaWin (Gast)


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> Gegen ein wenig Trinkgeld wirst du
> wahrscheinlich einen geeigneten Kryostaten bekommen

Was für ein gnadenloses Dampfplauderer du doch bist,
vermutlich im Kindergarten sitzengebliebenes Schulkind.

Der Ralf Dumler will gerade mal 1 Tesla für 1 Sekunde
erzeugen. Das schafft bereits jeder mittelprächtige Trafo,
deren Eisenkerne meist bis 1.4T magnetisiert werden.

Warum Ralf Dumler dazu 1000 Watt 1 Sekunde lang verheizen
will, erschliesst sich nicht, davon wird die Spule nur warm.

Warum er extrem hohe Spannung bei fast gar keinem Strom dazu
nimmt, zeugt von einer massiven Gehirnschwäche, er braucht
eher 7500A bei 0.13V dafür. Wiegt die Spule 100 Gramm, kann
er sie mit seinen 1kJ gerade mal um 30 GradC erwärmen.

von Johannes E. (cpt_nemo)


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Ralf Dumler schrieb:
> welche im Pulsbetrieb  (> 1 Sekunde)

MaWin schrieb:
> Der Ralf Dumler will gerade mal 1 Tesla für 1 Sekunde
> erzeugen.

Oder auch sehr viel kürzere Pulse mit einem Abstand > 1 Sekunde.
Mit so unpräzisen Angaben kann man nicht sehr viel anfangen.

von Michael W. (Gast)


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MaWin schrieb:

> Der Ralf Dumler will gerade mal 1 Tesla für 1 Sekunde
> erzeugen. Das schafft bereits jeder mittelprächtige Trafo,
> deren Eisenkerne meist bis 1.4T magnetisiert werden.

Er schreibt, er brauche Felder >1T, nicht <=1,5T, wenn er z.B 5T 
bräuchte, wird er mit einem Eisenkern nicht weit kommen. Aber das weiß 
er wahrscheinlich auch selbst und hätte hier nicht nachgefragt, wenn er 
wirklich nur 1T bräuchte.

Eine 5T Spule in Luftbauweise zu bauen, und das noch mit dieser kleinen 
Dimension und für 1 Sekunde lang, halte ich für ein ziemlich (!) 
anpruchsvolles Projekt.

Und ich halte es deshalb für sinnlos nach einer "Pulslösung" mit 15 MV 
Kondensatoren und 10000A durch 2mm² Kupferdraht zu suchen, wenn es viel 
viel einfacher und realistischer geht.

Ich bekomme als Widerstand R=0,05 Ohm
Für 2,5T braucht man bei der Geometrie etwa 10kA, das ergibt U=534V und 
P=U*I=5,3MW (!!) -- wo sind das 1kJ in 1sec ???

... sorry - aber so wird das nichts - und ich stehe zu dieser Aussage 
auch dann, wenn man mich als Dampflauderer bezeichnet ;-)

Sinnvoller wäre es, über das angestrebte Ziel zu diskutieren, und wie 
man dieses kostengünstig erreicht, und nicht von utopischen 
Vorstellungen auszugehen ;-)

von MaWin (Gast)


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> Ich bekomme als Widerstand R=0,05 Ohm

Also ich komme auf 0.00042 Ohm für eine sinnvolle Spule, aber da du 
deine Berechnungsgrundlagen nicht genannt hast, spare ich mir die auch.

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