Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Suche Chipwiderstand mit hoher mechanischer Belastbarkeit


von Stefan V. (vollmars)


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Das Problem:

Für eine LED Beleuchtung fertige ich Platinen aus 0,5mm FR4 Material.
Diese wird mit LEDs und Widerständen bestückt.
Diese Platinen werden dann bei der Montage gebogen, dabei kommt es immer 
wieder vor, dass die Kontaktierung der Widerstände abreißt.
Mir ist durchaus bewußt, dass ein Biegen nach dem Bestücken eigentlich 
nicht zulässig ist. Löten in gebogenem Zustand wäre jedoch ein 
erheblicher Zusatzaufwand. Es handelt sich bei den Platinen um 
Einzelstücke die per Isolationsfräsen gefertigt werden.

Daher die Frage:

Kennt hier im Forum jemand einen Typ von Chipwiderständen in 0805, 0603, 
oder ähnlicher Bauform, der gegen diese Biegebelastung besonders 
resistent ist? Der Widerstand sollte nicht höher als 0,5mm sein.

Danke im Voraus
Stefan

von Falk B. (falk)


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@ Stefan V. (vollmars)

>Diese Platinen werden dann bei der Montage gebogen, dabei kommt es immer
>wieder vor, dass die Kontaktierung der Widerstände abreißt.

Logisch.

>Mir ist durchaus bewußt, dass ein Biegen nach dem Bestücken eigentlich
>nicht zulässig ist.

dann lass es.

> Löten in gebogenem Zustand wäre jedoch ein
e>rheblicher Zusatzaufwand.

Muss man halt flexible Leiterplatten nehmen (Folie). Was das kostet? 
Keine Ahnung.

>Kennt hier im Forum jemand einen Typ von Chipwiderständen in 0805, 0603,
>oder ähnlicher Bauform, der gegen diese Biegebelastung besonders
>resistent ist? Der Widerstand sollte nicht höher als 0,5mm sein.

AFAIK gar keiner. So ein Keramikträger ist alles andere als flexibel.
Man kann es bestenfalls minimieren, indem man die Widerstände dort 
platziert, wo minimale Biegung der Platine auftritt.

Oder einen bedrahteten Widerstand mit etwas längeren Anschlüssen nutzen, 
damit hat man eine Federung zwischen Widerstand und Platine.

von Daniel K. (schnitte)


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CSD hat flexible Leiterplatten von BUNGARD 0.125mm

http://www.csd-electronics.de/200/cgi-bin/portal.dll?AnbieterID=2&bnr=4386-160

von Stefan V. (vollmars)


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Falk Brunner schrieb:
> AFAIK gar keiner. So ein Keramikträger ist alles andere als flexibel.
> Man kann es bestenfalls minimieren, indem man die Widerstände dort
> platziert, wo minimale Biegung der Platine auftritt.
>
> Oder einen bedrahteten Widerstand mit etwas längeren Anschlüssen nutzen,
> damit hat man eine Federung zwischen Widerstand und Platine.

Der Keramikträger ist ja nicht das Problem, der hält die Biegung locker 
aus, die Schwachstelle ist die Kontaktierung die abreißt.

Bedrahtete Widerstände wären eine Lösung, wenn es die in extra flach 
(<0,5mm) gäbe.

Gruß
Stefan

von Stefan V. (vollmars)


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Daniel Kerf schrieb:
> CSD hat flexible Leiterplatten von BUNGARD 0.125mm

Hab ich mir auch schon überlegt, gibts die auch in mindestens 450x300mm, 
Photopositivbeschichtung brauche ich nicht.

Gruß
Stefan

von Falk B. (falk)


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@Stefan V. (vollmars)

>> CSD hat flexible Leiterplatten von BUNGARD 0.125mm

>Hab ich mir auch schon überlegt, gibts die auch in mindestens 450x300mm,
>Photopositivbeschichtung brauche ich nicht.

Gibt es sicher, die Frage ist nur wo.

von Falk B. (falk)


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@ Stefan V. (vollmars)

>> Oder einen bedrahteten Widerstand mit etwas längeren Anschlüssen nutzen,
>> damit hat man eine Federung zwischen Widerstand und Platine.

>Der Keramikträger ist ja nicht das Problem, der hält die Biegung locker
>aus,

Kaum. Hast du schon mal einen Ziegel gebogen? Der reißt. So wie 
Widerstände und Kondensatoren, mit Rissen und Mikrorissen. Gibt "nette" 
Wackelkontakte".

> die Schwachstelle ist die Kontaktierung die abreißt.

Dann ist sowieso alles zu spät. SMD-Teile vertragen meist nur wenig 
mechanische Spannung, vor allem nicht durch Biegung der Platine. Darum 
werden u.a. im Automitive Sektor Nutzen gefräst und nicht geritzt, damit 
die Bauteile nicht angeknackst werden.

>Bedrahtete Widerstände wären eine Lösung, wenn es die in extra flach
>(<0,5mm) gäbe.

Eckige Kreise sind eher selten ;-)

von Anja (Gast)


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Stefan V. schrieb:
> Mir ist durchaus bewußt, dass ein Biegen nach dem Bestücken eigentlich
> nicht zulässig ist.

Muß der Bereich der Widerstände gebogen werden oder kann man 
Ausfräsungen um den Widerstand realisieren?

Reicht ein 0204-Widerstand (bedrahtet) den man in einer Ausfräsung 
bestückt?

Gibt es für die verwendeten LEDs auch varianten mit eingebautem 
Vorwiderstand?

Gruß Anja

von dummschwaetzer (Gast)


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90° drehen?

von Stefan V. (vollmars)


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Anja schrieb:
> Reicht ein 0204-Widerstand (bedrahtet) den man in einer Ausfräsung
> bestückt?
>
> Gibt es für die verwendeten LEDs auch varianten mit eingebautem
> Vorwiderstand?
>
> Gruß Anja

Das ist eine Lösung, Danke.
Ich habe in meiner Grabelkiste 0204 Widerstände mit 1,4mm Durchmesser 
und solche mit 1,9mm Durchmesser, die sind dann zu dick.
Üblich sind leider die mit 1,9mm Durchmesser.
Kennt jemand eine Bezugsquelle/Hersteller von möglichst dünnen 
bedrahteten Widerständen.

Gruß
Stefan

von Stefan V. (vollmars)


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dummschwaetzer schrieb:
> 90° drehen?

Die Platine ist dafür zu schmal.

von Georg W. (gaestle)


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Mikromelf-Widerstände sollten in die Ausfräsungen passen. Sie sind auch 
mechanisch viel stabiler als Chipausführungen.

Falk Brunner schrieb:
> Kaum. Hast du schon mal einen Ziegel gebogen? Der reißt. So wie
> Widerstände und Kondensatoren, mit Rissen und Mikrorissen. Gibt "nette"
> Wackelkontakte".

Chipwiderstände sind anfällig für viele Schäden, die Achillesferse ist 
aber die Kontaktierung des Widerstandbelags, es löst sich die 
metallisierte Kappe ab. Dass einer mitten durch bricht ist eher die 
Ausnahme. Eine Ziegelmauer bricht i.d.R. ja auch in den Mörtelfugen und 
nicht quer durch die einzelnen Ziegel. Kritisch ist immer die 
Kontaktfläche verschiedener Materialien.

von Andreas S. (andreas) (Admin) Benutzerseite


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FR4 mit 0.5mm ist nun mal so starr, dass beim Biegen riesige Spannungen 
auf das Bauteil wirken müssen. Selbst wenn du Widerstände findest bei 
denen die Kontaktierung nicht abreißt, dann reißt vielleicht die 
Lötstelle. Langfristig zuverlässig wirst du das so sicher nicht 
hinbekommen. Ich würde wie schon vorgeschlagen flexible Leiterplatten 
verwenden, oder die Geometrie so ändern dass die Widerstände nicht an 
der Biegestelle sitzen.

von Stefan V. (vollmars)


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Georg W. schrieb:
> Chipwiderstände sind anfällig für viele Schäden, die Achillesferse ist
> aber die Kontaktierung des Widerstandbelags, es löst sich die
> metallisierte Kappe ab. Dass einer mitten durch bricht ist eher die
> Ausnahme. Eine Ziegelmauer bricht i.d.R. ja auch in den Mörtelfugen und
> nicht quer durch die einzelnen Ziegel. Kritisch ist immer die
> Kontaktfläche verschiedener Materialien.

Das entspricht genau meiner Erfahrung. Die Ausfälle habe ich auch nur 
bei der Montage, im Dauerbetrieb hatte ich bisher noch keine Ausfälle.

Ich habe jetzt übrigens eine Lösung für mich gefunden. Die bedrahteten 
0204 Widerstände von Vishay haben einen maximalen Durchmesser von 1,6mm, 
das passt gerade noch wenn ich eine Nut in die Platine fräse.

Danke und Gruß
Stefan

von v42fgq34 (Gast)


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Dann sollten ja MELF-Widerstände (Micro, Mini, normal) wohl auch gehen.

von Stefan V. (vollmars)


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v42fgq34 schrieb:
> Dann sollten ja MELF-Widerstände (Micro, Mini, normal) wohl auch gehen.

Ich denke bedrahte Widerstände haben eine deutlich besser Entkopplung 
der mechanischen Spannung beim biegen der Platine.

Gruß
Stefan

von v42fgq34 (Gast)


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Falsch gedacht :-)

Schau Dir mal den Aufbau der Metallkappen von MELF-Widerständen an.

Und keine Tricks, wie extra lange Anschlussdrähte oder mit "Schlaufen"
im Draht, ... :-)

von Anja (Gast)


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v42fgq34 schrieb:
> Und keine Tricks, wie extra lange Anschlussdrähte oder mit "Schlaufen"
> im Draht, ... :-)

Nö natürlich wird man das ganze platzsparend "senkrecht" in der 
Ausfräsung montieren. (Beide Drähte auf dieselbe Seite).

Gruß Anja

von Stefan V. (vollmars)


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v42fgq34 schrieb:
> Schau Dir mal den Aufbau der Metallkappen von MELF-Widerständen an.

Haben Melf und bedrahtete verschiedene Metallkappen?

von Ulrich (Gast)


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Mit einer Ausfräsung könnt sogar auch ein Chipwiderstand wieder 
funktionieren, denn in der Mitte der Platine ist die Dehnung geringer 
(im Idealfall 0).

von v42fgq34 (Gast)


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Stefan V. schrieb:
> Haben Melf und bedrahtete verschiedene Metallkappen?

Ja. THT-Widerstände sind bis zu den Anschlussdrähten lackiert.
MELF-Widerstände haben keine lackierten Metallkappen.
Diese sind laut einer Präsentation unseres FAEs "schwimmend"
auf dem Keramikträger aufgeschoben.

von Stefan V. (vollmars)


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v42fgq34 schrieb:
> Ja. THT-Widerstände sind bis zu den Anschlussdrähten lackiert.
> MELF-Widerstände haben keine lackierten Metallkappen.
> Diese sind laut einer Präsentation unseres FAEs "schwimmend"
> auf dem Keramikträger aufgeschoben.

Wie soll ich mir das vorstellen "schwimmend"?
Hast du dazu Infos oder einen Link?

von v42fgq34 (Gast)


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Ich habe auch schon nach einem entsprechenden Link gesucht, aber keinen 
gefunden, der einen MELF-Widerstand im Querschnitt detailgetreu (!) 
zeigt.
Die große Kunst sei wohl diese "Lippe" die an der Metallkappe in 
Richtung
Keramikkörper sitzt.

von Norbert M. (Gast)


Angehängte Dateien:

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v42fgq34 schrieb:
> Ich habe auch schon nach einem entsprechenden Link gesucht, aber keinen
> gefunden, der einen MELF-Widerstand im Querschnitt detailgetreu (!)
> zeigt.

Vielleicht wird man ja hier geholfen, wenn man nett fragt:
http://mechanik.tu-berlin.de/mueller/forschung/project_4.htm

Ansonsten gibt's ja noch - falls es sich um eine Massenproduktion 
handelt - die Ausführung als gedrucktes Bauelement.

(Btw: Seit wann ist in der Bildvorschau dieser nutzlose weiße Rahmen?)

von Stefan V. (vollmars)


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Unabhängig vom genauen Aufbau, sind Melf Typen bestimmt wesentlich 
robuster gegen abreißen der Kontakte im Vergleich zu normalen 
Chipwiderständen.

Bei Vishay gibts auch Micromelf:
http://www.vishay.com/resistors-linear/list/product-20003/

Die werde ich mir bei Gelegenheit mal besorgen und testen.

Gruß
Stefan

von v42fgq34 (Gast)


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