Fachkräftemangel jetzt auch in China

Gast #3331119
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Nicht erst seit heute, die (deutschen/ausländischen) Firmen suchen dort 
schon länger händeringend Leute, die nicht nur behaupten was zu können, 
sondern wirklich was können, und die werden auch gut bezahlt.

Allerdings ist die Beobachtung, chinesischen Studienabsolventen hätten 
wenig Fachwissen, weil deren Professoren ja auch wenig Fachwissen haben 
weil alle klugen Leute in der Kulturrevolution abgeschlachtet wurden, 
auch nicht mehr so.

Aus Sicht chinesisch/deutscher Vorgesetzter sind die chinesischen 
Absolventen inzwischen besser mit Fachwissen versorgt als die deutschen 
Bachelors, bei denen ein massiver Rückgang im Vergleich zum Diplom 
auffällt.
Gast #3331198
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Das Thema hatten wir hier vor Monaten schon mal. Es drehte sich darum, 
daß deutsche Klitschen in China keine Ingenieure bekommen, weil die dort 
natürlich lieber zu guten amerikanischen Konzernen gehen.
Gast #3331222
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MaWin schrieb:
> Aus Sicht chinesisch/deutscher Vorgesetzter sind die chinesischen
> Absolventen inzwischen besser mit Fachwissen versorgt als die deutschen
> Bachelors, bei denen ein massiver Rückgang im Vergleich zum Diplom
> auffällt.

Naja, selten so einen Blödsinn gehört. Alle Universitäten und FHs die 
einen Eingangstest machen, sagen das dieser mit jedem Jahrgang im 
Schnitt besser ausfällt. Wieso dieses Beispiel?
G8! Darüber wird genauso geschimpft. Gerade einmal der erste Jahrgang 
hat nach der Änderung bisher defizite aufgewiesen. Die 
Nachfolgejahrgänge waren dann wieder besser als die Vorgänger.

Der Mathematikprof. welcher mich damals noch Maschinenbau an einer Univ. 
unterrichtet hat und auch solche Tests gemacht hat, sagte mal:
Er wäre doch immer entsetzt wieviele Leute grundsätzliches nicht auf die 
Reihe bekommen. Da kann er immer gar nicht glauben das es früher auch so 
war ... aber wenn er dann in seine Unterlagen schaut, zeigt sich früher 
war nichts besser ;).

Wenn ich mir arbeiten von aktuellen Bachelor Absolventen und alten 
Diplomern in den Projektordnern vergleiche, kann ich fast keinen 
Unterschied feststellen. Selbst die 10 Sem. Diplomer (DII) sind da nicht 
so weit vorne wie man das eigentlich gerne sehen würde. Unsere 
Nachfolger würde ich sagen, sind sogar über die Masse der Themen gesehen 
sogar etwas besser (bei gleicher Stdiendauer). Das wenn es um reine 
Elektronik Entwicklung geht, man schnell mal zum Kopfschütteln kommt, 
liegt ja daran das dies an vielen Hochschulen nur noch so ein "Nebenfach 
ist".

Was wirklich stimmt, zumindest an meiner Hochschule, dass die ersten 2 
Bachelor-Jahrgänge schlecht aufgestellt waren, als Sie aus der 
Hochschule kamen. Die Umstellungen war halt unmotiviert dahingeklatscht. 
Das war ein unsinnig durcheinander geworfener Diplomstudiengang.

Viele Profs. haben glaube ich auch noch gehofft, dass wenn es schlecht 
läuft wieder das Diplom kommt.

An meiner ehemaligen FH sind nach zahlreichen optimierungen die Bachelor 
7 sem. etwas besser als die alten Diplomer 8 Sem. nach meiner 
Einschätzung. Da ist man fast schon mal eifersüchtig. Was allerdings 
kein Verdienst der Studenten, sondern der Professoren ist.
Gast #3331226
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Achja, wenn ich mir anschaue wo die Chinesen die hier studiert haben bei 
mir an der HS und wo Sie gelandet sind ...

Kenne keinen von denen die was getaugt haben, der zurück nach China 
wäre. Alle hier geblieben oder in ein englischsprachiges Land. Zurück 
sind nur die Kurzschlussprofis mit denen das zusammenarbeiten im Labor 
immer eher eine Strafe war.
Gast #3331293
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genervt schrieb:
> Natürlich stiegen die Löhne in China, denen geht so langsam der A....
> auf Grundeis, weil ihnen die Arbeiter zu teuer werden, also wird
> gejammert.

So ist es! Und das ist gut so. :)

Seit 2000 sind dort die Reallöhne jährlich um 12% gestiegen, nominal um 
15-20% p.a.

In China wird schon seit ein paar Jahren wegen der "hohen" Arbeitskosten 
die Produktion in billigere Länder verlagert. Das ist dann die letzte 
Stufe der Auslagerung, weil es keine noch billigeren Länder mehr gibt.
Gast #3331300
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Jo S. schrieb:

> In China wird schon seit ein paar Jahren wegen der "hohen" Arbeitskosten
> die Produktion in billigere Länder verlagert. Das ist dann die letzte
> Stufe der Auslagerung, weil es keine noch billigeren Länder mehr gibt.

Ein Link der diese Aussage untermauert bzw. belegt? Gelesen habe ich in 
der China Times, dass es Verlagerungen innerhalb Chinas gibt, um das 
Lohnkostenniveau zu halten.
Gast #3331307
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Mich würde es nicht verwundern, wenn vielleicht in 10 Jahren Produktion 
aus China nach D ausgelagert wird. BMW hat bereits vermeldet, daß sie 
ihre Autos in D kostengünstiger produzieren können, als in China.
Gast #3331897
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http://www.spiegel.de/wirtschaft/in-chinas-unternehmen-herrscht-akuter-fachkraeftemangel-a-818695.html

Unternehmen in China kämpfen mit rasanter Mitarbeiterfluktuation.
Zu groß ist die Zahl der freien Stellen, zu niedrig die der 
qualifizierten Mitarbeiter. Die Konzernlenker müssen mit hohen Gehältern 
locken - was das Wachstum der Volksrepublik bedrohen könnte. Bei Wacker 
Greater China ist man noch zufrieden. Innerhalb eines Jahres haben nur 
15 Prozent aller Mitarbeiter das Unternehmen verlassen. In Deutschland 
wäre eine derart hohe Fluktuationsrate ein Krisensignal. In China gilt 
sie als Erfolg. "Das ist im Vergleich zu anderen Firmen in China ein 
sehr guter Wert", sagt Rebecca Liu.
In Chinas Unternehmen herrscht ebenfalls akuter Fachkräftemangel.
Längst ist ein erbitterter "War for Talent" entbrannt, ein Wettstreit 
der Unternehmen um die besten Arbeitnehmer. Die Jagd nach klugen Köpfen 
führt zu einer extrem hohen Fluktuation. Während ein Arbeitnehmer in 
Deutschland im Schnitt 10 Jahre bei einer Firma arbeitet, sind es in 
Asien nur fünf Jahre. Für Betriebe ist das ein großes Problem: Neun von 
zehn in China tätigen Unternehmen antworteten auf die Frage, was die 
größte Herausforderung des nächsten Jahres sei, an erster Stelle: 
Qualifiziertes Personal zu finden.  Zwar gibt es in China Millionen von 
Wanderarbeitern, die bereitwillig jede Arbeit verrichten und dafür kaum 
mehr als 350 Euro im Monat erhalten, doch an ausgebildeten Fachkräften 
mangelt es. Gerade deutsche Unternehmen, die auf hochqualifizierte 
Arbeitnehmer angewiesen sind, weil sie auf Auslagerung gesetzt- und sich 
in Asien billiges Personal erhofft hatten, leiden darunter.
Gast #3331923
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> Naja, selten so einen Blödsinn gehört.

Tja. Das ist das, was in grossen Firmen, die eben in Deutschland und 
China aktiv sind, über die Flure hallt.
Du kannst es ignorieren, oder der Realität in die Augen blicken.

> Eingangstest

der Uni sagt nur wie gut die Schulbildung ist/war.
Gast #3332133
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In China wird das Fachkräftemangelproblem auch nicht viel anders
sein als wie bei uns. Anstatt den Leuten eine Chance zu geben die
richtige Arbeit und auch ordentlich bezahlt zu bekommen, machen die 
Personalentscheider genauso einen verschwenderischen Auswahlzirkus,
wo dann viele durch die Maschen schlüpfen, die nicht dem Ideal
entsprechen. Wer weiß, welche Ausschusskriterien da dann wirken.
Hier sind schon ein Jahr raus oder über 30 ein K.O.- Kriterium.
Prinzipiell wird da der Arbeitsmarkt wohl noch mörderischer sein,
weil es keine soziale Hängematte gibt. Da schreien dann die
Arbeitgeber nur noch viel lauter als hierzulande nach Fachkräften
bei noch weniger Verantwortung.
Gibts da eigentlich schon Gewerkschaften? Ohne haben die Bosse dann
nämlich leichtes Spiel. Wird wohl Zeit bei denen für eine neue
Kulturrevolution, oder? ;-b
Gast #3332894
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A. K. schrieb:
> Flash Gordon schrieb:
>> Foxconn will ja auch nur einen Dollar am Tag bezahlen, und denkt das
>> sein grosszuegig.
>
> Da gehts aber wohl eher um "Bandroboter", nicht um Fachkräfte.

Gibt es den VDX auch in China ? Vielleicht schaltet manch ein schlauer 
Fuchs auich dort ein paar MINT-Kampagnen.
Gast #3332950
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VDX schrieb:

> A. K. schrieb:
>> Flash Gordon schrieb:
>>> Foxconn will ja auch nur einen Dollar am Tag bezahlen, und denkt das
>>> sein grosszuegig.
>>
>> Da gehts aber wohl eher um "Bandroboter", nicht um Fachkräfte.
>
> Gibt es den VDX auch in China ? Vielleicht schaltet manch ein schlauer
> Fuchs auich dort ein paar MINT-Kampagnen.

Ja. Wie stehts dort eigentlich mit Internetversorgung pro Haushalt, und 
Analphabetismus?
Gast #3333522
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Ja klar, aber es ist doch schon interessant, wie niedrig die 
Arbeitskosten in Dtl. im hochproduktiven Bereich sind - das trifft auf 
nahezu die gesamte Industrie zu.


PS: Durch WTO müßten doch die "Schutzzölle" (=Einfuhrsteuer) reduziert 
werden?
Gast #3333556
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Jo S. schrieb:
> PS: Durch WTO müßten doch die "Schutzzölle" (=Einfuhrsteuer) reduziert
> werden?
 WTO ist eine Organisation die Vereinbarungen verfasst. Schwellenländer 
und Entwicklungsländer die Mitglieder sind,  können in "begründeten" 
Fällen Schutzzölle erheben.
Ausserdem kann man auch andere Maßnahmen ergreifen um "unliebsame" 
Konkurrenten von Markt abzuhalten!

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