Guten Morgen, ich versuche gerade ein Datenblatt zu einem Blei-Vlies Akku zu verstehen (http://www.sun-battery.eu/datenblatt/SB12-1-2.pdf). Es handelt sich um einen 1.2Ah 12V Akku. Nun heißt es dass man Blei Akkus nicht unter 11,8V entladen sollte da sie sonst drastisch an Ladezyklen verlieren und somit kaputt gehen. Dies würde laut dem Discharge Characheristics Diagramm bedeuten dass ich dem Akku nur etwa 0,3Ah entnehmen darf um ihn nicht zu beschädigen? Zur Kontrolle hab ich gestern einen Lüfter mit 310mA eine Stunde an den Akku gehängt und siehe da, 11,8V Spannung (unter Last). Der Akku hatte vorher 12,5V unter Last. Nun steht in den Electrical Spec. dass ich 0,85Ah eine Stunde lang entnehmen kann. Dann wäre der Akku allerdings laut vorherigem Diagramm bei bei knapp über 10V und somit (laut vieler Aussagen im Internet und auch hier: http://www.elweb.info/projekte/dieterwerner/AKKU1A1.pdf) bereits Sondermüll?! Ich hoffe hier kann jemand Licht ins Dunkle bringen... Danke, Gruß
Ich glaube, die 11,8V sind ohne Last zu messen, nach einigen Minuten Pause. Starterbatterien soll man in der Tat nur zu einem Bruchteil entladen und danach möglichst bald wieder aufladen. Deswegen sind sie für Notstrom-Versorgung, Solar-Anlagen und mobile Musikanlagen nicht geeignet. Dafür gibt es andere "Zyklenfeste" Blei Akkus. Unabhängig davon geht der Blei-Akku nicht gleich kaputt, wenn er unter diese Schwelle entladen wird. Aber er leidet. Seine Kapazität sinkt und je länger der Akku in diesem Zustand gelagert wird, umso mehr Schaden nimmt er. Solange noch jede Zelle des Akkus eine deutliche positive Spannung hat, kann man ihn auch wieder aufladen. Blöd ist nur, dass man bei mehrzelligen Akkus weder messen noch sicherstellen kann, dass jede Zelle noch Spannung hat. Wenn z.B. die Gesamtspannung 6V beträgt, könnte es durchaus sein, das eine einzelne Zelle schon auf 0V runter ist. Und dann ist der Akku definitiv kaputt. Bei Lithium Akkus ist das sogar noch viel kritischer, deswegen werden mehrzellige Lithium Akkus immer mit Load-Balancer betrieben.
Borsty Bürste schrieb: > ... > Es handelt sich um einen 1.2Ah 12V Akku. Nun heißt es dass man Blei > Akkus nicht unter 11,8V entladen sollte da sie sonst drastisch an > Ladezyklen verlieren und somit kaputt gehen. > > Dies würde laut dem Discharge Characheristics Diagramm bedeuten dass ich > dem Akku nur etwa 0,3Ah entnehmen darf um ihn nicht zu beschädigen? Zur > Kontrolle hab ich gestern einen Lüfter mit 310mA eine Stunde an den Akku > gehängt und siehe da, 11,8V Spannung (unter Last). Der Akku hatte vorher > 12,5V unter Last. > Hallo, vielleicht solltest Du Dich mal über LiFeP04 schlau machen. Bei Deiner Anwendung würde sich das auf lange Sicht lohnen. Wiki schreibt >1000 Zyklen bei 100% Entladung. Diese Zellen sind sehr Spannungsstabil und mit vier Zellen, kannst Du einen 12V Akku ersetzen. Die einzelnen Zellen kann man sich dementsprechend konfigurieren lassen. Vom Preis her leider mindestens doppelt so teuer, aber dafür auch annähernd doppelt so viel Zyklen und diese immer nahezu bis auf 100% Entladung. http://de.wikipedia.org/wiki/Lithium-Eisenphosphat-Akkumulator Bernd_Stein
> Dies würde laut dem Discharge Characheristics Diagramm bedeuten dass ich > dem Akku nur etwa 0,3Ah entnehmen darf um ihn nicht zu beschädigen? Besser wär's. Das ist ein total winziger Akku, der mit 2.4 oder 3.6 Ampere komplett überlastet wird. Bei hohem Strom darf man den Innenwiderstand des Akkus mit einberechnen, wenn der beispielsweise 0.3 Ohm beträgt, dann dürfte man bei 3.6A natürlich um 1V tiefer entladen als bei fast 0A, denn das 1V entsteht nur durch den Innenwiderstand. Aber das erklärt nicht warum die Kurve bis unter 9.5V fortgeführt wird. Wäre es ein Autoakku, würde man beim Anlassen des Motors kurz bis 8V erlauben, weil man weiß, daß danach der Akku sich wieder regenerieren kann, seine Ladung also wieder gleich über sein Volumen verteilt. Nun taugt ein Diagramm eines Anlassversuchs wenig, und sieht als Dauerstrom nur bis 9.5V nicht so gut aus, also hat man ein wenig "gedehnt". Gut tut das dem Akku natürlich nicht. Aber es sind sowieso keine Lebensdauer und Zyklenanzahl spezifiziert, der Akku ist also zum baldigen Verbrauch bestimmt, ein Wegwerfmodell bei dem es nicht so genau drauf ankommt. Ich hoffe, er ist auch billig.
Der Akkuhersteller gibt ja an, bei welcher Last wieviel Kapazität entladen werden kann. Daran würd ich mich auch halten, woran sonst. Z.B. bei 240mA liefert er 1.2Ah bei 5h Benutzungszeit. Als Entladeschluß gilt hier 10.5V. Bei 0.3A kann man was runter-interpolieren, so um 1.1Ah. "Allgemeingültige" Entladeschlußspannungen aus anderen Quellen sollte man dann wohl rauslassen.
Danke für die Antworten! Es gibt noch ein ausführliches Datenblatt: http://www.sun-battery.com/comdownload.php?dl_id=4 > Z.B. bei 240mA liefert er 1.2Ah bei 5h Benutzungszeit. Als Entladeschluß > gilt hier 10.5V. Was für mich absolut ok wäre, genau da wollt ich eigentlich auch hin. Sind die 10,5V dann 100% DoD? Sprich ich hätte dann etwa 200 Ladezyklen?
So würde ich die Angaben verstehen. Diese Bleidinger halten so oder so nicht lange - ob im standby oder cycle use.
> Sind die 10,5V dann 100% DoD? Ja. > War da nicht mal von nur 2 Jahren die Rede? Austauschintervall von Bleiakkus in Alarmanlagen etc. wo man sicher sein will, daß der ewig auf Standby gehaltenen Akku im Ernstfall auch wirklich funktioniert.
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